Papst Pius VI. Giovanni Angelo Graf Braschi wird zum Papst gewählt und gibt sich den Namen Pius VI.
Daniel Boone (1820 erstelltes, unvollendetes Ölgemälde von Chester Harding, das einzige zu Boones Lebenszeiten erstellte Porträt)Daniel Boone beginnt mit dem Bau der Wilderness Road von Virginia nach Kentucky.
Von Neuspanien aus werden in der Zwischenzeit mehrere Expeditionen in den westlichen Teil des nordamerikanischen Kontinents entsandt, die unter anderem nach Kalifornien und zum Teil bis nach Alaska vordringen. Einer vermutlich durch eine dieser Expeditionen ausgelösten Pockenepidemie an der Pazifikküste Nordamerikas fallen rund 30% der dortigen Bevölkerung zum Opfer.
In Europa wird König Ludwig XVI. von Frankreich gekrönt und gegen Anna Maria Schwegelin wird in Kempten der letzte Hexenprozess auf deutschem Boden durchgeführt. Auf der Südhalbkugel dringt James Cook auf seiner zweiten Weltreise mit den beiden Schiffen Resolution und Adventure in antarktische Gewässer vor, ohne jedoch den antarktischen Kontinent selbst zu entdecken, und kehrt schließlich nach dreijähriger Fahrt mit zahlreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Objekten an Bord nach England zurück.
8. März: Im Pennsylvania Journal and the Weekly Advertiser erscheint Thomas Paines Abhandlung African Slavery in America, das erste gedruckte Plädoyer für die Freilassung von Sklaven im Lande.
Patrick Henry bei seiner berühmten Rede, Druck von 1776
10. Mai: Der Zweite Kontinentalkongress in den amerikanischen Kolonien tritt in Philadelphia zusammen. Die Schaffung einer gemeinsamen Armee wird beschlossen.
31. Mai: Das Mecklenburger Sicherheitskomitee verabschiedet die Mecklenburg Resolves, mit denen alle Gesetze, die vom britischen König oder dem Parlament stammen, für ungültig erklärt werden.
17. Juni: Im Kampf um Boston kommt es zur Schlacht von Bunker Hill. Die britische Armee unter William Howe überquert den Mystic River und vertreibt die amerikanischen Milizen aus den befestigten Stellungen an Bunker Hill und Breed’s Hill. Es ist jedoch ein Pyrrhussieg für Howe. Das unmittelbare Ziel wird erreicht, aber der Angriff demonstriert den amerikanischen Durchhaltewillen, verursacht beträchtliche britische Verluste und verändert den Status der Belagerung nicht.
6. Juli: Der Zweite Kontinentalkongress verabschiedet die Declaration of the Causes and Necessity of Taking Up Arms, die von John Dickinson auf der Grundlage eines Entwurfs von Thomas Jefferson verfasst worden ist. Darin werden die Gründe formuliert, warum die 13 Kolonien zu den Waffen greifen. Wie in der Palmzweigpetition vermeidet der Kontinentalkongress eine direkte Kritik an König George III.
23. August: Mit der Proclamation of Rebellion stellt die britische Regierung unter König Georg III. fest, dass sich die Dreizehn Kolonien im Zustand der offenen Rebellion gegen die Krone befinden. Die britischen Amtsträger werden aufgefordert, „bis zum Äußersten zu gehen, um einer solchen Rebellion Widerstand zu leisten und sie zu unterdrücken“. Die Proklamation fordert darüber hinaus die Untertanen im gesamten Britischen Weltreich einschließlich derjenigen im Vereinigten Königreich selbst auf, jeden, der „verräterischen Schriftverkehr mit den Rebellen weiterverbreite“, zur Bestrafung anzuzeigen.
