Virginia Woolf

britische Schriftstellerin
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Virginia Woolf [vəˈdʒɪnjə wu:lf] (* 25. Januar 1882 in London als Adeline Virginia Stephen; † 28. März 1941 bei Lewes, Sussex) war eine britische Schriftstellerin und Verlegerin. Sie entstammte einer wohlhabenden Intellektuellen-Familie, die zahlreiche Kontakte zu Literaten hatte. Als Jugendliche erlebte sie noch die viktorianischen Beschränkungen für Mädchen und Frauen. Sie war früh als Literaturkritikerin und Essayistin tätig, ihre Karriere als Romanautorin begann erst im Jahr 1915 mit The Voyage Out (Die Fahrt hinaus). Ende der 1920er Jahre war sie eine erfolgreiche und international bekannte Schriftstellerin. Ihre Wiederentdeckung erfolgte in den 1970er Jahren, als ihr Essay A Room of One′s Own (Ein eigenes Zimmer) zu einem der meistzitierten Texte der neuen Frauenbewegung wurde.

Virginia Woolf im Jahre 1902

Leben

Kindheit und Jugend

Virginia Woolf war die Tochter des Schriftstellers und Gelehrten Sir Leslie Stephen (1832–1904) und dessen zweiter Ehefrau Julia Prinsep Jackson (1846–1895). Virginia Woolf hatte drei Vollgeschwister: Vanessa Stephen (1879–1961), Thoby Stephen (1880–1906) und Adrian Stephen (1883–1948). Hinzu kamen die Halbschwester Laura Makepeace Stephen (1870–1945) aus der ersten Ehe ihres Vaters mit Harriet Marion Thackeray (1840–1875) sowie die Halbgeschwister George (1868–1934), Stella (1869–1897) und Gerald Duckworth (1870–1937) aus der ersten Ehe ihrer Mutter mit Herbert Duckworth. Der Familienwohnsitz lag im Londoner Stadtteil Kensington, 22 Hyde Park Gate. Die intellektuelle und künstlerische Elite der Zeit, wie beispielsweise Alfred Tennyson, Thomas Hardy und Edward Burne-Jones, besuchte Leslie Stephens Salon.

Psychoanalytiker und Biographen beschreiben, dass Gerald und George Duckworth Virginia missbraucht oder zumindest öfter unsittlich berührt haben und damit die Hauptschuld an ihrem psychischen Problem, einer Bipolaren Störung, auch bekannt unter dem Begriff „manisch-depressive Erkrankung”, tragen.[1] Virginia selbst hat entsprechende Erlebnisse in ihren autobiographischen Texten A Sketch of the Past (Eine Skizze der Vergangenheit) und 22 Hyde Park Gate der rigiden viktorianischen Zeit gemäß nur angedeutet. So ist es durchaus möglich, dass ihre Halbbrüder für Virginias späteres Verhältnis zur Sexualität und für ihre Krankheit verantwortlich waren.

Virginia Woolf besuchte keine Schule, sondern erhielt von Hauslehrern und ihrem Vater Privatunterricht. Beeindruckt von der schriftstellerischen Arbeit ihres Vaters, besonders seinem monumentalen Dictionary of National Biography, sowie von seiner umfangreichen Privatbibliothek, äußerte sie schon früh den Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Als am 5. Mai 1895 ihre Mutter starb, erlitt die dreizehnjährige Virginia ihren ersten psychischen Zusammenbruch. Ihre Halbschwester Stella, die nach dem Tod von Julia Stephen den Haushalt geführt hatte, heiratete zwei Jahre später Jack Hills und verließ das Elternhaus. Stella starb wenig später auf ihrer Hochzeitsreise an einer Bauchfellentzündung.

 
Leuchtturm von Godrevy Point
 
St Ives, Porthminster Beach

Von 1882 bis 1894 verbrachte die Familie die Sommerferien im Talland House, ihrem Sommerhaus mit Blick auf Porthminster Beach, in dem kleinen Küstenort St Ives in Cornwall gelegen, der 1928 zur Künstlerkolonie wurde. Virginia beschreibt die Lage in Eine Skizze der Vergangenheit: „[…] Es hatte eine ideale Aussicht, wie wir feststellten, als wir dort ankamen: Über die ganze Bucht hin, bis zum Godrevyer Leuchtturm hinüber. Am Hang des Hügels gab es kleine Rasenflächen, die von dichten blühenden Büschen eingerahmt waren […].“[2] Im Jahr 1895, nach dem Tod der Mutter, wurde das Haus verkauft. Virginia kehrte oft in ihrem Leben nach St Ives zurück. Später beschrieb sie den Ort und den nah gelegenen Leuchtturm von Godrevy Point in Jacob′s Room (Jacobs Zimmer) und in To the Lighthouse (Zum Leuchtturm), obwohl der Roman auf der Isle of Skye angesiedelt ist. London und St Ives werden oft die Schauplätze ihrer Werke bilden.

Am 26. Juni 1902 wurde Virginias Vater zum Knight Commander of the Bath ernannt. Während dieser Zeit schrieb Virginia an verschiedenen Essays und bereitete sie zur Veröffentlichung vor. Im Januar 1904 wurde Virginias erster Artikel für eine Frauenbeilage im Guardian gedruckt. Am 22. Februar 1904 starb der Vater an Krebs. Damit ging für Virginia ein Zeitabschnitt zu Ende, der geprägt war vom kräftezehrenden Umgang mit der schwierigen Persönlichkeit Leslies. Begonnen hatten die Strapazen für Virginia und Vanessa bereits 1897 mit dem Tod von Virginias Halbschwester Stella, die für Leslie gewissermaßen die Rolle der umsorgenden Ehefrau angenommen hatte. Zehn Wochen nach dem Tod des Vaters erlitt Virginia ihre zweite psychische Krankheits-Episode, von der sie sich erst Ende des Jahres erholen konnte.

1899 hatte Virginias älterer Bruder Thoby ein Studium am Trinity College in Cambridge begonnen. Bei einem Abendessen am 17. November 1904 lernte Virginia seinen Freund, ihren späteren Ehemann Leonard Woolf, kennen, der Jura studierte und gerade im Begriff war, in Ceylon eine Stellung im Kolonialdienst anzunehmen.

Bloomsbury Group

 
Vanessa Bell, porträtiert von Roger Fry, 1916

Die Stephen-Geschwister zogen im Jahr 1905 von Kensington in den Stadtteil Bloomsbury in das Haus am Gordon Square 46. Hier begann Thoby den Donnerstag als Jour fixe für eine Zusammenkunft mit seinen Freunden zu etablieren. Mit diesem Brauch war der Grundstein der Bloomsbury Group gelegt, der zum Teil aus Mitgliedern der Cambridge Apostles bestand. Zu diesem Zirkel gehörten neben Virginia Literaten wie Saxon Sydney-Turner, David Herbert Lawrence, Lytton Strachey, Leonard Woolf, Maler wie Mark Gertler, Duncan Grant, Roger Fry und Virginias Schwester Vanessa Bell, Kritiker wie Clive Bell und Desmond McCarthy sowie Wissenschaftler wie John Maynard Keynes und Bertrand Russell. Virginia war dankbar, in diesem intellektuellen Kreis − Vanessa und sie waren die einzige Frauen – in Diskussionen mitwirken und sich aus den moralischen Fesseln ihrer Erziehung befreien zu können. Im selben Jahr begann Virginia für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben; ihre Mitarbeit am Times Literary Supplement dauerte bis an ihr Lebensende. Ab Ende des Jahres bis 1907 unterrichtete sie englische Literatur und Geschichte am Morley College, einer Bildungsstätte für berufstätige Erwachsene.

