Zehn
| Zehn | |
|---|---|
| 10 | |
| Darstellung | |
| Römisch | X |
| Dual | 1010 |
| Oktal | 12 |
| Duodezimal | A |
| Hexadezimal | A |
| Chinesisch | 十 |
| Mathematische Eigenschaften | |
| Vorzeichen | positiv |
| Parität | gerade |
| Faktorisierung | |
| Teiler | 1, 2, 5, 10 |


Die Zehn (10) ist die natürliche Zahl zwischen Neun und Elf. Sie ist gerade.
Sprachliches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dekade bezeichnet eine Zehnereinheit, insbesondere einen Zeitraum von 10 Tagen oder 10 Jahren.[1] Ein Polygon mit zehn Seiten ist ein Dekagon. Mit dem indogermanisch urverwandten lateinischen Wort decem (mit der Grundbedeutung „zwei Hände“)[2] werden Fremdwörter gebildet wie Dezember, (urspr.: der 10. Monat), Dezime (ein Intervall in der Musik oder eine Strophenform), bzw. der aus dem Präfix Dezi- der Zehntelbruch: Dezimeter, Dezitonne, Deziliter oder Dezimierung.
Etwas um ein Zehntel zu reduzieren bedeutet, es zu dezimieren. Im antiken Rom war die Tötung jedes zehnten Soldaten einer Kohorte die Strafe für Feigheit oder Meuterei; oder ein Zehntel der wehrfähigen Männer eines Dorfes als Form der Vergeltung, was in agrarischen Gesellschaften zu Arbeitskräftemangel und Hungersnot führte.
Die Redewendung „hoch zehn“ ist aus dem mathematischen Operationsteil der Potenzierung in die Umgangssprache eingegangen. Es fungiert als ein starkes Intensivierungswort und drückt aus, dass ein Merkmal, Zustand oder Verhalten in einem extremen, kaum mehr steigerbaren Ausmaß vorliegt.
Mathematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Zehn ist die Basis des Dezimalsystems, das auf die Zahl der zehn menschlichen Finger zurückgeht. Die indogermanische Bedeutung (ahd. zehan) dürfte, ähnlich wie lateinisch decem, mit „zwei Hände“ zu deuten sein. Die Zehn ist außerdem zugleich eine Dreieckszahl und die Summe der ersten drei Primzahlen.
Zehn ist die vierte Tetraederzahl. Eine Tetraederzahl beschreibt eine bestimmte Folge von natürlichen Zahlen, die sich geometrisch als „Steine“ in einer regelmäßigen dreiseitigen Pyramide (Tetraeder) anordnen lassen. Die Tetraederzahl Zehn gibt an, dass 10 Kugeln bzw. Steine nötig sind, um ein Tetraeder mit drei Schichten zu bauen.

Zusätzlich ist die Zehn nach der Eins, der Drei und der Sechs, die vierte Dreieckszahl, d. h. die Summe der ersten Fünf natürlichen Zahlen . Die Bezeichnung „Dreieckszahl“ leitet sich von der geometrischen Figur des Dreiecks her.
Notation „10“
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Notation „10“ scheint einfach zu sein und wird stets mit der Zahl zehn in Verbindung gebracht. Tatsächlich ist diese Assoziation nur im dezimalen Stellenwertsystem gerechtfertigt.
Die Schreibweise „10“ kommt auch in anderen Zahlensystemen vor. Im Zweier-Zahlensystem ist 1(eins)0(Null) die Zahl, die aus einer Eins und einet Null besteht. Sie entspricht der Zahl zwei und darf nicht als „zehn“ gelesen werden. Im Oktalsystem entspricht 10 der Zahl acht, im Hexadezimalsystem der Zahl sechzehn und im Sexagesimalsystem der Zahl 110. In diesem letzten System entspricht 10 der Zahl sechzig. Allgemein ist 10 die Schreibweise von b im Zahlensystem zur Basis b.
Weiteres
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Das römische Zahlzeichen für Zehn ist zwei übereinandergestellte s, jeweils mit dem Zahlwert Fünf.
