1944 entschied sich die Royal Navy dazu die erfolgreichen X-Craft Boote zu modifizieren. Daraus entstand die XE-Craft, von denen ab 1945 XE-1 bis XE-12 in zwei Baulosen in Planung gingen und in Dienst gestellt werden sollten. Es wurde allerdings nur ca. die Hälfte fertiggestellt. Diese besaß neben der normalen Bewaffnung, welche schon für den Vorgänger eingesetzt wurde, zusätzlich je sechs 9-kg Magnetminen, welche von Kampftauchern an gegnerischen Schiffen angebracht werden konnten. Ebenso waren sie speziell für den Einsatz im Pazifik mit einem Kühlschrank und einer Klimaanlage ausgestattet.
Das VersorgungsschiffHMS Bonaventure war als Operationsbasis für diese Boote vorgesehen da es über einen 50-ts-Kran fürs an Bord nehmen der Boote verfügte.
Ab den 1950er Jahren entstand auf Grundlage des XE-Craft eine neue Variante unter dem Namen Stickleback-Klasse.
Im August 1945 drangen zwei Boote, XE-1 und XE-3 mit den Schlepp U-BootenSpark und Stygian während der Operation Struggle, in den Hafen von Singapur ein, um die dort liegenden japanischen Schweren KreuzerTakao und Myōkō mit Minen anzugreifen. XE-3 schaffte es erfolgreich, seine Sprengladung unter der Takao abzulegen. Der Kommandant von XE-1 konnte die Myōkō nicht finden (sie lag in einem anderen Teil des Hafens, ca. 2 sm entfernt). Daher platzierte er seine Waffen ebenfalls unter der Takao. Bei der darauffolgenden Explosion wurde diese so schwer beschädigt, dass sie bis Kriegsende nicht mehr einsatzbereit war. Beide XE-Boote konnten sicher entkommen.[1][2]
Während der Operation Sabre wurde XE-4 vom U-BootSpearhead am 31. Juli 1945 bis zur Mündung des Mekong im Süden Vietnams geschleppt. Hier machte sich das Boot auf den Weg zum Saigon-Fluss, wo die Taucher die Unterwasserkommunikationskabel zwischen Saigon und Hongkong kappten.
Im August desselben Jahres gelang es XE-5 die Kabelverbindung zwischen Hongkong und Singapur während der Operation Foil zu durchtrennen. Andere Quellen geben an, dass das Kabel nicht gefunden werden konnte und der Einsatz fehlschlug.
Harald Fock:Marine-Kleinkampfmittel. Bemannte Torpedos, Klein-U-Boote, Kleine Schnellboote, Sprengboote gestern – heute – morgen. Nikol, Hamburg 1996, ISBN 3-930656-34-5, S.53–55,58.
Ingo Bauernfeind:Typenkompass Kleinst-U-Boote 1939–1945. Motorbuchverlag, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-613-04220-9, S.102.