Dampfwagen von Nicholas Cugnot beim berühmten Zusammenstoß mit der KasernenmauerNicholas Cugnot stellt seinen Dampfwagen in Paris vor. Die erste Fahrt endet an einer Mauer.
9. Mai: Die korsischen Widerstandskämpfer unter Pasquale Paoli unterliegen den Franzosen unter Gouverneur Noël de Jourda, comte de Vaux, in der Schlacht bei Ponte Novu. Der Sieg sichert Frankreich den Besitz über die von Genua erworbene Insel. Paoli begibt sich ins Exil nach England. Sein Adjutant Carlo Buonaparte hält den Widerstand auf dem zweithöchsten Berg Korsikas, dem Monte Rotondo, in einer Höhle noch zwei Wochen aufrecht, bis ihm am 23. Mai ein französischer Parlamentär eine Einladung zur Unterhandlung mit Graf Vaux überbringt. In Corte schlägt Graf Vaux ihm und allen Freiheitskämpfern einen Frieden mit Amnestie vor und verspricht, dass Frankreich die korsische Identität schützen und die Lebensweisen und den Wohlstand Korsikas fördern werde. Da seine Frau neuerlich schwanger ist, unterwirft Buonaparte sich und erhält all seine Güter in Ajaccio zurück.
Nach anfänglichen Erfolgen wegen des Abzugs russischer Truppen an die türkische Front, erleidet die Konföderation von Bar am 16. Juli bei Białystok und am 13. September bei Orzechowo zwei Niederlagen.
17. September: Russische Truppen überschreiten im Russisch-Türkischen Krieg den Dnjestr und marschieren in Moldawien ein. Die Festung Chotyn wird nach einem Sieg eingeschlossen, fast die gesamte osmanische Garnison verweigert nach einer Panik den Waffendienst. Am 7. Oktober besetzen die Russen die moldauische Hauptstadt Jassy und setzen ihren Vormarsch nach Süden in die Walachei fort. Am 17. November wird Bukarest besetzt. Gleichzeitig eröffnen Truppen des russischen Generals Gottlob Curt Heinrich von Tottleben im nördlichen Kaukasus den Krieg. Die Russen rücken bis in den Süden von Georgien vor. Tottleben nimmt eine Reihe von osmanischen Festungen ein und besetzte die Hauptstadt des Fürstentums Imeretien, Kutaissi.
Anfang Januar: James Cook trifft auf seiner ersten Südseereise in der Bay of Good Success an der Le-Maire-Straße/Feuerland ein. Ende Januar umrundet er mit Glück Kap Hoorn. Ziel der Reise ist es, den Transit der Venus vor der Sonne zu beobachten, der am 3. Juni stattfindet. Dabei soll die Entfernung zwischen der Sonne und der Erde ermittelt werden.
13. April: James Cook erreicht Tahiti, die Endeavour ankert in der Endeavour lag in der Matavai-Bucht. Ende Mai ist das Observatorium einsatzbereit und die Mannschaft widmet sich der Erkundung Tahitis.
Mitte Juli: Die Endeavour verlässt nach erfolgreichen Beobachtungen Tahiti, an Bord befindet sich auch der heimische Priester, Führer und Navigator Tupaia. Die Expedition kreuzt zwischen Tetiaroa, Moorea, Huahine, Bora Bora, Raiatea und verlässt Mitte August die Gesellschaftsinseln mit Südkurs. Anfang Oktober wird Neuseeland gesichtet.
7. Oktober: Cooks Schiffsjunge Nicholas Young sichtet als erster Europäer seit 127 Jahren Neuseeland. Zwei Tage später landet die Endeavour auf der Nordinsel Neuseelands. Der erste Landgang und die erste Begegnung mit den Māori führt jedoch zum Tode von sechs Einheimischen während der Begrüßungszeremonie, weil der Haka von den Briten fehlinterpretiert und als Angriff verstanden wird. Dadurch ist es Cook nicht möglich, die Vorräte der Endeavour aufzustocken und muss seine Reise ohne Proviantergänzung fortsetzen, weshalb er den Ort der Landung als Poverty Bay bezeichnet.
