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Yams

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Yams

Gemeine Schmerwurz (Dioscorea communis), Illustration

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Yamswurzelartige (Dioscoreales)
Familie: Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae)
Gattung: Yams
Wissenschaftlicher Name
Dioscorea
L.

Yams (Dioscorea), auch Yam oder Yamswurzel genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Yamswurzelgewächse (Dioscoreaceae). Die bis zu 800 Arten sind hauptsächlich in den Tropen verbreitet. Einige Arten sind wichtige tropische Nahrungs- und Heilpflanzen.

Balkan-Yams (Dioscorea balcanica), Habitus einer blühenden Pflanze
Laubblätter und Früchte des Balkan-Yams (Dioscorea balcanica)
Früchte und Samen von Dioscorea pyrenaica

Erscheinungsbild und Blätter

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Yams-Arten wachsen als windende, ausdauernde krautige Pflanzen.[1] Sie bilden Rhizome oder Wurzelknollen als Überdauerungsorgane,[1] die in Größe, Gestalt, Farbe und Inhaltsstoffen sowie in ihrer Tiefe in der Erde sehr unterschiedlich sein können. Manche Arten bilden in den Blattachseln Brutknöllchen (beispielsweise Dioscorea bulbifera).[1][2] Es werden jeweils in der Vegetationszeit neue windende Stängel ausgebildet.[2] Die einfachen oder verzweigten Stängel sind im oder gegen den Uhrzeigersinn windend; sie sind glatt oder geflügelt, polygonal oder stielrund; sie sind kahl oder es können manchmal Stacheln vorhanden sein.[1]

Die spiralig und wechselständig bis scheinbar gegenständig oder wirtelig angeordneten[1] Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert.[2] Die relativ langen Blattstiele sind an ihrer Basis gedreht.[2] Die einfache oder zusammengesetzte Blattspreite besitzt drei bis neun basale Blattadern[3] und es liegt Netznervatur dazwischen vor.[2]

Blütenstände und Blüten

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Die relativ kleinen Blüten sind immer eingeschlechtig.[2] Die Dioscorea-Arten sind meist zweihäusig (diözisch), selten einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig.[1] Die männlichen Blüten sind gestiel oder sitzend spiralig in seitenständigen, unterschiedlich aufgebauten Blütenständen jeweils zu meist dritt (einzeln bis zu acht) in Zymen mit Deckblättern zusammen.[1] Die weiblichen Blütenstände enthalten nur eine oder wenige mehr oder weniger sitzende Blüten jeweils über einem winzigen Tragblatt.[1][3]

Die Blüten sind radiärsymmetrisch und dreizählig.[2] Die Blütenhüllblätter können zu Drüsen reduziert sein.[1] Die männlichen Blüten enthalten ein oder zwei Kreise mit je drei Staubblättern, drei davon können zu Staminodien reduziert sein. Die Staubbeutel sind relativ klein und nach innen gebogen und öffnen sich mit einem Längsschlitz.[2] In den weiblichen Blüten können drei oder sechs Staminodien vorhanden sein.[3] Der unterständige[1] Fruchtknoten ist dreikammerig.[2] Es gibt drei Griffeläste, die jeweils zweigabelig sind.[1] Die Narben sind zurückgekrümmt.[2]

Früchte und Samen

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Die dreikantigen bzw. -geflügelten Kapselfrüchte öffnen sich bei Reife am oberen Ende lokulizidal.[1][3][2] Je Fruchtfach sind nur zwei oder selten ein Samen enthalten.[1] Die abgeflachten Samen besitzen oft häutige Flügel.[3][2]

Chromosomensätze

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Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9 oder 10.[1]

Yams auf dem „Brixton Market“ in London
Japanische Yams auf einem Markt in Hamamatsu
Ein japanisches Gericht: Gebackener Yams, mit Katsuobushi (Bonito-Flocken) bestreut
Yamsstücke werden frittiert, Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire)

Einige Arten und deren Ausleseformen sind Nutzpflanzen, sowohl als wichtige Nahrungspflanzen als auch als Heilpflanzen. Viele Yams-Arten werden wegen ihrer essbaren Wurzelknollen als Nahrungsmittel angepflanzt.

Bei der am meisten angebauten Art erreichen die unterirdischen Knollen eine Länge von bis zu 2 Metern; ihr Geschmack ist süßlich und ähnelt dem von Esskastanien und Kartoffeln. Sie haben eine dunkelbraune bis schwarze Haut und sind reich an Provitamin A sowie Kalium. Außer der „Chinesischen Yamswurzel“ (Lichtwurzel, Nagaimo, Dioscorea polystachya, Dioscorea batatas, Dioscorea divaricata oder fälschlich auch Dioscorea opposita bzw. Dioscorea oppositifolia) und der Dioscorea japonica wirken alle Yams-Arten roh gegessen toxisch. Yamswurzeln ähneln geschmacklich und optisch den Süßkartoffeln, sind aber nicht mit ihnen verwandt. In Südamerika, Afrika und der Karibik sind Yams häufig Bestandteil des Gemüseangebots, in den Küchen der Tropen sind sie ein wichtiger Stärke-Lieferant.