- Die Zehn ist eine Størmer-Zahl.
Geometrie
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In der Geometrie ist das Zehneck oder Dekagon (von altgriechisch δέκα déka, deutsch ‚zehn‘ und γωνία gōnía, deutsch ‚Winkel, Ecke‘)[3] ein beliebiges Polygon mit zehn Seiten und zehn Ecken.
Naturwissenschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Chemie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ordnungszahl des Elements Neon im Periodensystem ist 10. Neon-Atome weisen im Atomkern jeweils 10 Protonen sowie im neutralen Zustand 10 Elektronen in der Hülle auf. Gemäß dem Schalenmodell beträgt die Anzahl der Elektronen in der vollständig besetzten L-Schale zehn (K=2, L=8 ergibt insgesamt 10 Elektronen bei Neon).
In der chemischen Nomenklatur steht das griechische Präfix „deca-“ für die Zahl 10. Der Begriff „Decan“ beschreibt ein Molekül, das aus zehn Kohlenstoffatomen besteht.
Physik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Physik werden Werte wie Entfernungen im Universum (z. B. Lichtjahre), die Masse von Elementarteilchen oder die Zahl von Molekülen (Avogadro-Zahl) praktisch immer als Potenzen der Zahl 10 notiert. Dies dient der Übersichtlichkeit und ist in der Fachliteratur üblich. Im vorliegenden Kontext steht „[103]“ für „Tausend“, „[106]“ für „eine Million“ und umgekehrt „[10−3]“ für ein Tausendstel. Diese Schreibweise erleichtert in der Forschung den Vergleich, die Berechnung und die Kommunikation von Größenordnungen.
- Zehn ist die Anzahl der Raum-Zeit-Dimensionen in der Superstringtheorie,
Mythologie und Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit jeher zählte man mit den Fingern. Die Zehn stand wohl auch deshalb für Anfang und Ende aller Zahlen, erschien als magische Grenze. Sie bildet die Summe der ersten vier Zahlen (1+2+3+4) und wurde früh zum Zeichen der Vollkommenheit und Vollendung.
Von den Pythagoreern wurde die Zehn, wegen ihres Zusammenhangs mit der Tetraktys als „etwas Vollkommenes“ betrachtet, das „das ganze Wesen der Zahlen umfasst“.[4] Daher wurde die Zehn auch „heilige Zahl“ genannt.[5]
Die Zahl „zehn“ ist auch bei vielen Autoren ein sehr häufiges Symbol, angefangen bei den Autoren der Bibel. Dort spielen die Zehn Gebote, zehn Plagen in Ägypten und den zehn verlorenen Stämme Israels eine wichtige Rolle.
Judentum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Zehn Gebote, auch die Zehn Worte oder der Dekalog genannt, sind eine Reihe von Geboten und Verboten (hebr. Mitzwot) des Gottes Israels, JHWH, in der Tora, den fünf Büchern Mose der Hebräischen Bibel.
Die zehn Tage der Umkehr oder Die zehn ehrfurchtsvollen Tage (Jamim Noraim) zwischen dem jüdischen Neujahrsfest (Rosch ha-Schana) und dem Versöhnungstag (Jom Kippur) sind eine besondere Zeit der Buße und inneren Einkehr.
Als Gott die Städte Sodom und Gomorra zerstören will, handelt Abraham so lange mit Gott, bis dieser verspricht: Wenn er zehn Gerechte in der Stadt finde, werde die Stadt nicht zerstört. Diese Erzählung dient als Grundlage für den Minjan, das Quorum für jüdische Gottesdienste.
Zehn ist in der Kabbalistik die Zahl der Sephiroth, der Emanationen im kabbalistischen Lebensbaum: Neun Sphären sind mit den Sinnen zu erschließen, die zehnte bleibt unsichtbar.
Christentum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie im Judentum haben auch im Christentum Die Zehn Gebote einen zentralen Rang für die theologische Ethik und haben die Kirchen- und Kulturgeschichte Europas und des außereuropäischen Westens mitgeprägt.
Die zehn Plagen bezeichnen eine Reihe von Katastrophen, die nach der biblischen Erzählung etwa im 13. Jahrhundert v. Chr. das Land Ägypten plagten. Historisch ist diese in der Bibel überlieferte Geschichte nicht belegt.
Der griechische Buchstabe χ – vgl. den römischen Zahlwert Zehn – steht als zentraler Buchstabe des Christusmonogramms für Christus selber.[6]
Buddhismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Buddhismus gibt es folgende Zehn „den Geist trübenden Leidenschaften“ (Geistesverschmutzungen):[7]
- Gier, Begierde
- Hass
- Verblendung
- (Ich-)Dünkel
- (falsche) Ansichten
- Zweifel, Zweifelsucht
- Starrheit, Trägheit
- Aufgeregtheit, Anmaßung
- Schamlosigkeit
- Gewissenlosigkeit, Rücksichtslosigkeit.
Die Nummern 1 bis 3 werden zusammengefasst als Drei Geistesgifte bezeichnet.
Im Buddhismus sind die Zehn Betrachtungen (Pali: Anussati) bedeutende Meditations- und Kontemplationsthemen. Sie dienen dazu, Geist und Herz zu entwickeln und Achtsamkeit zu vertiefen. Im Theravada-Buddhismus werden sie als klassische Übung für Mönche und Praktizierende beschrieben.
Islam
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aschura (arab. für „zehn“) ist der jeweils im zehnten Muharram stattfindende schiitische Gedenktag der Tötung al-Husain ibn Alis.
Geschichte und Gesellschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Zehn hat sich als Startpunkt für spannende Zählprozesse etabliert. Der für Raketenstarts typische Countdown, bei dem die Zeit von zehn rückwärts bis Null zählt, wurde erstmals 1929 von dem Regisseur Fritz Lang in seinem Stummfilm „Frau im Mond“ eingesetzt, um cinematografische Spannung zu erzeugen.[8][9] Die Zehn wird seitdem als Signal für den Beginn eines entscheidenden Prozesses verwendet.

Das Zehnfingersystem, auch als 10-Finger-System bezeichnet, stellt die am weitesten verbreitete Methode zur effizienten und ergonomischen Textbearbeitung mittels Tastatur dar. Geübte Zehnfingerschreiber erreichen bei einem 10-Minuten-Test 200 bis 400 Anschläge pro Minute.[10]
Der 10-Tage-Krieg war ein vom 26. Juni bis zum 7. Juli 1991 andauernder militärischer Konflikt zwischen der Jugoslawischen Volksarmee und der slowenischen Territorialverteidigung in Jugoslawien infolge der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens vom 25. Juni 1991.[11] Nach zehn Tagen wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Daher spricht man bis heute vom 10-Tage-Krieg. Der Krieg wurde durch Unterzeichnung des Brioni-Abkommens beendet.
Im Lateinischen wurde das Schriftzeichen „V“ verwendet, das sowohl für den Vokal „U“ als auch für den Konsonanten „V“ und die Zahl „Fünf“ stand. Das Zeichen für die Zahl Zehn war das „X“. Im Falle einer gefälschten Kreide- oder Schrifteinträge auf den Schuldtafeln ihrer Kunden durch betrügerische Geldverleiher oder Gastwirte wurde die Länge der beiden Striche des „V“ (5) nach unten verlängert, sodass ein „X“ (10) entstand. Dadurch wurde die offene Schuldsumme von fünf auf zehn Einheiten verdoppelt.[12]

Der Begriff Zehnt, Zehent, Zehnter, Zehend, der Zehnte (auch Kirchenzehnter; lateinisch decima [pars], „zehnter Teil“, mittelniederdeutsch teghede) oder Dezem (von lateinisch decem „zehn“)[13] bezeichnet eine Steuer in Form von Geld oder Naturalien an eine geistliche (etwa Domkapitel, Pfarrkirche) oder eine weltliche (König, Grundherr) Institution.
