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Zack de la Rocha

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Zack de la Rocha (* 12. Januar 1970 in Long Beach, Kalifornien als Zacarías Manuel de la Rocha) ist ein US-amerikanischer Musiker und Aktivist, der als Sänger der Musikgruppe Rage Against the Machine berühmt wurde.

Zack de la Rocha live beim Coachella Valley Music and Arts Festival 2007

De la Rocha setzt sich als Musiker und Aktivist mit antiautoritären und sozialkritischen Themen wie Rassismus, Polizeigewalt, US-Imperialismus, soziale Ungerechtigkeit und politische Korruption auseinander. Seine Texte sind ein Aufruf zum Widerstand gegen das Establishment, Konzerne und ein ausbeuterisches System.

Er wuchs zunächst in Long Beach, Kalifornien auf bis sich seine Eltern scheiden ließen, als er sechs Jahre alt war. Nach der Trennung seiner Eltern konnte er anfangs noch einen Teil seiner Zeit bei seinem mexikanisch-amerikanischen Vater Roberto Isaac „Beto“ de la Rocha, einem Maler und Grafiker der Gruppe „Los Four“ verbringen.[1] Nachdem sein Vater psychisch erkrankte, lebte Zack de la Rocha ausschließlich bei seiner deutsch-irischstämmigen Mutter und promovierten Anthropologin Olivia Lorryne de la Rocha, geb. Carter, in Irvine, Kalifornien.[2] De la Rochas Großvater väterlicherseits, Isaac de la Rocha Beltrán, war ein mexikanischer Revolutionär, der in der Mexikanischen Revolution für die Zapatistische Armee kämpfte und als Landarbeiter in den USA arbeitete.[3]

In den 1970er-Jahren war Zack de la Rochas Wohnort Irvine im Orange County fast ausschließlich von Weißen bewohnt und bildete somit einen Gegensatz zu Lincoln Heights, dem überwiegend mexikanisch-amerikanisch geprägten Viertel von Los Angeles, in dem de la Rochas Vater lebte. Aufgrund seiner lateinamerikanischen Herkunft fühlte sich de la Rocha in Orange County rassistisch ausgegrenzt. Er erzählte dem Magazin „Rolling Stone“ 1999, wie gedemütigt er sich fühlte, als sein Lehrer den rassistischen Begriff „Wetback“ benutzte und seine Mitschüler in Gelächter ausbrachen. „Ich erinnere mich, wie ich da saß und kurz davor war, zu explodieren“, sagte er. „Mir wurde klar, dass ich nicht zu diesen Leuten gehörte. Sie waren nicht meine Freunde. Und ich erinnere mich, wie ich das alles in mich hineinfrass, wie still ich war. Ich erinnere mich, wie sehr ich mich davor fürchtete, etwas zu sagen.“ Von diesem Tag an schwor er sich, nie wieder angesichts von Ignoranz zu schweigen.[4] Er beschrieb Irvine als „eine der rassistischsten Städte, die man sich vorstellen kann“.[3]

In seiner Teenagerzeit hörte er Bands wie Bad Religion, die Bad Brains oder Sex Pistols und beteiligte sich an der Punk- und Hardcoreszene. Er lernte Gitarre, Bass und Schlagzeug, schrieb Gedichte. Eines davon hieß Bullet in The Head, ein anderes Take the power back. Beide erschienen als Lieder auf dem ersten Rage-Album.[5] Das einzige seiner Lieder, das sein Privatleben betrifft, ist Born Of A Broken Man über seinen Vater.[6]

Seit 2005 lebt er in einer Beziehung mit der Humanökologin Carolina Sarmiento.[7]

In seiner Teenagerzeit spielte er Gitarre in den Hardcorebands Hardstance[8] und Farside[9] und Schlagzeug bei No For An Answer. 1988 war er Mitgründer der Band Inside Out. Sie produzierten 1990 die EP No Spiritual Surrender und tourten durch Kalifornien.[10] De la Rocha knüpfte Verbindungen zu Hip-Hop-Künstlern wie Public Enemy, KRS-One und Run-D.M.C. Nachdem sich Inside Out aufgelöst hatte, versuchte er, eine eigene Hip-Hop-Karriere aufzubauen und begann mit Freestyle-Rappen in Clubs.

Mit Tom Morello, Brad Wilk und Tim Commerford gründete er 1992 die Crossover-Band Rage Against the Machine, mit der er als deren Sänger acht Jahre zusammen arbeitete und weltweit großen Erfolg hatte. Die Band erlangte so große Berühmtheit, dass sie 2023 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde.