Cook kartografierte das Land in sechsmonatiger Arbeit genau. Bei einem weiteren Landgang am 15. November hisst er in der Mercury Bay den Union Jack und nimmt damit das Land für die britische Krone in Besitz.
20. März: Philipp Carteret läuft mit seinem kaum noch seetüchtigen Schiff HMS Swallow nach seiner zweiten Weltumrundung in der englischen Stadt Spithead ein. Auf seiner Reise ist er vom Hauptschiff Dolphin, das von Samuel Wallis befehligt worden ist, getrennt worden. Am 20. Februar ist die englische Expedition der schnelleren Expedition Bougainvilles auf dem Atlantik begegnet.
10. Januar: Im Auftrag von José de Gálvez y Gallardo, visitador general des Vizekönigreichs Neuspanien, segelt Gaspar de Portolà von La Paz aus nach Norden, um die Besitzungen Spaniens an der Pazifikküste auszudehnen und den Einfluss von Großbritannien und Russland im Raum des Pazifischen Ozeans zurückzudrängen. Am 15. Februar folgt ein weiteres Schiff. Zu Land beginnt der Vorstoß am 24. März unter der Führung von Fernando Rivera y Moncada und am 15. Mai unter der Führung von Portolà von der Mission San Fernando Velicata aus. Portolà wird von Ordensbürdern und Missionaren sowie Soldaten begleitet. Auch der Franziskaner Junípero Serra gehört zur Expedition. Das erste Schiff erreicht die Bucht von San Diego am 11. April. Gaspar de Portolá folgt im Juni und errichtet einen Militärposten und Junípero Serra gründet am 16. Juli die Mission San Diego de Alcalá und feiert dort eine erste Messe, was als Gründungsdatum für San Diego gilt.
14. Juli: Gaspar de Portolà bricht von San Diego aus auf und macht sich auf El Camino Real, dem Königsweg, auf die Suche nach der Bucht von Monterey. Über Santa Monica erreicht er am 19. August Santa Barbara. Sie ziehen weiter über San Simeon und erreichen schließlich am 1. Oktober nach einem Marsch von ungefähr tausend Meilen nach Norden die Mündung des Salinas River nördlich von Monterey. Der Nebel verschleiert jedoch die Küste, sodass sie noch weitermarschieren, bis sie die San Francisco Bay und die heute als Golden Gate bekannte Meerenge erreichen. Anschließend marschieren sie wieder nach Süden.
Die Spanier übernehmen nach einer Rebellion französischer Siedler neuerlich die Herrschaft in Louisiana. Die spanische Gesetzessammlung Las Siete Partidas und das Coartación regeln auch die Sklaverei in Spanisch-Louisiana. Das spanische Freilassungsrecht ist weitaus liberaler als das französische und ermöglicht es den Sklaven auch, ihre Freilassung selbst zu beantragen bzw. einen Selbstkauf einzuklagen.
6. November: Samuel Hearne unternimmt im Auftrag der Hudson’s Bay Company eine Überlandexpedition mit dem Ziel, einen Nachweis für die Nordwestpassage zu erbringen, die Kupferminen am Coppermine River zu untersuchen, die durchstreifte Landstriche zu erforschen sowie die Indianerstämme zu Handelsbeziehungen mit der Hudson’s Bay Company zu bewegen. Die Größe der Expedition und die Mitnahme von zu viel Ausrüstung führen zur Desertion seiner indianischen Begleiter und dem Scheitern der Expedition.
November: Zwischen Großbritannien und Spanien beginnt die Falklandkrise, als das spanische Schiff San Felipe unter Kapitän Angel Santos zwischen West- und Ostfalkland auf die britische Sloop Tamar trifft. Deren Kommandant Anthony Hunt lädt Santos zu sich an Bord ein, wo er ihn jedoch kurzzeitig festsetzt, ehe er ihn mit der Aufforderung entlässt, mit seinem Schiff die Falklandinseln zu verlassen. In der Folge behaupten beide Nationen Besitzrechte an den Inseln.