Das Komitee der Zehn (englisch: Committee of Ten) ist ein afrikanisches Wirtschaftsgremium. Ein wesentliches Ziel des Komitees besteht darin die Verhandlungsposition Afrikas zu stärken.
Israel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zehn zehn verlorenen Stämme Israels sind die zehn israelitischen Stämme, die nach der Eroberung des Nordreiches Israel durch die Assyrer im Rahmen der Zwangsumsiedlungen im Assyrischen Reich umgesiedelt wurden (2 Kön 17,6 EU) und seitdem als verschollen gelten. Im Laufe der Zeit wurde von verschiedenen Gruppen angenommen, dass es sich bei ihnen um Nachkommen der verlorenen Stämme handelt. Bisher hat das israelischen Rabbinat zwei Gruppen als Nachfahren der zehn verlorenen Stämme anerkannt. Gemäß dem Rückkehrgesetz besteht für sie die Möglichkeit, nach Israel einzuwandern. Die Falascha aus Äthiopien werden als Abkömmlinge des biblischen Stammes Dan anerkannt[14], während die indische Volksgruppe der Bnei Menashe ("Söhne des Manasse") als Nachfahren des Stammes Manasse gilt.
Weiteres
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zehn – Die Traumfrau (Alternativtitel: Die Traumfrau, englisch 10) ist eine US-amerikanische Filmkomödie des Regisseurs Blake Edwards. Die Zahl 10 im Titel steht für die höchste Note auf einer Skala von 1 bis 10, die die Attraktivität einer Person bewertet. Der Protagonist sucht die "perfekte" Traumfrau, der er diese Bestnote geben könnte. Der Titel "10" spielt damit auf das Ideal an, das die Hauptfigur sucht.
- Die Rückennummer 10 gilt als Nummer des Spielmachers beim Fußball.
- Es gibt zehn Himmelsstämme im Chinesischen Kalender.
- Die Periode der Fünf Dynastien und Zehn Reiche
- Die Hausnummer 10 Downing Street, Sitz des Premierministers des Vereinigten Königreichs.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ dekade, f. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. 2. Auflage. Band 6. 1965–2018, Spalte 574, Zeile 70; dwds.de
- ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Hrsg.: Walther Mitzka. 20. Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 877.
- ↑ Wilhelm Pape: δέκα. In: Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Auflage. Band 1: Α–Κ. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914, S. 541–542 (Digitalisat. zeno.org).
- ↑ Aristoteles: Metaphysik 986a8–10.
- ↑ Bartel Leendert van der Waerden: Die Pythagoreer. Zürich 1979, S. 457f.
- ↑ Hans Jürgen Roth: Ein Abbild des Himmels. Der Aachener Dom – Liturgie, Bibel, Kunst. Thouet, Aachen 2011, S. 23.
- ↑ Erklärung Kilesa. Mit Verweis auf Textstellen im Pali-Kanon; palikanon.de; abgerufen im Mai 2010.
- ↑ Reimer Gronemeyer: Der Himmel: Sehnsucht nach einem verlorenen Ort, Pattloch E-Book 2012, ISBN 978-3-629-32034-6
- ↑ Was verdankt die Raumfahrt dem Stummfilm Die Frau im Mond (1929) von Fritz Lang? Abgerufen am 27. Oktober 2026.
- ↑ Jan H.: Schreibtrainer Vergleich 2022 - Die besten Tipptrainer im Vergleich. In: Vergleich.org. Abgerufen am 21. Oktober 2022.
- ↑ Xavier Fraudet: France’s Security Independence: Originality and Constraints in Europe, 1981–1995. Peter Lang, 2006, ISBN 3-03911-141-8, S. 129 (englisch, Google Books).
- ↑ Jemandem ein X für ein U vormachen. Abgerufen am 27. Oktober 2026.
- ↑ Dezem auf wissen.de
- ↑ Auf der Suche nach den Verlorenen Stämmen Israels. Israelnetz, 23. Dezember 2020, abgerufen am 28. Oktober 2026.