Rage Against The Machine, Vegoose Music Festival

Im Jahr 2000 verließ Zack Rage Against The Machine auf Grund von Differenzen innerhalb der Band. De la Rocha: „Ich muss Rage verlassen, weil unsere Entscheidungsprozesse komplett zusammengebrochen sind. Das wird unseren Ambitionen als Band nicht gerecht, und meiner Meinung nach untergräbt es unsere künstlerischen und politischen Ideale.“ Gitarrist Tom Morello: „Wir haben uns um alles gezankt, wirklich um alles. Wir haben uns sogar darum gekloppt, ob unsere Shirts grün oder tarnfarben sein sollen. Das war ziemlich lange ziemlich hässlich.“[11]

Die anderen Bandmitglieder gründeten danach mit dem Soundgarden-Sänger Chris Cornell die neue Band Audioslave.[11]

De La Rocha arbeitete danach an seinem Hip-Hop-Soloalbum. Er veröffentlichte ein Irakkrieg-kritisches Lied, das kostenlos auf seiner damaligen Website zur Verfügung gestellt wurde und den Song We Want It All, den er als Soundtrack für Michael Moores Film Fahrenheit 9/11 mit Nine-Inch-Nails-Chef Trent Reznor aufgenommen hat.

2007 schloss er sich wieder mit Rage Against the Machine zusammen, und die Band ging mit Wu-Tang Clan auf Tour. 2008 spielten sie einige Konzerte in Europa.

Im Jahr 2008 kündigte er an als One Day as a Lion mit Jon Philip Theodore, dem ehemaligen Schlagzeuger von The Mars Volta, zusammenzuarbeiten. Der Namensgeber für die Band war ein Foto von 1970, das eine Mauer in Boyle Heights, einem Latinoviertel von Los Angeles, mit dem Schriftzug „It's better to live one day as a lion, than a thousand years as a lamb“ zeigt. Eine EP wurde am 22. Juli 2008 im Independent-Label ANTI-Records veröffentlicht. Sie besteht aus insgesamt fünf Titeln mit den Namen: Wild International, Ocean View, Last Letter, If You Fear Dying und One Day as a Lion. Die Single Wild International erschien kurz darauf. Im Jahr 2011 wurde die Band schließlich aufgelöst.

Aufgrund der Nummer-1-Platzierung zu Weihnachten 2009 in England spielten RATM 2010 einige Headlinershows im Finsbury Park in Europa. Sie spielten zudem eine kostenlose „Victory“-Show in England. Um diese zu finanzieren, gab es um den Termin herum weitere Konzerte, z. B. als Headliner bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“, Arnheim (NL) und dem „Reading Festival“.

2012 stand Zack de la Rocha auf dem Coachella-Festival bei dem Set von DJ Shadow auf der Bühne, um den gemeinsamen Song March of Death zu singen.

2014 nahm Zack den Song Close Your Eyes (and Count to Fuck) mit dem Rapper-Duo Run the Jewels auf. Der Song erschien als Single und auf ihrem Album Run the Jewels 2. Seitdem trat Zack de la Rocha mit dem Song dreimal live zusammen mit dem Duo auf. Außerdem war er im dazugehörigen Musikvideo zu sehen.

Run the Jewels mit Zack de la Rocha

Im Jahr 2016 nahm Zack ein weiteres Mal mit Run the Jewels einen Song mit dem Titel A Report To The Shareholders / Kill Your Masters auf, der auf ihrem Album Run the Jewels 3 erschien.

Anfang Juli 2022 hatte er nach gut zehn Jahren Live-Pause wieder ein Konzert mit der Band Rage Against The Machine gespielt. Ihre angekündigte „Public Service Announcement“-Tour hätte die Crossover-Legenden rund um die Welt führen sollen. Allerdings verletzte sich Zack während des Auftritts am 11. Juli 2022 in Chicago an der Achillessehne. Er bestritt die weiteren 16 Konzerte des ersten Tourblocks im Sitzen. Anschließend wurde aufgrund der Verletzung der zweite Nordamerika-Tourblock sowie alle angekündigten Konzerte in Europa, unter anderem in Hannover, Zürich und Wien, abgesagt.[12][13]

Das erste Konzert nach der Tourabsage und seiner Genesung gab er im Oktober 2023 in Los Angeles zusammen mit der Band Run The Jewels.[14]

Am 3. November 2023 wurde Rage Against the Machine in einer feierlichen Zeremonie in die „Rock & Roll Hall of Fame“ aufgenommen. Zack de la Rocha zog es vor, an diesem Tag an einem Pro-Palästina-Marsch in Washington D.C. teilzunehmen und für seine politischen Überzeugungen einzustehen.[15]

2024 gab Rage Against The Machine Bandmitglied Brad Wilk bekannt, dass die Band nicht mehr live zusammen auftreten wird.[16]

