Wińsko
| Wińsko | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Wołówski | |
| Gmina: | Wińsko | |
| Geographische Lage: | 51° 28′ N, 16° 38′ O | |
| Einwohner: | 1600 | |
| Postleitzahl: | 56-160 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 71 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DWL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Scinawa–Rawicz | |
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |
Wińsko [] (deutsch: Winzig) ist ein Ort und eine ehemalige Stadt im Powiat Wołowski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es ist zugleich Verwaltungssitz der Landgemeinde Wińsko mit 7882 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024).
Geographische Lage
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Die Ortschaft liegt in der Region Niederschlesien, zwischen Oder und Bartsch, etwa 15 km nördlich von Wołów (Wohlau) und 60 Kilometer nordwestlich von Breslau, in freier Höhenlage, umgeben von Anhöhen.
Geschichte
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Die erste Erwähnung eines slawischen Dorfes Vin stammt aus dem Jahre 1218. Herzog Primislaus/Primko I. von Sprottau und Steinau gründete 1285 nach Deutschem Recht (jure Teutonico) der Stadt Steinau die Stadt Wintzig,[1] die mit regelmäßigen Straßenzügen um einen großen Ring angelegt wurde 1404 erhielt Winzig das Magdeburger Recht.
Während des großen Raubzugs der Hussiten auf dem rechten Oderufer in Mittelschlesien 1432 wurde auch Winzig geplündert.[2]
An der Wende des Mittelalters und der Neuzeit hatten die Tuchmacherei das Städtchen zu kurzer Blüte gebracht.[3] Der Stadtbrand von 1514 vernichtete den Ort fast vollständig. Von den Drangsalen des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt erst betroffen, als hier am 11. Juli 1626 eine Dänische Armee unter Johann Ernst von Sachsen-Weimar und eine Mansfeldsche Söldnerarmee durchzogen.[4][5] Zwar mussten die Landbesitzer Proviant liefern und die Städte gewisse Abfindungen zahlen, doch im ganzen benahmen sich die Heere leidlich, da man die Schlesier für sich gewinnen wollte.[6] Nachdem am 11. Oktober 1633 die Kaiserliche Armee unter Wallenstein in einem Überraschungsangriff Steinau an der Oder erobert hatte,[7] nahmen Kroatische Reiter die Gelegenheit wahr und plünderten die Winziger Bürgerschaft aus.[4] Nachdem 1642 der schwedische General Lennart Torstensson die kaiserliche Festung Glogau erobert und ganz Niederschlesien rechts der Oder unter seine Kontrolle gebracht hatte, wurde der Stadt Winzig von den Schweden schon knappe Nahrungmittel-Vorräte weggenommen. Als die Schweden 1643, von Mähren kommend, abermals durch Schlesien zogen und bei Auras über eine Schiffsbrücke in die Gegend von Wohlau gelangt waren, brandschatzten sie die ganze Region und die Stadt Winzig und erpressten Abgaben, bevor sie bei Beuthen an der Oder wieder die Oder überquerten und nach Meißen gingen.[4]
Mit dem Tod des Herzogs Georg Wilhelm I. (* 1660, † 1675) gelangte Winzig zusammen mit den Herzogtümern Liegnitz, Brieg und Wohlau durch Heimfall an die Krone Böhmen. Winzig blieb ein Ackerbürgerstädtchen; die Umgebung bot gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts ging Winzigs Bedeutung als Umschlagplatz für den Getreidehandel mit Polen verloren. Bedeutsam waren die Winziger Viehmärkte. Später siedelten sich in der Stadt und der Umgebung Verarbeitungsbetriebe für landwirtschaftliche Produkte an. Im Gut Kunern südwestlich von Winzig nahm Franz Karl Achard 1802 seine erste Zuckerfabrik in Betrieb. Der vom Namen und vom Wappen der Stadt bezeugte Weinbau gehörte schon am Anfang des 20. Jahrhunderts der Vergangenheit an.[3]