Die Einschiffung von Montgomerys Truppen bei Crown Point, gezeichnet von Sydney Adamson, Rasterdruck graviert von J.W. Evans
27. Oktober: George III. hält eine Thronrede vor dem Parlament. Darin lässt er durchscheinen, dass die Regierung die Absicht habe, die Krise mit Waffengewalt zu beenden. Zu diesem Zweck wolle sie sogar „freundliche Hilfsangebote aus dem Ausland“ in Betracht ziehen, um die Rebellion zu unterdrücken, ohne dass Brite gegen Brite kämpfen müsse. Eine proamerikanische Minderheit im Parlament warnt daraufhin die Regierung davor, die Kolonisten in die Unabhängigkeit zu drängen.
Invasionsrouten von Montgomery und Arnold in Kanada
2. November: Richard Montgomery erobert das britische Fort St. John in Kanada. Die dafür notwendige 45-tägige Belagerung trägt aber entscheidend zur Schwächung seiner Truppen bei, auch wenn er am 13. November praktisch kampflos Montreal übernehmen kann, wo die Aufständischen zunächst als Befreier begrüßt werden.
Dunmores Proklamation
7. November: John Murray, 4. Earl of Dunmore, königlicher Gouverneur der britischen Kolonie Virginia, unterzeichnet Dunmores Proklamation. Darin verspricht er denjenigen im Besitz aufständischer Kolonisten befindlichen Sklaven die Freiheit, die ihren Eigentümern entfliehen und sich den königlichen Streitkräften anschließen, um Schwarze Loyalisten zu werden. Die offiziell am 15. November verkündete Proklamation veranlasst nach ihrer Veröffentlichung zwischen 800 und 2000 Sklaven sich durch Flucht der Herrschaft ihrer Eigentümer zu entziehen und sich bei den Truppen von Lord Dunmore für den Kriegsdienst zu melden. Diese werden im sogenannten Ethiopian Regiment organisiert. Der zweite Virginia-Konvent reagiert darauf am 14. Dezember mit einer unmissverständlichen Erklärung, in der angekündigt wird, dass alle flüchtigen Sklaven, die sich nicht innerhalb von 10 Tagen ergeben, hingerichtet werden würden.
Am 6. Dezember verabschiedet der Kontinentalkongress eine Antwort auf die Proclamation of Rebellion. Während die Delegierten ihre Loyalität zur Krone bekräftigen, betonen sie zugleich, dass das britische Parlament keine politische Autorität über die Kolonien ausüben könne, da diese nicht demokratisch repräsentiert seien.
9. Dezember: In der Schlacht von Great Bridge siegen die amerikanischen Patrioten, erobern wenig später Norfolk und vertreiben die Briten anschließend aus Virginia.
Der Tod von General Montgomery in der Schlacht von Québec
31. Dezember: Die Briten besiegen in der Schlacht von Québec amerikanische Truppen und verhindern damit die Eroberung Kanadas im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. General Montgomery kommt in der Schlacht ums Leben. Er gilt als der erste und höchstrangige General der amerikanischen Streitkräfte, der je in einem Gefecht getötet wurde.
Vizekönig Antonio María de Bucareli y Ursúa entsendet weitere Expeditionen von Neuspanien aus nach Oberkalifornien um Kalifornien für die spanische Krone in Besitz zu nehmen. Am 16. März verlassen zwei Schiffe unter dem Befehl von Bruno de Heceta und Juan Francisco de la Bodega y Quadra den Ort San Blas an der mexikanischen Pazifikküste Richtung Norden. An Bord befindet sich unter anderem der Lotse Juan José Pérez Hernández, der bereits im Vorjahr eine Expedition geleitet hat. Dabei erkundet die Expedition die Küste des heutigen Kaliforniens und entdeckt rund 85 km nördlich der Bucht von San Francisco die Bodega Bay, die nach Bodega y Quadra benannt ist.
Am 14. Juli kommt es zu Zusammenstößen mit Einheimischen, wobei mehrere Seeleute ums Leben kommen. Außerdem brechen Krankheiten an Bord aus. Am 29. Juli trennt sich daher die Expedition und Heceta kehrt nach Süden zurück, während Quadra und sein Steuermann Francisco Mourelle weiter nach Norden fahren. Sie entdecken in Alaska den Bucareli Sound im Alexanderarchipel, den sie nach dem Vizekönig benennen. Die Expedition ist wahrscheinlich ursächlich für die folgende Pockenepidemie an der Pazifikküste Nordamerikas(siehe unter Katastrophen). Beide Schiffe erreichen noch im gleichen Jahr wieder Monterey und San Blas.
20. August: Spanier unter der Leitung von Hugo O’Conor gründen mit dem Bau eines Presidios die Stadt Tucson.
22. Oktober: Juan Bautista de Anza unternimmt mit einem Treck von 240 Kolonisten, überwiegend Frauen und Kinder, und einigen Missionaren sowie 1.000 Stück Vieh eine neuerliche Expedition von Tubac Richtung Kalifornien. Der Treck führt zunächst nach Nordwesten über die Gegend von Tucson und Gila Bend an den Colorado River in das Stammesgebiet der Yuma. Zwei Missionare bleiben bei den Yuma und gründen eine kleine Mission. Vom Colorado aus führt der Weg der Expedition weiter nach Westen durch die Sonora-Wüste.
15. Januar: In Anbetracht der Aufstände der Jaik-Kosaken gegen ihre Regierung ordnet Kaiserin Katharina II. die Umbenennung des Flusses Jaik in Ural sowie auch der Stadt Jaiksk in Uralsk an. Das Andenken an die abgefallenen Jaik-Kosaken soll ausgelöscht werden und die neue Bezeichnung Ural-Kosaken eine neue Tradition ermöglichen.
September: Salawat Julajew, der letzte Anführer der Aufständischen wird gemeinsam mit seinem Vater, der ebenfalls am Aufstand beteiligt war, zu lebenslanger Haft verurteilt und in die estnische Festung Rogervik nahe der Stadt Paldiski gesperrt. Dem Volk der Baschkiren, aus dem er stammt und bei dem er einen Status als Held und Märtyrer erhalten hat, wird „für alle Zeiten“ verboten, ihren Kindern seinen Namen zu geben; jede Erinnerung an ihn und sein weiteres Schicksal soll unterbunden werden.
4. April: In Kempten steht Anna Maria Schwegelin als Angeklagte im letzten Hexenprozess auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands vor Gericht und erhält ein Todesurteil, das jedoch wegen eines Aufschubs durch Fürstabt Honorius Roth von Schreckenstein unter dem Einfluss seines Beichtvaters Anton Kramer am 11. April nicht vollstreckt wird. Anna Maria Schwegelin bleibt bis zu ihrem Tod 1781 im Gefängnis. Sie ist das letzte Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden.
27. April: Hohe Preise führen im französischen Beaumont-sur-Oise zu Plünderungen auf dem Getreidemarkt. In der Bevölkerung gärende Unruhe über Brotpreise greift um sich und der regionale Aufstand reicht bis an die Vororte von Paris heran. Militär schlägt den Mehlkrieg in der Folge nieder. König Ludwig XVI. weist später die Rückkehr vom privaten zum staatlichen Handel an.
8. September: Der Aufstand der Priester gegen den Johanniterorden auf Malta wird innerhalb weniger Stunden erstickt. Die Rebellen werden gefangen genommen und teils hingerichtet, teils exiliert oder eingekerkert.
2. November: Durch eine Urkunde Maria Theresias wird Siebenbürgen weitgehend autonom und von eigenen Fürsten nach eigenen Gesetzen regiert.
Die Schrift Über Abschaffung der Tortur des Aufklärers Joseph von Sonnenfels trägt maßgeblich zur Abschaffung der Folter in den österreichischen Erblanden im nächsten Jahr bei.
