Stich der Hinrichtung der Verschwörer der Pulververschwörung, 1606
27.Januarjul. / 6.Februargreg.: In England findet die Gerichtsverhandlung gegen die überlebenden katholischen Verschwörer des Gunpowder Plots gegen den protestantischen König James I. statt. Die Angeklagten gelten von vornherein als schuldig, erhalten kaum oder gar keinen Rechtsbeistand und können ihre Ankläger nicht konfrontieren. Alle Beteiligten werden für schuldig befunden und zum Tod verurteilt. Die Hinrichtungen finden am 9. und 10. Februar auf dem Friedhof der St Paul’s Cathedral durch Erhängen statt, unter den letzten Hingerichteten ist auch der Hauptakteur Guy Fawkes. Am 12.Februarjul. / 22.Februargreg. stellt sich Der Jesuitenpater Henry Garnet, der als Beichtvater von der Verschwörung erfahren hat, den Behörden. Auch er wird angeklagt und im Mai hingerichtet.
25. April: Beim Kreuz- und Fahnengefecht in Donauwörth wird der katholische Markusumzug von Protestanten gestört. Der Zwischenfall endet in einer Prügelei.
17. Mai: Der falsche Dimitri, der als angeblicher Sohn von Iwan IV.russischerZar geworden ist, wird durch revoltierende Adlige ermordet. Wassili IV. wird am 19. Mai von seinen Parteifreunden zum Nachfolger proklamiert und am 1. Juni 1606 zum Zaren gekrönt. Mit schwedischer Hilfe gelingt es ihm, bis 1610 den Thron zu halten, bevor er auf Betreiben Polens gestürzt werden kann.
28. Oktober bis 2. Dezember: Fünfwöchige Belagerung Moskaus. Nach der Ermordung des Falschen Dimitris formiert sich in den südlichen Regionen unter seinen ehemaligen Anhängern eine Oppositionsbewegung gegen den neuen Bojarenzaren Wassili IV., die sich zu einer sozialen Protestbewegung ausweitet. Ihr Führer Iwan Issajewitsch Bolotnikow sammelt aufrührerische Bauern und Knechte um sich und tritt im Juli 1606 von Putywl aus zum Marsch auf Moskau an. Die Aufständischen setzen sich schließlich nach der Niederlage bei Kotly und der Erstürmung Kolomenskojes nach Kaluga ab.
10. Februar: Auf seiner Reise über den Pazifik stößt der portugiesische Seefahrer Pedro Fernández de Quirós auf eine bewohnte Insel, die er Conversion de San Pablo nennt. Möglicherweise handelt es sich dabei um Tahiti. Am 3. Mai erreicht er die Neuen Hebriden. Eine besonders große Insel nennt er La Austrialia del Espíritu Santo in dem Glauben, den legendären Südkontinent Terra Australis erreicht zu haben.
10. April: Mit einer Charta gründet der englische König James I. auf Initiative von Bartholomew Gosnold die Plymouth Company und die Virginia Company of London. Beide Virginia Companys werden gegründet, um die Ostküste von Nordamerika zu besiedeln. Die London Company darf die Gebiete südlich des 41. Breitengrad bis hin zum 34. Breitengrad erschließen, die Plymouth Company wiederum die Gebiete nördlich des 38. Breitengrad bis hin zum 45. Breitengrad; im Gebiet zwischen dem 38. und dem 41. Breitengrad sollen die Siedlungen der Gesellschaften einen Abstand von mindestens 100 Meilen (ca. 160 km) halten.
Der erste Versuch der Plymouth Company, eine Kolonie zu gründen, scheitert an den Spaniern, die das Schiff der Engländer im August vor Florida kapern und die Besatzung gefangen nehmen.
Im Dezember sticht eine aus drei Schiffen bestehende Flotte der London Company, zusammengestellt durch Bartholomew Gosnold, mit 144 Personen an Bord in Richtung Chesapeake Bay in See, wo im April des Folgejahres die Siedlung James Fort gegründet wird.
20. November: Der englische König Jakob I. weist in einem Schreiben die Geschäftsführer der Virginia Company of London an, die amerikanischen Ureinwohner gewaltsam zum Anglikanismus zu bekehren.
14. Oktober: Joan Maetsuycker, Generalgouverneur von Niederländisch-Indien († 1678)
09. November: Hermann Conring, Polyhistor, Leibarzt Christinas von Schweden, dänischer Staatsrat und Leiter des bremen-verdischen Archivs in Stade († 1681)
09. November: Christoph Althofer, deutscher lutherischer Theologe († 1660)
12. November: Jeanne Mance, französische Laienschwester und Krankenpflegerin († 1673)