- Bildaufnahmen aus der Zwischenkriegs- und älteren Zeit
- Rathausplatz mit dem Rathaus (rechts), um etwa 1920
- Häuser am Ring, mit den Hotel „Goldener Stern“, Ring 44[8]
- van-der-Velde-Platz mit dem Hotel Kronprinz, um 1919
- Wohlauer Straße, um 1922
- Winzinger Lustwäldchen, um 1903
Um 1910 hatte die Stadt eine evangelische und eine katholischen Pfarrkirche, eine Synagoge, ein Amtsgericht, eine Höhere Mädchenschule, eine gewerbliche Fortbildungsschule, eine Brauerei, eine Likörfabrik, eine Maschinenfabrik, Mühlen, eine Stärkefabrik, Ziegeleien, Kram- und Viehmärkten sowie Lederhandel.[9] Mehrere Ziegeleien verwerteten den in der Gegend vorkommennden Geschiebelehm. Von Bedeutung waren auch Schuhmacherei und Strumpfwirkerei.[3] Im Jahr 1910 hatte Herrnstadt zwei evangelische Kirchen, eine katholische Kirche, eine gewerbliche Fortbildungsschule, eine Branntweinbrennerei, einer Brauerei, ein Holzsägewerk, Mühlen, einer Ziegelei sowie Kram- und Viehmärkte.[9] Am 2. Dezember 1912 wurden auf der 1220,8 Hektar großen Stadtbezirk 132 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 174 Pferde, 539 Stück Rindvieh, sieben Schafe, 661 Stück Borstenvieh, 75 Ziegen sowie 226 Gänse, 15 Enten, 1586 Hühner, 16 Truthühner und 83 Bienenstöcke hielten. Am 1. Dezember 1913 standen im Stadtbezirk 1746 Apfelbäume, 889 Birnbäume, 3216 Pflaumen- und Zwetschgenbäume, 577 Kirschbäume, 18 Aprikosenbäume, 55 Pfirsichbäume und 167 Walnussbäume.[10]
Am 10. September 1910 wurden die Landgemeinden Pfarroggen und Vorwinzig aus dem Amtsbezirk Piskorsine in die Stadtgemeinde Winzig eingegliedert.[11]
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Pfarroggen einen Flächeninhalt von 128 Hektar und 76 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 47 Einwohner. Zu den gleichen Zeiten hatte der Gutsbezirk Vorwinzig eine Flächengröße von 56 Hektar und 30 Ar sowie 18 Einwohner.[12] Am 30. September 1928 erfolgte die Eingliederung der Gutsbezirke Pfarroggen und Vorwinzig aus dem Amtsbezirk Piskorsine in die Stadtgemeinde Winzig.[11]
- Ring im Bereich der Dreifaltigkeitskirche
- Kreuzung am Ring (2019)
- Haus mit zwei Geschäften (2019)
- Platz bei der Kirche (2019)
- Wohnhaus mit Einkaufsladen (2019)
Um 1935 hatte Winzig unter anderem drei Hotels, acht Gasthäuser und Restaurants, ein Bankhaus und eine Sparkasse, eine Buchdruckerei, drei Getreidehandlungen, zwei Holzsägewerke, vier Imkereien, eine Kartoffelgroßhandlung, eine Likörfabrik, zwei Maschinenbauanstalten, eine Molkerei, eine Mühle, drei Viehhandlungen, einen Zeitungsverlag, eine Ziegelei und eine Reihe von Gemischtwarenläden, Fachgeschäften, Warenhändlern, Dienstleistern sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.[8]
Im Jahr 1945 gehörte die Stadt Winzig zum Landkreis Wohlau im Regierungsbezirk Breslau der Provinz Niederschlesien im Deutschen Reich.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Winzig im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. In den vorherigen Kämpfen mit der deutschen Wehrmacht war Winzig stark zerstört worden. Im Sommer 1945 wurde Winzig zusammen mit fast ganz Schlesien von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Die Polen führten für Winzig die Ortsbezeichnung Wińsko ein. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Winzig vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
Nach 1945 wurde das Stadtrecht entzogen; die Ortschaft fiel in die Bedeutungslosigkeit. Bis 1967 erfolgte keinerlei Wiederaufbau in dem zerstörten Ort, so dass das Ortsbild heute große Freiflächen aufweist. Die gotische Kirche überstand den Krieg unversehrt.
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1750 | 1332 | Stadt[13] |
| 1769 | 1205 | [13] |
| 1775 | 1272 | [13] |
| 1785 | 1291 | [13] |
| 1787 | 1488 | mit 238 Privathäusern (davon 99 mit Ziegeln und 139 mit Schindeln gedeckt); Garnison: 96 aktive Militärpersonen[13] |
| 1803 | 1441 | [14] |
| 1810 | 1472 | [14] |
| 1816 | 1504 | davon 1302 Evangelische, 196 Katholiken und sechs Juden[14] |
| 1821 | 1508 | mit 232 Privatwohnhäusern[14] |
| 1825 | 1710 | darunter 187 Katholiken und 28 Juden; Stadt mit 232 Wohnhäusern; Garnison: 4. Eskadron des 2. Leibhusarenregiments[15] |
| 1840 | 1936 | darunter 1689 Evangelische, 235 Katholiken und zwölf Juden; Stadt mit 243 Privatwohnhäusern; Garnison: 4. Eskadron des 2. Leibhusarenregiments[16] |
| 1852 | 2150 | am Jahresende[17] |
| 1864 | 2346 | am 1. Dezember, Gemeindebezirk[18] |
| 1867 | 2344 | am 3. Dezember;[19] nach anderen Angaben 2196 Einwohner, ohne die Garnison: 4. Eskadron des Westpreußischen Kürassierregiments Nr. 5[20] |
| 1871 | 2245 | am 1. Dezember, davon 1805 Evangelische, 372 Katholiken und 68 Juden[19] |
| 1875 | 2255 | [21] |
| 1880 | 2304 | [21] |
| 1885 | 2397 | am 1. Dezember, davon 1965 Evangelische, 380 Katholiken und 52 Juden[22] |
| 1890 | 2122 | davon 315 Katholiken und 48 Juden[21] |
| 1905 | 1814 | davon 294 Katholiken und 37 Juden; Stadt mit einer evangelischen Kirche, einer katholischen Kirche, einer Synagoge, einem Amtsgericht, einer Molkerei, einer Dampfmühle und einem Holzsägewerk[23] |
| 1910 | 1919 | am 1. Dezember, Stadt mit einer evangelischen und einer katholischen Pfarrkirche, einer Synagoge, einer Häheren Mädchenschule, einer gewerblichen Fortbildungsschule, einer Brauerei, einer Likörfabrik, einer Maschinenfabrik, Mühlen, einer Stärkefabrik, Ziegeleien, Kram- und Viehmärkten sowie Lederhandel[9] |
| 1933 | 2176 | [21] |
| 1939 | 2076 | [21] |
| Jahr | 1961 | 2024 |
|---|---|---|
| Einwohner | 1200 | 7882 |
Religionen
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Im Jahr 1272 wird ein Zeuge Nicolaus plebanus in Vin urkundlich erwähnt, was bedeutet, dass zu dem Zeitpunkt in Winzig bereits eine Kirche vorhanden gewesen sein muss.[24] Die hölzerne Kirche wurde um 1354 durch einen massiven Bau ersetzt. In einer Urkunde von 14. Januar 1376 wird sie als „gotische Marienkirche“ bezeichnet.[25] Unmittelbar nach dem Stadtbrand von 1514 wurde ein Neubau der Kirche errichtet; es entstand eine dreischiffige gotische Hallenkirche.[24] Balthasar Gebhardt († 1578)[26] aus Winzig, ein Schüler Philipp Melanchthons, führte 1523 die Reformation in seiner Heimatstadt ein.
Als Kaiser Leopold I. 1696 in seiner Eigenschaft als König von Böhmen in Schlesien die Gegenreformation einleitete, wurde die Pfarrkirche gesperrt, und die Evangelischen mussten in ihre Filialkirche St. Salvator vor dem Wohlauer Tor und nach Piskorsine ausweichen, wo ungefähr 1560 eine erste Filialkirche erbaut worden war. 1703 kam die Pfarrkirche in den Besitz der Katholiken, nach der Altranstädter Konvention wurde sie 1707 der evangelischen Kirchgemeinde restituiert.[26]
1708 wurde Johann Policke, geb. 24. Juni 1677 in Breslau, der in Leipzig Theologie studiert hatte und bereits in Breslau als Lektor bei der Elisabethkirche und als Mittagsprediger an der Elftausend-Jungfrauen-Kirche seelsorgerisch tätig gewesen war, jedoch ohne Ordination, nach Winzig zum hiesigen Diakonat berufen, wozu man ihn in Wohlau ordninierte. An Palmsonntag 1708 traf er ein, und am 14. Mai wurde er zugleich mit dem Pastor Gräber eingeführt. Am 19. November 1709 ehelichte er in Winzig Susanne Magdalene geborene Letsch, mit der er acht Kinder zeugte, von denen ihn ein Sohn und vier verheiratete Töchter überlebten. Bei dem Winziger Stadtbrand von 1717 verlor er sein Haus und alles Vermögen. 1727 verließ er Winzig und wurde in Liegnitz Schulpräses und Pastor an der Marienkirche. Er hat drei Kaisern eine Leichenpredigt gehalten: 1705 Leopold I. in Breslau, 1711 Joseph I. in Winzig und 1740 Karl VI. in Liegnitz. Nach bereits zuvor erlittenen Schlaganfällen war er seit dem 19. März 1753 halbseitig gelähmt. Am 4. Juli 1736 erhielt Johann Michael Straßburg, geb. am 20. Oktober 1699 in Breslau, der in Jena sein Studium vollendet hatte, das Archidiakonat in Winzig, womit damals das Pastorat in Piskorsine verknüpft war. Er war bis 1737 Pfarrer in Winzig und Pastor in Piskorsine, wurde 1738 mit dem Pfarramt an der Marienkirche zu Liegnitz betraut und starb am Karfreitag 1758.[27][28]
Um 1867 hatte die Kirche noch keinen Turm, sondern nur ein Glockenhaus. Im Giebel des Langhauses der Kirche befand sich eine Uhr. Das Gebäude hatte damals eine bemalte flache Holzdecke; nach den Pfeilern zu schließen, hatte diese gewölbt werden sollen. Die Orgel hatte 24 Register.[26] Die Holzdecke wurde später übermalt.[24] 1872 wurde das Kirchengebäude einer umfassenden Renovierung unterzogen. Am 3. Juni 1875 wurde der Grundstein für den Bau eines 56 hohen Turms gelegt, in dem am 26. Oktober 1876 erstmals die Glocken läuteten.[29]
Nachdem den Evangelischen die Pfarrkirche im Rahmen der Altranstädter Konvention zurückgegeben worden war, wurde für die kleine katholische Kirchengemeinde später eine eigene Kirche errichtet.[30]
- Katholische Kirche Erzengel St. Michael (19. Jahrhundert)
- Westseite (2013)
- Nordseite (2010)
- Turm aus nordwestlicher Richtung (2019)
Nach 1945 wurden die Kirchengebäude zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet. Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Stadtbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft ist größtenteils katholischer Konfession.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das älteste Wappen der Stadt, das durch Siegelabdrücke überliefert ist, zeigt auf dem Wappenschild einen mittig angeordneten Zinnenturm mit Spitzdach, an den sich links eine Zinnenmauer anschließt, über der ein 6-zackiger Stern steht. Die rechte Seite des Wappenfeldes blieb leer, oder es war darauf ein Zweig dargestellt, der jedoch nicht deutlich als Zweig eines Rebstocks zu erkennen war. Das neue Wappen der Stadt wurde 1512 durch ein Diplom des böhmischen Königs Vladislav II. für den Freiherrn Siegmund von Kurtzbach (1450–1513) festgelegt, den damaligen Grundherrn von Winzig. Der Urkunde zufolge soll das Wappen bestehen aus dem Teilbild (ab Kniehöhe) eines geharnischten Mannes mit langem Bart, mit der Rechten ein Schwert schulternd, in der Linken einen Zweig eines Rebstocks mit Blättern und Trauben haltend, im roten Feld. Nachdem die Originalurkunde im Dreißigjährigen Krieg verlorengegangen war, wurde sie am 19. Oktober 1651 von den Herzögen von Liegnitz durch eine zweite erneuert.[31]
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Greschiner Weinberg, später Kirschberg genannt, war vor Zeiten, als dort noch eine Kelter stand, ein Fuchs tot aufgefunden worden. Es wurde vermutet, er habe sich mit Weintrauben überfressen. Man sagte sich, angesichts dieser offenbar tödlichen Nebenwirkung des Winziger Weins könne doch eigentlich auf den Gebrauch des Galgens verzichtet werden. In Versform lautete das Argument:
Uns hat der Wein getötet
den Fuchs in seinem Balgen
was brauchen wir da weiter
für uns noch einen Galgen
Muss einer von uns hängen
dann richten wir's so ein:
wir geben ihm vorm Tode
ein Glas von unserem Wein
Die Erzählung hat sich in der Geschichtsschreibung der Stadt als Sage vom Winziger „Mordwein“ verfestigt. Die Kelter auf dem Kirschberg soll schon am Anfang des 19. Jahrhunderts nicht mehr vorhanden gewesen sein.[32]
Söhne und Töchter des Ortes
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- Andreas Stier (* 15. Mai 1624; † 23. Dezember 1691 in Steinau), evangelischer Geistlicher, wurde 1650 Kantor und 1651 Rektor in Winzig, war 1667–1670 hier Diakon, kurz darauf Pastor in Ransen bei Steinau und erhielt 1671 das Diakonat zu Steinau, wo er 1691 starb[33]
- Florian Baucke, SJ (1719–1779), Jesuitenmissionar und Schriftsteller
- Christian Gottfried Krause (1719–1770), Jurist, Komponist und Musikschriftsteller
- Theodor Drath (1828–1920), Musikpädagoge, Komponist und Musikschriftsteller
- Heinrich Schubert (* 6. November 1839), Gymnasiallehrer und schlesischer Landeshistoriker
- Albrecht Paetz (1851–1922), Mediziner/Psychiater
- Friedrich Oskar Giesel (1852–1927), Chemiker, Pionier der Radioaktivitätsforschung und Hochschullehrer (Honorarprofessor).