 
Dora Carrington: Lytton Strachey, 1916

Am 20. November 1906 erkrankte Thoby Stephen, der ältere Bruder Virginias, während einer Reise durch Griechenland an Typhus und starb bald nach der Rückkehr im Alter von 26 Jahren – ein Verlust, den Virginia schwer ertragen konnte.

Anfang 1907 wurde der Jour fixe in Bloomsbury wieder aufgenommen. Im darauf folgendem Jahr unternahm Virginia eine Reise nach Siena und Perugia und kehrte nach einem Aufenthalt in Paris wieder nach Großbritannien zurück. Im Februar 1909 machte Lytton Strachey ihr einen Heiratsantrag, den Virginia annahm. Strachey überlegte es sich jedoch anders, und beide einigten sich darauf, den Antrag zu vergessen.

Im Sommer 1909 machte Virginia die Bekanntschaft von Lady Ottoline Morrell, einer Aristokratin und Kunstmäzenin. Diese schloss sich dem Bloomsbury-Kreis an und faszinierte durch ihre extravagante Erscheinung. Ihr exotischer Lebensstil beeinflusste die Gruppe, und die Mitglieder folgten gern der Einladung, donnerstags um zehn Uhr in ihr Haus am Bedford Square zu kommen, wo sich Besucher wie D. H. Lawrence und Winston Churchill im Salon einfanden.

Der Dreadnought-Streich

 
Das Foto aus dem „Daily Mirror“: Die „Delegation“ mit Virginia Woolf ganz links, ihr Bruder Adrian dritter von links

Am 10. Februar 1910 veranstaltete Virginia zusammen mit Duncan Grant, ihrem Bruder Adrian Stephen und drei weiteren „Bloomsberries“ den Dreadnought-Streich, der zu einer offiziellen Anfrage im Oberhaus führte. Virginia, Duncan und zwei ihrer Freunde trugen orientalische Phantasiekleidung, angeklebte Bärte und waren bis zur Unkenntlichkeit schwarz geschminkt. Die Truppe reiste nach der Anmeldung mit einem erfolgreich gefälschten Telegramm in diesem abenteuerlichen Aufzug nach Weymouth. Sie besichtigte auf Einladung des Oberbefehlshabers als Delegation von vier fürstlichen Diplomaten aus Abessinien und zwei Mitgliedern des British Foreign Office das Kriegsschiff HMS Dreadnought. Der Spaß gelang: Eine Abordnung führte die Delegation durch das höchst geheime Schiff, die Flaggen wurden gehisst, und die Kapelle spielte zu ihren Ehren. Allerdings spielte sie die Nationalhymne von Sansibar, da die abessinische nicht aufzutreiben war. Die „fürstliche Gruppe“ unterhielt sich mit ein paar Brocken Suaheli, und der eigens mitgebrachte „Dolmetscher“ sprach ein Kauderwelsch einiger Zeilen aus dem Vergil. Glücklicherweise war das einzige Besatzungsmitglied, dessen Muttersprache Suaheli war, an diesem Tag nicht an Bord.

Ein Foto des Empfangs schickte Horace Cole, der zur Gruppe gehörte, dem „Daily Mirror“ zu, und es wurde dort veröffentlicht.[3] Außerdem ging er persönlich zum Foreign Office, um den Streich zu melden. Die „Bloomsberries“ wollten mit ihrem Coup die Bürokratie und das „Empire“ verspotten, was ihnen in Hinblick auf den Namen des Schiffes, „Dreadnought“ (Fürchtet nichts), das außerdem Prototyp einer ganzen Reihe neuer Kampfschifftypen gleichen Namens war, auch im wortspielerischen Sinne gelang; insofern war es eine doppelte Blamage für die Militärführung. Die Royal Navy verlangte, dass der Anstifter Horace Cole in Haft genommen werden müsse, allerdings ohne Erfolg, da die Gruppe kein Gesetz gebrochen hatte. Cole bot an, sich sechs Stockschläge versetzen zu lassen unter der Bedingung, zurückschlagen zu dürfen. Duncan Grant wurde von drei Männern entführt, erhielt auf einem Feld zwei Hiebe und fuhr in Pantoffeln mit der U-Bahn wieder nach Hause.[4]

Heirat und Romandebüt

Im Jahr 1911 mietete sich Virginia ein Haus in dem Dorf Firle bei Lewes in Sussex und taufte es in Erinnerung an glückliche Kindertage in Cornwall Little Talland House. Es war jedoch nur eine Notlösung, wenig später pachteten Virginia und Vanessa das in der Nähe gelegene Haus Asheham, das Virginia sehr liebte und in dem sie zwischen 1912 und 1919 viel Zeit verbrachte.

Im Januar 1912 machte Leonard Woolf auf Anraten Lytton Stracheys Virginia einen Heiratsantrag. Er hatte sich vom Kolonialdienst beurlauben lassen und war im Juni 1911 nach England zurückgekehrt. Sie zögerte und erlitt erneut einen depressiven Krankheitsschub, der die Aufnahme in das Krankenhaus von Twickenham erforderlich machte. Leonard durfte sie nicht besuchen. Vier Monate später willigte sie ein, obgleich, wie sie an Leonard schrieb, er auf sie keine körperliche Anziehungskraft ausübe. Sie liebe ihn nach bestem Vermögen. Seine Liebe zu ihr gab den Ausschlag für ihre Einwilligung. Der Freundin Violet Dickinson schrieb Virginia am 5. Juni 1912: „Ich werde Leonard Woolf heiraten. Er ist Jude und hat keinen Pfennig. Ich bin glücklicher, als je jemand für möglich gehalten hat − […]“, und am Tag darauf schickten sie und Leonard eine gemeinsame Postkarte an Lytton Strachey mit den etwas kindischen Worten: „Ha! Ha!“, gefolgt von ihren Unterschriften.[5]

 
Selbstporträt von Roger Fry, um 1928

Die Hochzeit fand am 10. August 1912 im Standesamt St Pancras statt. Leonard schied aus dem Kolonialdienst aus und ging verschiedenen Gelegenheitsarbeiten nach; beispielsweise war er Sekretär seines Bloomsbury-Freundes, des Malers Roger Fry, und organisierte für ihn die zweite Nachimpressionisten-Ausstellung in den „Grafton Galleries“ mit Werken von Cezanne, van Gogh, Gauguin, Matisse und anderen Künstlern. Anschließend fand er eine Tätigkeit bei der „Charity Organisation Society“ und arbeitete als Rezensent politischer Bücher beim „New Statesman“. 1913 veröffentlichte er seinen ersten Roman, The Village and the Jungle, in dem er seine Erfahrungen im Kolonialdienst verarbeitete.

