Świdwin
| Świdwin | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Świdwiński | |
| Fläche: | 22,51 km² | |
| Geographische Lage: | 53° 46′ N, 15° 47′ O | |
| Einwohner: | 14.547 (1. Jan. 2024)[1] | |
| Postleitzahl: | 78-300 bis 78-301 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 9436 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZSD | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 151: Świdwin–Gorzów Wielkopolski DW 152: Płoty–Buślary DW 162: Drawsko Pomorskie–Kołobrzeg | |
| Eisenbahn: | PKP-Bahnstrecke Nr. 202: Stargard–Danzig | |
| Nächster int. Flughafen: | Stettin-Goleniów | |
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Stadtgemeinde | |
| Einwohner: | 14.547 (1. Jan. 2024)[1] | |
| Gemeindenummer (GUS): | 3216011 | |
| Verwaltung (Stand: 2024) | ||
| Bürgermeister: | Piotr Feliński | |
| Adresse: | Plac Konstytucji 3 Maja 1 78-300 Świdwin | |
| Webpräsenz: | www.swidwin.pl | |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1719 | 522 | 41 Häuser mit Ziegel-, 106 mit Strohdach, 86 wüste Stellen von dem Brand 1689[13][14] |
| 1750 | 1129 | 223 Häuser mit Ziegeldach, zwölf wüste Stellen[13][14] |
| 1801 | 1607 | 331 christliche Familien, vier jüdische Familien mit 30 Individuen, 237 Häuser mit Ziegeldach, ein Haus mit Strohdach[13][14] |
| 1810 | 1472 | [15] |
| 1816 | 1804 | davon 1725 Evangelische, 78 Juden, keine Katholiken;[15] nach anderen Angaben 1806 Einwohner, darunter 78 Juden und keine Katholiken[14] |
| 1821 | 2127 | in 290 Privatwohnhäusern[15] |
| 1831 | 2668 | davon zehn Katholiken und 122 Juden[14] |
| 1843 | 3422 | davon 14 Katholiken und 142 Juden[14] |
| 1852 | 4250 | davon 39 Katholiken und 160 Juden[14] |
| 1861 | 5043 | davon 41 Katholiken und 253 Juden[14] |
| 1864 | 5466 | am 3. Dezember, Stadt, Gemeindebezirk[16] |
| 1867 | 5518 | am 3. Dezember, Stadtgemeinde[17] |
| 1871 | 5514 | am 1. Dezember, Stadtgemeinde, davon 5139 Evangelische, 57 Katholiken, drei sonstige Christen und 315 Juden[17] |
| 1885 | 5784 | am 1. Dezember, Stadtgemeinde, davon 5414 Evangelische, 42 Katholiken, ein sonstiger Christ und 327 Juden[18] |
| 1890 | 5923 | am 1. Dezember, Stadtgemeinde[19] |
| 1905 | 7219 | meist Evangelische[20] |
| 1910 | 7715 | auf einer Fläche von 3065 ha[21] |
| 1925 | 8447 | davon 86 Katholiken und 166 Juden[11] |
| 1933 | 9420 | [22] |
| 1939 | 9726 | [22] |


Kirche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die evangelische Marienkirche wurde 1945 von der polnischen Administration zugunsten der polnischen katholischen Kirche enteignet und vom katholischen Klerus neu geweiht.
Die vor 1945 ansässigen Stadtbewohner waren größtenteils Angehörige der evangelischen Landeskirche und gehörten zum Kirchspiel Schivelbein. Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1690 zurück.[23]
Das katholische Kirchspiel war in Schivelbein.
Die seit 1945 und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung ansässigen polnischen Einwohner sind überwiegend katholisch.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Świdwin hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Gdańsk–Stargard (Danzig – Stargard). Die Bahnstrecke Połczyn Zdrój–Świdwin (Bad Polzin – Schivelbein) wurde 2006 endgültig stillgelegt.
- Im Straßenverkehr bestehen Verbindungen über die Woiwodschaftsstraßen 151 nach Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe), 152 nach Płoty (Plathe) und Połczyn-Zdrój (Bad Polzin) sowie 162 nach Kołobrzeg (Kolberg) und Drawsko Pomorskie (Dramburg).
Bauwerke
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Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde die frühere Altstadt zum größten Teil mit Plattenbauten neubebaut – nur wenige Bürgerhäuser blieben erhalten. Die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt wurden wiederhergestellt.
- Die bis 1945 evangelische und seit 1950 katholische Marienkirche ist eine dreischiffige Backsteinbasilika aus dem 14. Jahrhundert, die nach kriegsbedingter Zerstörung von 1947 bis 1950 wiederaufgebaut wurde, wobei der Turm ein schlichtes Pyramidendach erhielt.
