Die Ziese wird aus seitlichen Zuflüssen gespeist und entwässert das bis zu drei Kilometer breite Ziesetal (auch Ziesebruch), ein vor der Weichseleiszeit entstandenes Urstromtal, zu beiden Enden hin:
Der Scheitelbereich (etwas unter 4,9mü.NN) der Ziese bei Rappenhagen, einem Teil der Gemeinde Kemnitz, wurde im 18.Jahrhundert künstlich als Kanal zum Transport von Torf angelegt. Wasserstand und Fließrichtung sind hier von Stauschleusen abhängig. Gleichwohl wird er oftmals als Bifurkation bezeichnet.[1] Da sich hier aber keine Strömung teilt, sondern das überwiegend stehende Wasser eines Grabens in zwei Richtungen abfließt, ist eigentlich die Bezeichnung Pseudobifurkation korrekt.
Der westliche Teil der Ziese war früher einmal der Unterlauf des Hanshäger Bachs. Dessen Quellbäche entspringen bei Groß Kiesow und vereinigen sich bei Hanshagen.
Der größte in den Scheitelbereich der Ziese mündende Zufluss wird heute hydrografisch der östlichen Ziese zugerechnet. Er entspringt auf 20mü.NN am Nordrand des Karbower Walds zwei Kilometer südsüdwestlich von Neu Boltenhagen.
Da das gelegentlich auch als „Ziesebruch“ bezeichnete Ziesetal eine feuchte, ehemals moorigeNiederung ist, liegt kaum eine Siedlung direkt an dem Gewässer. Die Wiesen entlang der Ziese werden vorwiegend landwirtschaftlich als Weideflächen genutzt.