Görlitz
Wappen | Karte |
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Wappen von Görlitz | Karte Görlitz in Deutschland |
Basisdaten | |
Bundesland: | Sachsen |
Regierungsbezirk: | Dresden |
Kreis: | Stadtkreis |
Fläche: | 67,22 km² |
Einwohner: | 60.994 (September 2003) |
Bevölkerungsdichte: | 908 Einwohner/km² |
Höhe: | 199 m ü. NN |
Postleitzahlen: | 02801-02829 (alte PLZ 89xx) |
Vorwahlen: | 03581 |
Geografische Lage: | 51° 10' 0" n.Br. 15° 0' 0" ö.L. |
Kfz-Kennzeichen: | GR
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Amtlicher Gemeindeschlüssel: | 14 2 63 000 |
Gliederung des Stadtgebiets: | 9 Stadt- und 7 Ortsteile |
Adresse der Stadtverwaltung: | Untermarkt 6/8 02826 Görlitz |
Webseite: | www.goerlitz.de |
E-Mail-Adresse: | online@goerlitz.de |
Politik | |
Oberbürgermeister: | Rolf Karbaum |
Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, ist nach Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Plauen die sechstgrößte Stadt und eines der 6 Oberzentren des Bundeslandes Sachsen, geografisch gehört sie zu Niederschlesien. Sie hat den Status einer kreisfreien Stadt und liegt im äußersten Osten des Regierungsbezirks Dresden. Die Grenzstadt zu Polen diesseits der Neiße ist - historisch gesehen - ein Teil Schlesiens und heute Sitz eines evangelischen und eines katholischen Bischofs. Die Nachbarstadt jenseits der Neiße auf polnischer Seite heißt Zgorzelec; beide Städte verstehen sich als Europastadt.
Nächst größere Städte sind Cottbus, ca. 80 km nordwestlich und Dresden, ca. 87 km westlich von Görlitz. Die Einwohnerzahl der Stadt Görlitz überschritt 1949 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Kurz danach sank die Einwohnerzahl jedoch wieder stark ab und liegt heute bei lediglich ca. 60.000. Die Stadt ist damit weit von der Großstadtgrenze entfernt.
Nachbargemeinden
Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Görlitz. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
- in Polen (jenseits der Neiße): Zgorzelec
- im Landkreis Löbau-Zittau: Ostritz und Schönau-Berzdorf
- im Niederschlesischen Oberlausitzkreis: Markersdorf, Schöpstal und Neißeaue
Geographie
Görlitz liegt in der Oberlausitz am linken Ufer der Neiße, am Durchbruch des Flusses durch die Ausläufer des böhmisch-lausitzischen Grenzgebirges. Die ehemaligen Stadtteile am rechten Flussufer bilden seit der Grenzziehung zwischen der Sowjetischen Besatzungszone und Polen 1945 bzw. seit Festlegung der Staatsgrenze 1949 die polnische Stadt Zgorzelec.
Die höchste Erhebung des Görlitzer Stadtgebiets, die so genannte "Landeskrone" liegt 420 m über N.N., die niedrigste Stelle der Stadt befindet sich an der Neiße bei 185 m über N.N.
siehe dazu auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen
Wappen
Beschreibung: Gespalten von Gold und Rot; vorn ein doppelköpfiger schwarzer Adler, hinten auf silbernem Schildfuß stehend ein doppelschwänziger silberner Löwe mit goldener Krone, der Löwe mit der rechten Vorderpranke, der linksgewendete Kopf des Adlers mit dem Schnabel eine goldene Kaiserkrone, halb im goldenen, halb im roten Feld haltend. Die Stadtflagge ist weiß-rot mit aufgelegtem Wappen.
Bedeutung: Das Wappen wurde 1433 von Kaiser Sigismund der Stadt Görlitz verliehen. Damit erhielt die Stadt eine besondere Auszeichnung, weil die Verleihung eines Wappens seinerzeit mit ungewöhnlichen Kosten verbunden war. Der Adler steht für Brandenburg, der Löwe für Böhmen. Beides waren ehemalige Landesherren der Stadt, bevor Görlitz im 17. Jahrhundert zu Sachsen und 1815 zu Preußen kam.
Geschichte
Görlitz liegt an der Hohen Straße oder Via Regia, einem alten Handels- und Jakobsweg. Görlitz wurde 1278 erstmals als Stadt erwähnt. König Johann von Luxemburg und Kaiser Karl IV. statteten die Stadt mit zahlreichen Rechten aus (Münzrecht, Straßenrecht, Brau-, Salzgerechtigkeit etc.). Die Stadt litt im Dreißigjährigen und im Siebenjährigen Krieg. Görlitz gehörte dem Oberlausitzer Sechsstädtebund an. 1635 kam die Stadt zu Sachsen und 1815 zur preußischen Provinz Schlesien. Hier wurde sie Sitz eines Landkreises innerhalb des Regierungsbezirks Liegnitz. Am 31. Dezember 1867 wurde die Eisenbahn nach Berlin (zum dortigen Görlitzer Bahnhof) eröffnet. 1873 wurde Görlitz eine kreisfreie Stadt, blieb aber weiterhin Sitz des Landkreises Görlitz.
Im Zuge der europäischen Neuordnung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Görlitz geteilt (Oder-Neiße-Grenze). Der östlich der Neiße gelegene Teil der Stadt ist seitdem polnisches Staatsgebiet und heißt Zgorzelec. Die bei Deutschland verbliebene Stadt wurde dem Land Sachsen zugeordnet, das jedoch 1952 aufgelöst wurde. Danach gehörte die Stadt zum Bezirk Dresden. Nach der Wiedervereinigung beider deutschen Staaten 1990 wurde das Land Sachsen wieder errichtet und Görlitz eine kreisfreie Stadt im neu gebildeten Regierungsbezirk Dresden. Im Zuge der Kreisreform 1994 ging der Landkreis Görlitz im neuen Niederschlesischen Oberlausitzkreis auf. Görlitz selbst blieb jedoch eine kreisfreie Stadt.
Religionen
Görlitz gehörte anfangs zum Bistum Meißen. Die Reformation fasste um 1525 Fuß. Seit dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts war Görlitz eine rein protestantische Stadt. Wie alle Lausitzer Protestanten gehörten die Görlitzer keiner Landeskirche an, sondern die Stadt verwaltete ihre Kirchenangelegenheiten selbst. Die evangelische Frömmigkeit in Görlitz wurde Ende des 17. Jahrhunderts stark vom Pietismus beeinflusst. Ab 1815 gehörte die Stadt zur preußischen Provinz Schlesien und somit zur unierten protestantischen Kirche in Preußen, bzw. dessen Provinzialkirche Schlesien. Nach Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Schlesische Provinzialkirche Gründungsmitglied der "Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union". Die mit der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts nach Görlitz zugewanderten Katholiken gehörten mit ihrer Pfarrei zum Fürstbistum Breslau. (1821-1945)
Infolge der Grenzziehung nach dem 2. Weltkrieg ("Oder-Neiße-Grenze") wurde das Gebiet der schlesischen Provinzialkirche geteilt. Der überwiegende Teil kam unter polnische Verwaltung, der kleinere Teil blieb bei Deutschland und kam zur Sowjetische Besatzungszone. Die Kirchenleitung musste daher 1946 Breslau verlassen und siedelte nach Görlitz um. Das westlich der Neiße gelegene bei Deutschland verbliebene Gebiet der schlesischen Provinzialkirche wurden zunächst noch von der Berlin-Brandenburgischen Kirche treuhänderisch verwaltet, doch wurde das Gebiet zum 1. Mai 1947 unter dem Namen "Evangelische Kirche von Schlesien" eine selbständige Landeskirche, die später der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) beitrat und 1951 eine Verfassung verabschiedete. 1968 musste die Kirche ihren Namen in "Evangelische Kirche des Görlitzer Kirchengebiets" ändern, doch konnte sie nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten ab 1992 in Evangelische Kirche der schlesischen Oberlausitz rückbenannt werden. Die Kirchengemeinden der Stadt Görlitz gehörten zum Kirchenkreis Görlitz. Zum 1. Januar 2004 fusionierte die Landeskirche mit der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg zur Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Görlitz wurde Sitz eines (vierten) Sprengels der neuen Landeskirche mit einem Generalsuperintendenten an der Spitze. Die Kirchenkreiseinteilung innerhalb des Sprengels Görlitz blieb unverändert, so dass die protestantischen Kirchengemeinden von Görlitz - sofern es sich nicht um Freikirchen handelt - nach wie vor zum Kirchenkreis Görlitz gehören.