- Das Schloss Schivelbein, zeitweise Sitz eines Komturs des Johanniterordens, mit dem aus Findlingen erbauten mittelalterlichen Hauptgebäude und barocken Seitenflügeln wurde nach 1945 verwüstet und niedergebrannt. Von 1962 bis 1968 wiederaufgebaut, wird es seitdem als Kulturzentrum genutzt.
- Das im 14. Jahrhundert erbaute gotische Steintor ist das einzige erhaltene von ursprünglich drei Stadttoren
- Der Bismarckturm im Stadtpark am Ortsende Richtung Drawsko Pomorskie (Dramburg), an der Woiwodschaftsstraße 162, wurde 1911 errichtet
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Carl Zoepffel (1784–1846), preußischer Polizeidirektor und Landrat des Kreises Monschau
- Louis Arthur von Briesen (1819–1896), preußischer Offizier, zuletzt Generalleutnant
- Rudolf Virchow (1821–1902), deutscher Pathologe und Politiker
- Gneomar Ernst von Natzmer (1832–1896), preußischer Oberst und Militärschriftsteller
- Werner von Rostken (1852–1924), preußischer Generalleutnant
- Otto Georg Bogislaf von Glasenapp (1853–1928), deutscher Beamter, Vizepräsident der Reichsbank
- Kurt Karl Gustav von Glasenapp (1856–1937), deutscher Theater-Film-Zensor und Schriftstellerverbandsfunktionär
- Gerhard Philipp Jakob von Glasenapp (1859–1936), deutscher Generalleutnant
- Otto Graunke (1861–1942), niederdeutscher Schriftsteller
- Fritz Krohn (1873–1941), deutscher Altphilologe und Gymnasiallehrer
- Walter Zechlin (1879–1962), deutscher Diplomat, Pressechef der Reichsregierung von 1925 bis 1932
- Julius C. Turner (1881–1948), Graphiker, Radierer und Gymnastiklehrer
- Erich Zechlin (1883–1954), deutscher Diplomat, Gesandter in Kowno (1933), später in Helsinki
- Hans-Joachim von Mellenthin (1887–1971), deutscher Marineoffizier, Widerstandskämpfer und Agronom
- Wilhelm Petzsch (1892–1938), deutscher Professor für Vorgeschichte
- Albert Altenburg (1894–1950), deutscher Holzschnitzer und Architekt
- Berthold Göcks (1897–1957), Politiker
- Karl Gleu (1901–1986), deutscher Chemiker, Professor in Frankfurt am Main
- Frieda Gottwald (1913–1993), deutsche Artistin, die als Sintiza verfolgt wurde
- Johannes Poeppel (1921–2007), deutscher General, Inspekteur des Heeres
- Heinz Fiukowski (1929–2020), deutscher Sprechwissenschaftler
- Bärbel Kozian (* 1940), deutsche Politikerin (PDS, CDU), ehemalige Abgeordnete der Volkskammer sowie des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern
- Teresa Żurowska (* 1956), österreichisch-polnische Handballspielerin
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Lionel Pracht (1875–1945), deutscher Verwaltungsbeamter und Politiker (DDP), 1906 bis 1918 Bürgermeister von Schivelbein
Landgemeinde Świdwin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt Świdwin ist Verwaltungssitz der Landgemeinde (gmina wiejska) Świdwin, gehört ihr als eigenständige Stadtgemeinde jedoch nicht an. Die Gmina Świdwin umfasst eine Fläche von 247,34 km² um die Stadt Świdwin mit 6.128 Einwohnern.[24]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Schivelbein, Kreisstadt, an der Rega, Regierungsbezirk Köslin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Schivelbein (meyersgaz.org).
- Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 341–345; Textarchiv – Internet Archive.
- Werner Reinhold: Chronik der Städte Belgard, Polzin und Schivelbein und der zu den beiden Kreisen gehörenden Dörfer. Schivelbein 1862, 224 Seiten.
- Stadt und Land Schievelbein seit Wiedererlangung an die Mark Brandenburg. In: Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates. Band 15. Berlin/Posen/Bromberg 1834, S. 289–317; Textarchiv – Internet Archive.
- Arthur Zechlin: Inschriften an Kirchengeräth aus Schivelbein und Umgebung. In: Baltische Studien. Band 33, Stettin 1883, S. 230–271 (Digitalisat).
- Rudolph Virchow: Schivelbeiner Alterthümer (verfasst 1843–1844). In: Baltische Studien, 21. Jahrgang, Heft 1, Stettin 1866, S. 179–196 (Digitalisat).
- Rudolph Virchow: Zur Geschichte von Schivelbein. In: Baltische Studien, 13. Jahrgang, Zweites Heft, Stettin 1847, S. 1–33 (Digitalisat).
