Ternesit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt farblose, prismatische Kristalle bis etwa 0,2mm Länge, die meist zu radialstrahligen Mineral-Aggregaten verbunden sind. In dieser Form erscheint Ternesit hellblau.[5] Auch hellgrüne und braune Ternesite sind bekannt.[4]
Ternesit wurde 1995 als Mineral anerkannt[7] und ist nach Bernd Ternes aus Mayen, Deutschland benannt, der das Mineral fand und Exemplare für Untersuchungen zur Verfügung stellte. Erstmals wurde das Mineral am Ettringer Bellerberg gefunden.[8]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Ternesit die System- und Mineralnummer 53.02.04.01. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen und andere Anionen komplexer Kationen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Inselsilikate: SiO4-Gruppen und andere Anionen komplexer Kationen mit (SO4), (CrO4), (PO4) etc.“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 53.02.04.
Belit-Calciumsulfoaluminat-Ternesit-Zement (BCT) wird als vielversprechendes Konzept in der Zementindustrie angesehen, da bei dessen Herstellung bis zu 30 Prozent weniger CO2 entstehen als bei normalem Portlandzementklinker.[10]
Das Unternehmen HeidelbergCement hat zudem ein Patent zum 3D-Druck von Bauteilen und Gebäuden mit BCT-Zement angemeldet.[11]
E. Irran, E. Tillmanns, G. Hentschel:Ternesite, Ca5(SiO4)2SO4, a new mineral from the Ettringer Bellerberg/Eifel, Germany. In: Mineralogy and Petrology. Band60, 1997, S.121–132, doi:10.1007/BF01163138 (online verfügbar bei semanticscholar.org[PDF; 909kB; abgerufen am 12.Oktober 2021]).
search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 7.Oktober 2021(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X (englisch).
123456Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456Ternesite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 7.Oktober 2021(englisch).
↑E. Irran, E. Tillmanns, G. Hentschel:Ternesite, Ca5(SiO4)2SO4, a new mineral from the Ettringer Bellerberg/Eifel, Germany. In: Mineralogy and Petrology. Band60, 1997, S.121–132, doi:10.1007/BF01163138 (online verfügbar bei semanticscholar.org[PDF; 909kB; abgerufen am 12.Oktober 2021]).
↑PatentanmeldungEP3147269A1:3D-Druck von Bauteilen und Gebäuden mit BCT-Zement.Angemeldetam22.September 2015,veröffentlichtam29.März 2017,Anmelder:Heidelbergcement AG,Erfinder:Wolfgang Dienemann, Kai Wortmann.