Ein Arzt riet den jungen Eheleuten von Kindern ab – die Gesundheit Virginias sei zu schwach. Ihre Depressionen wurden stärker, und am 9. September 1913 unternahm Virginia ihren ersten Selbstmordversuch mit Schlaftabletten. Dennoch bezeichnete sie ihre Ehe als glücklich – in Leonard hatte sie einen verständnisvollen und gebildeten Ehemann gefunden, der ihre zärtlichen Beziehungen zu anderen Frauen mit Gelassenheit sah und ihre Frigidität ihm gegenüber ertragen konnte.

1915 zogen Virginia und Leonard ins Hogarth House in Richmond bei London. Im selben Jahr debütierte Virginia mit ihrem Roman The Voyage Out (Die Fahrt hinaus), der bei Duckworth & Co. veröffentlicht wurde, dem Verlag ihres Halbbruders Gerald. The Voyage Out weist deutliche autobiographische Spuren auf.

Gründung der Hogarth Press

Datei:Hogarth Press Verlagshaus, Richmond, Surrey.jpg
Hogarth House, 34 Paradise Road, Richmond bei London. Wohnhaus und Verlagssitz von 1917 bis 1924

1917 gründeten die Eheleute den Verlag Hogarth Press. Sie spezialisierten sich auf moderne Literatur aus Großbritannien, den USA und Russland. Im Juli begann die Produktion mit der Auslieferung von Two Stories, die je eine Geschichte der Ehepartner enthielt, The Mark on the Wall (Der Fleck an der Wand) von Virginia, Three Jews von Leonard Woolf. Das Ehepaar setzte eigenhändig die 34-seitige Broschüre. Da die Woolfs nicht genügend Lettern besaßen, setzten sie zwei Seiten, druckten sie auf einer gebraucht erstandenen Minerva-Tiegeldruckpresse, lösten den Satz wieder auf und setzten dann die nächsten beiden Seiten. Auf diese Weise brauchten sie gut zwei Monate, um die Auflage von 150 Exemplaren zu drucken. Anschließend erfolgte die ebenfalls eigenhändige Bindung. Das mit vier Holzschnitten von Dora Carrington, einer Freundin Lytton Stracheys, ausgestattete kleine Erstlingswerk des Verlags war schon von 100 Freunden und Bekannten vorbestellt worden, die letzten Exemplare wurden innerhalb von zwei Jahren verkauft.[6] Bis zum Jahr 1932 entstanden insgesamt 34 Bücher in eigenhändiger Arbeit. Hogarth Press wurde zwar zunehmend professionalisiert, doch erst Virginas dritter Roman, Jacob′s Room, konnte im eigenen Verlag veröffentlicht werden. In seinen 1967 bei Hogarth Press veröffentlichten Memoiren erinnert sich Leonard Woolf: „Wir druckten in der Speisekammer, banden die Bücher im Esszimmer und interviewten Autoren, Buchbinder und Drucker in einem Wohnzimmer.“[7]

Virginias wichtigste Funktion in der Hogarth Press war es, neue Autoren zu gewinnen und ihre Manuskripte zu lektorieren. So notierte sie am 8. Dezember 1929 in ihrem Tagebuch: „Ich las & las & habe bestimmt einen Manuskriptstapel von 3 Fuß beendet, sorgfältig gelesen dazu; vieles davon an der Grenze, was daher Nachdenken erforderte.“ Leonard oblag die Geschäftsführung, doch auch er gewann viele Autoren, hauptsächlich aus dem politischen und wirtschaftlichen Themenbereich.[8]

Vanessa Bell entwarf Illustrationen für Virginias Bücher und war für die Einbandgestaltung ihrer Werke zuständig. Das 1927 neu herausgegebene Kew Gardens war die attraktivste Veröffentlichung in der Zusammenarbeit der Schwestern.

Monks House

Im Juli 1919 kaufte sich das Ehepaar Woolf ein Landhaus in Rodmell (Sussex), Monks House; sie hatten es für 700 Pfund ersteigert, da Asheham ihnen gekündigt worden war. Im Garten standen zwei riesige Ulmen, die von allen Besuchern und Freunden des Hauses Virginia & Leonard genannt wurden. Im gleichen Jahr erschienen Virginia Woolfs Erzählungen Kew Gardens (Im Botanischen Garten) im eigenen Verlag und ihr zweiter Roman Night and Day (Tag und Nacht) bei Duckworth.

1922 erschien fast zeitgleich mit dem Ulysses von James Joyce Virginias Roman Jacob′s Room (Jacobs Zimmer). In diesem Roman arbeitete sie, ähnlich wie Joyce, mit der Technik des inneren Monologs und brach mit diesem Konzept die konventionelle Erzähltechnik. Der Protagonist Jacob ähnelt stark ihrem verstorbenen Bruder Thoby. Das Buch wurde ein Verkaufserfolg, brachte der Autorin Anerkennung in der literarischen Avantgardeszene und Einladungen von bedeutenden Persönlichkeiten. Leonard Woolf wurde Feuilletonredakteur bei der Wochenzeitschrift Nation und konnte auf diese Weise zum gemeinsamen Einkommen beitragen.

Freundschaft mit Vita Sackville-West

 
William Strang: Lady in a Red Hat – Vita Sackville-West, 1918

‎Im Dezember 1922 lernte sie die Schriftstellerin Vita Sackville-West kennen, die Frau des Diplomaten Harold Nicolson. Ihre Beziehung war drei Jahre lang sehr eng und intensiv; aus der Liaison wurde Freundschaft, die bis zu Virginias Tod Bestand hatte. Es entstand gleichzeitig eine geschäftliche Beziehung: In der Hogarth Press verlegte sie Vitas Werke, beispielsweise im Jahr 1926 die Novelle Passenger to Teheran, sowie Werke ihres Mannes Harold Nicolson, obgleich Virginia Vitas Arbeit nicht besonders schätzte und sie als mit einer „Blechfeder“[9] produziert beschrieb. Ihre Anziehungskraft lag vielmehr in ihrer männlichen Schönheit, ihren noblen Verbindungen und der Abenteuerliebe.

Virginias Neffe und Biograph, Quentin Bell, beschrieb die Beziehung so: „Virginia empfand, wie eine Liebende empfindet: Sie war verzagt, wenn sie sich vernachlässigt fühlte, verzweifelt, wenn Vita nicht da war, wartete ungeduldig auf Briefe, brauchte Vitas Gesellschaft und lebte in der seltsamen Mischung von Hochstimmung und Verzweiflung, die für Liebende – und man sollte meinen, nur für Liebende – bezeichnend ist.“[10]

Vitas Sohn, Nigel Nicolson, veröffentlichte in seinem Buch Portrait einer Ehe aus dem Briefwechsel seiner Eltern den Brief seiner Mutter an ihren Mann: „Ich liebe Virginia – wer täte das nicht? Aber … die Liebe zu Virginia ist etwas ganz anderes: etwas Seelisches, etwas Geistiges, wenn man so will, eine Sache des Intellekts … Ich habe tödliche Angst, körperliche Gefühle in ihr hervorzurufen, wegen des Wahnsinns … Ich habe mit ihr geschlafen (zweimal), aber das ist alles.“ [11]

Mrs Dalloway

1924 zog das Ehepaar Woolf wieder nach Bloomsbury zurück und mietete Verlagshaus und Wohnung am Tavistock Square 52. Ihren wohl bedeutendsten Roman, Mrs Dalloway, legte Virginia 1925 vor. Ursprünglich sollte der Roman The Hours heißen wie der spätere Film von Stephen Daldry. Innovativ war daran die Erzähltechnik des Stream-of-consciousness (Bewusstseinsstrom), mit der sie das Geschehen durch die Gedankenwelt, die Stimmungen und Eindrücke der verschiedenen Romanfiguren darstellte. Ebenfalls 1925 erschien ihre Essaysammlung The Common Reader, in der bereits publizierte Essays und Rezensionen gemeinsam mit neuen Arbeiten veröffentlicht wurden, wie beispielsweise der Essay über den zeitgenössischen amerikanischen Roman.

Im August 1925 brach sie erneut zusammen und wurde von ihrem Ehemann und zeitweilig von Vita Sackville-West gepflegt.

Orlando, Der Leuchtturm, Die Wellen und Flush

 
Knole House im Jahr 1880

Im Frühjahr und Sommer 1928 unternahmen Virginia und Vita eine längere Reise durch Frankreich. Im Oktober desselben Jahres erschien Orlando. Die Hauptfigur Orlando lebt vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, wechselt im Erwachsenenalter ihr Geschlecht vom Mann zur Frau und ist am Ende der Zeitreise eine Dichterin. Dieser humorvolle Roman gilt als Virginias Liebeserklärung an Vita Sackville-West, deren Persönlichkeit sich in Orlando spiegelt. Historische Details entnahm Virginia aus Vitas 1922 veröffentlichtem Buch Knole and the Sackvilles, in dem Vitas Geburtshaus, das Knole House in Kent und die Geschichte der Sackvilles geschildert wird. Virginia selbst beschreibt das Buch als heiter und schnell lesbar; es zu verfassen war Urlaub für sie als Schriftstellerin und bereitete ihr nicht die Mühen anderer Werke. In Nigel Nicolsons Biographie seiner Eltern umschreibt er Orlando als „den längsten und charmantesten Liebesbrief in der Literatur“.[12]

Weitere Werke in dieser Zeit sind im Jahr 1927 To the Lighthouse (Zum Leuchtturm), ihr auf Dauer erfolgreichstes Buch, in dem sie ihre Familiengeschichte einbrachte, und 1931 The Waves (Die Wellen), das den dritten und letzten ihrer so genannten experimentellen Romane bildet nach Mrs Dalloway und To the Lighthouse.

Die Romanbiographie Flush aus dem Jahr 1932, die von den Abenteuern des Cockerspaniels der Schriftstellerin Elizabeth Barrett-Browning in London und Florenz berichtet, ist eine Mischung aus einigen Fakten und viel Phantasie. Flush hatte die höchste Erstauflage aller ihrer Werke und erreichte nach wenigen Monaten eine Auflage von je 50.000 Exemplaren in England und den Vereinigten Staaten.

Ein Theaterstück, ein Roman und drei Essays

Der Essay A Room of One′s Own (Ein eigenes Zimmer) wurde im Oktober 1929 veröffentlicht. Die gescheite und witzige Abhandlung über die bedrückenden Bedingungen, unter denen Frauen in der Vergangenheit Literatur produzieren mussten, und in der Virginia Shakespeares fiktive dichtende Schwester Judith beschreibt, wurde zu einem der meist zitierten Texte der Frauenbewegung. „[…] Und wenn jede von uns fünfhundert [Pfund] im Jahr hat und ein Zimmer für sich allein; wenn wir an die Freiheit gewöhnt sind und an den Mut, genau das zu schreiben, was wir denken; […] dann wird diese Gelegenheit kommen und die tote Dichterin, die Shakespeares Schwester war, wird den Körper annehmen, den sie so oft abgelegt hat.“[13]. Das seien die materiellen Grundvoraussetzungen, unter denen Frauen genau so erfolgreich Literatur produzieren könnten wie Männer. Außerdem formulierte sie darin einige Ansichten über künstlerische Kreativität, die ihr eigenes Schreiben leiteten. Das Buch wurde ein Erfolg; innerhalb eines halben Jahres wurden in England und Amerika 22.000 Exemplare verkauft.

 
Julia Margaret Camerons Porträt ihrer Nichte Julia Jackson, Mutter von Virginia Woolf.

Im Jahre 1935 erschien Virginias einziges Theaterstück Freshwater. Darin thematisierte sie die Lebensgeschichte ihrer Großtante, der viktorianischen Fotografin Julia Margaret Cameron. Bereits 1926 hatte sie mit Roger Fry im Verlag Harcourt, Brace, New York, eine Sammlung von Camerons Fotografien herausgegeben unter dem Titel: Victorian Photographs of Famous Men & Fair Women. Den Rest des Jahres verbrachte das Ehepaar Woolf auf einer Europareise, die Virginia von ihrer erneuten psychischen Erkrankung heilen sollte.

Virginias nächstes Werk The Years (Die Jahre), eine Familiengeschichte, erschien im Jahr 1937. Sie kehrte in der unkomplizierten Erzählweise in die Tradition englischer Romane zurück, der sie sich seit Nacht und Tag nicht mehr bedient hatte. Das Schreiben fiel ihr schwer, und die Veröffentlichung setzte sie unter Druck. Die Jahre wurden jedoch ein Verkaufserfolg; die englische Ausgabe erschien in einer Auflage von 18.000 Exemplaren, in Amerika wurde er ein Bestseller mit 50.000 verkauften Exemplaren im ersten Jahr.

Der Schriftsteller John Lehmann, Lektor des Verlags von 1930 bis 1931, kaufte sich im März 1938 in den Verlag ein und übernahm Virginias Anteile an der Hogarth Press. Sie wirkte jedoch weiterhin an der Programmgestaltung des Verlags mit. Im Juni 1938 erschien Virginias feministischer Essay Three Guineas (Drei Guineen), in dem sie kurz vor dem Zweiten Weltkrieg die patriarchalische Gesellschaftsform mit Militarismus, Faschismus und Krieg in Verbindung bringt. Virginia wollte keine Integration der Frau, sondern eine Gleichstellung: „Wir stehen ein für die Rechte aller – aller Männer und Frauen − auf Respektierung der großen Prinzipien Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit in ihrer Person“.[14] Ihre Freunde hielten den Essay für unnötig polemisch, da es ihm an Humor mangele, doch er sollte einen weiteren Meilenstein in der Bekämpfung der Frauendiskriminierung setzen. Den Ehrendoktortitel der Universität Liverpool lehnte sie 1939 ab, da sie zeitlebens kritisch gegenüber der „academic machine“ eingestellt war .

Zweiter Weltkrieg und Tod

Nach der Kriegserklärung Englands gegen Deutschland am 3. September 1939 beschlossen die Woolfs, künftig im Monks House zu leben und nur noch zweimal monatlich zum Verlag nach London zu fahren. Im September 1940 wurde das Haus am Mecklenburgh Square 37, in dem sich seit 1939 ihre Londoner Wohnung befand und ebenfalls die Hogarth Press ihren Sitz hatte, während eines Luftangriffs der deutschen Luftwaffe durch Bomben schwer beschädigt. Die Hogarth Press musste nach Letchworth ausgelagert werden.