Der Schotte Alexander Gordon gründet im Londoner Stadtteil Southwark eine Destillerie, die später als Gordon’s Gin Bekanntheit erlangt.
Der englische Perückenmacher Richard Arkwright erfindet gemeinsam mit dem Uhrmacher John Kay die Waterframe, die erste Spinnmaschine mit von Menschenkraft unabhängigem Antrieb durch ein Wasserrad, und meldet sie wenig später zum Patent an.
Die von James Cook und Charles Green auf Tahiti beobachtete Erscheinung der Venus am Sonnenrand
3. Juni: Der Venustransit des Jahres 1769 wird von zahlreichen Expeditionen rund um die Welt beobachtet. Insgesamt liefern 77 Stationen verwertbare Beobachtungsdaten. Die Ergebnisse fallen deutlich besser aus als 1761, verschiedene Auswerter erhalten allerdings aufgrund unterschiedlicher Rechenmethoden und verschiedener Arten, die Daten zu kombinieren, nach wie vor merklich voneinander abweichende Resultate.
Der Große Komet am Morgen des 9. September 1769 über Nürnberg
8. August: Charles Messier entdeckt Komet 1769 Messier, den Großen Kometen von 1769. In den nächsten Monaten wird der Komet von zahlreichen Menschen auf der ganzen Welt sowohl mit Teleskopen als auch freiäugig beobachtet. Am 10. September erreicht er seinen erdnächsten Punkt, am 22. September seine maximale scheinbare Helligkeit von 0 mag. Die letzte Beobachtung erfolgt am 3. Dezember durch Pehr Wilhelm Wargentin.
Aus den weltweit gesammelten Beobachtungen des Venusdurchgangs berechnet Placidus Fixlmillner, Benediktinerpater und Direktor der Sternwarte Kremsmünster, den Abstand zwischen Erde und Sonne (Astronomische Einheit) zu 154,05 Millionen Kilometer, was zu diesem Zeitpunkt mit einer Abweichung vom heute gültigen Wert um nur 3% der genaueste Wert ist.
1. Mai: mit einjähriger Verspätung erfolgt in Salzburg die Uraufführung der von Wolfgang Amadeus Mozart auf Anregung von Kaiser Joseph II. komponierten opera buffaLa finta semplice. Gerüchte, das Werk habe in Wirklichkeit nicht der 12-jährige Wolferl selbst, sondern sein Vater komponiert, haben die Aufführung verzögert. Das Libretto stammt von Marco Coltellini.
Der Erfinder Baron Wolfgang von Kempelen (1734–1804) konstruiert einen „Schachautomaten“, in dem sich jedoch ein kleinwüchsiger Schachspieler verbirgt. Der sogenannte „Schachtürke“ ist eine mögliche Deutung für die Redewendung „etwas türken“ beziehungsweise „einen Türken bauen“.
19. Februar bis 19. Mai: Lorenzo Ganganelli wird nach dreimonatigem Konklave und 185 Wahlgängen unter dem Namen Clemens XIV. zum Papst gewählt. Er löst den am 2. Februar gestorbenen Clemens XIII. ab. Am 28. Mai wird er zum Bischof geweiht, am 4. Juni besteigt er den päpstlichen Thron.
12. September: Mit seiner ersten EnzyklikaDecet quam maxime wendet sich der neue Papst an die Bischöfe des Königreichs Sardinien. Darin prangert er den zunehmenden Missbrauch von an die Bischöfe geleisteten Steuern und Abgaben an.
12. Dezember: Papst Clemens XIV. veröffentlicht die Enzyklika Cum summi apostolatus, mit dem er die Tradition des Heiligen Jahres aufgreift. Mit gleichem Datum veröffentlicht er auch die damit eng in Zusammenhang stehende Enzyklika Inscrutabili divinae sapientiae, mit der er auf die Notwendigkeit eines Jubeljahres hinweist.