Das Tief Xynthia entstand abnormal weit im Süden, westlich von Portugal bei 30 Grad Nord,[3] und zog auf einer seltenen Bahn[3] über die Biscaya und den Ärmelkanal bis Südschweden.
Im Laufe des 26.Februar begann die Zyklogenese des Tiefdruckkerns, der sich am Morgen des 27.Februar bis zur portugiesischen Küste verlagert hatte. Dort war der Luftdruck in seinem Zentrum schon weniger als 980hPa.[3] Während das Tief Richtung Nordosten zog, intensivierte es sich weiter. Über der Biskaya war der Kerndruck unter 970hPa.[3] So gelangten Spanien und Portugal in den Einflussbereich von Winden in Orkanstärke.[3] Am 26.Februar 2010 wurden über La Palma über 200km/h Windgeschwindigkeit gemessen.
Im Verlaufe des 27. und besonders 28.Februar gewann der Sturm schnell an Kraft. Die Zunahme der Windgeschwindigkeit in Deutschland von Wind- zu Orkanstärke innerhalb von weniger als sechs Stunden ist ungewöhnlich.[3] Die höchsten Windgeschwindigkeiten des Orkans wurden in den Pyrenäen gemessen, 238km/h am Pic du Midi de Bigorre[1] und 228km/h am 27.um 21:00Uhr in Orduña im Baskenland.[4]
Nach Angaben des französischen Zivilschutzes war Orkan Xynthia für Frankreich der folgenschwerste Sturm seit Orkan Lothar im Dezember 1999, dem schwersten Sturm Europas des 20.Jahrhunderts. Für Deutschland blieben seine Folgen wohl unter Kyrill 2007 und war auch insgesamt auf ein kleineres Gebiet beschränkt.
Die Schäden wurden mit 4,5 Milliarden Euro beziffert; etwa 2,3 Milliarden Euro davon waren versichert.[14]
Am 28.Februar 2010 waren etwa eine Million Haushalte in Frankreich ohne Strom.[15] An der französischen Atlantikküste erreichten die Wellen eine Höhe bis zu acht Metern. Zahlreiche Deiche brachen, wodurch in den Departements Vendée und Charente-Maritime mehrere Ortschaften überflutet wurden. Gegen Mittag traf Xynthia dann auf Deutschland, wo er Richtung Nordost zog. In Frankfurt am Main wurden vorsorglich der Haupt- und der Flughafen Fernbahnhof gesperrt. Weil Baustellenteile des Fernbahnhofes auf die Autobahn zu stürzen drohten, wurde die Bundesautobahn 3 am Frankfurter Flughafen gesperrt.[16]
In Rheinland-Pfalz brachte der Orkan „Xynthia“ rund 2,1 Millionen Festmeter Holz zu Boden, vor allem im Nordteil des Landes, in der Eifel, im Hunsrück (ca. 600.000 fm), im Westerwald (ca. 460.000 fm) und im Raum Trier (ca. 390.000 fm). Die Pfalz blieb weitgehend verschont (ca. 60.000 fm).
Ca. 95 Prozent des Sturmholzes war Nadelholz (Fichten-, Douglasien-, Kiefer- oder Lärchenholz); über 70 Prozent davon in Gemeindewald, 20 Prozent in Staatswald und 10 Prozent in Privatwald. 95 Prozent des Sturmholzes waren zum Verkauf verwertbar; etwa fünf Prozent (ca. 100.000 fm) blieb als Totholz im Wald. Die außerplanmäßigen Holzmengen wurden im Wesentlichen im laufenden Jahr vom Markt aufgenommen.[18]
In Hessen gab es rund 1,2 Millionen Festmeter Sturmholz.[19]
↑Markus Stowasser, Meteorologe bei der Allianz SE Rückversicherung, zit. n. Versicherer sehen Milliardenschäden durch «Xynthia».Focus online,abgerufen am 4.März 2010:„Schätzungen des auf Risikoanalysen spezialisierten Unternehmens AIR Worldwide, wonach die versicherten Schäden bei 1,5 bis 3 Milliarden Euro liegen könnten, seien «nicht unrealistisch»“