Im Mai 1940, nach dem Überfall Deutschlands auf Holland und Belgien, fassten die Woolfs den Vorsatz, gemeinsam aus dem Leben zu gehen, falls es zu einer deutschen Invasion Englands kommen sollte, da Leonard Woolf Jude und Sozialist war. Sie besorgten sich vorsorglich Gift und horteten Benzin in der Garage.

Am 25. Juli 1940 erschien Virginia Woolfs Biographie über den bereits 1934 verstorbenen Maler und Galeristen Roger Fry, dem Freund aus der Bloomsbury-Zeit. Nachdem sie 1941 ihren letzten Roman Between the acts abgeschlossen hatte, fiel sie erneut in eine tiefe Depression. Sie fürchtete, die psychotischen Episoden der Vergangenheit, in denen sie Stimmen hörte und unfähig war zu arbeiten und zu lesen, würden sich wiederholen. Am 27. März 1941 brachte Leonard Woolf seine Frau zu einer befreundeten Ärztin nach Brighton, um die Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Einen Tag darauf, am 28. März, wählte Virginia im Fluss Ouse bei Lewes in Sussex den Freitod. Da sie sehr gut schwimmen konnte, packte sie einen großen Stein in ihren Mantel, um eine eventuelle Selbstrettung zu verhindern. Ihre Leiche wurde erst nach drei Wochen, am 18. April, gefunden. Sie hinterließ zwei Abschiedsbriefe, einen an ihre Schwester Vanessa und einen an ihren Ehemann. Dieser endet mit den Sätzen: „Alles, außer der Gewißheit Deiner Güte, hat mich verlassen. Ich kann Dein Leben nicht länger ruinieren. Ich glaube nicht, daß zwei Menschen glücklicher hätten sein können, als wir gewesen sind.“[15]

Leonard Woolf begrub ihre Asche unter den großen Ulmen im Garten und ließ eine Tafel anfertigen mit einem Zitat aus Die Wellen: „Dir will ich mich entgegenwerfen, unbesiegt und ungebeugt, O Tod!“[16]

Leonard Woolf starb im Jahr 1969 im Alter von 89 Jahren. Er wurde wie seine Ehefrau unter den Ulmen bei Monks House begraben.

Im Garten von Monks House, das seit 1980 vom National Trust verwaltet wird, erinnern Büsten von Virginia Woolf (Stephen Tomlin) und Leonard Woolf (Charlotte Hewer) an das außergewöhnliche Schriftsteller- und Verlegerehepaar.

Zum Werk

Virginia Woolf zählt neben Elizabeth Bowen, James Joyce oder D. H. Lawrence zu den wichtigsten Autoren der modernen englischen Erzählliteratur. Ihr Prosawerk sucht vor allem die Hintergründe und Realitäten im Bewusstsein ihrer Romangestalten mit neuen literarischen Gestaltungsmitteln einzufangen. Neben ihren zahlreichen Essays stellt der experimentelle und psychologische Roman das Hauptwerk der Schriftstellerin dar. Woolf wendet dabei eine Montagetechnik an: Sie lässt im ständigen Wechsel von äußerer und innerer Zeit, Umwelt und Natur, vergangene und gegenwärtige Geschehnisse in einem Strom von Empfindungen in ihre Texte einfließen.

Der experimentelle Roman

Mit Jacob's Room, der von einigen Woolf-Interpreten als der erste „eigentliche“ experimentelle Roman der Autorin gesehen wird, beginnt sie, die Komplexität des Lebens in einer rhythmischen Abfolge von flüchtigen Sinneseindrücken, Gedankenfetzen und Gesten zu schildern. Unabhängig von ihren Zeitgenossen Joyce und Dorothy Richardson, die beide ähnliche Ansätze verfolgten, gelingt es ihr mit Hilfe des inneren Monologs diese Impressionen so darzustellen, wie sie im Bewusstseinsstrom der Gestalten des Romans auftauchen. Eine Entwicklung findet indes nicht statt: die Figuren bleiben auf der Suche nach Identität zwischen Realität und Traumwelt gefangen. So wird die Vereinsamung des Menschen in der modernen Massengesellschaft zu einer wesentlichen Thematik des Woolfschen Romans.

Angeregt von Joyce erzielt Woolf einen Spannungsbogen, indem sie ihre eigene Sichtweise den Assoziationen ihrer Figuren als eine Art „Kontrapunkt“ gegenüberstellt. Das zeigt sich vor allem in der expressionistischen Bildhaftigkeit, die sie für Landschaftsbeschreibungen aufwendet und die im Gegensatz zu den pointierten Charakterstudien der kühlen, oft seelenlos gezeichneten Großstadtmenschen stehen. Woolf bedient sich dabei schriftstellerisch ähnlicher Stilmittel, die in der bildenden Kunst von den Nachimpressionisten verwendet wurden und sich vor allem in den Werken Vincent van Goghs zeigen, dem ihre besondere Bewunderung galt.[17] In Mrs. Dalloway verfeinerte sie die Erzähltechnik, die sie sich in Jacob's Room erarbeitet hatte. Der Roman gilt als Meisterwerk moderner Erzählkunst und wird oft mit Joyces Ulysses und Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit verglichen. In Mrs. Dalloway bedient sich Woolf vorrangig neuester Erkenntnisse der Psychoanalyse und verweist ironisch auf Freuds Bewusstseinsebenen. Im Vorfeld des Romans hatte sie in ihrem 1924 verfassten Essay Mr. Bennett and Mrs. Brown verkündet, es sei nicht die Aufgabe eines Romanciers „Lehren zu predigen, Lieder zu singen oder das Britische Weltreich zu verherrlichen“, sondern „die Psyche des Menschen zu ergründen“. Der von Kritikern vielbeachtete Essay richtete sich provokant gegen die in ihren Augen überkommenen „edwardianischen Techniken“ von Bennett, Galsworthy und Wells[17]

