Woinowitz liegt viereinhalb Kilometer nordöstlich von Kranowitz und fünfeinhalb Kilometer südwestlich von Racibórz (Ratibor), nahe der Landesgrenze zu Tschechien, die rund sechs Kilometer südlich verläuft. Etwa einen Kilometer nordwestlich des Dorfes mündet die Troja in die Zinna.
Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Woinowitz, das zum Herzogtum Ratibor gehörte, erfolgte durch das Ratiborer Dominikanerinnenkloster im Jahre 1370, es soll schon damals über eine Kirche und Pfarrei verfügt haben.[1] 1416 wurde es in der Schreibweise Woynowicz erwähnt.[2] 1654 wurde in einem Bericht der Pfarrei erstmals eine Schule in Woinowitz erwähnt, die von der Kirche betrieben und unterhalten wurde. Das Schulgebäude war aus Holz und hatte einen Raum.
Im Laufe der Jahrhunderte gehörte Woinowitz verschiedenen Adligen, bis sich die Dorfbewohner im Jahre 1796 zusammen mit Bojanow und Lekartow für 191.000 Taler loskauften. Da das Geld jedoch geliehen worden war und später nicht zurückgezahlt werden konnte, fiel es nach einer Versteigerung wieder zurück an den ehemaligen Besitzer.[1]
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Woinowitz 511 Personen (76,0%) für den Verbleib bei Deutschland und 161 für die Angliederung an Polen. Woinowitz verblieb beim Deutschen Reich.[3]
Ab 1933 führten die Nationalsozialisten groß angelegte Umbenennungen von Ortsnamen slawischen Ursprungs durch. 1936 wurde Woinowitz in Weihendorf O.S. umbenannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Dorf 1945, um das im Frühjahr 1945 heftig gekämpft wurde, als Wojnowice unter polnische Verwaltung.
Römisch-katholische Pfarrkirche mit dem Patrozinium der Kreuzerhöhung, errichtet 1793/1794. Baumeister waren Franz Bolko und Zimmermeister Franz Hubner. 1931 wurde die Kirche um ein Querhaus und einen neuen Chor erweitert. Zum barocken Ursprungsbau gehören zwei Joche des Langhauses und die Hauptfassade mit dem Frontturm und Zwiebelhaube. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.
Schloss Wojnowice ist ein dreistöckiger Bau mit klassizistischen und neobarocken Elementen. 1828 wurde es vom Breslauer Arzt Carl Johann Christian Kuh zunächst ein kleineres Herrenhaus erbaut. Ende des 19. Jahrhunderts kaufte Heinrich Friedrich August von Banck, Rittmeister im Kürassierregimentvon Seydlitz, das Gebäude und ließ es zum Schloss umbauen. Die Hauptfassade besteht aus einem sechsachsigen Mittelteil und zwei jeweils zweiachsigen Seitenflügeln. Das Gebäude hat einen U-förmigen Grundriss. Besitzer war von 1875 bis 1945 die Familie von Banck. Das Schloss ist von einem Park umgeben, der ebenfalls unter Denkmalschutz steht, in dem sich große Rotbuchen, Roteichen, Erlen, Schwarz-Birken und Kastanien, sowie einen kaukasischen Flügelnussbaum befinden.[5]
Das Wohnhaus in der Ul. Józefa Rostka 28 steht seit 1. März 2023 unter Denkmalschutz. Im Inneren des Gebäudes ist eine Inschrift erhalten: "Erbaut mit Gott / Thomas Siegmund / u.[nd] seine EheFrau / Wincenta 1899".
↑Quellen der Einwohnerzahlen: 1822: – 1830: – 1844: – 1855, 1861: – 1910: Landkreis Ratibor.Gemeindeverzeichnis 1900.In:gemeindeverzeichnis.de.Uli Schubert,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am19.April 2023;abgerufen am 7.März 2026. – 1933, 1939: Michael Rademacher:Stadt und Landkreis Ratibor.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 28.Mai 2023.