Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr
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Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr | |||
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Internes Verbandsabzeichen | |||
| Aktiv | 24. April 1956 bis 31. Dezember 2007 | ||
| Staat | |||
| Streitkräfte | Bundeswehr | ||
| Organisationsbereich | |||
| Letzter Standort | Grafschaft | ||
| Alte Bezeichnungen | |||
| Mai 1956 – 1958 | Dienststelle für Fernmeldeaufklärung und Schlüsselwesen | ||
| 1958 – 31.03.1964 | Fernmeldedienststelle der Bundeswehr | ||
| 01.04.1964 – 30.09.1979 | Amt für Fernmeldewesen der Bundeswehr | ||
| 01.10.1979 – 30.06.2002 | Amt für Nachrichtenwesen der Bundeswehr | ||
| Dienstgrad | Name | von | bis |
|---|---|---|---|
| Brigadegeneral | Friedrich Boetzel | 1. Mai 1956 | 1960 |
| Brigadegeneral | Rudolf Friedrich | 1960 | 30. Sep. 1965 |
| Brigadegeneral | Otto Pusch | 1. Okt. 1965 | 31. März 1968 |
| Brigadegeneral | Herbert Fock | 1. Apr. 1968 | 31. März 1972 |
| Brigadegeneral | Heinz Schmidt-Ebert | 1. Apr. 1972 | 31. März 1974 |
| Brigadegeneral | Claus Kuhnke | 1. Apr. 1974 | 30. Sep. 1982 |
| Brigadegeneral | Hansgeorg Model | 1. Okt. 1982 | 31. März 1987 |
| Brigadegeneral | Eberhard Lochmann | 1. Apr. 1987 | 31. März 1991 |
| Brigadegeneral | Dieter Farwick | 1. Apr. 1991 | 30. Sep. 1994 |
| Brigadegeneral | Günther Wenger | 1. Okt. 1994 | 29. März 2001 |
| Brigadegeneral | Armin Hasenpusch | 29. März 2001 | Nov. 2004 |
| Brigadegeneral | Jürgen Beyer | Nov. 2004 | 31. Dez. 2007 |
Kritik („JASMIN-Panne“)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Juni 2007 wurde nach Recherchen von Report Mainz und tagesschau.de bekannt, dass durch eine Panne im Datenverarbeitungssystem JASMIN (Joint Analysis System Military Intelligence) Geheimdienstinformationen aus den Jahren 1999 bis 2003 offenbar unwiederbringlich vernichtet wurden. Öffentlich wurde dies, als der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages Informationen des Datenbestandes der Bundeswehr aus dem Jahre 2002 anfordern wollte. Der Ausschuss benötigte die Informationen im Verfahren zum damaligen Häftling Murat Kurnaz und zur Verwicklung der Kommando Spezialkräfte darin. Staatssekretär Peter Wichert räumte ein, dass die Daten seit Ende 2004 verloren seien.[6] Er begründete dies damit, dass der Speicherungsroboter von JASMIN bereits wenige Jahre nach seiner Inbetriebnahme an die Grenzen seiner Speicherkapazität geraten war und deswegen im Jahr 2004 Archive und Datenbackups in Form von Magnetbändern angelegt worden seien – dies aber lediglich einmal. Später habe sich herausgestellt, dass die Bänder nicht mehr lesbar gewesen seien. „Entsprechend den gültigen Vorschriften zum Umgang mit Verschlusssachen wurden die nicht mehr lesbaren Kassetten am 4. Juli 2005 vernichtet“, teilte das Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr schließlich mit.[7][8]
Datensicherungsexperten wie Peter Böhret[9][7] und Geheimdienstexperten wie Erich Schmidt-Eenboom bezweifelten die Unrettbarkeit der beschädigten Daten mit dem Hinweis auf moderne Datenrettungsmethoden. Schmidt-Eenboom vermutete zudem eine vorsätzliche Datenvernichtung im Zusammenhang mit Informationen über illegale Geheimverhöre des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) 2001 in Tuzla, die sich mit Hilfe der verschwundenen Daten hätten rekonstruieren lassen.[10] Andere Aussagen gehen davon aus, dass die Daten noch vorhanden seien, unter Umständen aber nicht weitergegeben werden sollen.[11] Pressemeldungen zufolge konnten nun auch alle Daten oder zumindest Teile davon rekonstruiert werden.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Joachim Mogwitz: Das Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr in Grafschaft-Gelsdorf auf der Seite der Kreisverwaltung Ahrweiler.
- Ralf R. Zielonka: Geheim! Besuch beim Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr (PDF, 68 KB, ursprünglich aus der Zeitschrift loyal, April 2005).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Informationen zur Provenienz des Bestandes Amt für Nachrichtenwesen der Bundeswehr. Bundesarchiv, abgerufen am 3. September 2021.
- ↑ Günther Schmitt und Volker Jost: „Eulen“ verlassen die Grafschaft. In: General-Anzeiger. 27. Dezember 2007, abgerufen am 3. September 2021.
- ↑ Manfred Bischoff: Kommando Strategische Aufklärung. Abgerufen am 12. November 2019.
- ↑ Jürgen Eigenbrod: Die Bundeswehr im Standort Bad Ems. In: Verein für Geschichte/Denkmal- und Landschaftspflege e. V. Bad Ems (Hrsg.): Bad Emser Hefte. Band 570, 1 und 2, 2021, ISSN 1436-459X.
- ↑ Reinhard Teuber: Die Bundeswehr 1955–1995 (= Kurt Mehner und Reinhard Teuber [Hrsg.]: Schriftenreihe Führung und Truppe. Band 5). Militair-Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 1996, ISBN 978-3-931533-03-8, S. 24.
- ↑ Datenverlust im Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr. (PDF) In: Drucksache 16/6011. Deutscher Bundestag, 23. Juli 2007, abgerufen am 8. September 2014 (Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Birgit Homburger, Elke Hoff, Dr. Rainer Stinner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP).
- 1 2 Alexander Richter, Thomas Reutter: Brisantes Material aus Auslandseinsätzen verloren. Bundeswehr vernichtete Geheimdaten. In: tagesschau.de. 25. Juni 2007, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2008; abgerufen am 24. Januar 2015.
- ↑ Schwere Panne im Bundesverteidigungsministerium. In: Report Mainz. Das Erste, 25. Juni 2007, abgerufen am 24. Januar 2015 (Presseinformation).
- ↑ Peter Böhret, Geschäftsführer des Datenrettungsunternehmens Kroll Ontrack in Deutschland; vgl. „Sehr fragwürdig“. Zweifel am Datenschwund. n-tv, 26. Juni 2007.
- ↑ Andreas Förster: Geheimberichte verschwunden. Unter Rot-Grün wurden brisante Datenbestände der Bundeswehr gelöscht. Berliner Zeitung, 26. Juni 2007.
- ↑ Es sei möglich, dass die Bundeswehr versuche, „Informationen nicht nach außen zu geben“, sagte Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele: „Sehr fragwürdig“. Zweifel am Datenschwund. n-tv, 26. Juni 2007.
Koordinaten: 50° 34′ 6″ N, 7° 2′ 10″ O