6. März: Die Britische Ostindien-Kompanie schließt mit Raghunathrao, der kurz zuvor den Thron im Marathenreich usurpiert hat, den Vertrag von Surat. Raghunathrao überträgt der Company darin im Gegenzug für militärische Unterstützung Reichsgebiete ab. Der Vertrag ist Auslöser für den Ersten Marathenkrieg.
30. Juli: Über die Azoren kehrt die Expedition nach fast genau drei Jahren nach England zurück. Von den 112 Mann Besatzung sind unterwegs nur vier gestorben.
Domingo de Boenechea stirbt am 26. Januar auf seiner zweiten Südseereise in Tahiti und wird vor dem von ihm begründeten Missionshaus begraben. Sein Kapitän Tomás de Gayangos beendet die Expedition und kehrt ins Vizekönigreich Peru zurück. Vizekönig Manuel d’Amat i de Junyent entsendet noch im selben Jahr eine weitere Expedition unter der Leitung von Cayetano de Lángara mit dem Ziel, festzustellen, in welchem Umfang die englischen und französischen Kolonisierungsbestrebungen der pazifischen Inseln erfolgreich waren sowie den spanischen Einfluss auf den Südpazifik auszudehnen. Weiterhin soll die katholische Mission in dieser Weltgegend vorangetrieben und etabliert werden.
25. August: Manuel de Guirior wird von König Karl III. zum neuen Vizekönig von Peru ernannt. Unter seiner Herrschaft verliert Spanien das Interesse an den Inseln des Südpazifiks.
10. März: Daniel Boone beginnt im Auftrag der Transylvania Company und des Richters Richard Henderson aus North Carolina die Wilderness Road anzulegen. Gemeinsam mit 35 Holzfällern schlägt er eine etwa 360 Kilometer lange Schneise von Fort Chiswell in Virginia durch die Wälder und quer über die Appalachen bis zum Cumberland Gap. Sie ist über fünfzig Jahre lang die einzige Route von Virginia nach Kentucky. An ihrem Ende legt Boone ein Basislager an, aus dem sich später der Ort Boonesborough entwickelt.
In Florenz wird am 21. Februar auf Veranlassung von Großherzog Peter Leopold das Imperial Regio Museo di Fisica e Storia Naturale (Kaiserlich-Königliches Museum für Physik und Naturkunde) eröffnet. Das heute als La Specola bekannte Museum gilt als ältestes wissenschaftliches Museum in Europa und ist vor allem durch seine Sammlung anatomischer Wachsmodelle aus dem 18. und 19. Jahrhundert über Florenz hinaus bekannt. Erster Direktor wird Felice Fontana.
Der englische Universalgelehrte Henry Baker stiftet den Wissenschaftspreis Bakerian Lecture. Erster Preisträger ist der irische Chemiker und Mineraloge Peter Woulfe.
23. Februar: Die vieraktige Komödie Le barbier de Séville von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais wird nach zweijähriger Verzögerung an der Comédie-Française uraufgeführt. Pierre-Louis Dubus, genannt Préville, ist der erste Darsteller des Figaro. Nachdem das Stück durchgefallen ist, reduziert man es um einen Akt, worauf die nächste Vorstellung drei Tage später zum Triumph wird. Das Werk wird ein internationaler Erfolg und dient unter anderem als Vorlage für die Oper Il barbiere di Siviglia von Gioacchino Rossini.
1. Mai: Nach der Öffnung des Wiener Praters für die Öffentlichkeit im Jahre 1766 wird auch der Augarten in Wien von Kaiser Joseph II. der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Anlässlich dieses Ereignisses werden auch Nachtigallen ausgesetzt und deren Jagd unter Strafe gestellt. Der Eingang, dessen Hauptportal im selben Jahr von Isidore Canevale errichtet wird, wird von Militär bewacht und im Gelände selbst sind Invalide für die Wahrung der Ordnung zuständig.