Am 23. April heiratet Maria d’Enghien, Fürstin von Tarent, König Ladislaus von Neapel in der St. Leonardokapelle im Castello Aragonese in Tarent. In der Zeit davor sind Versuche des Königs, das Fürstentum Tarent mit Waffengewalt einzunehmen, gescheitert. Mit dieser Hochzeit erreicht er auf friedliche Weise sein Ziel.
Ein Stein erinnert an die Hinrichtungsstätte am Neuen Markt
In Stralsund kommt es zur Priesterverbrennung zu Stralsund (Papenbrand thom Sunde): Nachdem die Bürger der Stadt Stralsund waren mit ihrem obersten Geistlichen, dem Kirchherren der St.-Nikolai-Kirche und der Propstei Tribsees, Cord Bonow, in Zwist geraten sind, plündert dieser am 6. Oktober an der Spitze eines Heeres von 400 Kriegern, die er aus seiner adligen Verwandtschaft rekrutiert hat, die Stralsunder Feldmark. Dabei wird nicht nur Vieh gestohlen, sondern auch gemordet und gebrandschatzt. Dieses Verhalten empört die Stralsunder, zumal sie auch noch von einigen Geistlichen verhöhnt werden. Schon am nächsten Tag rebellieren die Stralsunder, ihnen voran die von den Morden am meisten betroffenen Angehörigen des Gewerkes der Träger und bringen die Geistlichen gefesselt vor den Richter in der Neustadt. Die Gefangenen werden von der Menge in ein Haus getrieben, welches von ihnen in Brand gesteckt werden soll. Dies kann nur durch den Hinweis auf drohende Gefährdung auch für die benachbarten Häuser vom Rat verhindert werden. Daraufhin werden drei Geistliche, der Kaplan von St. Nikolai, der Pfarrer von St. Marien und der Pfarrer von St. Jakobi, aus der Menge an Geistlichen ausgesondert und auf dem Neuen Markt auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Bischof Rudolf von Mecklenburg-Stargard verkündet daraufhin den Bann gegen Bürgermeister, Rat der Stadt und alle Stralsunder Einwohner. Alle geistlichen Handlungen in Stralsund werden durch ein Interdikt untersagt. Papst Gregor XII. hebt den Bann schließlich auf Bitten der Bürger auf, nachdem diese ein Sühnekreuz am Ort der Verbrennung sowie eine Kapelle errichtet haben.
30. März: Konrad von Jungingen, Hochmeister des Deutschen Ordens, der sich in zunehmendem Konflikt mit dem benachbarten Polen-Litauen befindet, stirbt überraschend in Marienburg im Deutschordensstaat. Am 26. Juni wählt das Ordenskapitel einstimmig Konrads Bruder Ulrich von Jungingen zum 26. Hochmeister. Bei der Wahl fehlen Repräsentanten aus dem Reich, wie der Deutschmeister Konrad von Egloffstein, sowie einige Vertreter des Livländischen Ordenszweiges aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen mit der russischen Adelsrepublik von Pskow. Der neue Hochmeister intensiviert die Rüstungsanstrengungen des ohnehin militärisch schlagkräftigen Ordensstaates erheblich.