Kniffel
| Kniffel/Yahtzee | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
Kniffelzubehör | |||||||
| Daten zum Spiel | |||||||
| Verlag | E.S. Lowe (Yahtzee), Milton Bradley (Yahtzee), Schmidt Spiele (Kniffel), Hasbro (Yahtzee), VEB Berlinplast (Pasch) | ||||||
| Erscheinungsjahr | 1956, 1973, 1984 (Yahtzee), 1972 (Kniffel), und andere | ||||||
| Art | Würfelspiel | ||||||
| Spieler | 2 bis 8 | ||||||
| Dauer | 20–60 Minuten | ||||||
| Alter | ab 8 Jahren | ||||||
| Spiel | #1 Punkte | #2 Punkte | #3 Punkte | #4 Punkte | #5 Punkte | #6 Punkte | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einer | – | 3 | 5 | Nur Einer zählen | |||
| Zweier | 6 | 6 | 10 | Nur Zweier zählen | |||
| Dreier | 9 | 12 | 15 | Nur Dreier zählen | |||
| Vierer | 12 | 8 | 20 | Nur Vierer zählen | |||
| Fünfer | 15 | 15 | 25 | Nur Fünfer zählen | |||
| Sechser | 24 | 18 | 30 | Nur Sechser zählen | |||
| Summe oben | 66 | 62 | 105 | ||||
| Bonus | 35 | – | 35 | 35 Punkte, wenn oben mindestens 63 Punkte | |||
| Gesamter oberer Teil | 101 | 62 | 140 | ||||
| Dreierpasch | 23 | 21 | 30 | Drei gleiche Zahlen – Alle Augen zählen | |||
| Viererpasch | – | 27 | 30 | Vier gleiche Zahlen – Alle Augen zählen | |||
| Full House | 25 | 25 | 25 | Drei gleiche und zwei gleiche, andere Zahlen – 25 Punkte | |||
| Kleine Straße | 30 | 30 | 30 | 1-2-3-4, 2-3-4-5, oder 3-4-5-6 – 30 Punkte | |||
| Große Straße | 40 | – | 40 | 1-2-3-4-5 oder 2-3-4-5-6 – 40 Punkte | |||
| Kniffel/Yahtzee | 50 | – | 50 | Fünf gleiche Zahlen – 50 Punkte | |||
| Chance | 21 | 19 | 30 | Alle Augen zählen | |||
| Summe unten | 189 | 122 | 235 | ||||
| Summe oben | 101 | 62 | 140 | ||||
| Gesamtsumme | 290 | 184 | 375 | Oben + Bonus + Unten |
Strategische Hinweise
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Wie alle Würfelspiele sind Kniffel und Yahtzee vornehmlich Glücksspiele. Neben dem Glücksfaktor müssen Spieler aber auch entscheiden, wie viele (und welche) Würfel sie erneut würfeln und welche Felder sie als Nächstes ausfüllen wollen. Vor allem zum Ende des Spiels nimmt die Anzahl der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ab. So erhält Kniffel/Yahtzee auch eine taktische bzw. strategische Komponente. Kniffel/Yahtzee ist so aufgebaut, dass sich jede Entscheidung im Spiel mit Mitteln der Wahrscheinlichkeitsrechnung optimieren lässt, weshalb ein entsprechend programmierter Computer statistisch in der Mehrheit der Fälle gegen einen menschlichen Spieler gewinnen würde.
Strategische Tipps, um im Spiel höhere Punktzahlen zu erzielen, basieren entsprechend auf mathematischen Wahrscheinlichkeiten. Einige Hinweise sind[1]:
- Es ist wichtig, möglichst keine Streichungen zu produzieren. Deshalb sollte beispielsweise nicht bei jedem Wurf auf einen Kniffel/Yahtzee geworfen werden.
- Zunächst sollte der Spieler den unteren Teil des Blocks spielen, um Streichungen zu vermeiden. Bei Fehlwürfen kann immer noch auf den oberen Block ausgewichen werden.
- Aber: Der Bonus von 35 Punkten im oberen Block kann ebenfalls spielentscheidend sein. Deshalb ist es beispielsweise sinnvoll, vier 4er, vier 5er und/oder vier 6er – besonders zu Beginn des Spiels – im oberen Block einzutragen, auch wenn der Viererpasch zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewertet wurde. So erhöht man die Chancen auf den Bonus und hat immer noch genug Zeit, um einen Viererpasch zu erzielen.
- Die 1er und 2er im oberen Block sollten als „Notnägel“ verwendet werden, wenn der Wurf auf eine wertvollere Kombination nicht erfolgreich ist.
- Die große Straße entscheidet häufig das Spiel. Gezielt auf die große Straße zu würfeln, ist dann sinnvoll, wenn im ersten Wurf die Augen 2 bis 5 fallen, sodass entweder eine 1 oder eine 6 die große Straße vervollständigt. Besonders sinnvoll ist dies, wenn die kleine Straße noch nicht gewertet wurde, da sie in diesem Fall als sichere „Rückfalloption“ dient.
- Fällt gegen Anfang des Spiels beim ersten Wurf bereits ein Full House, lohnt es sich in der Regel nicht, ihn gleich als solchen zu werten. Stattdessen ist es sinnvoller, den Dreierpasch aus dem Wurf zu behalten und zu versuchen, ihn zu einem Viererpasch bzw. zu einem Kniffel zu „verlängern“, vor allem, wenn es sich um einen 4er-, 5er- oder 6er-Dreierpasch handelt.
- Wenn die Chance als letztes Feld im Spiel noch nicht gewertet wurde und man nicht der erste Spieler der Runde ist, kann man die eigene Punktzahl mit den Mitspielern vergleichen. Daraus ergibt sich, welche Augenzahl man bei der Chance mindestens erreichen muss, um zu gewinnen.
- Wer gezielt auf die Chance würfelt, sollte nach dem ersten Wurf nur 5er und 6er, nach dem zweiten nur 4er, 5er und 6er behalten.
- Da der Bonus oft spielentscheidend ist, lohnt es sich, diesen im Blick zu behalten und während des Spiels zu berechnen. Der Bonus wird dann erreicht, wenn man bei jeder Augenzahl genau drei Gleiche hat. Zum Mitrechnen während des Spiels kann daher nur die Differenz zu der benötigten Punktzahl berücksichtigt werden. Werden beispielsweise vier Vierer gewürfelt, merkt man sich +4. Würfelt man danach nur zwei Zweier, wäre dieser Wurf ein −2, also merkt man sich +4−2 = +2. So weiß man, dass es ausreicht, nur eine einzelne Eins einzutragen – die ja −2 wäre – um den Bonus dennoch zu erreichen.
Varianten
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Neben den offiziellen Regeln bietet Kniffel/Yahtzee zahlreiche Möglichkeiten, das Spiel durch zusätzliche und/oder angepasste Regeln abwechslungsreicher zu gestalten. Beispiele hierfür[2]:
- Änderung der Kombinationen
- Zusätzliche selbstdefinierte Kombinationen (z. B. Zweierpasch, 2-mal Zweierpasch).
- Änderung des Wurfschemas
- Es muss bereits nach dem ersten bzw. zweiten Wurf ein Feld ausgefüllt werden.
- Spieler haben jeweils vier (oder mehr) Würfe zur Verfügung.
- Nach dem ersten Wurf muss man sich entscheiden, auf welche Kombination (z. B. Kniffel oder Full-House) man würfeln will.
- Nicht verbrauchte Würfe (wenn z. B. beim ersten Wurf ein Kniffel vorliegt) können für spätere Runden angespart werden.
- Nach jedem Wurf muss mindestens ein Würfel herausgelegt werden, der dann nicht mehr neu geworfen werden darf. Spieler haben entsprechend maximal fünf Würfe zur Verfügung.
- Änderung der Wertung
- Der Spieler mit der niedrigsten Wertung gewinnt. Dabei müssen Felder ausgefüllt werden, wenn möglich.
- Die Felder müssen streng von oben nach unten (oder umgekehrt) ausgefüllt werden.
- Spieler nutzen zwei Spalten auf dem Wertungsblock gleichzeitig (oder sogar alle fünf).
- Änderung der Grundregeln
- Spieler dürfen Würfelergebnisse anderer Spieler auch bei sich eintragen, allerdings nie im gleichen Feld, das der andere Spieler nutzt.
Abgeleitete Spiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Neben diesen Änderungen der Grundregeln gibt es Varianten, die den Charakter eines eigenen Spiels haben. Dazu gehören:
- Word Yahtzee/Wort-Kniffel (1978, Milton Bradley/Schmidt Spiele)
- Yahtzee Jr./Kinder Kniffel (1988, Hasbro/Schmidt Spiele): Vereinfachte Variante, die im Wesentlichen dem oberen Block des ursprünglichen Kniffels entspricht. Die Würfelseiten sind mit Cartoonfiguren bedruckt.
- Lügen-Kniffel (Schmidt Spiele, 1992): Kniffel-Variante mit drei Würfelbechern. Spieler können bluffen, da sie den Mitspielern nicht alle Würfelergebnisse zeigen müssen.
- Power Yahtzee (Winning Move, 2007): Fügt dem Spiel einen sechsten Würfel hinzu, der besondere Ereignisse auslöst.
- Kniffel Kids (Schmidt Spiele, 2009): Vereinfachte Kniffel-Variante mit Tiersymbolen auf den Würfeln.
- Kniffel Extreme (Schmidt Spiele, 2011): Fügt dem Spiel einen sechsten Würfel mit 10 Seiten und neue Wertungsmöglichkeiten hinzu.
- Kniffel Duell (Schmidt Spiele, 2011)
- Kniffel: Das Kartenspiel (Schmidt Spiele, 2013): Ein Kartenspiel, das sich an Kniffel anlehnt. Karten mit verschiedenen Werten und Farben müssen dabei in bestimmten Kombinationen gesammelt werden.
- Karten Kniffel (Schmidt Spiele, 2014): Ein weiteres Kartenspiel, das sich nochmals stärker an das ursprüngliche Kniffel anlehnt als Kniffel: Das Kartenspiel. Im Wesentlichen werden bei Karten Kniffel die Würfel durch Karten ersetzt, die verschiedene Würfelaugen zeigen; der Wertungsblock bleibt dabei quasi identisch.
- Kniffel Master (Schmidt Spiele, 2015): Kombination aus Würfel- und Brettspiel, bei dem jeder Spieler eine eigene Spielablage erhält, auf der erzielte Würfelkombinationen markiert werden, um Punkte zu sammeln.
- Langland Yatzy (Pegasus Spiele, 2020): Vereinfachte Kniffel-Variante, die Köpfe, Bäuche und Hinterteile von Tieren auf den Würfeln zeigt.
- Crazy Yatzi (Riva Verlag, 2021): Spieleblock, der unterschiedliche Kniffel-/Yahtzee-Varianten enthält.
Pasch (Ostdeutschland)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der DDR vertrieb der VEB Berlinplast eine Abwandlung des Spiels unter dem Namen „Pasch“,[3] die noch heute in Ostdeutschland gespielt wird. Dabei kommt ein ähnlicher Abrechnungsblock wie bei Kniffel zum Einsatz,[4] der allerdings von einem Spieler für alle ausgefüllt wird. Mehrere Regeln sind gegenüber dem Ursprungsspiel abgewandelt:
- Im oberen Teil beträgt der Bonus 50 statt 35 Punkte.
- Einfacher und zweifacher Pasch sind als „1 Paar“ und „2 Paar“ vorgesehen, wobei als „2 Paar“ auch vier gleiche Würfel gewertet werden können.
- Der Kniffel heißt „Pasch“ und ist im unteren Teil mit 50 Punkten die einzige Pauschalwertung; alle anderen Würfe zählen nach Würfelaugensummen.
- Dreier- und Viererpasch heißen „3 Gleiche“ bzw. „4 Gleiche“, gewertet wird (wie bei „1 Paar“ und „2 Paar“) nur die Augensumme der zum Pasch gehörigen Würfel.
- Als Kleine Straße wird nur die Würfelkombination 1-2-3-4-5 gewertet, und zwar mit ihrer Würfelaugensumme von 15 Punkten.
- Als Große Straße wird nur die Würfelkombination 2-3-4-5-6 gewertet, und zwar mit ihrer Würfelaugensumme von 20 Punkten.
- Das Full House heißt „Kuchen“, kann auch durch fünf gleiche Würfel erreicht werden, zählt aber ebenfalls stets in Höhe der Würfelaugensumme.
Nach diesen Regeln beträgt die maximal erreichbare Punktzahl 378 Punkte: Oben je 5 Mal 1-6 zzgl. Bonus 50 = 155 Punkte; unten 12+24+18+24+15+20+30+30+50 = 223 Punkte.
Weitere Spiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Würfelspiel Sachsenkniffel ist nur namentlich an Kniffel angelehnt.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- „Yahtzee/Kniffel“. In: Hugo Kastner: Die große Humboldt Enzyklopädie der Würfelspiele. Humboldts Verlags GmbH, Baden-Baden 2007; S. 215–219. ISBN 978-3-89994-087-9.
- Nils Hesse: Spielend gewinnen: Gewinnstrategien für die 50 bekanntesten Karten-, Würfel-, Brett- und Gewinnspiele. 1. Auflage. Springer Spektrum, 2014, ISBN 978-3-658-04440-4, S. 201–203.
- James R. Glenn: „An optimal strategy for Yahtzee.“ Loyola College in Maryland, Tech. Rep. CS-TR-0002 (2006).
- James R. Glenn: „Computer strategies for solitaire Yahtzee.“ 2007 IEEE Symposium on Computational Intelligence and Games. IEEE, 2007.
- Jakub Pawlewicz: „Nearly optimal computer play in multi-player yahtzee.“ International Conference on Computers and Games. Springer, Berlin, Heidelberg, 2010.
- Tim Walsh: Timeless Toys. Classic Toys and the Playmakers Who Created Them. Andrews McMeel Publishing, 2015. ISBN 978-0-7407-5571-2, S. 121–123.
- Phil Woodward: „Yahtzee®: The Solution.“ Chance 16.1 (2003): 18–22.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Spielregeln für Kniffel von Schmidt-Spiele (PDF; 2,4 MB)
- Kniffel in der Spieledatenbank BoardGameGeek (englisch)
- Yahtzee / Kniffel bei der Europäischen Spielesammler Gilde
- Wahrscheinlichkeiten und mittlere Punktzahlen beim Kniffel
- Mathematische Betrachtung und Berechnungsprogramm für alle Spielsituationen
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einige Tipps nach: Nils Hesse: Spielend gewinnen: Gewinnstrategien für die 50 bekanntesten Karten-, Würfel-, Brett- und Gewinnspiele. 1. Auflage. Springer Spektrum, 2014, ISBN 978-3-658-04440-4, S. 201–203.
- ↑ Einige Beispiele nach: Lino Wirag: Crazy Yatzi: Der Spieleblock mit neuen Vorlagen – Die kreative Variante des Würfelspiel-Klassikers. 1. Auflage. Riva Verlag, 2021, ISBN 978-3-7423-1878-7.
- ↑ SMB-digital | Pasch und 8 weitere Würfelspiele. Abgerufen am 28. Dezember 2021.
- ↑ Abbildung des Spielsets inkl. Abrechnungsblock. In: Wayback Machine. 28. Dezember 2021, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 28. Dezember 2021; abgerufen am 28. Dezember 2021.