Nach Einführung der Reformation gab es in Görlitz nur noch wenige Katholiken. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts zogen vermehrt wieder Katholiken in die Stadt und gründeten wieder eigene Pfarrgemeinden (ab 1853) und 1898 wurde die St. Jakobuskirche gebaut. Diese gehörten zum Erzbistum Breslau. Als dessen Gebiet nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Oder-Neiße-Grenze geteilt wurde, bildete der westlich der Neiße bei Deutschland verbliebene Teil des Bistums Breslau das "Erzbischöfliche Amt Görlitz" mit einem Kapitelsvikar als Leiter. Diesem folgte 1971 ein Generalvikar und schließlich 1972 ein Apostolischer Administrator mit dem Titel Bischof. Damit war die formelle Trennung vom Erzbistum Breslau endgültig vollzogen. Am 8. Juli 1994 wurde die Apostolische Administratur Görlitz per Dekret zum Bistum erhoben und der neu errichteten Kirchenprovinz Berlin unterstellt. Die Pfarrgemeinden der Stadt Görlitz gehören somit seit 1994 zum Dekanat Görlitz des Bistums Görlitz, dessen Dom die St. Jakobuskirche wurde.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten), eine Gemeinde des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, die Evangelisch-methodistische Kirche (Methodisten) und die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK). Ferner ist auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und die Neuapostolische Kirche in Görlitz vertreten.
Politik
An der Spitze der Stadt ist seit 1282 ein Bürgermeister bezeugt. Später gab es auch einen Rat. Der Bürgermeister wechselte jährlich. Nach dem Übergang an Preußen wurde die preußische Städteordnung eingeführt. Neben dem Rat gab es weiterhin einen Bürgermeister, der ab 1873 den Titel Oberbürgermeister erhielt.
Während der Zeit des Dritten Reiches wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt und nach dem 2. Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den "Rat der Stadt" bzw. die Stadtverordnetenversammlung, die ebenfalls vom Volk gewählt wurde.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender. Heute ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister jedoch direkt vom Volk gewählt.
Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister von Görlitz seit 1844:
- 1844 - 1846: Gottlob Ludwig Demiani
- 1847 - 1856: Gottlob Jochmann
- 1857 - 1866: Hugo Leopold Wilhelm Sattig
- 1866 - 1871: Karl Eduard Maximilian Richtsteig
- 1871 - 1881: Friedrich Carl Johannes Gobbin
- 1881 - 1893: Clemens Theodor Reichert
- 1894 - 1906: Paul Büchtemann
- 1907 - 1927: Georg Snay
- 1928 - 1931: Dr. Georg Wiesner
- 1931 - 1934: Wilhelm Duhmer
- 1934 - 1938: Konrad Jenzen
- 1938 - 1941: Dr. Georg Hans Damrau
- 1941 - 1944: Ernst Leichtenstern
- 1944 - 1945: Dr. Hans Meinshausen
- 1945: Alfred Fehler
- 1945: Walter Oehme
- 1946 - 1950: Kurt Prenzel
- 1950 - 1954: Willi Ehrlich
- 1954 - 1960: Bruno Gleißberg
- 1960 - 1962: Charlotte Umlauf
- 1962 - 1964: Gerhard Simon
- 1964 - 1979: Werner Dietrich
- 1979 - 1989: Kurt Butziger
- 1989 - 1990: Gerhard Eichberg
- 1990 - 1998: Matthias Lechner (abgewählt)
- 1998: Ulf Großmann (CDU), amtierender Oberbürgermeister
- 1998 - heute: Rolf Karbaum (SPD)
Wirtschaft
Verkehr
Durch das nördliche Stadtgebiet von Görlitz führt die Bundesautobahn A 4 Erfurt-Dresden-Görlitz, die jenseits der Neiße nur wenige Kilometer in Polen endet. Ferner führen die Bundesstraßen B 6 und B 99 durch das Stadtgebiet.
