Winningen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 19′ N, 7° 31′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Mayen-Koblenz | |
| Verbandsgemeinde: | Rhein-Mosel | |
| Höhe: | 79 m ü. NHN | |
| Fläche: | 6,65 km² | |
| Einwohner: | 2390 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 359 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 56333 | |
| Vorwahl: | 02606 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MYK, MY | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 37 230 | |
| LOCODE: | DE WWG | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Bahnhofstraße 44 56330 Kobern-Gondorf | |
| Website: | winningen.de | |
| Ortsbürgermeister: | Achim Reick (CDU) | |
| Lage der Ortsgemeinde Winningen im Landkreis Mayen-Koblenz | ||


Winningen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel an, die ihren Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf hat.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Winningen liegt im Landschaftsschutzgebiet „Moselgebiet von Schweich bis Koblenz“ an der Untermosel zwischen Koblenz-Güls und Kobern-Gondorf auf der linken Moselseite. Nächstgelegene Städte sind an der Mosel Koblenz, etwa 5 km moselabwärts, sowie Cochem, etwa 40 km moselaufwärts.
Ein linker Moselzufluss ist der Weilsbornbach mit einer Länge von 1,8 km.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Winningen war bereits in römischer Zeit besiedelt. Beim Bau der A 61 wurden nahe der Moseltalbrücke die Fundamente einer Villa rustica entdeckt, heute von der Schleife der Ausfahrt zur Autobahnraststätte Moseltal Ost umschlossen.[4]
Winningen wurde erstmals in einer Urkunde des Königs Ludwig II. vom 20. Oktober 871 unter dem Namen „Uuidinge“ genannt. Als König Arnulf am 23. Januar 888 der Reichsabtei St. Maximin die „Villa Rübenach“ im Mayenfeldgau mit ihren Zubehörungen schenkte, wurde darunter auch „Uuindiga“ gezählt. Diese Urkunde aus dem Jahr 888 ist möglicherweise verfälscht, aber auch später wurde Winningen stets bei den Maximinischen Gütern genannt: „Windingun“, „Windingis“, „Wendenges“, „Wendengias“.[5]
Güter in Winningen (Windinga) wurden 1016 von Kaiser Heinrich II. dem Nonnenkloster Kaufungen geschenkt. Im Jahr 1320 wird Ritter Hermann von Winningen erwähnt. Er besaß eine der ältesten dokumentierten Weinbergslagen, die er von Graf Wilhelm I. von Katzenelnbogen als Lehen erhielt. Dabei handelte es sich um einen Weingarten zu Winningen im Destil beim Garten des Heinrich Kind von Pfaffendorf, einen Weingarten am Wolfspfade und einen Weingarten am Gire.
Der Weinhexbrunnen, umgeben von einem Fachwerkensemble, spielt auf die Hexenverfolgungen im 17. Jahrhundert an. Oberhalb des Ortes auf dem Hexenhügel erinnert das derzeit älteste bekannte Denkmal aus dem Jahr 1925 an die Opfer der Hexenverfolgungen an diese Zeit.
Winningen ist traditionell eine evangelische Enklave in einem katholischen (ehemals kurtrierischen) Umland. Aufgrund der Rechtsnachfolge der Grafschaft Sponheim bestand in Winningen bis 1776 eine Doppelherrschaft zwischen Pfalz-Zweibrücken und der Markgrafschaft Baden. Da beide Herren in der Reformationszeit zum neuen Glauben übertraten, wurde auch Winningen evangelisch.
Von 1776 bis zur Besetzung durch französische Revolutionstruppen 1794 war Winningen badisch. Nach Ende der Franzosenzeit gehörte es zur preußischen Rheinprovinz.
Bei einem Raubüberfall zusammen mit vier Komplizen erschoss Dieter Freese am 14. Februar 1962 den Filialleiter der Sparkasse in Winningen. Nach einer spektakulären Flucht wurde Freese am 9. März 1962 gefasst und zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.[6] Dieser Mord wurde vor Ort als Folge 21 der NDR-Reihe Stahlnetz verfilmt. Auch vorangegangene Überfälle Freeses an anderen Orten wurden in Winningen gedreht.
Zur Eröffnungsfeier der WM 1974 im Frankfurter Waldstadion vertrat die Winninger Winzer-Tanz- und Trachtengruppe die Bundesrepublik.
Winningen verfügt als einziger Ort in Deutschland über eine Lautsprecheranlage, über die mittags und abends nach dem Abspielen einer Erkennungsmelodie ortsrelevante Neuigkeiten und Mitteilungen ausgerufen werden. In der Zeit des Weinfestes wird zu diesem Zweck eine spezielle Melodie abgespielt.[7]
Einwohnerstatistik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Winningen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[8]
| Winningen: Einwohnerzahlen von 1815 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1815 | 1.270 | |||
| 1835 | 1.551 | |||
| 1871 | 1.661 | |||
| 1905 | 1.890 | |||
| 1939 | 1.990 | |||
| 1950 | 2.684 | |||
| 1961 | 2.399 | |||
| 1970 | 2.459 | |||
| 1987 | 2.457 | |||
| 2005 | 2.457 | |||
| 2011 | 2.483 | |||
| 2018 | 2.424 | |||
| 2022 | 2.455 | |||
| 2024 | 2.390 | |||
Konfessionsstatistik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 31. Juli 2014 waren 47,9 % der Einwohner evangelisch, 29,8 % katholisch und 22,3 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.[9] Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Mit Stand September 2025 waren von den Einwohnern 38,7 % evangelisch, 25,6 % katholisch und 35,8 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.[10]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Winningen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:
| Wahl | SPD | CDU | Grüne | FDP | FBL | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 1 | 6 | 2 | 5 | 2 | 16 Sitze[11] |
| 2019 | 1 | 5 | 2 | 5 | 3 | 16 Sitze[12] |
| 2014 | – | 8 | – | 1 | 11 | 20 Sitze |
| 2009 | – | 6 | – | 3 | 7 | 16 Sitze |
| 2004 | – | 8 | – | 4 | 8 | 20 Sitze |
- FBL = Freie Bürgerliste Winningen e. V.
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Achim Reick (CDU) wurde am 4. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Winningen.[13] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 55,0 % gegen den Amtsinhaber durchgesetzt.[14]
Reicks Vorgänger Rüdiger Weyh (FDP) hatte das Amt am 25. Juni 2019 übernommen. Bei der Stichwahl am 16. Juni 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 50,50 % für fünf Jahre gewählt worden, nachdem bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 keiner der ursprünglich drei Bewerber, darunter auch der bisherige Amtsinhaber Eric Peiter (parteilos), eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte.[15][16][17]
Wappen
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| Blasonierung: „In rot-silber geschachtem Schild ein schwarzes Herzschild, darin ein goldenes senkrecht mit dem Griff nach unten gestelltes Schwert.“[18] | |
| Wappenbegründung: Sponheimisches Wappen mit Winninger Schwert: Der geschachte Schild zeigt das Wappen der Hinteren Grafschaft Sponheim. Das Schwert ist wahrscheinlich das Attribut des Heiligen Martin, dem Schutzpatron der hiesigen katholischen Kirche.
Die Bannerflagge der Ortsgemeinde ist blau-rot mit zentriert aufgelegtem Wappenschild. |



