Dieser Artikel behandelt die Stadt Zunyi in der chinesischen Provinz Guizhou. Für deren gleichnamigen Kreis (遵义县) siehe Zunyi (Kreis); für das Straßenviertel Zunyi (遵义街道) im Stadtbezirk Longtan der Stadt Jilin siehe Zunyi (Longtan).
Zunyi (chinesisch遵义市, PinyinZūnyì Shì) ist eine bezirksfreie Stadt im Süden der Volksrepublik China. Sie ist die zweitgrößte Stadt der Provinz Guizhou und größte Stadt im Norden der Provinz. Zunyi liegt südlich von Chongqing und nördlich von Guiyang, der Provinzhauptstadt Guizhous. Sie verwaltet ein Gebiet von 30.767 Quadratkilometern, auf dem eine registrierte Bevölkerung von 6.606.675 lebt (Stand: Zensus 2020); in der Stadt selbst leben etwa 2 Millionen Einwohner.[2] In Zunyi leben neben Han-Chinesen 36 weitere ethnische Gruppen, darunter die Nationalitäten der Tujia, der Miao und der Gelao.
Zunyi liegt 239Kilometer südlich von Chongqing und 140Kilometer nördlich von Guiyang. Die Nord-Süd-Ausdehnung des Territoriums von Zunyi beträgt 230,5Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung 254Kilometer. Das Territorium liegt auf Seehöhen von 1000Metern bis 1600Metern über dem Meeresspiegel und ist zu 62% bergig, nur 7,4% sind eben. Der höchste Punkt Zunyis liegt im Gebirge Dalou Shan auf einer Höhe von 2222Metern.[3]
Zunyi wird häufig von Erdbeben betroffen, die Erdrutsche und Schlamm- oder Gerölllawinen nach sich ziehen. Für die letzten 500 Jahre sind 37 starke Beben aufgezeichnet; das schwerste ereignete sich im Jahre 1876.[3]
Die Bevölkerungszählung des Jahres 2000 hatte eine Gesamtbevölkerung von 6.543.860Personen in 1.767.649 Haushalten ergeben, davon 3.396.536Männer und 3.147.324Frauen.[4]
Die Stadt geriet erst Anfang des 7. Jahrhunderts unter reguläre chinesische Kontrolle. 639 wurde die Präfektur Bo und 642 ein zugehöriger Kreis namens Zunyi gebildet. Von 1601 bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Stadt Verwaltungssitz der neu gebildeten Präfektur Zunyi, die jedoch 1914 zum Kreis herabgestuft wurde.[5]
Der 60 Meter hohe Wasserfall Chishui des gleichnamigen Flusses Chishui, ein Nebenfluss des Jangtsekiangs, ist die bekannteste Sehenswürdigkeit in der Umgebung von Zunyi.
Das Bruttoinlandsprodukt Zunyis lag im Jahre 2017 bei 274,9 Milliarden Yuan, um 12,2% über dem Wert von 2016.[2]
Bis 1949 war Zunyi kaum mehr als ein kleiner Marktort, der in Abhängigkeit von Guiyang stand. Während des ersten Fünfjahresplanes der Volksrepublik (1953–57) wuchs Zunyi zu einer Stadt und einem Industriezentrum heran. Die Altstadt mit vorwiegend administrativer Funktion wurde mit Geschäfts- und Industrievierteln zusammengelegt. Es kam zur Errichtung von Seiden-, Reis- und Getreidemühlen und Kleinmaschinenfabriken sowie zum Aufbau einer chemischen Industrie für die Herstellung von Phosphaten. Im Umland gewann die Produktion von Mangan an Bedeutung. In den späten 1950er Jahren wurden in Zunyi große Eisen- und Stahlwerke gebaut. Daraufhin wurden Fabriken zur Herstellung von elektrischen Maschinen und Rüstungsgütern von Chinas Ostküste nach Zunyi verlagert, was den industriellen Sektor der Stadt weiter verstärkte. Zuletzt trugen die Herstellung von Metallprodukten, Elektrogeräten und -maschinen, Chemikalien, Getränken (insbesondere Weine) und von Kunststoffen zum Wirtschaftswachstum bei.[5]