Görlitz ist auch ein wichtiger Eisenbahnknoten. Die Stadt liegt an der Kreuzung der Bahnlinien Dresden-Breslau und Tschechien-Görlitz-Cottbus-Berlin.
Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Straßenbahn- und Buslinien der Verkehrsgesellschaft Görlitz GmbH.
Öffentliche Einrichtungen
Bildungseinrichtungen
In Görlitz wurden 1992 die "Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz" gegründet. Ferner gibt es in Görlitz eine "Hochschule für Kirchenmusik", die 1927 in Breslau und 1947 in Görlitz als Evangelische Kirchenmusikschule neu gegründet wurde. Sie befand sich bislang in Trägerschaft der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz und wurde durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst staatlich anerkannt.
Daneben gibt es in Görlitz das komplette Angebot an allgemein bildenden und beruflichen Schulen, darunter 2 Gymnasien und 2 Berufliche Schulzentren.
Vereine
esta e.V.[1] (evangelische Stadtjugendarbeit e.V.) Der Verein wurde am 16.04.1997 in das Vereinsregister der Stadt Görlitz eingetragen. Er "verbindet Christen unterschiedlichen Alters, um sie zur Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zuzurüsten. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen auf der Grundlage der Botschaft von Jesus Christus[2] das eigene Leben als sinnvoll und wertvoll erkennen, mit dieser Motivation Schwierigkeiten bewältigen lernen und bereit werden, sich für das Heil und wohl anderer Menschen einzusetzen." (aus der Satzung, §2) Der Verein ist Mitglied im CVJM (Christlicher Verein junger Menschen) Schlesische Oberlausitz[3]. 12 Haupamtliche Mitarbeiter, deren Einkünfte hauptsächlich über Spenden und Zuschüsse finanziert werden, setzen sich oft weit über ihre Arbeitszeit hinaus für die Ziele des Vereins ein. Ohne die ca. 50 ehrenamtlichen Mitarbeiter, die diese Arbeit freiwillig und ohne finanzielle Vergütung leisten, wären diese Ziele jedoch kaum zu realisieren. Zu den besonderen Zielgruppen des Vereins zählen die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Stadt Görlitz und Umgebung, die Görlitzer Öffentlichkeit, Vereinsmitglieder, ehrenamtliche Mitglieder, Rüstzeitteilnehmer, Freundeskreise sowie Menschen, denen diese Arbeit ebenfalls am Herzen liegt und die sie aus diesem Grund ideell aber auch finanziell unterstützen. Der Verein sitzt in der Johannes-Wüsten-Strasse 21 in 02826 Görlitz. Den Görlitzern ist diese Adresse als Jugendhaus Wartburg bekannt.
Städtepartnerschaften
Görlitz unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
- Wiesbaden, Hessen, seit 1990
- Amiens, Frankreich, seit 1971
- Molfetta, Italien, seit 1971
- Novy Jicin, Tschechien, seit 1981
- Zgorzelec, Polen, seit 1980
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Görlitz ist in 9 Stadtteile und 7 Ortsteile gegliedert. Bei den Stadtteilen handelt es sich um die im Laufe der Entwicklung der Stadt entstandenen Gebiete bzw. die bis 1952 eingegliederten ehemaligen Gemeinden oder Gemarkungen. Bei den 7 Ortsteilen handelt es sich um die erst bei der jüngsten Gemeindereform der 1990er Jahre eingegliederten Gemeinden, die räumlich vom eigentlichen Stadtgebiet getrennt sind.
Stadtteile
Altstadt, Biesnitz, Innenstadt, Klingewalde, Königshufen, Nikolaivorstadt, Rauschwalde, Südstadt und Weinhübel
Ortsteile
Hagenwerder, Tauchritz, Schlauroth, Kunnerwitz, Klein Neundorf, Ludwigsdorf und Ober-Neundorf
Entwicklung des Stadtgebiets
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden nach Görlitz eingemeindet:
- 1929: Moys und Rauschwalde
- 1949: Weinhübel und Klingewalde
- 1952: Biesnitz
- 1994: (1. Januar) Deutsch-Ossig
- 1994: (1. März) Hagenwerder/Tauchritz und Schlauroth
- 1999: (1. Januar) Kunnerwitz mit Klein Neundorf, Ludwigsdorf mit Ober-Neundorf sowie Gebietsteile der Gemeinde Schöpstal
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1870 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst.
Jahr | Einwohnerzahlen |
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1415 | ca. 7.800 |
1500 | ca. 8.000 |
1641 | ca. 5.000 |
1717 | ca. 5.500 |
1781 | ca. 7.600 |
1815 | 8.785 |
1858 | ca. 25.000 |
1867 | 36.689 |
1. Dezember 1875 ¹ | 45.310 |
1. Dezember 1890 ¹ | 62.135 |
1. Dezember 1900 ¹ | 80.932 |
1. Dezember 1905 ¹ | 83.766 |
1. Dezember 1910 ¹ | 85.806 |
1. Dezember 1919 | 80.362 |
16. Juni 1925 ¹ | 85.920 |
16. Juni 1933 ¹ | 94.182 |
17. Mai 1939 ¹ | 83.808 |
29. Oktober 1946 | 85.686 |
31. August 1950 | 100.147 |
31. Dezember 1960 | 89.909 |
31. Dezember 1972 | 86.421 |
30. Juni 1981 | 81.000 |
1986 | 78.800 |
30. Juni 1991 | 71.400 |
30. Juni 1997 | 64.100 |
September 2003 | 60.994 |
¹ Volkszählungsergebnis
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
- Theater Görlitz GmbH (Oper, Operette, Musical, Ballett, Schauspiel); das Theater wurde 1851 erbaut und 1927 erweitert.
Museen
- Städtische Kunstsammlungen zu Görlitz
- Staatliches Museum für Naturkunde Görlitz
- Landesmuseum Schlesien e.V.
Bauwerke
Görlitz überstand den 2. Weltkrieg ohne größere Zerstörungen und besitzt eine sehr sehenswerte Altstadt mit zahlreichen historischen Bauwerken; hinzuweisen ist auf die Peterskirche, den schönen Marktplatz (Ober- und Untermarkt) und die Bauten bzw. Bauteile aus der Renaissancezeit. So befindet sich in Görlitz der Schönhof, erbaut 1526 - er ist damit das älteste deutsche Renaissancebürgerhaus. Neben der, in ihrer Gesamtheit erhaltenen Altstadt, sind die Stadtviertel aus der Gründerzeit sehenswert.
Besondere Bauwerke sind:
- Kirchen:
- St. Peter, Wahrzeichen der Stadt
- Nikolaikirche
- Lutherkirche
- St. Jakobus-Kirche
- Heilig-Kreuz-Kirche
- Dreifaltigkeitskirche
- Frauenkirche
- Nikolaiturm
- Lange Lauben mit Hallenhäusern
- Reichenbacher Turm
- Heiliges Grab, Nachbildung des Heiligen Grabs in Jerusalem
- Ochsenbastei, Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung
- Waid- und Renthaus
- Synagoge
- Theater
- Stadthalle
- Neißeviadukt
Weitere Sehenswürdigkeiten
- Landeskrone
Regelmäßige Veranstaltungen
- Sommer: Oldtimer-Eisenbahn
- September: Niederschlesische Kulturtage
- Dezember: Weihnachtsmarkt
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Görlitz hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Die Liste ist möglicherweise nicht vollständig. Sie folgt chronologisch dem Verleihungsjahr.
- 1849: von Oertzen
- 1855: Dr. Rösler, Oberlehrer
- 1857: Steuerrat Guisehardt
- 1857: Kreisgerichtsdirektor Koenig, Kreisgerichtsdirektor
- 1871: Fürst Otto von Bismarck, Reichskanzler
- 1871: Graf von Moltke, Generalfeldmarschall
- 1901: Regierungsrat Bethe, Justizrat
- 1905: Otto Müller, Geheimer Kommerzienrat, Stifter der Stadtbibliothek
- 1910: Bolko Graf von Hochberg (1843-1926), Gründer der schlesischen Musikfestspiele
- 1918: Otto von Below, Regimentskommandeur
- 1927: Georg Snay, Oberbürgermeister
- 1933: Paul von Hindenburg, Reichspräsident
- 1933: Adolf Hitler, Reichskanzler (die Ehrenbürgerwürde wurde 1990 wieder aberkannt)
- 1971: Lisbeth Rösner, Widerstandskämpferin
- 1971: Richard Rösner, Stadtverordneter der KPD und Widerstandskämpfer
- 1971: Kurt Prenzel, Oberbürgermeister
- 1971: Hans Nathan, Jurist Professor & Dekan der Juristischen Fakultät der Humbold-Universität
- 1971: Dorothea Wüsten, Kunstkeramikerin
- 1995: Prof. Dr. Gottfried Kiesow, Präsident der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
- 1996: Bernhard Huhn, römisch-katholischer Bischof von Görlitz
- vor 1999: Dr. Georg Klammt, Sanitätsrat
- 2000: Prof. Dr. Wolfram Dunger
Söhne und Töchter der Stadt
Folgende Persönlichkeiten sind in Görlitz geboren. Ob sie später ihren Wirkungskreis in Görlitz hatten oder nicht ist dabei unerheblich.
- 1871, 21. Februar, Paul Cassirer, † 7. Januar 1926 in Berlin, Kunsthändler und Verleger (veröffentlichte zahlreiche unbekannte und z.T. auch verbotene Werke und förderte zeitgenössische Künstler)
- 1902, 2. Mai, Werner Finck, † 31. Juli 1978 in München, Schauspieler, Kabarettist, Autor
- 1922, 9. September, Hans Georg Dehmelt, Physiker (Nobelpreis 1989 für Hochpräzissionsmessungen, diese waren u.a. für den Bau von Atomuhren erforderlich)
- Bartholomäus Scultetus (1540 - 1614), Bürgermeister von Görlitz, Astronom und Mathematiker; er zeichnete die erste Landkarte der Oberlausitz und befürwortete die Einführung des Gregorianischen Kalenders in seinem Heimatland.
Der Theosoph Jakob Böhme verbrachte in Görlitz sein Leben. Ferner besuchte von 1928 bis 1933 (Abitur) Arno Schmidt die Oberrealschule in Görlitz. Anschließend (bis 1934 ) besuchte er hier die Höhere Handelsschule.
Sonstiges
Eine weitere Besonderheit der Stadt: Der 15. Meridian (östliche Länge) verläuft mitten durch Görlitz. Hier wird die mitteleuropäische Zeit bestimmt.
Literatur
- Neumann, Geschichte von Görlitz, 1850.
- Görlitz, in: Meyers Konversationslexikon, 4.Aufl. 1888/89, Bd.7, S.524.
- Ernst Heinz Lemper: Görlitz, Leipzig, 3. Aufl. 1972
Weblinks
Landkreise und Kreisfreie Städte in Sachsen:
Annaberg |
Aue-Schwarzenberg |
Bautzen |
Chemnitz (Stadt) |
Chemnitzer Land |
Delitzsch |
Döbeln |
Dresden (Stadt) |
Freiberg |
Görlitz (Stadt) |
Hoyerswerda (Stadt) |
Kamenz |
Leipzig (Stadt) |
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