22. Mai: Der Kriegszug des Großfürstentums Moskau gegen das abtrünnige Khanat Kasan endet mit einem Misserfolg. Die russischen Truppen werden geschlagen. In der Nähe von Arsk gelingt zwar am 22. Juni ein Sieg gegen die Tataren, als die Russen ihren Sieg feiern, kehrt Khan Moxammat Amin jedoch zurück und schlägt sie vernichtend. Obwohl dieser Sieg der Tataren zu den größten Siegen der letzten Jahrzehnte zählt, ersucht Moxammat aus unbekannten Gründen um Frieden und zahlt Großfürst Wassili III. eine Kriegsentschädigung.
7. Oktober: Papst Julius II. stellt Giovanni II. Bentivoglio, Stadtherr von Bologna unter den Kirchenbann. In den nächsten Wochen wird die Stadt von päpstlichen Truppen, unterstützt von französischen Einheiten, erobert und Teil des Kirchenstaates. Giovanni Bentivoglio flüchtet nach Busseto. Julius II. zieht am 10. November triumphal in der Stadt ein.
Die Berchtesgadener Bauern erheben Beschwerde gegen Propst und Reichsprälat Balthasar Hirschauer wegen der ihrer Meinung nach zu hoch angesetzten Steuern. Kaiser MaximilianI. beauftragt seinen gerade in Salzburg weilenden Hauptmann Degen Fuchs von Fuchsberg, den Vorgang zusammen mit zwei kaiserlichen Räten vor Ort zu untersuchen. Dieser legt das Ergebnis seiner Untersuchungen im sogenannten Fuchsbrief vor. Auch wenn darin die Beschwerden der Bauern in allen wesentlichen Punkten abgewiesen werden, bleibt bemerkenswert, dass bei diesem Rechtsstreit die „Untertanenschaft“ geschlossen auftritt und der Fuchsbrief erstmals den Charakter eines rechtsverbindlich schriftlichen Vertrags zwischen Herrschaft und „Landschaft“ hat.
Statue der Johanna vor der Festung von Tordesillas
25. September: Nach dem Tod von König Philipp I. von Kastilien verfällt seine Gattin Johanna angeblich zusehends dem Wahnsinn. Möglicherweise handelt es sich dabei auch um eine Intrige, um sie von der Macht fernzuhalten. Sie wird, angeblich wegen ihres Zustandes, unter der Obhut der Klosterfrauen des Klosters Santa Clara in der Festung von Tordesillas gefangengesetzt. Johannas Vater Ferdinand II. von Aragón übernimmt die Regentschaft im Königreich.
Oktober: Dem seit zwei Jahren in spanischer Gefangenschaft befindlichen Cesare Borgia gelingt eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnisturm von La Mota in Medina del Campo. Es gelingt ihm, unerkannt zu seinem Schwager Jean d’Albret, dem König von Navarra, nach Pamplona zu reisen, wo er sich mit diesem verbündet.
Titelblatt einer Flugschrift zum Massaker von Lissabon
19. April: Bei einem Massaker in Lissabon gegen sogenannte „Kryptojuden“ finden um die 2000 Neuchristen (zwangsgetaufte Juden) den Tod. Erst nach drei Tagen wird das Massaker durch die königlichen Truppen Manuels I. beendet. Die Haupttäter werden bestraft und den Neuchristen werden einige Zugeständnisse eingeräumt.
Das Rosenkranzfest, im Hintergrund Dürer selbst, an einen Baum gelehnt
Albrecht Dürer malt eines seiner wenigen Altarbilder, Das Rosenkranzfest als Altarbild für die Kirche San Bartolomeo in Venedig. Das Bild, das auch ein Selbstbildnis beinhaltet, macht Dürer, der bis zu diesem Zeitpunkt vor allem Grafiken und Zeichnungen geschaffen hat, schlagartig berühmt.
Der Buchdrucker Hans Dorn fertigt das Buch Dath boke der hilgen Ewangelien. Lectien. Profecien unde Epistelen …. Es handelt sich um das älteste in Braunschweig gedruckte und noch heute erhaltene Buch.
Alexander Agricola, Nicolas Champion, Antonius Divitis, Marbrianus de Orto und Pierre de la Rue, alle Mitglieder der Grande Chapelle von Philipp dem Schönen in Mecheln, folgen ihrem Dienstherren auf seiner zweiten Spanienreise, die ab Mitte Januar auf dem Seeweg stattfindet. Philipp der Schöne zieht mit seinem Hof für den Sommer nach Valladolid und später nach Burgos, wo er im September einem Fieber erliegt. Alexander Agricola stirbt bereits am 15. August des gleichen Jahres in der Nähe von Valladolid, möglicherweise an der gleichen fiebrigen Erkrankung. Nach dem Tod Philipps des Schönen löst sich die Hofkapelle auf. Ein Teil der Mitglieder kehrt nach Burgund zurück, andere, so auch Nicolas Champion, Antonius Divitis, Marbrianus de Orto und Pierre de la Rue, treten in den Dienst der Nachfolgekapelle der Witwe, Johanna von Kastilien, die in der Entlohnung besonders großzügig ist.
Josquin Desprez ist seit 1504 Probst an seiner früheren Wirkungsstätte Condé-sur-l’Escaut. Er wird als monsieur le prevost messire Josse des pres bezeichnet. Die Stellung ist für den ehemaligen Kapellmeister nicht nur wegen seines dortigen Haus- und Grundbesitzes attraktiv, sondern noch mehr wegen der guten Personalausstattung der Kirche und der Qualität der dortigen Musikausübung, die nur noch von der Kathedrale in Cambrai und von Saint-Vincent in Soignies übertroffen wird. Der Propst hat hier (nach einer Aufstellung aus dem Jahr 1523) die weltliche Macht im Kirchensprengel inne und ist der Vorgesetzte des Dekans, des Schatzmeisters, von 25 Kanonikern, 18 Kaplänen, 16 Vikaren und sechs Chorknaben, dazu einigen Priestern ohne Pfründe; in den aufwändig gestalteten Gottesdiensten wirkt in der Regel ein Chor aus den Vikaren und Chorknaben mit, so dass bis zu 22 musikgeübte Stimmen zur Verfügung stehen und bis zu sechsstimmige Werke aufgeführt werden können.
18. April: Papst Julius II. legt den Grundstein für die neue Peterskirche in Rom. Der erste Entwurf für den Neubau stammt von Donato Bramante, der erster Bauleiter des Projektes ist. Im Gegensatz zur lange verbreiteten Auffassung betreffen seine ersten Überlegungen nicht einen Plan über griechischem Kreuz, sondern werden über dem Grundriss der alten Basilika im Blick auf einen Longitudinalbau entwickelt.