Die in Jacob's Room eingeführte Technik des Bewusstseinsstrom erweiterte sie in Mrs. Dalloway um die Komponente der „Willkürlichkeit“: die Hauptfigur ist somit nicht mehr wie im traditionellen Roman objektiv beschreibbar, sondern definiert sich nur noch über die Reflexion der (wechselnden) Nebenfiguren und deren Wahrnehmung. Die Handlung erfährt der Leser lediglich über das Bewusstsein der Akteure. Die Wahrnehmung beschränkt Woolf dabei ähnlich wie Joyce auf einen bestimmten Zeitraum, im Falle der Mrs. Dalloway auf einen Tag, womit Woolf ein weiteres, für ihr Werk charakteristisches Stilmittel einführt: das kontinuierliche Motiv der verrinnenden Zeit, die in einem wellenförmigen Verlauf des Bewusstseinsstroms – zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselnd – erlebt wird. Stilistisch entsprechend verfährt Woolf mit den Erzählweisen und wechselt fließend zwischen direkter Rede mit beschreibender Handlung und der erlebten Rede im inneren Monolog. In Mrs. Dalloway setzt Woolf mit tempus fugit-Motiven (abgebrannte Kerzen oder schlagende Uhren) eine signifikante Symbolik ein, die sich in ihrem Spätwerk verstärkt wiederholen soll. To the Lighthouse führt diese Erzähltechnik in sprachlicher Perfektion konsequent fort: die Hauptfigur spiegelt sich im Bewusstseinsstrom der anderen Figuren wider, auf eine traditionelle Handlung wird verzichtet, das Zeitkontinuum dreigeteilt. Den radikalsten Bruch mit jeglicher traditionellen Erzähltechnik vollzieht Woolf schließlich in The Waves: Die Schriftstellerin verzichtet sowohl auf einen berichtenden Erzähler wie auf eine greifbare Handlung oder einen bestimmten Schauplatz und unterwirft den Verlauf einem genau festgelegten symbolbehafteten Zyklus aus Tages- und Jahreszeiten. Das Werk besteht ausschließlich aus den inneren Monologen der sechs Protagonisten, die wiederum von bestimmten Eigenschaften beherrschte Stellvertreter eines Lebensabschnittes sind oder diesen reflektieren. Von Kritikern wurde das Buch als „gekünsteltes und unbefriedigendes Form- und Stilexperiment“ bewertet und fand erst spät Anerkennung als konsequenter Abschluss des Woolfschen Erzählexperiments.[17]

Die Essays

In ihren oft kritisch gehaltenen Essays setzte sich Virginia Woolf bevorzugt mit Schriftstellerinnen wie Jane Austen, George Eliot und Dorothy Wordsworth auseinander.[18] Besonders Jane Austen, mit deren Werk ihr eigenes oft verglichen wurde, faszinierte Woolf, da Austens Biographie, unter zunächst unbeschwerteren Vorzeichen, Ähnlichkeiten zu ihrer eigenen aufweist. Beider Werk entstand am Ende einer literarischen Epoche und sollte eine neue markieren. Austen starb früh, auf dem Höhepunkt ihres Schaffens: Für die an sich selbst zweifelnde Woolf verkörperte somit das kurze abgeschlossene Lebenswerk Austens in seiner formalen Perfektion eine selbstbestimmte Unschuld, die ihr eigenes Werk (und Leben) nicht besaß. 1925 widmete sie Jane Austen in ihrer Essaysammlung The Common Reader ein Kapitel und würdigte sie mit sentimentalen Worten als „The most perfect artist among women, the writer whose books are immortal, died just as she was beginning to feel confidence in her own success.” („Die perfekte Künstlerin unter den Frauen, die Schriftstellerin, deren Bücher unsterblich sind, starb, als sie gerade begann, Vertrauen in ihren eigenen Erfolg zu fassen.“)[19]

Tagebücher und Briefe

Virginia Woolf hatte seit ihren Kindertagen und ab 1915 systematisch Tagebuch geführt. 1953 wurden Teile daraus erstmals publiziert. 1977 bis 1984 erfolgte die Herausgabe der gesamten Aufzeichnungen in fünf Bänden. Auch ihre umfangreiche Korrespondenz wurde veröffentlicht, zwischen 1975 und 1980 erschienen sechs Bände. Tagebücher und Briefe liegen inzwischen in deutscher Übersetzung vor. Dieser Nachlass gilt vielen Leserinnen und Lesern als mindestens ebenso wichtig wie die zu Lebzeiten publizierten Werke. Aus ihnen geht hervor, dass Virginia beim Schreiben ihrer Texte unter Depressionen litt, beispielsweise während der Arbeit an Mrs Dalloway: „[…] Und dann habe ich wieder, je weiter das Manuskript anwächst, die alte Angst davor. Ich werde es lesen & blaß finden. […] Doch wenn dieses Buch etwas beweist, dann daß ich nur auf diese Art schreiben kann & und immer dabei bleiben werde, jedoch immer weiter erkunde & mich Gottlob keinen Augenblick langweilen werde. Aber diese leichte Depression – woher kommt sie?“[20] Ein ähnlich schwaches Selbstvertrauen zeigte sie anlässlich des Erscheinens ihrer Bücher. Oft löste die Furcht vor negativer Kritik und Unsicherheit über ihr eigenes Werk Krankheitsschübe aus.

Der meistzitierte Text der neuen Frauenbewegung, Woolfs Buch A Room of One′s Own wurde erst 1978 ins Deutsche übertragen. Woolf nahm in ihren Essays bereits die These der 68er-Bewegung vom politischen Charakter des Privaten vorweg.

Eine der aktuellen Debatten um Virginia Woolfs Werk betrifft die Frage, inwieweit – und mit welchen Folgen – die Künstlerin während ihrer Kindheit und Jugend Opfer sexuellen Missbrauchs wurde.

Rezeption

Nigel Nicolson veröffentlichte von 1975 bis 1980 Briefe von Virginia Woolf bei Hogarth Press[21], die in ihrer subjektiven Auswahl einem biographisch authentischen Kontext gegenüberstehen, wobei Nicolson in seiner 2000 erschienenen Biographie Virginia Woolf neben ihrer Werkbeschreibung und wichtigen Rolle in der Frauenbewegung ihren latent auftretenden Antisemitismus und Fremdenhass nicht aussparte. In ihren Tagebüchern pflegte Virginia die ungeliebte Familie ihres Mannes gelegentlich als „the Jews“ zu titulieren, bei Tisch forderte sie zuweilen auf: „Give the Jew his food“ und meinte damit ihren Mann Leonard.[22] Die englische Professorin Hermione Lee berichtet in ihrer profunden, 1996 erschienenen Biographie, dass der Antisemitismus in der englischen Oberschicht bis in die 1930er Jahre recht verbreitet war und zitiert Virginia Woolfs Bedauern über ihr Verhalten gegenüber Leonard und seiner Familie in einem Brief an Ethel Smith vom 2. August 1930: „Wie es mir zuwider war, einen Juden zu heiraten […] – ich war ein solcher Snob!“[23]

In ihrem Geburtsland rückte Virginia Woolf als Tochter eines bekannten Klerikers und Literaten durch den skandalösen Dreadnought-Streich früh in den Fokus der englischen Presse; spätestens ab ihrem Romandebüt, den eigenen essayhaften Rezensionen und durch Hogarth Press-Publikationen von Schriftstellerfreunden, wie beispielsweise T. S. Eliots Poems (1919), wurde sie als Autorin und Verlegerin von einem größeren Leserkreis wahrgenommen.[7]

Im Kontext der amerikanischen Beatnikbewegung, der anarchischen Angry Young Men und des dem britischen Neokonservatismus abgewandten intellektuellen Freidenkertums nach 1945 entwickelte sich zusätzlich ein verstärktes Interesse an der avantgardistischen psychologischen Erzählhaltung des Woolf’schen Werks sowie an dessen gesellschaftskritischen Gehalt. Dieses Interesse pflanzte sich bald über vereinzelte intellektuelle Abhandlungen, Seminare und wissenschaftliche Symposien fort und manifestierte sich in der Gegenwart mit Gründung der Virginia Woolf Societies als koordinierendes englischsprachiges Netzwerk aktueller Forschungsergebnisse zum vielschichtigen Leben und Werk der Schriftstellerin.