- Leopold von Kleist (1872–1946), preußischer Offizier
- Walter Schroth (1882–1944), Offizier, General der Infanterie
- Peter Gerlitz (1926–2013), Pastor und Religionswissenschaftler
Gemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Landgemeinde Wińsko mit einer Fläche von 249,5, km² gehören das Dorf selbst und 41 weitere Dörfer mit Schulzenämtern.
Partnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es besteht seit 2008 eine Partnerschaft zwischen Hollenstedt und Wińsko. Die Stadt Meschede in Deutschland hat am 10. Juni 1956 die Patenschaft für die Heimatvertriebenen der ehemaligen schlesischen Stadt Winzig übernommen.[34]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Martin Zeiller: Wintzig. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae (= Topographia Germaniae. Band 11). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1650, S. 190 (Volltext [Wikisource]).
- Winzig, Stadt, Kreis Wohlau, Regierungsbezirk Breslau, Provinz Schlesien. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Winzig (meyersgaz.org).
- Friedrich Albert Zimmermann: Beiträge zur Beschreibung von Schlesien, Band 7, bei Johann Ernst Tramp, Brieg 1787, S. 216–240 (Google Books).
- Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien. Breslau 1830, S. 1040–1041 (Google Books).
- Philipp Hanke: Topographische Chronik der Stadt Winzig, 1864 (dbc.wroc.pl); Ergänzungen und notwendige Berichtigungen zu diesem Buch wurden veröffentlicht von Trebusch: Zur Chronik von Winzig – Mit Urkunde, in: Rübezahl, Band 77, Liegnitz 1873, S. 240–242 (Google Books).
- Heinrich Schubert: Chronik der Stadt Winzig, Verlag: Magistrat, Winzig 1914 (bibliotekacyfrowa.pl).
- Rita S. Botwinick: Winzig, Germany, 1933–1946. The History of a Town under the Third Reich. Praeger, Westport CT 1992, ISBN 0-275-94185-X. (questia.com Auszüge)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stadt Winzig (Territorial.de)
- Wińsko, vor 1945 Winzig, Kreis Wohlau – Bilddokumente (www.glogow.pl)
- Website der Gemeinde (polnisch)
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gustav A. Tzschoppe, Gustav A. Stenzel: Urkundensammlung zur Geschichte des Ursprungs der Städte und der Einführung und Verbreitung Deutscher Kolonisten und Rechte in Schlesien und der Ober-Lausitz. Hamburg 1832, S. 401–402 (Google Books).
- ↑ Colmar Grünhagen: Die Hussitenkämpfe der Schlesier 1420–1435, bei Ferdinand Hirt, Breslau 1872, S. 223 (Google Books).
- 1 2 3 Josef Partsch: Schlesien – Eine Landeskunde für das deutsche Volk auf wissenschaftlicher Grundlage, Teil II: Landschaften und Siedelungen, Ferdinand Hirt, Breslau 1911, S. 451 (Google Books).
- 1 2 3 Historisch-Politisch-Geographischer Atlas der gantzen Welt, Zwölffter Theil, Leipzig 1749, Sp. 1126–1127 (Google Books).
- ↑ Philipp Hanke: Topographische Chronik der Stadt Winzig, 1864, S. 93 (dbc.wroc.pl)
- ↑ Heinrich Schubert (Hrsg.): Michael Morgenbessers Geschichte von Schlesien, Dritte, gänzlich umgearbeitete Auflage, bei Josef Max & Comp., Breslau 1892, S. 210 (Google Books).
- ↑ Heinrich Schubert: Urkundliche Geschichte der Stadt Steinau an der Oder. Verlag von Max Woywod, Breslau 1885, S. 65–66 (Google Books).