In China gibt es ein Vorhaben, mit Hilfe gentechnischer Methoden Sorten von Yams-Arten zu züchten, die als Energiepflanzen für die Erzeugung von Ethanol-Kraftstoff optimiert sind.[4]

Die wilde Yamswurzel enthält in großen Mengen Diosgenin, ein Cholesterin-Derivat mit zusätzlichen Hydroxygruppen in der Seitenkette, die als inneren Ether weitere Ringe an das Steran-Gerüst anhängen. Obwohl aus Diosgenin nur durch chemischen Abbau das Gelbkörperhormon Progesteron gewonnen werden kann (Marker-Degradation), wird Diosgenin in der esoterischen Literatur und der alternativen Medizin als „natürliches“ Progesteron bezeichnet. Die Verwendung der Yams-Wurzel für die Progesteron-Produktion wurde 1944 durch Russell Marker eingeleitet. Er führte in Mexiko zur Entwicklung eines eigenen Pharmaindustriezweiges auf Basis der Yams-Wurzel.

Yams enthält eine geringe Menge Amygdalin, welches im Darm zu Blausäure umgebaut wird.[5]

Wirtschaftliche Bedeutung

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Die größten Anbaugebiete für Yams befinden sich in Afrika. Die Hauptproduzenten (2020) sind Nigeria, Ghana und die Elfenbeinküste. Unter den zehn größten Produzenten befinden sich lediglich zwei, die nicht auf dem afrikanischen Kontinent liegen: Kolumbien und Papua-Neuguinea.[6]

Die größten Yamsproduzenten

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Im Jahr 2022 wurden laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen weltweit 88.257.159 Tonnen Yams produziert. Die zehn größten Produzenten ernteten zusammen 97,4 % der Welternte. Nigeria produzierte allein 69,3 %.[6]

Größte Yamsproduzenten (2022)[6]
Rang Land Menge
(in t)
1 Nigeria Nigeria 61.171.001
2 Ghana Ghana 10.717.606
3 Elfenbeinküste Elfenbeinküste 7.600.000
4 Benin Benin 3.214.889
5 Togo Togo 984.614
6 Kamerun Kamerun 543.281
7 Zentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik 491.254
8 Tschad Tschad 462.046
9 Kolumbien Kolumbien 402.358
10 Papua-Neuguinea Papua-Neuguinea 377.963
Top Ten 85.965.013
restliche Länder 2.292.147
Illustration aus Die Pflanzenwelt Afrikas, insbesondere seiner tropischen Gebiete - Grundzge der Pflanzenverbreitung im Afrika und die Charakterpflanzen Afrikas, 1910 der Bitteren Yams (Dioscorea dumetorum)
Illustration aus Die Pflanzenwelt Afrikas, insbesondere seiner tropischen Gebiete - Grundzge der Pflanzenverbreitung im Afrika und die Charakterpflanzen Afrikas, 1910 von Dioscorea preussii subsp. hylophila
Illustration aus Die Pflanzenwelt Afrikas, insbesondere seiner tropischen Gebiete - Grundzge der Pflanzenverbreitung im Afrika und die Charakterpflanzen Afrikas, 1910 der Wilden Yams (Dioscorea villosa)

Systematik und Verbreitung

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Die Gattung Dioscorea wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 1032 und Genera Plantarum, 5. Auflage, Seite 456 aufgestellt.[1][7][8] Der Gattungsname Dioscorea ehrt den griechischen Arzt Pedanios Dioskurides, dessen Arzneimittellehre aus dem 1. Jahrhundert für über 1600 Jahre Bedeutung in der Medizin hatte.[1] Der Gattungsname und der Typus wurden 1995 in Taxon, Volume 44, Seite 611–612 konserviert.[7] Synonyme für Dioscorea L. sind: Borderea Miégev., Botryosicyos Hochst., Elephantodon Salisb., Epipetrum Phil., Hamatris Salisb., Helmia Kunth, Higinbothamia Uline, Hyperocarpa (Uline) G.M.Barroso, E.F.Guim. & Sucre, Merione Salisb., Nanarepenta Matuda, Oncorhiza Pers., Oncus Lour., Peripetasma Ridl., Polynome Salisb., Raja Burm., Rajania L., Rhizemys Raf., Ricophora Mill., Sismondaea Delponte, Strophis Salisb., Tamnus Mill., Tamus L., Testudinaria Salisb. ex Burch., Ubium J.F.Gmel.[8]

Arten und ihre Verbreitung

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Die Gattung Dioscorea ist von den tropischen bis gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet. In China gibt es 52 Arten, 21 davon nur dort. Einige Arten sind in manchen Gebieten der Welt Neophyten.[3]

Die einzigen in Europa beheimateten Arten sind die Balkan-Schmerwurz (Dioscorea balcanica), Dioscorea chouardii, die Gemeine Schmerwurz (Dioscorea communis) und Dioscorea pyrenaica. In Mitteleuropa ist nur die Gemeine Schmerwurz heimisch.[8]

Die Gattung Yams (Dioscorea) umfasst je nach Autor 350 bis 800 Arten:[3][9][8]

Herbarbeleg von Dioscorea acanthogene
Purpur-Yams (Dioscorea alata)
Habitus und Laubblätter von Dioscorea belophylla
Gestielte Laubblätter von Dioscorea brachybotrya
Habitus und einfache Laubblätter von Dioscorea bulbifera
Sprossachsen mit Knollen von Dioscorea bulbifera
Habitus und Laubblätter von Dioscorea cirrhosa
Schmerwurz (Dioscorea communis)
Dioscorea cordata
Gestieltes, einfaches Laubblatt von Dioscorea cotinifolia
Dioscorea chouardii
Herbarbeleg von Dioscorea cyphocarpa
Habitus und Laubblätter von Dioscorea deltoidea
Dioscorea densiflora
Blütenstand von Dioscorea dodecaneura
Früchte von Dioscorea dodecaneura
Früchte von Dioscorea dregeana
Blütenstand mit Blüten im Detail und einfache Laubblätter von Dioscorea elephantipes
Knolle von Dioscorea elephantipes
Kartoffel-Yams (Dioscorea esculenta)
Habitus und Laubblätter von Dioscorea floribunda
Herbarbeleg von Dioscorea glandulosa
Blütenstand von Dioscorea hastifolia
Früchte und fingerförmige Laubblätter der Giftigen Yams (Dioscorea hispida)
Dioscorea irodensis
Dioscorea japonica
Herbarbeleg eines fingerförmigen Laubblattes von Dioscorea margarethia
Knolle von Dioscorea mexicana
Laubblätter von Dioscorea mexicana
Dioscorea nipponica
Habitus und gestielte, einfache Laubblätter der Chinesischen Yams (Dioscorea opposita)
Herbarbeleg von Dioscorea orangeana
Blütenstände von Dioscorea orientalis
Blütenstand mit gestielten Blüten von Dioscorea pedicellata
Habitus und fingerförmige Laubblätter von Dioscorea pentaphylla
Gestielte Laubblätter von Dioscorea piperifolia
Gestielte Laubblätter von Dioscorea polystachya
Laubblätter und Blütenstände von Dioscorea quinquelobata
Laubblätter von Dioscorea sansibarensis
Blütenstand von Dioscorea sincorensis
Dioscorea stegelmanniana
Dioscorea sylvatica
Blütenstände von Dioscorea tokoro
Habitus und einfache Laubblätter von Dioscorea transversa
Habitus und Laubblätter von Dioscorea trifida
Wilde Yams (Dioscorea villosa)
Habitus und einfache Laubblätter von Dioscorea wallichii

Einzelnachweise

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  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Lauren Raz: Dioscoreaceae., In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales, Oxford University Press, New York und Oxford, 2002, ISBN 0-19-515208-5. Dioscorea Linnaeus. S. 479 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p Dioscorea bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Chih-chi Ting, Michael G. Gilbert: Dioscoreaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 24: Flagellariaceae through Marantaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2000, ISBN 0-915279-83-5. Dioscorea – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  4. Soyatech.com e-news, Meldung China, Singapore Will Jointly Develop Energy-Intensive Plants for Biofuel Feedstocks vom 11. Dezember 2007 (Memento vom 17. April 2009 im Internet Archive)
  5. Eintrag zu Amygdalin. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 1. Juni 2014.
  6. a b c Crops, primary > Yams. In: Produktionsstatistik der FAO 2022. fao.org, abgerufen am 3. Mai 2024 (englisch).
  7. a b Dioscorea bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 26. September 2025.
  8. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du dv dw dx dy dz ea eb ec ed ee ef eg Rafaël Govaerts, P. Wilkin, R. M. K. Saunders: World Checklist of Dioscoreales. Yams and their allies: 1-65. The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew, 2007. In: Dioscorea. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 26. September 2025.
  9. Arten und Synonyme, Uni Melbourne.
  10. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc Dioscorea in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025-1. Abgerufen am 2025-10-02.
  11. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj Dioscorea bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  12. a b c d e f g h i j k l m n o p Artenliste zu Dioscorea in der Red List of South African Plants
  13. Dioscorea batatas bei Plants For A Future
Commons: Dioscorea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien