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Zacharias Herrmann

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Lithographie Zacharias Herrmann
Unterschrift Zacharias Herrmann, um 1870
Photo Zacharias Herrmann um 1870

Zacharias Herrmann, auch Zacharias von Herrmann[1], in tschechischen Quellen auch Zachariaš Herrmann oder Zacharias Hermann (* 22. April 1834 in Milovany[2][3]; † 6. März 1896 in Wien[4]), war ein österreichischer und tschechischer Architekt, Baumeister, k.u.k. Oberbaurat und Politiker deutscher Nationalität aus Mähren und Mitglied des Reichsrates. Der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu großem Einfluss und Ansehen in der k.u.k. Monarchie gelangte.

Geboren in Milovany in Mähren stammte er aus einer völlig verarmten, sehr alten deutschen Familie. Es wird eine stammesgleichheit seiner Familie mit dem schlesischen Geschlecht der Hermann von Kattern angenommen, welche Anfang des 16. Jahrhunderts erstmals mit Michael Herrmann erscheinen und Ende des 17. Jh. mit Zacharias von Herrmann auf Kattern in den Adelsstand erhoben wurden.

Von Beruf war er Ingenieur und Architekt in Hranice. Er absolvierte ein technisches Studium in Wien. 1856 trat er dann in den Staatsdienst ein. 1865 schied er aus dem Staatsdienst aus.

Als selbstständiger Bauingenieur und Bauunternehmer beteiligte er sich am Bau von Eisenbahnen in seiner Heimatregion und in Temeswar in Siebenbürgen und war somit mit verantwortlich für den erfolgreichen Ausbau und neu angelegten Verbindungen.[5] Er beteiligte sich beispielsweise auch massiv am Bau der Zeměbranec-Landwehr Kaserne in Hranice, die Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, oder der Jánský-Anstalt in der heutigen Svatopluková-Straße.[6] Aus eigenen mitteln kaufte und erbaute er in Mährisch Weißkirchen und Umgebung einige große Wohnkomplexe, Vierteln und Häuser, welche sehr gelobt wurden und als „Herrmannstadt“ bekannt wurden. Ende des 19. Jahrhunderts baute er für einen Industriellen, das Palais Kunzova in Mährisch Weißkirchen, dass er später selbst kurz bewohnte.[7]

Reichsratsgebäude Wien, Wirkungsort von Zacharias Herrmann

Ebenfalls war er maßgeblich für die Renovierung und den Umbau des historischen Rathauses in Mährisch Weißkirchen zuständig, die Arbeiten wurden 1869 vollendet.[8] Außerdem war er als Baumeister und Architekt für einige Häuser und Anlagen für den Fürsten Dietrischtein, in und um Mährisch Weißkirchen tätig.

Auch Lokal hatte er einige hohe Ämter inne, unter anderem war er Präsident des Schützenvereins. Er war Ehrenbürger mehrerer Städte so unter anderem von Bodenstadt.[9]

Rathaus von Mährisch Weißkirch, maßgeblich von Herrmann renoviert und umgebaut
Palais Kunzova, von Herrmann erbaut

Er engagierte sich auch in der hohen Politik. Er diente als Mitglied des Reichsrates (Nationalparlament von Vorlitauen), wo er bei den Wahlen von 1879 für die Stadtkurie in Mähren, Bezirk Hranice, Lipník usw. antrat.[10] In der Wahlperiode 1879–1885, er wird als Zacharias Herrmann, Bauingenieur, von Hranice geführt.[11]

Er zog als verfassungstreuer Abgeordneter ins Parlament ein.[12] Er war ein unabhängiger Kandidat.[13] Beim Reichsrat im Oktober 1879 wird er als Mitglied des Altdeutschen Liberalen Clubs (Club der Liberalen) geführt.[14]

Im Jahr 1885 verzichtete Herrmann freiwillig auf eine neue Kandidatur für den Reichsrat.[15] Er überlegte es sich jedoch noch anders und ließ sich kurz darauf von tschechischen und kaisertreuen Kräften als Gegenkandidat gegen die deutsch Liberalen aufstellen, um seine Kritik an den deutsch Liberalen auszudrücken.[16]

Trotz seines sozialen Hintergrundes wurde ihm zeitlebens eine sehr kritische Haltung und schiere Abneigung gegenüber der Aristokratie und dem feudalen System der Grundherrschaft in der österreichisch, ungarischen Monarchie nachgesagt, die er gerne in ihren Rechten und ihre Macht beschnitten gesehen hätte.

Im März 1896 soll er in Wien schwer erkrankt sein.[17] Er starb am 6. März 1896 in Wien, im Rudolfinerhaus an Erschöpfung nach der Reise von Hranice.

Wirken im Reichsrat

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Besonders lag Herrmann die Lösung der für das ausgehende 19. Jahrhundert zentralen Sozialenfrage am Herzen.[18] Bekannt ist, dass er sich beispielsweise mehrmals auch unter Mitwirkung seines Freundes Eduard Ritter von Portheim, der ebenfalls im Club der Liberalen geführt wird, für die Steuerliche Entlastung der einfachsten Bevölkerungsschichten und insbesondere der Arbeiterschaft einsetzte.[19]

Auch prägte er maßgeblich das Zustandekommen sowie den Entwurf zum concessionirten Baugewerbe.[20]

Als erster gesicherter Vorfahre von Zacharias Herrmann erscheint der um 1620 geborene Daniel Herrmann, der gemeinsam mit seinen Geschwistern Daniel und Elias als Bürger in der schlesischen Stadt Katscher nachgewiesen ist. Die Familie dürfte gleichen Stammes sein wie die Breslauer Familie Herrmann, später auch Herrmann von Kattern[21], deren Ursprung in Süddeutschland vermutet wird. Mit dem Herrmann von Kattern möglicherweise stammverwandt ist darüber hinaus das Rittergeschlecht der Hermann von Hermannsdorf, dessen Zweige im nahe des Familienursprungs gelegenen Neisse sowie im Breslauischen ansässig waren und das seit frühester Zeit in Österreich und Deutschland nachgewiesen ist.[22][23]

Ein definitiver Beweis konnte aufgrund der lückenhaften Genealogie der betreffenden Familien bisher nicht erbracht werden. Die Überlieferung weist durch die Kriege der vergangenen Jahrhunderte erhebliche Lücken auf, insbesondere durch die Schlacht am Weißen Berg, den Dreißigjährigen Krieg sowie den Zweiten Weltkrieg, der große Teile der europäischen Archivbestände vernichtete und dabei auch wesentliche Bestände der Stadt Breslau dem Feuer opferte.[24][25]

Einzelnachweise

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  1. Zacharias Herrmann - Berühmte Personen im Laufe der Geschichte. Abgerufen am 26. April 2025 (deutsch).
  2. Digitales Archiv des Landesarchivs in Opava. Abgerufen am 3. Januar 2023.
  3. Knauer, Oswald: Das österreichische Parlament von 1848–1966. S. S. 103, abgerufen am 3. Januar 2023.
  4. ANNO, Wiener Zeitung, 1896-03-14, Seite 19. Abgerufen am 3. Januar 2023.
  5. "Herrmann Zacharias" 1834 1865 "Eisenbahn-angelegenheiten und Personalien in lexikalischer" - Google Suche. Abgerufen am 3. Januar 2023.
  6. POPSPĚCH, Tomáš: Grenzarchitektur 1815 - 1948. Abgerufen am 15. Juli 2015.
  7. Yumpu.com: Die unzweifelhaft wichtig. Abgerufen am 14. Februar 2026 (englisch).
  8. HISTORIE HRANICKÝCH DOMů. Abgerufen am 24. November 2024.
  9. Die Presse. 9. März 1896, S. 3.
  10. ALEX - Historische Rechts- und Gesetzestexte. Abgerufen am 3. Januar 2023.
  11. ÖNB-ALEX - Stenographische Protokolle - Abgeordnetenhaus. Abgerufen am 3. Januar 2023.
  12. Kramerius - Page document. Abgerufen am 3. Januar 2023.
  13. Das Ergebnis der Wahlen zum Reichsrat. Nationale Zeitungen. Juli 1879. Band 19, Nr. 159, Juli 1879.
  14. ANNO, Salzburger Volksblatt: unabh. Tageszeitung f. Stadt u. Land Salzburg, 1879-10-21, Seite 1. Abgerufen am 3. Januar 2023.
  15. Mährisches Tagblatt. 27. Mai 1885, S. 83.
  16. Neue Freie Presse, Zur Wahlbewegung. 1. Juni 1885, S. 10.
  17. ANNO, Mährisches Tagblatt, 1896-03-06, Seite 4. Abgerufen am 3. Januar 2023.
  18. ANNO, Klagenfurter Zeitung, 1883-12-14, Seite 2. Abgerufen am 27. März 2026.
  19. Prager Tagblatt, Aus dem Abgeordnetenhause. 13. Dezember 1883, S. 229.
  20. Der Civiltechniker. (Januar–Juni 1884).
  21. Oskar Pusch: Die Breslauer Rats- und Stadtgeschlechter in der Zeit von 1241 bis 1741. 2 (= Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa Reihe B. Nr. 35). Forschungsstelle Ostmitteleuropa, Dortmund 1987, ISBN 978-3-923293-20-9.
  22. Neues Allgemeines Deutsches Adels-Lexicon: Graffen - Kalau v. Kalheim. Voigt, 1863 (google.at [abgerufen am 8. Mai 2025]).
  23. Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter. Buschak & Irrgang, 1880 (google.at [abgerufen am 8. Mai 2025]).
  24. Überleben im Dreißigjährigen Krieg. Abgerufen am 26. April 2025.
  25. breslau. Abgerufen am 28. April 2026.