Als politischer Aktivist setzt sich Zack de la Rocha gegen soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und staatliche Unterdrückung ein. Politisch ist er links eingestellt, was auch aus seiner Kritik an der US-Regierung herauszuhören ist. Seine Texte und Aktionen richten sich gegen den „Corporate America“-Kapitalismus und den «Militärisch-industriellen Komplex» MIK und die damit verbundenen Ungerechtigkeiten in der US-amerikanischen Gesellschaft.[17][18] Er engagiert sich als Sänger, bei Veranstaltungen, Demonstrationen und in Reden. Er unterstützt und fühlt sich verbunden mit den Zapatisten (EZLN) in Mexiko, setzt sich für den zum Tode verurteilten Journalisten Mumia Abu-Jamal ein (unter anderem durch Reden vor den Vereinten Nationen) und den zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Leonard Peltier. Er setzt sich für vom Staat schlecht behandelte Bauern in Kalifornien ein, protestiert gegen die US-Immigrationspolitik (ICE) und engagiert sich für Palästina. Er wurde bei einer Demonstration gegen Ausbeutungsbetriebe festgenommen.[6] Er gründete die Organisation „Sound Strike“, um gegen das Einwanderungsgesetz SB 1070 in Arizona zu protestieren, und brachte 2025 eine Kleider-Kollektion gegen Trumps Einwanderungspolitik heraus.[19]

Von 1992 bis 2000 brachte er zusammen mit der Band Rage Against The Machine vier Alben heraus, die folgende Auszeichnungen erhielten:

Mit Rage Against the Machine (Alben)

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Commons: Zack de la Rocha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Nathan Solis: In a 'storm of scribble’ the art took shape for Chicano pioneer Beto de la Rocha. Los Angeles Times, 30. Dezember 2024, abgerufen am 1. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  2. Olivia de la Rocha: The Reorganization of Arithmetic Practice in the Kitchen. In: Anthropology & Education Quarterly. Band 16, Nr. 3, 1985, ISSN 0161-7761, S. 193–198, JSTOR:3216563.
  3. a b Zack de la Rocha Biography - Real Autograph Collectors Club (RACC). In: racctrusted.com. Abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).
  4. Nadra Kareem Nittle: Biography of the Musician Zack de la Rocha. 29. April 2025, abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).
  5. Tom Webel: Rage Against the Machine - politics rocks. In: e-politik.de. März 2000, abgerufen am 1. Januar 2026.
  6. a b Peter Kupfer: Das letzte Studioalbum einer Legende. In: EMP. 20. November 2024, abgerufen am 1. Januar 2026.
  7. Sarmiento, Carolina S. In: humanecology.wisc.edu. 8. Juli 2021, abgerufen am 1. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
  8. Jan Schwarzkamp: Konzertmitschnitt von Zack de la Rochas Band Hard Stance aufgetaucht. In: visions.de. 2. Juli 2020, abgerufen am 1. Januar 2026.
  9. Thorsten Jobst: FARSIDE (#83, 2000). In: TRUST Fanzine. Trust, 13. Juni 2019, abgerufen am 2. Januar 2026.
  10. Inside Out (2). Abgerufen am 1. Januar 2026.
  11. a b Christof Leim: Zeitsprung: Am 18.10.2000 steigt Zack de la Rocha bei Rage Against The Machine aus. In: thecircle.de. 18. Oktober 2025, abgerufen am 31. Dezember 2025.
  12. Dennis Drögemüller: Zack de la Rocha von Rage Against The Machine hat mutmaßlich Riss der Achillessehne erlitten. In: visions.de. 15. August 2022, abgerufen am 31. Dezember 2025.
  13. Moritz Grütz: Rage Against The Machine: Sänger de la Rocha verletzt sich auf der Bühne - News. In: metal1.info. Abgerufen am 1. Januar 2026.
  14. Jonas Silbermann-Schön: Rage Against The Machine: Zack de la Rocha erstmals seit Unfall auf der Bühne. In: visions.de. 16. Oktober 2023, abgerufen am 31. Dezember 2025.
  15. Zack de la Rocha nimmt an einem Pro-Palästina-Marsch teil. In: Musikexpress. 7. November 2023, abgerufen am 1. Januar 2026 (deutsch).
  16. Lisa Johnson: Rage Against The Machine werden nie wieder auftreten. Rockland, abgerufen am 4. Januar 2024.
  17. Mathias Winks: Zack de la Rocha über das System: "Es passiert jetzt, aber die Leute sehen es nicht". In: WHUDAT. 8. Mai 2023, abgerufen am 31. Dezember 2025.
  18. Zack de la Rocha: The Most Impactful MC To Never Break Hip-Hop | Features. In: Clash Magazine Music News, Reviews & Interviews. 6. November 2024, abgerufen am 31. Dezember 2025 (britisches Englisch).
  19. Nic Huber: Rage Against The Machine’s Zack de la Rocha partners with clothing company to raise money to fight Trump's immigration crackdown. 23. Juni 2025, abgerufen am 1. Januar 2026 (englisch).