- Arthur Zechlin: Geschichte der Stadt und des Kreises Schivelbein in chronologischer Form, Schivelbein 1890.
- Arthur Zechlin: Stadt und Kreis Schivelbein während des Krieges 1806–12. Nach den Akten des Magistrats-Archivs und des Landrathsamtes in Schivelbein dargestellt. In: Baltische Studien. Band 32. Stettin 1882, S. 237–337 (books.google.de).
- Martin Zeiller: Schifelbein. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae (= Topographia Germaniae. Band 13). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1652, S. 92 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stadt Schivelbein (Territorial.de)
- Die Stadt Schivelbein im ehemaligen Kreis Belgard in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).
- Offizielle Seite der Stadt Świdwin (polnisch)
- Historie der Stadt Świdwin (polnisch)
- – Messtischblatt Nr. 2260: Schivelbein, Reichsamt für Landesaufnahme, 1890
- Historischer Stadtplan von Schivelbein, gezeichnet 1935. (PDF; 13,6 MB)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.
- ↑ Pomerania – Geschichte und Beschreibung des Pommernlandes. IV. bis VI. Buch, E. Sanne & Comp., Stettin 1846 (books.google.de)
- ↑ Georg Wilhelm von Raumer: Die Neumark Brandenburg im Jahre 1337 oder Markgraf Ludwig’s des Aelteren Neumärkisches Landbuch aus dieser Zeit. Berlin 1837, S. 43; Textarchiv – Internet Archive.
- 1 2 Bernhard Schmid: Zur Geschichte der Kartause bei Schivelbein. In: Baltische Studien, NF, Band 37 (1935), S. 282–286 (online).
- ↑ Vgl. z. B.: Ältere Geschichte der Stadt und de Landes Schivelbein bis zur Gelangung desselben an den Deutschen Orden. In: Allgemeines Archiv der Geschichtskunde des Preußischen Staates. Band 5. Berlin/Posen/Bromberg 1832, S. 348–360.
- ↑ Georg Wilhelm von Raumer: Die Neumark Brandenburg im Jahre 1337 oder Markgraf Ludwig’s des Aelteren Neumärkisches Landbuch aus dieser Zeit. Berlin 1837, S. 43; Textarchiv – Internet Archive.
- ↑ Heinrich von Wedel: Geschichte des Schloßgesessenen Geschlechtes der Grafen und Herren von Wedel. 1212–1402. Nebst einem Register über die urkundlich nachweisbare Begüterung. Bernhard Hermann, Leipzig 1894, S. 192.
- ↑ Johannes Voigt: Codex Diplomaticus Prussicus, Band 4, Königsberg 1853, S. VII.
- ↑ Walther Kersekorf. Deutscher Ordensvogt der Neumark und Comthur von Danzig. In: Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates. Band 8, Berlin/Posen/Bromberg 1832, S. 351–360.
- 1 2 3 4 Schivelbein (Hinterpommern). In: Klaus-Dieter Alicke: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Abgerufen am 4. August 2018.
- 1 2 3 Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Stadt Schivelbein im ehemaligen Kreis Belgard in Pommern ( vom 14. Januar 2020 im Internet Archive)
- ↑ Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1108–1109 (Google Books).
- 1 2 3 Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 3: Die Neumark Brandenburg. Berlin 1809, S. 248–250; Textarchiv – Internet Archive.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 344; Textarchiv – Internet Archive.
- 1 2 3 Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z. Halle 1823, S. 368–371, Ziffer 627.
- ↑ Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin: 8. Schivelbein. Berlin 1866, S. 10–17, Ziffer 66 (Google Books).
- 1 2 Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 86–87, Ziffer 1 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. Band 4: Provinz Pommern. Berlin 1888, S. 96–97, Ziffer 31 (Google Books).
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Viehstandslexikon für den preußischen Staat. IV. Provinz Pommern, Berlin 1895. II. Regierungsbezirk Köslin. 1. Kreis Schivelbein, S. 38, Ziffer 1 (Google Books).
- ↑ Schivelbein. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 17: Rio–Schönebeck. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 813 (Digitalisat. zeno.org).
- ↑ Schivelbein – Meyers Gazetteer (1912)
- 1 2 Michael Rademacher: Provinz Pommern – Landkreis Belgard. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Martin Wehrmann: Die Kirchenbücher in Pommern, in: Baltische Studien, Band 42, Stettin 1892, S. 201–280, insbesondere S. 258 (Google Books).
- ↑ Ludność – Stan I Struktura W Przekroju Terytorialnym. ( vom 15. Mai 2011 im Internet Archive; PDF) Główny Urząd Statystyczny, Stand 30. Juni 2010.