- 1 2 Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs für Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe, Band 1 B, Berlin 1935, 2. Teil, Provinz Schlesien, S. 1800–1801 (Google Books).
- 1 2 3 Winzig, Stadt, Kreis Wohlau, Regierungsbezirk Breslau, Provinz Schlesien. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Winzig (meyersgaz.org).
- ↑ Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat – Auf Grund der Ergebnisse der Vieh- und Obstbaumzählung vom 1. Dezember 1913, der Viehzählung vom 2. Dezember 1912 und anderer amtlicher Quellen, Heft 6: Provinz Schlesien, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Breslau, 8. Kreis Wohlau, S. 52–53, Ziffer 3 (Google Books).
- 1 2 Stadt Winzig
- ↑ Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preußischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1928, S. 344–477, insbesondere S. 414, 23. Kreis Wohlau, Ziffer 61 und 102 (Google Books).
- 1 2 3 4 5 Friedrich Albert Zimmermann: Beiträge zur Beschreibung von Schlesien, Band 7, bei Johann Ernst Tramp, Brieg 1787, S. 216–240, insbesondere S. 232–233 (Google Books).
- 1 2 3 4 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 408–415, Ziffer 810 (Google Books).
- ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien. Breslau 1830, S. 1040–1041 (Google Books).
- ↑ Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage, Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 948–949 (Google Books).
- ↑ Uebersicht des Flächenraums und der Einwohnerzahl des Preussisches Staates, und Alphabetisches Verzeichniss der Städte in demselben, mit Angabe der Civil-Einwohnerzahl am Schlusse des Jahres 1852. Decker, Berlin 1854, S. 28 (Google Books).
- ↑ Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlgung im Regierungsbezirk Breslau, Berlin 1868, 24. Kreis Wohlau, S. 42, Ziffer 54–55 (Google Books)
- 1 2 Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 60–61, Ziffer 3 (Google Books).
- ↑ Reinecke: Preußisches Staatshandbuch – Mit einer statistisch-topographischen Uebersicht, bei F. Berggold, Berlin 1870, S. 403 (Google Books).
- 1 2 3 4 5 Michael Rademacher: Wohlau. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Königliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen – Auf Grund der Materialien der Volkszählung am 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen, Band VI: Provinz Schlesien, Berlin 1887, S. 70–71, Ziffer 3 (Google Books).
- ↑ Winzig. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 20: Veda–Zz. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 681 (Digitalisat. zeno.org). (Google Books)
- 1 2 3 Hans Lutsch: Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Provinz Schlesien, Band II: Die Landkreise des Reg.Bezirks Breslau, bei Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1889, S. 628–629 (Google Books).
- ↑ Heinrich Schubert: Chronik der Stadt Winzig, Verlag: Magistrat, Winzig 1914, S. 114 (bibliotekacyfrowa.pl)
- 1 2 3 F. G. Eduard Anders: Historische Statistik der Evangelischen Kirche in Schlesien, bei Gottlieb Wilhelm Korn, Breslau 1867, S. 404 (Google Books).
- ↑ Siegismund Justus Ehrhardt: Evangelische Kirchen- und Prediger-Geschichte der Stadt und des Fürstenthums Liegnitz, Druck: Johann Gottfried Pappäsche, Liegnitz 1789, S. 234–235, § 26 und § 27 (Google Books).
- ↑ Gabriel Wilhelm Götten: Das jetztlebende gelehrte Europa, Band 7, bei Joachim Andreas Deetz, Zelle 1743, S. 226 (Google Books).
- ↑ Heinrich Schubert: Chronik der Stadt Winzig, Verlag: Magistrat, Winzig 1914, S. 138 (bibliotekacyfrowa.pl).
- ↑ Heinrich Ziegler: Die Gegenreformation in Schlesien, Verein für Reformationsgeschichte, Halla a. S. 1888, S. 136 (Google Books).
- ↑ Hugo von Sauma-Jetsch: Wappenbuch der schlesischen Städte und Städtel, Berlin 1870, Sp. 375–377 (Google Books).
- ↑ Richard Kühnau: Mittelschlesische Sagen geschichtlicher Art, Ostdeutsche Verlagsanstalt, Breslau 1929, S. 84–85 (Google Books).
- ↑ Heinrich Schubert: Urkundliche Geschichte der Stadt Steinau an der Oder. Verlag von Max Woywod, Breslau 1885, S. 187 (Google Books).
- ↑ Internetseite der Stadt Meschede / Patenschaft Winzig