Auf der Suche nach einer literarischen Rechtfertigung für ihr naturverbundenes Streben nach (zumeist sexueller) Befreiung bemühten neopaganistische Gruppen oder die Hippiekultur im angloamerikanischen Raum oft Versatzstücke aus Woolfs Schriften, verwiesen auf ihre Bekanntschaft zu Rupert Brooke oder reflektierten kurzerhand auf die allgemeine Ungezwungenheit der Bloomsbury Group, welche die offene Sexualität der in den 1960ern proklamierten „Polyamory“ vorweggenommen hatte.[24]

Außerhalb des englischsprachigen Kulturkreises blieb Virginia Woolfs Werk hingegen weitgehend unbekannt oder zumindest schwer zugänglich. Klaus Mann besprach 1929 die unter dem Titel „Eine Frau von fünfzig Jahren“ erschienene deutsche Ausgabe der Mrs. Dalloway und rezensierte den Roman als „lebenswahres Werk“ und „radikalstes 20. Jahrhundert“.[25]

Im deutschsprachigen Raum der Nachkriegszeit war Virgina Woolfs Werk zunächst nur einer „literarischen Elite“ bekannt und wurde erst in den 1970er und 80er Jahren von Teilen der Frauenbewegung wahrgenommen, worauf die „Identifikation mit Schwäche […] als Leitthema der Woolf-Rezeption“ durch Teile der Frauenbewegung, „die Frauen aufs Opfer-Sein reduzieren“, zum Motto erklärt werde, wie die Zeitschrift Emma 1980 kritisierte. In demselben Essay stellte Emma einen bewusst überspitzten Vergleich mit der jüngeren amerikanischen Schriftstellerkollegin Sylvia Plath an, die ebenfalls Suizid verübte und an der Rolle des „weiblichen Genius“ habe scheitern müssen: „[…]unter der fluchbeladenen Bürde, genial zu sein, musste das zarte Weib zusammenbrechen, schon der lieben, armen Schwester Plath ward es so ergangen, wie konnte es auch anders sein – es ist nicht die Natur der Frau, aus der Reihe zu tanzen, Großes zu leisten – wie männlich!“[26]

Von der Lesben- und Schwulenbewegung und den späteren LGBT-Aktivisten wurde Virginia Woolf aufgrund ihrer sorgfältig gestalteten androgynen Frauencharaktere mit ihrer facettenreicher Psychologie, des spielerischen Wandels der (Geschlechts-) Identitäten in Mrs Dalloway, Orlando und The Waves sowie der distanzierten Sexualität der Autorin zu einer literarischen Leitfigur und zur Autorität „weiblichen Schreibens“ stilisiert, obgleich sich Woolf in keine generelle geschlechtsspezifische Position einordnen lässt. Als weibliche Hauptfigur von „Bloomsbury“ und deren Protest der „Viktorianer gegen den Viktorianismus“ prägte sie das Bild der Emanzipation.[27][28]

Die indische Autorin und Übersetzerin Ruth Vanita stellt Virgina Woolf in ihrer Studie Sappho and the Virgin Mary: Same – Sex Love and the English Literary Imagination (Between Men – Between Women – Lesbian and Gay Studies) als „sapphische Autorin im Dialog mit ihren Zeitgenossinnen und Vorfahren“ dar.[29]

Zu Virginia Woolfs 125. Geburtstag veröffentlichte der Fischer Verlag eine umfassende Auswahl ihrer Briefe, die, wie die Die Zeit rezensierte, eine „Virginia Woolf ohne Fesseln“ widerspiegelt, in deren Briefen „[…] nichts zu spüren ist von ihren Qualen beim Schreiben der Romane, die oft Reisen an die Grenzen ihrer geistigen Gesundheit waren.“ Überdies vermerkte Die Zeit ihre pointierten Briefe als „satirische Miniaturen“, die sowohl die unterhaltsame, humorvolle Seite der Virginia Woolf als Gegensatz zu ihren „intellektuellen Diskursen“ zeigen, als auch ihre Neigung, mit Klatsch und Tratsch gefallen, beziehungsweise amüsieren zu wollen.[30]

Sonstiges

Unweigerlich kommt die Frage auf, weshalb Virginia Woolfs Name in Edward Albees 1962 uraufgeführtem Theaterstück „Who’s afraid of Virginia Woolf“ (Wer hat Angst vor Virginia Woolf?) den Titel bestimmt. Die Idee hierzu kam Albee um 1953 oder 1954 nach eigener Aussage angesichts einer Reihe von Graffiti im Waschraum einer Bar: „Eines Nachts war ich dort auf ein Bier, und ich sah „Who’s Afraid of Virginia Woolf?“ auf einen Spiegel geschmiert, vermutlich mit Seife. Als ich das Stück zu schreiben begann, ging mir diese Zeile nicht aus dem Sinn. Und natürlich meint „Who’s afraid of Virginia Woolf“ das (Kinderlied) „Who’s afraid of the big bad Wolf“. . . Wer fürchtet sich vor einem Leben ohne falsche Illusionen. Und ich hielt es für einen ziemlich universitätstypischen intellektuellen Witz.“[31]

Erzählerisches Werk, Essays (Auswahl)

Briefe, Tagebücher

  • Briefe 1. 1888 – 1927. Hrsg. von Klaus Reichert und Brigitte Walitzek. Fischer, Frankfurt a. M. 2006. ISBN 978-3-10-092556-5
  • Briefe 2. 1928 – 1941. Hrsg. von Klaus Reichert und Brigitte Walitzek. Fischer, Frankfurt a. M. 2006. ISBN 978-3-10-092564-0
  • Tagebücher, Bd. 1. 1915 – 1919. Hrsg. von Klaus Reichert. Fischer, Frankfurt a. M. 1990. ISBN 3-10-092552-1
  • Tagebücher, Bd. 2. 1920 – 1924. Hrsg. von Klaus Reichert. Fischer, Frankfurt a. M. 1994. ISBN 3-10-092555-6
  • Tagebücher, Bd. 3. 1925 – 1930. Hrsg. von Klaus Reichert. Fischer, Frankfurt a. M. 1999. ISBN 3-10-092559-9
  • Tagebücher, Bd. 4. 1931 – 1935. Hrsg. von Klaus Reichert. Fischer, Frankfurt a. M. 2003. ISBN 3-10-092562-9
  • Tagebücher, Bd. 5. 1936 – 1941. Erscheinen ist für Juni 2008 angekündigt.


Virginia Woolf schrieb etwa 500 weitere Essays, Rezensionen und Prosaskizzen.

Bei der Auswahl der deutschen Lektüre ist zu beachten, dass die Werke Virginia Woolfs seit 1989 in neuen Übersetzungen angeboten werden. Sie wurden herausgegeben und (neu) kommentiert von Klaus Reichert. „Die Edition der Gesammelten Werke der Virginia Woolf wurde 1989 begonnen. Sie umfasst alle Romane, die Kurzprosa und die Biographien sowie sämtliche Tagebücher und eine Auswahl der Briefe und Essays. Die Romane werden in neuen, dem syntaktischen und rhythmischen Sprachduktus des Originals enger angenäherten Übersetzungen vorgelegt. Der größte Teil der übrigen Werke wird in dieser Ausgabe zum ersten Mal in deutscher Sprache veröffentlicht.“ (aus dem entsprechenden Faltblatt des S. Fischer und des Fischer Taschenbuch Verlags, Juli 1997)

Sekundärliteratur

  • Hermione Lee: Virginia Woolf. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 1999. Als Taschenbuch 2006: ISBN 3-596-17374-4 – Die Professorin für englische Literatur hat hiermit eine Biographie vorgelegt, die in ihrem Detailreichtum und in der Beleuchtung möglichst vieler Facetten von Virginia Woolf beeindruckt. Ein sehr umfangreiches Werk, das nicht detailverloren wirkt, sondern eine lebendige Einführung in den Kosmos der Virginia Woolf darstellt.
  • Leonard Woolf: Mein Leben mit Virginia. Erinnerungen. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2003. ISBN 3-596-25686-0 – Das Buch konzentriert sich auf die gemeinsame Zeit der Ehe, beschränkt sich aber nicht darauf. Sehr persönliche Betrachtungen zu Virginia Woolf aus nächster Nähe.
  • Quentin Bell: Virginia Woolf. Eine Biographie. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1982. ISBN 3-518-37253-X – Sehr detailreiche Biographie von einem Neffen Virginia Woolfs, die auch das familiäre Umfeld schildert.
  • Nigel Nicolson: Portrait einer Ehe. Harold Nicolson und Vita Sackville-West. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1982, ISBN 3-423-01324-9
  • Nigel Nicolson: Virginia Woolf. Claassen Verlag, München 2001. ISBN 3-546-00293-8
  • Werner Waldmann: Virginia Woolf: mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek, 12. Auflage 2006, ISBN 3-499-50323-9
  • Luise Berg-Ehlers: Die Gärten der Virginia Woolf. Nicolai Verlag, Berlin 2004. ISBN 3-87584-378-9
  • Louise DeSalvo: Virginia Woolf. Die Auswirkungen sexuellen Missbrauchs auf ihr Leben und Werk. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2002. ISBN 3-596-10566-8
  • Susanne Amrain: So geheim und vertraut. Virginia Woolf und Vita Sackville-West. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1998. ISBN 3-518-39311-1
  • Michael Cunningham : Die Stunden. btb Verlag 2001. ISBN 3-442-72629-8. Drei scheinbar unabhängige Handlungsstränge zeigen Virginia Woolf in den 20er Jahren, Laura Brown im Californien der 50er Jahre und Clarissa Voughn im New York der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Sie sind verknüpft über die von Virginia Woolf geschaffene Gestalt der Mrs Dalloway.
  • George Spater & Ian Parsons. Porträt einer ungewöhnlichen Ehe. Virginia & Leonard Woolf [= A marriage of true minds]. Aus dem Englischen von Barbara Scriba-Sethe. Vorwort von Quentin Bell. Überarbeitete Neuausgabe. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2002. ISBN 3-596-13445-5
  • Jean Moorcroft Wilson: Virginia Woolf and Anti-Semitism, Cecil Woolf, London 1995. ISBN 1-897967-40-3.

Lesungen / Hörbücher

  • Orlando. Eine vollständige Lesung des Romans. Sprecherin: Sissy Höfferer. 8 CDs, Gesamtlaufzeit 525 Minuten. der hörverlag / Sender Freies Berlin 2002.
  • Die Wellen. Lesung mit Gert Westphal, Gustl Haneke und anderen. 2 CDs, Gesamtlaufzeit 102 Minuten. Der Audio Verlag, 2005.

Verfilmungen

Einzelnachweise

  1. Clues to Early Sexual Abuse in Literature von Lenore C. Terr, M.D.
  2. Eine Skizze der Vergangenheit.. In: Augenblicke, Stuttgart 1981, S. 150
  3. The Dreadnought Hoax
  4. Hermione Lee, Virginia Woolf, S. 376 ff.
  5. Werner Waldmann: Virginia Woolf, S. 71)
  6. Zitiert nach Werner Waldmann, Virginia Woolf, S. 82 f.
  7. a b Steve King: Eliot and the Woolfs. (abgerufen 6. Januar 2008)
  8. Spater/Parsons: Porträt einer ungewöhnlichen Ehe, S. 158 f.
  9. Virginia Woolf an Jacques Raverat, 26. Dezember 1924
  10. Quentin Bell: Virginia Woolf. A Biography. The Hogarth Press, London 1972, zweibändige englische Ausgabe, Bd. 2, S. 117.
  11. Spater/Parsons: Porträt einer ungewöhnlichen Ehe. Virginia & Leonard Woolf, S. 205f.
  12. Nigel Nicolson: Portrait einer Ehe. Harold Nicolson und Vita Sackville-West.
  13. Ein Zimmer für sich allein, S. 130
  14. Drei Guineen, S. 158.
  15. Quentin Bell: Virginia Woolf, S. 504 f.
  16. Hermione Lee: Virginia Woolf. Ein Leben, S. 993
  17. a b c Manfred Pfister: Hauptwerke der englischen Literatur – Einzeldarstellungen und Interpretationen. Kindler, München 1975, S.455ff
  18. Virginia Woolf. Universität Duisburg-Essen (abgerufen 2. Januar 2008)
  19. Virginia Woolf: The Common Reader. The first series – Chapter 12: Jane Austen. E-Book, University of Adelaide (abgerufen 3. Januar 2008)
  20. Tagebucheintrag vom 2. August 1924. In: Virginia Woolf. Das Lesebuch, S. 428 f.
  21. Nigel Nicolson, Joanne Trautmann: The Letters of Virginia Woolf I–VI. Hogarth Press 1975–1980
  22. John Gross: „Mr. Virginia Woolf“. (Rezension)
  23. Hermione Lee: Virginia Woolf. Ein Leben, S. 414.
  24. William Pryor: The Living Memes and Jeans of Bloomsbury and Neo-Paganism. International Virginia Woolf Conference at Smith College, Massachusetts, USA, 2003 (abgerufen 4. Januar 2008)
  25. Tanja Langer: Die erzählende Prosa ist eine Dame. In: Die Welt, 20. November 1999 (abgerufen 8. Januar 2008)
  26. Ingrid Strobl: Virginia Woolf – Nicht nur das schöne Bild. In: Emma, Januar 1980 (abgerufen 4. Januar 2008)
  27. Virginia Woolf. In: Fyne Times Gay and Lesbian Magazine, UK
  28. Jutta Duhm-Heitzmann: Ekstase! Wo ist das Postamt?. In: Die Zeit, Nr. 18/1991 (abgerufen 4. Januar 2008)
  29. Ruth Vanita: Sappho and the Virgin Mary: Same-Sex Love and the English Literary Imagination (Between Men-Between Women - Lesbian and Gay Studies). Columbia University Press, New York 1997, ISBN 0-231-10550-9
  30. Eva Menasse: An der Nabelschnur. In: Die Zeit, Nr. 40/2006, 28. September 2006 (abgerufen 4. Januar 2008)
  31. http://www.theparisreview.com/media/4350_ALBEE.pdf.
Commons: Virginia Woolf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien