Wikipedia:Review/Sport
Auf dieser Seite sollen Artikel, die sich im weiten Sinne auf Sport beziehen, eingestellt werden. Bitte beachte auch die Hinweise auf Wikipedia:Review sowie den Kritik-Knigge. Bitte beachte: Ein Review von Sportlisten und -portalen findet in Wikipedia:Review/Listen und Portale statt.
Hilfsmittel: Richtlinien • Ratschläge zum Schreibstil • Empfehlungen zum Aussehen.
Artikel werden aus dem Review entfernt, wenn sie entweder für die lesenswerten oder exzellenten Artikel kandidieren, wenn offensichtlich nicht mehr an ihnen gearbeitet wird (ungefähre Richtlinie: 14 Tage seit dem letzten Diskussionsbeitrag) oder wenn der Einsteller/Autor dies wünscht. Die Reviews mittels Ausschneiden und Einfügen bitte auf den Diskussionsseiten der Artikel archivieren.
Emmy Eisenberg war eine österreichische Bergsteigerin, Kletterin und Essayistin. Eisenberg galt als einer der besten Kletterinnen ihrer Zeit, ihr gelangen mehrere Erstbegehungen und Erstbesteigungen. Die besten Kletterer gehörten zu ihrem Freundeskreis. Bekannt wurde sie über ihre Schriften, in denen sie einerseits ihre Klettertouren beschrieb, aber auch den allgegenwärtigen Sexismus anprangerte. Eisenberg war eine moderne Frau, weltoffen, gebildet und sprachgewandt, die sich wenig an Konventionen hielt.
Ich habe den Artikel geschrieben und in mehreren Schüben überarbeitet. Für Verbesserungsvorschläge und Anregungen bin ich dankbar. --Alpenhexe (Diskussion) 22:21, 21. Apr. 2026 (CEST)
- Vorab einmal ein Dankeschön für die Mühe und Zeit, die in den schönen Artikel geflossen sind. Toll, dass hier eine Biografie über eine Frau vorgestellt wird, denn davon gibt es im Vergleich zu Männern zu wenig Artikel.
- Beim Lesen des Artikels sind mir folgende Gedanken gekommen:
- 1) Mit Superlativen würde ich sparsam umgehen.
- Statt "Emmy war eine sehr gebildete Frau", lieber: "Emmy war eine gebildete Frau".
- Statt "Ab Ende der 1920er-Jahre war Eisenberg viel in den Dolomiten", lieber: "Ab Ende der 1920er-Jahre war Eisenberg öfters in den Dolomiten." [Was machte sie viel in den Dolomiten? Hier noch kurz erläutern]. Statt "1928 lernte sie den Bergsteiger und Schriftsteller Severino Casara kennen, der am Leben von Preuß sehr interessiert war", lieber: "1928 lernte sie den Bergsteiger und Schriftsteller Severino Casara kennen, der am Leben von Preuß interessiert war."
- Statt: "Eisenberg stellte Casara viele persönliche Unterlagen von Preuß zur Verfügung", lieber: "Eisenberg stellte Casara persönliche Unterlagen von Preuß zur Verfügung".
- "Ihre Überlegungen setzte sie in witziger Form mit viel Ironie um", auch hier am besten eine Alternative zu "viel Ironie" überlegen. Ohne das "viel"?
- "Sie begann bereits sehr früh mit dem Klettern". Hier würde ich auch das "sehr" weglassen oder erläutern. Mit wie vielen Jahren? Das "sehr" in dem Fall belassen, aber konkretisieren.
- 2) Zentrale Aussagen aus der Sekundärliteratur würde ich grundsätzlich mit Direktzitat wiedergeben.
- Die Aussage ist z.B. so noch zu absolut formuliert. Spricht hier die Stimme der Autorin oder der Sekundärliteratur? Durch ein Direktzitat stellt sich dagegen die Frage nicht mehr: "Eisenbergs jüdische Herkunft war der andere Grund, warum ihre Leistungen in Vergessenheit gerieten: Antisemitische Vorurteile, vor allem aber der Nationalsozialismus führten dazu, dass Unterlagen und Informationen über jüdische Bergsteiger und Bergsteigerinnen wie Eisenberg weitestgehend getilgt wurden."
- Ebenso diese Aussage: "Sie galt als witzig und geistreich, daher waren ihre Schriften beliebt."
- 3) Manche Informationen gerne, sofern möglich, ausformulieren.
- "Erst ab etwa 1980 wurde wieder an sie erinnert." Warum erst ab 1980? Woher stammt die Aussage? Was ist der Auslöser für die Erinnerung? Ein Gedenktag o.ä.?
- 4) Vorsichtigere Formulierungen wählen.
- Die Aussage "Eisenberg wurde weitgehend vergessen, und die über sie vorliegenden Informationen sind fragmentarisch. Das liegt zum einen an ihrem Geschlecht" ist so zu bestimmt formuliert. Lieber abschwächen, etwa mit: "Das dürfte/könnte ... daran liegen" oder erst gar nicht eine Kausalität herstellen und den Grund lieber als zusätzliches Hintergrundwissen präsentieren. Statt den Doppelpunkt zu setzen, lieber einen Punkt und die zweite Aussage als neutrale Ergänzung hinter die erste Aussage stellen?
- 5) Inhaltliche Verschiebung vornehmen.
- Den letzten Abschnitt im Kapitel "Leben" ab der Stelle "Eisenberg galt als moderne Frau ..." eventuell in ein anderes Kapitel auslagern? Das ist ja eher Rezeption als Lebensstation?
- 6) Inhaltliche Ergänzung vornehmen
- Am besten noch einen Absatz zum Lebensende von Emmy Eisenberg integrieren. Vllt. am Ende des Kapitels zum Leben? Woran ist sie gestorben? In welchem Alter und an welchem Ort? Gab es Nachrufe oder Reaktionen auf ihren Tod?
- Soweit erstmal meine Gedanken, die nur als wohlwollende Hinweise zu verstehen sind und nicht als Erwartungen, dass sie allesamt umgesetzt werden müssten. Den Artikel halte ich auch so für gelungen und hat mir beim Lesen Freude bereitet. Vielleicht ist ja aber der eine oder andere Punkt dabei, den du für gut erachtest und den Artikel weiter verbessern könnte. --Gezeitengarten (Diskussion) 12:59, 23. Mai 2026 (CEST)
- Hallo @Gezeitengarten, vielen Dank für die detaillierten Anregungen. Einige habe ich sofort umgesetzt (wie unter Punkt 1), bei anderen muss ich nochmals genau in die verwendete Literatur schauen (wie bei Punkt 2); ich kann mich dunkel erinnern, dass ich das mehr oder minder wortwörtlich aus der Literatur habe, will aber sicher gehen. Punkt 3: der Auslöser war das verstärkte Erinnern an Preuß (den man auch aus antisemitischen Motiven etwas vergessen hatte). Punkt 4 stammt von Köhler - aber auch das werde ich nochmals überprüfen. Punkt 6: hier hast du absolut Recht, aber leider gibt es über sie nach dem Zweiten Weltkrieg überhaupt kein Aufzeichnungen (zumindest habe ich keine gefunden). Danke und dir noch einen schönen Feiertag, --Alpenhexe (Diskussion) 20:42, 23. Mai 2026 (CEST)
- Hallo @Gezeitengarten, jetzt habe ich das Buch wieder aus der Bibliothek und konnte nachschauen :-) Daher jetzt das Feedback zu deinem Punkt 2: beide Aussagen stehen in der Quelle. Ich habe jetzt den Satz über den Antisemitismus wortwörtlich aus der Quelle übernommen (hoffentlich kein Urheberrechtsproblem). Der andere Satz "Sie galt als witzig und geistreich... " steht exakt so in der Quelle. Punkt 4. habe ich jetzt auch etwas abgeschwächt und exakt so formuliert, wie es in der Quelle steht. Über Punkt 5. denke ich nach, für ein eigenes Kapitel ist mir ein Absatz zu wenig, aber vielleicht finde ich noch mehr, dann ist das sehr sinnvoll. Nochmals herzlichen Dank für Deine Anregungen. Grüße, --Alpenhexe (Diskussion) 13:07, 26. Mai 2026 (CEST)
- Prima. Vielen Dank für die schnelle und gute Umsetzung der genannten Punkte. Ich denke auch, dass der Absatz noch zu wenig Substanz für ein eigenes Kapitel bietet (vgl. Punkt 5) und daher auch so im Kapitel Leben bestehen bleiben kann.
- Wegen der Urheberrechtsproblematik das Zitat am besten mit Anführungszeichen kennzeichnen. Ab 3-4 Wörter in Folge, die exakt übernommen werden, würde ich immer Anführungszeichen setzen. Für den Fall, dass ein bestimmtes Wort besonders wichtig ist, verdient es natürlich ebenfalls Anführungszeichen.
- Wäre es eine Idee den Satz "Sie galt als witzig und geistreich" im Artikel in Anführungszeichen zu setzen? Das ist ein schönes Zitat für den Artikel, dass man als solches kennzeichnen könnte.
- Dass es kaum Informationen über ihr Lebensende gibt, ist natürlich schade, aber dadurch nachvollziehbar, weshalb dann ein Abschnitt zum Lebensende nicht gesondert behandelt wird.
- Ich freue mich, wenn ich ein wenig behilflich sein konnte. Schön einen Biografie-Artikel aus deiner Feder zu lesen. --Gezeitengarten (Diskussion) 14:24, 26. Mai 2026 (CEST)
- Hallo @Gezeitengarten, ich habe jetzt das "witzig und geistig" als Zitat markiert, das ist wirklich ein sehr schönes Zitat! Viele Grüße, --Alpenhexe (Diskussion) 12:29, 27. Mai 2026 (CEST)
- Hallo @Gezeitengarten, jetzt habe ich das Buch wieder aus der Bibliothek und konnte nachschauen :-) Daher jetzt das Feedback zu deinem Punkt 2: beide Aussagen stehen in der Quelle. Ich habe jetzt den Satz über den Antisemitismus wortwörtlich aus der Quelle übernommen (hoffentlich kein Urheberrechtsproblem). Der andere Satz "Sie galt als witzig und geistreich... " steht exakt so in der Quelle. Punkt 4. habe ich jetzt auch etwas abgeschwächt und exakt so formuliert, wie es in der Quelle steht. Über Punkt 5. denke ich nach, für ein eigenes Kapitel ist mir ein Absatz zu wenig, aber vielleicht finde ich noch mehr, dann ist das sehr sinnvoll. Nochmals herzlichen Dank für Deine Anregungen. Grüße, --Alpenhexe (Diskussion) 13:07, 26. Mai 2026 (CEST)
Auf der Diskussionsseite des Artikels steht eine ganze Reihe an Punkten. Aufmerksam machen möchte ich zusätzlich auf ein paar Ungenauigkeiten.
"In den 1920er-Jahren heiratete sie Otto Brioschi (1901–1966), der aus einer wohlhabenden Wiener Familie stammte. Von da an nannte sie sich Emmy Hartwich-Brioschi." Ja, so steht es bei Smart. Allerdings: In ihrem Bericht über die Begehung der Triglav-Nordwand (1925, ) nennt sie Otto Brioschi ihren "ständigen Begleiter". Sie zeichnete allerdings ihre Berichte auch 1930 noch mit "Emmy Hartwich" (und nicht "Hartwich-Brioschi"). Erst in der Korrespondenz mit Casara ist der Name Hartwich-Brioschi m.E. sicher nachgewiesen. – "Im selben Jahr [= 1940] übersiedelte sie in die Provence, wo sie sich versteckte und unter dem Vichy-Regime den Zweiten Weltkrieg überlebte." Das stimmt nicht ganz mit dem Beleg überein. Dort ist nämlich nicht von "Verstecken" die Rede. Vielmehr heißt es: "Dort [in der Provence], unter der Vichy-Regierung und dann der italienischen Besatzung, war ihre jüdische Herkunft eine etwas geringere Gefährdung ("Belastung", liability), als sie es in Österreich gewesen war." D.h. ihr Zufluchtsort lag spätestens ab 1942 in der italienischen Zone östlich der Rhône.
Über ihr weiteres Leben sollte es Informationen bei Casara geben, in dessen Preuß-Biographie ihr ein ganzes Kapitel gewidmet sein soll. "Ende der 1970er-Jahre teilte die über 90-Jährige ihre Erinnerungen mit Reinhold Messner." Ja, so steht es bei Smart, Messner selber schreibt aber (etwa hier), dass er Briefe (und Preuß' Kletterhammer) 1968 von ihr bekommen habe, ihm zufolge als Reaktion auf seinen Aufsatz "Mord am Unmöglichen" (1967). Gemäß Anna Staudacher (Jüdisch-protestantische Konvertiten in Wien 1782-1914) war sie zuletzt "Pensionistin" (also Rentnerin) und ist auf dem Döblinger Friedhof begraben.
Es gibt eine gewisse Tendenz in dem Artikel, das auszuwählen, was einem sympathisch ist. Das gilt insbesondere für die Darstellung der Schrift "Die Frau in den Bergen", über die es deutlich mehr und deutlich zweischneidigere Literatur gibt, als man nach dem Artikel denken könnte. Ich fände es gut, wenn man das mehr spüren könnte.
"Gedenken": Das ist nebulöser, als es sein müsste. Ja doch, Frauen und Juden wurden in der Bergsteigerszene nicht ernst genommen und geradezu verschrien. Aber was ist das mit den rätselhaften "lückenhaften Aufzeichnungen"? Die Tourenberichte von Emmy Hartwich sind noch heute problemlos in den Mitteilungen der Sektion Donauland nachzulesen, wo sie Vollmitglied war. Dass das in anderen Alpenvereinssektionen nicht möglich gewesen wäre, stimmt natürlich. Rätselhaft auch, dass "Informationen und Unterlagen über jüdische Bergsteiger und Bergsteigerinnen […] weitestgehend getilgt" worden seien. Was ist damit gemeint? Welche "Unterlagen"? Dass Juden aus den Alpenvereinssektionen hinausgedrängt wurden, trifft natürlich zu. Beispielhaft Ugo Ottolenghi di Vallepiana: Der war CAI-Mitglied bis 1938 und wurde erst dann im Zuge der Leggi razziali ausgeschlossen. Der Zusammenhang zu Eisenbergs Biografie ist mir nicht klar.--Mautpreller (Diskussion) 09:28, 26. Mai 2026 (CEST)
- Hallo Mautpreller, danke für Deine Anmerkungen.
- Wie bereits auf der Artikeldisk steht, ist das genaue Datum der Heirat mit Otto Briochi nicht in Primärquellen wie einem Heiratsregister nachweisbar (sie muss ja nicht in Wien geheiratet haben, damit wäre es dann dort auch nicht eingetragen). Aber Primärquellen sollten wir eh nicht als Hauptquelle heranziehen, da TF. Und Smart ist eine reputable Quelle. Dass Eisenberg Briochi ihren ständigen Begleiter genannt hat, schließt eine Heirat nicht aus, zumal sie in ihrer ersten Ehe häufig Reisen und Touren ohne Ehemann gemacht hat (vielleicht wollte sie damit den Unterschied klarmachen? Ist aber reine Spekulation). Ich habe jetzt das Überleben in der Provence angepasst (das Verstecken habe ich in einer anderen Quelle gelesen, diese finde ich aber nicht mehr, daher habe ich es herausgenommen). Ab wann sie unter italienischer Besatzung gelebt hat, lässt sich in den Quellen leider nicht nachvollziehen.
- Das Buch von Casara gibt es leider nur auf Italienisch, eine Sprache, die ich leider nur rudimentär beherrsche und daher leider nicht auswerten kann. Ich habe bei Messner im Buch "Mord am Unmöglichen" nichts über Eisenberg gelesen, auf welcher Seite steht das? Der Hinweis auf Staudacher ist interessant, da ich praktisch nichts über ihr Leben nach dem Zweiten Weltkrieg gefunden habe. Kann man das Buch ausleihen und auf welcher Seite wird Eisenberg beschrieben? bzw. steht da noch mehr über sie?
- Was genau vermisst du bei dem Essay "Frau in den Bergen"? Im ersten Abschnitt wird die Schrift beschrieben (fast schon zu lang) und im zweiten die Rezeption.
- Gedenken: Aufzeichnungen über jüdische Bergsteiger wie Eisenberg gibt es nur bis 1924 (Auflösung der Sektion Donauland), danach wurden die Touren und Erfolge nicht mehr in den AV Mitteilungen wiedergegeben. Die Sektionen (nicht alle, aber sehr viele) haben sogar begonnen, in ihren Archiven möglichst viel über jüdische Bergsteiger zu löschen (in den Archiven war mehr als in den AV Mitteilungen, z.B. Hüttenbücher in denen auch Touren vermerkt wurden), daher ist vieles verlorengegangen. Es ist nicht plausibel, dass Eisenberg 1924 schlagartig aufgehört hat zu klettern, es wurde nur nicht mehr offiziell aufgezeichnet. Das ist der Zusammenhang mit ihrer Biografie - dass sie wohl noch sehr viele Touren gemacht hat, aber belastbare Unterlagen darüber rar sind. Aber du hast einen guten Punkt gebracht: ich habe wohl zuviel beim Leser vorausgesetzt und dies sollte deutlicher gemacht werden. --Alpenhexe (Diskussion) 13:53, 26. Mai 2026 (CEST)
- Hallo Alpenhexe, nur ein paar schnelle Antworten: Donauland wurde 1924 nicht aufgelöst, sondern aus dem DuÖAV ausgeschlossen. Die "Nachrichten des Alpenvereins Donauland und des Deutschen Alpenvereins Berlin" sind mindestens bis 1933 erschienen und online über ANNO verfügbar. Ich müsste nachgucken, bin mir aber ziemlich sicher, dass Donauland bis fast zum "Anschluss" (dann ohne Berlin) weiter "Nachrichten" bzw. "Mitteilungen" mit Tourenberichten publiziert hat (PS: Ja, unter dem Titel "Berg und Ski", online zugänglich, aber nicht durchsuchbar). Dort wurde natürlich weiter "aufgezeichnet", auch die von Dir zitierten Tourenberichte sind ja großteils nach 1924 dort erschienen.
- Brioschi: Ich weiß natürlich auch nicht, wann sie Otto Brioschi geheiratet hat. Wollte hier nur ein paar halbwegs handfeste Indizien anmerken: 1925 war er jedenfalls ihr "ständiger Begleiter" (u.a. in der Triglav-Nordwand). Für ihre Tourenberichte in den Donauland-Nachrichten benutzte sie mindestens bis 1930 aber als Autorangabe nicht den Namen Brioschi oder Hartwich-Brioschi, sondern "Emmy Hartwich". Zumindest für ihre bergsteigerischen Publikationen nannte sie sich in den 1920er Jahren also definitiv nicht Hartwich-Brioschi (weshalb ich den Satz etwas umformulieren würde).
- Messner: "Mord am Unmöglichen" war zunächst mal ein vielzitierter Aufsatz Messners von 1968 und wurde erst viel später zum Buchtitel. Messner erzählt die Geschichte unter anderem in "Über Leben" (2014), siehe den obigen Link, und in dem Interviewband "Mein Leben am Limit" (2012) (siehe hier), auch hier, auch im "Philosoph des Freikletterns".
- Staudacher: Das ist eine Fußnote im 2. Band von Staudachers Aufstellung, mehr, als ich schrieb, findet sich da nicht.
- "Frau in den Bergen": Es gibt durchaus unterschiedliche Rezeption dieses Texts. Sabine Günther steht dafür beispielhaft (Alpine Quergänge), aber man findet zum Beispiel auch hier die Bemerkung, dass an Emmy Hartwichs klarer Trennung zwischen Führendem und Geführter die Grenzen weiblicher Emanzipation erkennbar wurden, oder hier die Anmerkung, dass sie das Mann-Frau-Verhältnis doch auf sehr "traditionelle Weise" ansprach. Wie weit der Text ernst und wie weit er ironisch gemeint war, ist eben nicht ganz klar, was auch an der Form der "heiteren Plauderei" liegt. Du löst das recht glatt in eine ironische Lesart auf, dieser Vereindeutigung folgt aber weder die zeitgenössische noch die spätere Rezeption umstandslos (und das gilt ähnlich für eine vereindeutigt ernste Lesart). --Mautpreller (Diskussion) 15:23, 26. Mai 2026 (CEST)
- Hallo Mautpreller,
- Wann Eisenberg Otto Briochi geheiratet hat, ist unklar, da sind wir uns einig. Ich habe die Formulierung, ab wann sie sich Hartwich-Briochi genannt hat, jetzt genauso vage wie Smart ausgedrückt.
- Bei Messner steht eigentlich nur, dass er einen Hammer bekommen hat, ob das für die Biografie von Eisenberg viel bringt? Ich halte das für ein Mini-Detail am Rande und nicht wirklich erwähnenswert.
- Zu der "Frau in den Bergen": was bei Günter steht (oder nicht steht) wurde bereits ausführlich im September 2024 diskutiert, daran hat sich nichts geändert. Der Link auf "Sports in Austria" zitiert auch nur Günter, bringt also keine neuen Erkenntnisse. Die Alpenvereinsbroschüre "Ausgeschlossen" ist hoch interessant (danke dafür, diese kann ich wunderbar bei anderen Biografien gebrauchen), bringt aber für Eisenberg auch keine neuen Erkenntnisse. Zu den "Frau in den Bergen" heißt es wörtlich "beleuchtet sie die Rolle der Frau und Wahrnehmung der Frau auf direkte, ironische und zugleich aber auch traditionelle Weise". So - aber deutlich ausführlicher - steht es auch im Artikel, ironisch und traditionell ( die damalige Auffassung der Unzugänglichkeiten der Frauen, wie Orientierungssinn und Rucksackschleppen). --Alpenhexe (Diskussion) 12:29, 27. Mai 2026 (CEST)
- Da werden wir uns nicht einigen. Es gibt weitaus ambivalentere und widersprüchlichere Bewertungen von Eisenbergs Aufsatz als diejenigen, die Du wiedergibst. Dass diese nicht ausgewertet werden, ist nun mal ein Mangel am Artikel. --Mautpreller (Diskussion) 13:03, 27. Mai 2026 (CEST)
- Zu der "Frau in den Bergen": was bei Günter steht (oder nicht steht) wurde bereits ausführlich im September 2024 diskutiert, daran hat sich nichts geändert. Der Link auf "Sports in Austria" zitiert auch nur Günter, bringt also keine neuen Erkenntnisse. Die Alpenvereinsbroschüre "Ausgeschlossen" ist hoch interessant (danke dafür, diese kann ich wunderbar bei anderen Biografien gebrauchen), bringt aber für Eisenberg auch keine neuen Erkenntnisse. Zu den "Frau in den Bergen" heißt es wörtlich "beleuchtet sie die Rolle der Frau und Wahrnehmung der Frau auf direkte, ironische und zugleich aber auch traditionelle Weise". So - aber deutlich ausführlicher - steht es auch im Artikel, ironisch und traditionell ( die damalige Auffassung der Unzugänglichkeiten der Frauen, wie Orientierungssinn und Rucksackschleppen). --Alpenhexe (Diskussion) 12:29, 27. Mai 2026 (CEST)
- https://de.findagrave.com/memorial/159564438/de_emilie-brioschi und https://de.findagrave.com/memorial/159564437/otto-brioschi scheint mir übrigens die Angabe von Staudacher zu bestätigen. --Mautpreller (Diskussion) 15:50, 26. Mai 2026 (CEST)
- Sehr interessant, auch dass sie am Döblinger Friedhof begraben ist. Irritierend nur, dass ein anderes Sterbedatum angegeben ist, als in den anderen Quellen. Da hat sich wohl findagrave geirrt? --Alpenhexe (Diskussion) 12:29, 27. Mai 2026 (CEST)
- Soweit ich erkennen kann (mit meinen Kunstgriffen, Google-Auszüge zu melken), gibt Staudacher kein Todesdatum an. Woher stammt denn das im Artikel angegebene Datum? --Mautpreller (Diskussion) 13:01, 27. Mai 2026 (CEST)
- Todesdaten scheint es mehrere zu geben. In der Masterarbeit Sektion Donauland – eine Annäherung. Prosopographie der Erstmitglieder 1921 (Kufner 2022) ist der 13. September 1980 angegeben. Evtl. hilft hier Georg Gauguschs monumentales Werk Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800-1938 weiter. --Mautpreller (Diskussion) 12:07, 28. Mai 2026 (CEST)
- Soweit ich erkennen kann (mit meinen Kunstgriffen, Google-Auszüge zu melken), gibt Staudacher kein Todesdatum an. Woher stammt denn das im Artikel angegebene Datum? --Mautpreller (Diskussion) 13:01, 27. Mai 2026 (CEST)
- Eine zugegeben vage Spur: In einem Band über das Internierungslager Camp des Milles bei Aix-en-Provence, also durchaus in der Gegend, in die Emmy Eisenberg (Hartwich) zu dieser Zeit ging, findet man folgenden Briefauszug: Eine Émilie Harturel schreibt am 22. Februar 1940 aus Marseille an den Präfekt des Départements Bouches-du-Rhône: "Als Ex-Österreicherin wurde ich im August 1939 als Spionin verhaftet … Nach dem 15. Dezember kam ich aufgrund der Einstellung des Verfahrens ins Hotel Terminus des Ports, wo ich interniert wurde … Der Architekt Otto Brioschi, seit 18 Jahren mit mir verlobt, der mit mir in L’Île-Rousse verhaftet und wie ich freigelassen worden war, wird das Lager Les Milles als Dienstleister [?] verlassen."
- Das passt an sich nicht schlecht. Der Familienname mag falsch geschrieben oder gelesen worden sein (gut möglich ein handschriftlicher Brief), der Vorname passt. Emmy Hartwich kann gut "seit 18 Jahren" (also seit 1922) mit Brioschi verlobt gewesen sein. Sie könnte durchaus mit Brioschi auf Korsika gewesen sein (L’Île-Rousse), als sie verhaftet wurde, dort hatte sie ja knapp 15 Jahre vorher eine Tour auf den Monte Cinto gemacht. Der August 1939 war unmittelbar vor dem Überfall auf Polen und der Kriegserklärung Frankreichs an Deutschland, es verwundert daher nicht, dass ein österreichisches Paar, das sich in einem korsischen Hafen befand, der Spionage (für Deutschland oder auch Italien) verdächtigt wurde. Les Milles war ursprünglich ein Lager für die Internierung von Ausländern aus Feindstaaten. Der Zeitpunkt des Briefs liegt ca. zweieinhalb Monate vor dem Westfeldzug Nazideutschlands, d.h. damals war Frankreich formell im Krieg mit Deutschland, im sogenannten Sitzkrieg, aber noch nicht angegriffen worden. Es konnte allerdings nach dem deutschen Sieg sehr gefährlich werden, dort registriert oder gar interniert zu sein, vor allem für Leute, die den Nazis als Juden galten.
- Natürlich ist das (noch) nichts für den Artikel, aber vielleicht ergibt sich mal etwas. Eine Spur ist es immerhin. Quelle: André Fontaine: Le camp d'étrangers des Milles, Cahors 1989, . --Mautpreller (Diskussion) 19:29, 26. Mai 2026 (CEST)
- Das ist tatsächlich hochinteressant. Wenn sich das bestätigen läßt, bringt es etwas Licht in einen Teil der Biografie, von der es wenig Infos gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie als Jüdin im Vichy-Regime und unter italienischer Besatzung keine Probleme hatte - die waren ja nicht weniger antisemitisch und hatten keine Probleme Juden auszuliefern. Es wäre interessant, herauszubekommen, wie sie es geschafft hat, zu entkommen. --Alpenhexe (Diskussion) 12:29, 27. Mai 2026 (CEST)
- Noch eine Bemerkung zu "begraben": Staudacher fügt zum Döblinger Friedhof in Klammern "Krematorium" hinzu. Eisenberg hat sich also vermutlich verbrennen lassen, was bedeutet, dass es wohl "nur" ein Urnengrab gibt, das aber sehr wohl eine Grabplatte haben kann (kenn ich ja aus dem Verwandtenkreis). Bestätigen lässt sich das bei Astrid Schweighofer (S. 214), die Eisenberg wie anderen KonvertitInnen eine Entscheidung für eine Feuerbestattung zuschreibt. Dies könne auch ein Grund dafür sein, dass die ev. und nicht die kath. Kirche gewählt wurde. --Mautpreller (Diskussion) 10:20, 27. Mai 2026 (CEST)
- Bisher ist noch nichts klar, es handelt sich um eine bloße Möglichkeit, der man aber nachgehen könnte. Vielleicht gibt es in der Literatur über les Milles mehr als diesen Briefauszug, der ja zunächst auch gar nicht besagt, ob die Briefschreiberin im Mai 1940 überhaupt noch interniert war. --Mautpreller (Diskussion) 13:47, 27. Mai 2026 (CEST)
- Eins noch: In den Cahiers d'Études Germaniques, Nr. 17, 1989, die Ausgabe ist den Lagern und Gefängnissen in Südfrankreich 1939 bis 1944 gewidmet, wurde ein Tagebuch eines Mitglieds einer Kommission gedruckt, die nach dem Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 (also der französischen Niederlage) die Lager inspizierte: Ludwig Jubitz. In diesem Tagebuch sind auch manchmal Interniertenlisten enthalten, die die französische Seite den Deutschen übergeben musste. Auf einer dieser Listen, für das Frauengefängnis Présentines in Aix-en-Provence, findet sich "Hartwich(?) geb. Eisenberg", die dort aber offenbar nicht mehr war. Der Eintrag ist nicht leicht zu interpretieren, offenbar wurde sie an der Demarkationslinie zwischen besetztem und unbesetztem Frankreich (Châlon) "übergeben", was vermutlich bedeutet, dass sie nach Österreich zurückkehren konnte (hätte können?). Er spricht aber auf jeden Fall dafür, dass Emmy Hartwich dort 1939 oder 1940 einmal als Deutsche bzw. Österreicherin von den Franzosen interniert war. Ob es Literatur dazu gibt, ist zweifelhaft. Vgl. hier, S. 44, Eintrag 2. August 1940. Ein "prestataire" (als solcher wurde Otto Brioschi ja freigelassen) war ein ehemaliger Internierter, der in einer "Prestatär-Kompanie" von der frz. Armee zu div. militärischen und zivilen Diensten eingesetzt wurde (so in Christian Eggers' Beitrag im selben Heft). --Mautpreller (Diskussion) 10:43, 28. Mai 2026 (CEST)
Der Artikel verfolgt ein normatives Narrativ, das aus dezidiert gegenwärtiger Perspektive entwickelt wird und dementsprechend ahistorisch ist. Es ist zusammengefasst in dem Satz: „Eisenberg war eine moderne Frau, weltoffen, gebildet und sprachgewandt, die sich wenig an Konventionen hielt.“ Abgesehen davon, dass mal definiert werden müsste, was eine „moderne Frau“ ausmacht – der Modernitätsbegriff wird hier offensichtlich lediglich als Chiffre für diffus bleibenden Fortschritt verwendet – wird alles, was diesem Bild widerspricht, etwa die Konstruktion von Geschechterrollen und die Befolgung alpinistischer Konventionen, ausgeblendet oder abgebügelt. Solange in dem Artikel aber bewusst unbelegte eigene Interpretationen vertreten und einschlägige Literatur abgelehnt und ausgeschlossen wird, weil sie nicht mit den eigenen Interpretationen übereinstimmt, sehe ich keinen Sinn in einem Review. Der Artikel ist auf einem Niveau, dass einen NPOV-Baustein rechtfertigen würde. Die Bedeutung des Bergs als liminaler Raum, in welchem man ausserhalb der gesellschaftlichen Ordnung stand, wird verkannt, die Rolle von Männerbünden ignoriert und die mögliche Reproduktion von Geschlechter- als Herrschaftsordnungen als Ironie abgetan oder als Bescheidenheit positiv konnotiert.--Assayer (Diskussion) 13:41, 27. Mai 2026 (CEST)
- Du wirfst jede Menge Begriffe in den Raum ohne diese zu belegen oder den Zusammenhang mit dem Lemma klar darzulegen. Ganz im Gegensatz zum Artikel, da ist jede Aussage belegt und zwar mit Literatur, die mit der Lemmaperson in einem engen Zusammenhang steht und diese in den richtigen Kontext stellt. Was bitte soll die Befolgung alpinistischer Konventionen sein? Und warum sollte man am Berg ausserhalb einer gesellschaftlichen oder rechtlichen Ordnung stehen oder gestanden haben? Und so weiter... Das ist doch alles an den Haaren herbeigezogen, dessen einziger Grund ist, dass DEINE Interpretation in den Artikel gedrückt werden soll. Eine Interpretation, die dem breiten Konsens in der relevanten Alpinliteratur entgegensteht und nicht mal in der von dir favorisierten Literatur gedeckt wird (da hast du prima Rosinenpicken betrieben). Dieser POV hat im Artikel nichts zu suchen. Das haben wir bereits im September 2024 lang und breit diskutiert und ich bin nicht willens nochmals Zeit in die gleiche Diskussion zu stecken. Du kannst gerne auf der Disk zum Artikel nachlesen. --Alpenhexe (Diskussion) 21:23, 27. Mai 2026 (CEST)
- Tja. Sagt Dir das Wort Ambiguitätstoleranz was? --Mautpreller (Diskussion) 22:00, 27. Mai 2026 (CEST)
- Auch das hatten wir bereits. --Alpenhexe (Diskussion) 22:02, 27. Mai 2026 (CEST)
- Dann bleibts eben so, der Artikel wird dann sein Thema eben nicht umfassend darstellen, sondern nur von den Seiten, die Du magst. Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern. --Mautpreller (Diskussion) 22:10, 27. Mai 2026 (CEST)
- Falsch, der Artikel stellt die Lemmaperson so dar, wie sie in der relevanten Alpinliteratur dargestellt wird. Und nicht, was einzelne Benutzer unbedingt hinein interpretieren wollen. Wikipedia ist der Neutralität verpflichtet und das ist mir wichtig. --Alpenhexe (Diskussion) 22:15, 27. Mai 2026 (CEST)
- Naja. Der Artikel hat durchaus Stärken, aber eben auch empfindliche Schwächen. Neutral ist er allerdings ganz sicher nicht. --Mautpreller (Diskussion) 22:48, 27. Mai 2026 (CEST)
- Bitte kein Geraune, nenn Roß und Reiter. Welche Schwächen? Und wo soll er nicht neutral sein? --Alpenhexe (Diskussion) 22:51, 27. Mai 2026 (CEST)
- Die größte Schwäche ist die fehlende Distanz. Der Artikel wertet die vorhandene Literatur nicht aus, sondern nimmt nur das, was zu dem Bild passt, das er erzeugen möchte: ein Vorbild, ein role model. Was dazu nicht passt, wird ausgesiebt. Die größte Stärke ist die Hartnäckigkeit, mit der er versucht, der Person auf die Spur zu kommen. --Mautpreller (Diskussion) 23:21, 27. Mai 2026 (CEST)
- Wo genau fehlt Distanz? Exakte Details bitte. --Alpenhexe (Diskussion) 23:25, 27. Mai 2026 (CEST)
- Das sollte eigentlich klar geworden sein. Aber nehmen wir Details: Die Heldenverehrung, zu der Eisenberg nun mal auch neigte, bei Preuß wie bei Comici, möchte der Artikel nicht haben. Die Bewunderung für den Ersten, den Führenden, wie sie in dem Text zur "Frau am Berg" leicht zu erkennen ist (was natürlich auch in der Literatur aufgefallen ist, wir habens diskutiert), möchte der Artikel nicht haben. Dabei muss das doch die Züge gar nicht verdunkeln, die der Artikel positiv sieht. Es hebt doch auch den Spott nicht auf, der ja in diesem Frau-am-Berg-Text unübersehbar ist. Das alles findet man auch in der Literatur. --Mautpreller (Diskussion) 23:38, 27. Mai 2026 (CEST)
- Wo genau und in welcher Literatur findet man das? --Alpenhexe (Diskussion) 23:40, 27. Mai 2026 (CEST)
- Das ist alles nicht neu. Zu Eisenberg und Preuß bzw. Comici kannst du einiges in Smarts Büchern finden. Sabine Günther und Tanja Wirz kennst Du ja schon, hältst aber nichts davon. Und wenn Du denen nicht traust: Dies hier zeigt ganz gut, was Eisenberg vom Heldentum hielt, und noch ein bisschen mehr. --Mautpreller (Diskussion) 23:56, 27. Mai 2026 (CEST)
- Wo ist bei Smart genau von Heldenverehrung der Eisenberg die Rede? Bitte mit Seitenangabe. Ich habe vieles bei Smart gelesen, aber keine Heldenverehrung (ich kann es aber durchaus überlesen haben, daher würde ich das gerne nochmals nachvollziehen).
- Zu Günther habe ich mich schon ausgiebig geäußert, die widerspricht sich ja selbst dauernd, genaueres auf der Disk des Artikels.
- Und der Auszug aus den Mitteilungen des Alpenvereins Donauland zeigt vor allem was andere gesagt haben, Eisenberg ist da eher Protokollantin. Schwülstige Ansprachen waren zu der Zeit aber tatsächlich sehr in Mode. Und da werden gleich eine ganze Latte von Bergsteigern gepriesen, von Grohmann über Innerkofler bis zu Preuß. Ich habe die Schrift in den Artikel eingebaut, das ist kein Problem. Was daran jetzt aber spezifisch die Heldenverehrung der Eisenberg sein soll, erschließt sich mir nicht; das könnte man von jedem der Zeitgenossen sagen.
- Und das ist jetzt die ganz große Schwäche des Artikels? Und wo ist die fehlende Distanz? --Alpenhexe (Diskussion) 00:39, 28. Mai 2026 (CEST)
- Siehe zB Angel of the Dolomites, p. 63f., vergleichbar 159f. Das Problem des Artikels ist doch ganz einfach, dass Du die Widersprüche in der Persönlichkeit - und in der Beurteilung der Persönlichkeit - halt nicht wahrnehmen willst, obwohl sie durchaus beschrieben werden. Das ist schade, weil in den Artikel offensichtlich eine Menge Arbeit eingeflossen ist. --Mautpreller (Diskussion) 09:47, 28. Mai 2026 (CEST)
- Ich hatte das Buch schon in die Bibliothek zurückgegeben, ich bekomme es wahrscheinlich Mitte nächster Woche wieder. Dann kann ich die Passagen nachlesen. Ich verstehe aber nicht, was du mit Widersprüche in der Persönlichkeit Eisenbergs meinst, jeder Mensch hat unterschiedliche Facetten und Neigungen, das sind aber keine Widersprüche, sondern die Persönlichkeit ist halt so wie sie ist und alles zusammen gibt den Menschen. Z.B. wenn Eisenberg Preuß bewundert hat (was sie wahrscheinlich getan hat), dann ist das doch kein Widerspruch dazu, dass sie selbst eine Spitzenkletterin war, im Gegenteil als solche konnte sie Preuß sogar besser beurteilen. Wenn sie ihm beim Vorstieg lieber den Vortritt lässt - so what? (Für Nichtkletterer: als Führer, im engeren Sinn Bergführer, bezeichnet man eigentlich nur solche, die dafür bezahlt werden. Wenn man zusammen klettern geht und einer ist der Erste am Seil, dann heißt das Vorstieg). Und was ich mir denke oder auch nicht, spielt aber keine Rolle, ich beschreibe Lemmapersonen so wie sie in der Literatur dargestellt werden. Und genau das sollten wir auch. --Alpenhexe (Diskussion) 15:29, 29. Mai 2026 (CEST)
- Ich denke, worauf Mautpreller hinweist, ist der Punkt, im Artikel stärker unterschiedliche Bewertungen der Literatur sichtbar zu machen. Ich kenne mich speziell mit der Literatur zur Lemmaperson nicht im Detail aus, da hat Mautpreller konkrete Angaben gemacht, aber sofern darin abweichende oder kontroverse Deutungen enthalten sind, könnte der Artikel davon profitieren, diese stärker darzustellen und gegenüberzustellen. --Gezeitengarten (Diskussion) 16:36, 29. Mai 2026 (CEST)
- Danke, ja, so ist es gemeint. Das betrifft ja auch weniger Persönlichkeitseigenschaften als vielmehr insbesondere die Veröffentlichung "Die Frau am Berg", die doch, wie man der auffallend reichhaltigen Literatur dazu entnehmen kann, einige Deutungsanstrengungen ausgelöst hat. Tanja Wirtz schrieb dazu: "Emmy Hartwich publizierte 1924 einen Artikel, der […] seltsam in der Schwebe blieb zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit." Auch Dagmar (nicht Sabine, mein Fehler) Günther betont diese Ambivalenz. Beide widmen genau diesem Text mehrere Seiten und halten das doch gerade darum für nötig, weil er eben "seltsam in der Schwebe" bleibt und durchaus gegensätzliche Signale enthält. Und nicht zuletzt beziehen sich beide darauf, dass das bereits 1924 für Irritation gesorgt hat. Das sollte man doch erfahren. --Mautpreller (Diskussion) 18:38, 29. Mai 2026 (CEST)
- Das wurde schon erschöpfend im September 2024 diskutiert, aber ich kann gerne die wesentlichen Aussagen hier nochmals herein kopieren - bereits am 2.9.24 diskutiert:
- Was ich aus dem Buch von Günther gelernt habe:
- Fehlende Bergsteigereigenschaften der Frau: auf S. 299 steht da bei Günther: "die Eindeutigkeit der Bergsteigereigenschaften wird in Mehrdeutigkeit aufgelöst, die Verbindlichkeit der männlichen Lesart wird zur Disposition gestellt. Damit wird der ganze männliche Befähigkeitsdiskurs um die Frau am Berg in seinen Grundfesten ausgehebelt...."
- zum Thema Selbstunterdrückung der Frau: S. 300 "die Selbstunterdrückung der Frau am Berg zeigt sich in dieser Passage ungeschminkt: zumindest in der affirmativen Lesart, die davon ausgeht, daß das Gesagte auch das Gemeinte ist. Doch ließe sich die Über-Identifikation mit den Zuschreibungen von Weiblichkeit als Taktik deuten: Hartwich könnte petit negre sprechen, um den Kolonialherren zu gefallen. Zudem würde sich auch eine ironische Lesart des Fazits anbieten....."
- Ironie der Schrift von Hartwich: S. 300 "... doch Margarethe Große liefert jedenfalls mit ihrer Variante der Frau in den Bergen eine affirmative Lesart des Hartwich Aufsatzes. Sie nimmt Hartwichs Ausführungen beim Wort, ignoriert die entsprechenden ironischen Textsignale" usw und so fort.
- Fazit: vieles von dir aufgezeigte, findet sich so nicht bei Günther. Ja, sie wirft einige Punkte auf - um es gleich im nächsten Absatz in Frage zu stellen oder in das Gegenteil zu kehren.
- Was davon enthält jetzt gegensätzliche Signale, die für die Biografie von Eisenberg wichtig wären? Man lernt sehr viel über die Art des Diskurses in einer geisteswissenschaftlichen Dissertation (etwas von 23 Seiten beleuchten und 23 Interpretationen anzubieten) aber nichts Handfestes, das für die Biografie der Lemmaperson wesentlich wäre. Daraus jetzt irgendwelche Brüche in der Persönlichkeit herauszulesen, grenzt an wilde Spekulationen (zumal sich das ganze auf einer einseitigen Schrift Eisenbergs stützt, der nur einer unter sehr vielen war). Ich hoffe, dass wir diesen Punkt damit wirklich schließen können. --Alpenhexe (Diskussion) 15:58, 1. Jun. 2026 (CEST)
- Natürlich sind das gegensätzliche Signale. Es ist eben kein eindeutiger Text, um ihn zu verstehen, muss man ihn interpretieren. Es ist eine Stärke und nicht eine Schwäche von Günthers Arbeit, dass sie eben diese Mehrdeutigkeit einkreist (und es ist nach meiner Überzeugung eine Schwäche Deines Artikels, dass Du Eindeutigkeit herzustellen versuchst, obwohl sie nicht gegeben ist). Ich hatte doch unten aus Tanja Wirz: Gipfelstürmerinnen zitiert ("seltsam in der Schwebe blieb"). Das ist der Erkenntnisstand in wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema.
- Mir ist längst klar geworden, dass Dir solche Texte nichts sagen. Ich weiß, was ich daraus gewinnen würde und was ich mit diesem Material schreiben könnte, aber es ist nicht mein Artikel. Dies hier ist ein Review. Die Definition eines Reviews ist, dass andere Personen der Autorin ihre Bewertungen schreiben und begründen und darüber hinaus Hinweise geben und Vorschläge machen. Du kannst damit machen, was Du willst. Wenn Du damit nichts anfangen kannst oder willst, ist das Deine Entscheidung. --Mautpreller (Diskussion) 17:33, 1. Jun. 2026 (CEST)
- Danke, ja, so ist es gemeint. Das betrifft ja auch weniger Persönlichkeitseigenschaften als vielmehr insbesondere die Veröffentlichung "Die Frau am Berg", die doch, wie man der auffallend reichhaltigen Literatur dazu entnehmen kann, einige Deutungsanstrengungen ausgelöst hat. Tanja Wirtz schrieb dazu: "Emmy Hartwich publizierte 1924 einen Artikel, der […] seltsam in der Schwebe blieb zwischen Ironie und Ernsthaftigkeit." Auch Dagmar (nicht Sabine, mein Fehler) Günther betont diese Ambivalenz. Beide widmen genau diesem Text mehrere Seiten und halten das doch gerade darum für nötig, weil er eben "seltsam in der Schwebe" bleibt und durchaus gegensätzliche Signale enthält. Und nicht zuletzt beziehen sich beide darauf, dass das bereits 1924 für Irritation gesorgt hat. Das sollte man doch erfahren. --Mautpreller (Diskussion) 18:38, 29. Mai 2026 (CEST)
- Ich denke, worauf Mautpreller hinweist, ist der Punkt, im Artikel stärker unterschiedliche Bewertungen der Literatur sichtbar zu machen. Ich kenne mich speziell mit der Literatur zur Lemmaperson nicht im Detail aus, da hat Mautpreller konkrete Angaben gemacht, aber sofern darin abweichende oder kontroverse Deutungen enthalten sind, könnte der Artikel davon profitieren, diese stärker darzustellen und gegenüberzustellen. --Gezeitengarten (Diskussion) 16:36, 29. Mai 2026 (CEST)
- Ich hatte das Buch schon in die Bibliothek zurückgegeben, ich bekomme es wahrscheinlich Mitte nächster Woche wieder. Dann kann ich die Passagen nachlesen. Ich verstehe aber nicht, was du mit Widersprüche in der Persönlichkeit Eisenbergs meinst, jeder Mensch hat unterschiedliche Facetten und Neigungen, das sind aber keine Widersprüche, sondern die Persönlichkeit ist halt so wie sie ist und alles zusammen gibt den Menschen. Z.B. wenn Eisenberg Preuß bewundert hat (was sie wahrscheinlich getan hat), dann ist das doch kein Widerspruch dazu, dass sie selbst eine Spitzenkletterin war, im Gegenteil als solche konnte sie Preuß sogar besser beurteilen. Wenn sie ihm beim Vorstieg lieber den Vortritt lässt - so what? (Für Nichtkletterer: als Führer, im engeren Sinn Bergführer, bezeichnet man eigentlich nur solche, die dafür bezahlt werden. Wenn man zusammen klettern geht und einer ist der Erste am Seil, dann heißt das Vorstieg). Und was ich mir denke oder auch nicht, spielt aber keine Rolle, ich beschreibe Lemmapersonen so wie sie in der Literatur dargestellt werden. Und genau das sollten wir auch. --Alpenhexe (Diskussion) 15:29, 29. Mai 2026 (CEST)
- Siehe zB Angel of the Dolomites, p. 63f., vergleichbar 159f. Das Problem des Artikels ist doch ganz einfach, dass Du die Widersprüche in der Persönlichkeit - und in der Beurteilung der Persönlichkeit - halt nicht wahrnehmen willst, obwohl sie durchaus beschrieben werden. Das ist schade, weil in den Artikel offensichtlich eine Menge Arbeit eingeflossen ist. --Mautpreller (Diskussion) 09:47, 28. Mai 2026 (CEST)
- Das ist alles nicht neu. Zu Eisenberg und Preuß bzw. Comici kannst du einiges in Smarts Büchern finden. Sabine Günther und Tanja Wirz kennst Du ja schon, hältst aber nichts davon. Und wenn Du denen nicht traust: Dies hier zeigt ganz gut, was Eisenberg vom Heldentum hielt, und noch ein bisschen mehr. --Mautpreller (Diskussion) 23:56, 27. Mai 2026 (CEST)
- Wo genau und in welcher Literatur findet man das? --Alpenhexe (Diskussion) 23:40, 27. Mai 2026 (CEST)
- Das sollte eigentlich klar geworden sein. Aber nehmen wir Details: Die Heldenverehrung, zu der Eisenberg nun mal auch neigte, bei Preuß wie bei Comici, möchte der Artikel nicht haben. Die Bewunderung für den Ersten, den Führenden, wie sie in dem Text zur "Frau am Berg" leicht zu erkennen ist (was natürlich auch in der Literatur aufgefallen ist, wir habens diskutiert), möchte der Artikel nicht haben. Dabei muss das doch die Züge gar nicht verdunkeln, die der Artikel positiv sieht. Es hebt doch auch den Spott nicht auf, der ja in diesem Frau-am-Berg-Text unübersehbar ist. Das alles findet man auch in der Literatur. --Mautpreller (Diskussion) 23:38, 27. Mai 2026 (CEST)
- Wo genau fehlt Distanz? Exakte Details bitte. --Alpenhexe (Diskussion) 23:25, 27. Mai 2026 (CEST)
- Die größte Schwäche ist die fehlende Distanz. Der Artikel wertet die vorhandene Literatur nicht aus, sondern nimmt nur das, was zu dem Bild passt, das er erzeugen möchte: ein Vorbild, ein role model. Was dazu nicht passt, wird ausgesiebt. Die größte Stärke ist die Hartnäckigkeit, mit der er versucht, der Person auf die Spur zu kommen. --Mautpreller (Diskussion) 23:21, 27. Mai 2026 (CEST)
- Bitte kein Geraune, nenn Roß und Reiter. Welche Schwächen? Und wo soll er nicht neutral sein? --Alpenhexe (Diskussion) 22:51, 27. Mai 2026 (CEST)
- Naja. Der Artikel hat durchaus Stärken, aber eben auch empfindliche Schwächen. Neutral ist er allerdings ganz sicher nicht. --Mautpreller (Diskussion) 22:48, 27. Mai 2026 (CEST)
- Falsch, der Artikel stellt die Lemmaperson so dar, wie sie in der relevanten Alpinliteratur dargestellt wird. Und nicht, was einzelne Benutzer unbedingt hinein interpretieren wollen. Wikipedia ist der Neutralität verpflichtet und das ist mir wichtig. --Alpenhexe (Diskussion) 22:15, 27. Mai 2026 (CEST)
- Dann bleibts eben so, der Artikel wird dann sein Thema eben nicht umfassend darstellen, sondern nur von den Seiten, die Du magst. Das ist schade, aber wohl nicht zu ändern. --Mautpreller (Diskussion) 22:10, 27. Mai 2026 (CEST)
- Auch das hatten wir bereits. --Alpenhexe (Diskussion) 22:02, 27. Mai 2026 (CEST)
- Tja. Sagt Dir das Wort Ambiguitätstoleranz was? --Mautpreller (Diskussion) 22:00, 27. Mai 2026 (CEST)
- Hallo @Mautpreller, andere Frage: ich würde sehr gerne Staudinger (Jüdische Konvertiten in Wien 1782-1914). Das Buch ist in einer Bibliothek nahe zu mir vorhanden, allerdings bedeutet das für mich eine Fahrt von 80 km (einfach) und das gleich doppelt, da das Buch erst aus dem Magazin geholt werden muss und dass kann man nur vor Ort bestellen (ob es dann noch am gleichen Tag kommt, hängt von der Auslastung des Personals ab). Die 2x 160 km würde ich mir gerne sparen. Da Du das Buch ja zitiert hast, hast Du ja sicherlich das Buch vor dir liegen. Könntest du mir bitte die Seite auf der Eisenberg vorkommt scannen und per email zuschicken? Ich lasse dir gerne auch meine email Adresse zukommen, bzw. sie ist hinterlegt. Vielen Dank im Voraus. --Alpenhexe (Diskussion) 16:02, 1. Jun. 2026 (CEST)
- Ich hab lediglich das Google-Snippet ausgewertet. Du kannst, was dort steht, einsehen etwa mit einer GoogleBooks-Suche nach "emilie briosch" (wohl ein Druckfehler für Brioschi) und "emilie eisenberg". Bibliografische Angabe (nach Schweighofer): Anna L. Staudacher: Jüdisch-protestantische Konvertiten in Wien 1782-1914, Teil 2, S. 131. Dass dort mehr steht, halte ich für ausgeschlossen, aber wenn Du sicher gehen willst, wäre Subito eine Maßnahme: https://www.subito-doc.de, da könntest Du auch eine Einzelseite bestellen. Wenn alles Stricke reißen und es Dir sehr wichtig ist: Das Buch gibts hier in der Staatsbibliothek, ich könnte es bestellen, dauert aber ein paar Tage. Die Lebensdaten findest Du auch in der Buchfassung von Astrid Schweighofer: Religiöse Sucher in der Moderne, in der Library über DeGruyter abrufbar, S. 463 (13. September ist hier als Todesdatum angegeben). --Mautpreller (Diskussion) 17:21, 1. Jun. 2026 (CEST)
Schon 2024 habe ich darauf hingewiesen, dass an der Aussage So war sie oft allein mit männlichen Kletterpartnern unterwegs, obwohl das als moralisch verwerflich galt und den Ruf einer Frau ruinieren konnte. Sie trug bereits sehr früh in den Bergen immer Hosen, obwohl das für Frauen als unschicklich angesehen wurde, nur belegt ist, dass sie auf ihren Touren regelmäßig Hosen getragen habe. Daran ändert sich auch nichts, wenn man nachträglich einen Beleg einfügt, der nach dem Wikipediaartikel veröffentlicht wurde, weil dabei nicht klar ist, ob nicht aus der Wikipedia abgeschrieben wurde. Aber zumindest wird dort darauf hingewiesen, dass bereits Ende des 19. Jahrhunderts Frauen beim Wandern Hosen statt Röcke trugen, dass also Eisenberg keineswegs sehr früh oder immer Hosen trug. Mit mehr Details und Differenzierung kann man das auch bei Tanja Wirz nachlesen, die ein ganzes Kapitel der Kleidungsfrage gewidmet hat. Nach ihrer Ansicht hatte „sich um 1900 ein neues Verhaltensmodell entwickelt [...] Im bewohnten Gebiet galt es, die stark differenzierte bürgerliche Geschlechterordnung aufrechtzuerhalten, im liminalen Raum Hochgebirge waren ausnahmsweise Überschreitungen möglich. Die Kunst war es, den Wechsel vom einen in den anderen Raum zu beherrschen.“ Wirz hat auch Hartwichs Text von 1924 analysiert und die Beobachtung gemacht: „Hartwich tönte es an: Die von den Alpinisten vielbeschworene brüderliche Gleichheit wurde nur zu oft als ein um einen «Führer» gescharten Männerbund von «gleichen» Kameraden gesehen und Frauen konnten die Beziehung zwischen bewundertem Führer und eifrigen Adepten nur stören.“ Und sie weist darauf hin, dass Hartwich (Eisenberg) sich „die unter Alpinisten gängige Frauenverachtung zu Eigen machte. Dies belegt ihre Auflistung von Bergsteigerinnentypen [...]. [S]ie [setzte] sich damit von den anderen Frauen ab und inszenierte sich als Ausnahme und einzige «richtige» Bergkameradin.“ In der alpinistischen Konvention jener Zeit ist die «wirkliche Bergsteigerin» laut Hartwich ausschließlich „die angenehme Gefährtin mit halbwegs anziehendem Äusseren“. Die Rolle der asexuellen „Bergkameradin“ bzw. mehr oder weniger gleichberechtigten Partnerin. stellte „nicht die geltende Geschlechterordnung auf den Kopf, sondern ermöglichte es, diese beizubehalten, obwohl sich die Lebensumstände der Frauen um 1900 beträchtlich verändert hatten: Das alte Stück konnte mit neuer Besetzung wieder aufgeführt werden.“ Für Wirz pochte Hartwich damit auf die Einhaltung der Geschlechterordnung. D. h., meine Aussagen sind durchweg belegbar. Die genannte Literatur ist bekannt, das Buch Dagmar Günthers ebenso. Einen breiten Konsens gibt es hingegen nicht in der Alpinliteratur. Es gehört auch schon einigermaßen Chuzpe dazu, in den Artikel zu schreiben, Eisenberg sei weitgehend vergessen worden und dann einen breiten Konsens zu beschwören, weil man gerade die Literatur nicht verwenden will, die den Alpinismus tatsächlich aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive aufarbeitet. Ein Artikel zur Geschichte des Frauenalpinismus, aus dem die historiographischen Erkenntnisse zum Frauenalpinismus bewusst herausgehalten werden, ist niemals auszeichnungswürdig. Und noch eine Anmerkung: Eine Lebensgeschichte gewinnt durch ihre Brüche und Ambivalenzen an Plastizität und Nahbarkeit. Lediglich ein Denkmal zu errichten, erweist der Person einen Bärendienst.--Assayer (Diskussion) 04:38, 28. Mai 2026 (CEST)
In den letzten Wochen habe ich den Artikel zu einer zentralen amerikanischen Sportlerin des 20. Jahrhunderts überarbeitet und würde ihn gerne demnächst bei KALP vorstellen. Wilma Rudolphs Biographie finde ich nicht nur wegen ihrer drei Olympiasiege interessant, sondern gerade auch weil ihre sportlichen Erfolge sie zu einer Symbolfigur für den American Dream in den 1960er-Jahren machten. Ich freue mich über Rückmeldungen und Anmerkungen. --Gabas (Diskussion) 12:52, 10. Mai 2026 (CEST)
- Ein gelungener Artikel. Gefällt mir wirklich gut. Beim Lesen sind mir folgende Anmerkungen gekommen:
- 1) Im Kapitel zur Herkunft steht der Satz: "Das Familienleben war gefestigt." Vielleicht könnte dieser Satz gestrichen oder präzisiert werden. Worin bestand diese "Gefestigtheit" genau und weshalb ist die Information relevant?
- 2) Im selben Kapitel steht: "mit zwölf Jahren – am Ende der sechsten Klasse – konnte sie ohne jegliche medizinische Unterstützung laufen". Der Einschub "am Ende der sechsten Klasse" ließe sich möglicherweise streichen; ohne ihn wirkt der Satz etwas flüssiger. Alternativ könnte deutlicher werden, weshalb die Angabe zur Klassenstufe relevant ist.
- 3) Die Aussage "und stellte damit einen Rekord für schwarzen Mädchenbasketball in Tennessee auf" wird vermutlich durch den Einzelnachweis 3.7 belegt. Falls ja, wäre vielleicht ein zusätzlicher EN direkt an dieser Stelle sinnvoll. Falls nicht, sollte hier noch ein passender EN ergänzt werden.
- 4) Ließe sich bei der Aussage "laut ihren Erinnerungen völlig niedergeschlagen" eventuell ein Direktzitat integrieren? Es wäre interessant zu wissen, ob "völlig niedergeschlagen" eine Formulierung Rudolphs selbst oder eine Paraphrase ist.
- 5) Das Wort "demnach" könnte bei der Aussage "Auf sie aufmerksam wurde er demnach als Schiedsrichter [...]" möglicherweise entfallen. Ich wusste zunächst nicht worauf es sich bezog. Stattdessen könnte man mit Konjunktiv formulieren: "So sei er als Schiedsrichter auf sie aufmerksam geworden."
- 6) An mehreren Stellen im Artikel wird mit Doppelpunkt gearbeitet. Etwa hier: "In ihrem ersten Studienjahr errang Rudolph ihre ersten nationalen Meistertitel als Erwachsene: Im Januar 1959 gewann sie in der Halle den 50-Yard-Sprint in 6,2 Sekunden, im Juni des gleichen Jahres siegte sie im Freien über 100 Meter.". Ist der Doppelpunkt immer notwendig oder ließe sich der Inhalt auch ohne formulieren? In mehreren kürzeren Sätzen oder mit Nebensätzen? Ist vielleicht aber auch nur eine Frage des Stils.
- Diese Stelle ist allerdings durch den Doppelpunkt, die Gedankenstriche und das Semikolon ein wenig lang geraten: "Laut der Sporthistorikerin Cat Ariail entfaltete es propagandistische Wirkung, dass junge schwarze Frauen – darunter die Tigerbelles um Wilma Rudolph – die USA bei diesen Wettkämpfen prominent vertraten: Von sowjetischer Seite wurde verstärkt öffentlich auf die Ungleichheiten in der amerikanischen Gesellschaft hingewiesen; die Tigerbelles sollten nun als Gegenbeweis zeigen, dass „Americanness“ (auf Deutsch in etwa: „Amerikanischsein“) inklusiver geworden war." Vielleicht wäre es gerade hier lohnenswert über eine Alternative in der Formulierung nachzudenken?
- Mir ist bewusst, dass es sich bei manchen der genannten Punkte lediglich um Stilfragen handelt und sie keiner zwingenden Änderung bedürfen. Es sind Anmerkungen, die mir beim Lesen als Leser durch den Kopf gegangen sind und die ich hier festhalten wollte.
- Alles in allem ist der Artikel sehr gut ausgearbeitet. Das liegt an der dichten Belegstruktur, den präzisen und vielseitigen Kapiteln sowie dem erkennbaren roten Faden. Abgesehen von kleineren Punkten habe ich daher auch keine größeren Anregungen. --Gezeitengarten (Diskussion) 22:13, 23. Mai 2026 (CEST)
- Vielen Dank für die Rückmeldungen und Anregungen!
- 1) Habe ich gelöscht. Das ist die subjektive Einordnung eines Autoren, die nicht wirklich relevant ist.
- 2) Das Ende der sechsten Klasse markiert den Übergang von der Elementary School zur Junior High, aber ich glaube, der Übergang wird durch den Einstieg im neuen Kapitel deutlich genug, daher ebenfalls gestrichen.
- 3) Ja, ich habe gerade noch einmal nachgeschaut, der Rekord ist mit Smith, S. 11, belegt. (Belegstruktur dennoch gerade noch einmal angepasst, damit das klar ist.)
- 4) Ist ein übersetztes Zitat, ich habe es im originalen Wortlaut ergänzt.
- 5) Ich habe die Aussage in den Konjunktiv gestellt.
- 6) Einige Doppelpunkte habe ich durch normale Punkte ersetzt, das hatte als Stilmittel tatsächlich ein wenig überhand genommen. Konkret an der ersten von dir genannten Stelle habe ich es gelassen, damit gleich beim ersten Lesen eindeutig ist, dass der zweite Satz ihre beiden Meistertitel beschreibt (und nicht etwa irgendwelche anderen Erfolge, die danach kamen). Bei der zweiten Stelle sehe ich, dass Gedankenstriche, Doppelpunkt, Semikolon und Übersetzung in der Klammer das Lesen erschweren. Ich würde schon gerne die Passivkonstruktion („von sowjetischer Seite wurde […] hingewiesen“) umformulieren, aber Ariail ist da leider nicht präzise („Young black track women were imagined as embodied evidence against the (accurate) accusations of American inequality increasingly publicized by the Soviet Union“). Behelfsweise habe ich jetzt drei Sätze daraus gemacht, wenn dir oder einer anderen mitlesenden Person etwas Besseres einfällt, bin ich dafür offen.
- Danke noch einmal fürs aufmerksame Lesen und die lobende Einschätzung! --Gabas (Diskussion) 23:49, 23. Mai 2026 (CEST)
- Lieben Dank für die schnelle Rückmeldung und Umsetzung. Damit sind alle sechs Punkte erledigt. Ich freue mich schon darauf, wenn der Artikel kandidiert. Toll zu sehen, was Wikipedianer in der Artikelarbeit alles leisten. --Gezeitengarten (Diskussion) 15:53, 24. Mai 2026 (CEST)
- Ist nicht "Angela" Lansbury tatsächlich "Jennifer" Lansbury? Welche Qualifikation hatte sie, um Leichtathletik-Trainerin zu sein? --Püppen (Diskussion) 02:33, 27. Mai 2026 (CEST)
- Das mit dem falschen Vornamen stimmt natürlich, danke für den Hinweis! Bezüglich ihrer Qualifikation: In die Rolle als Trainerin/Sportlehrerin an ihrer alten High School rückte sie nach dem Unfalltod ihres alten Trainers Clinton Gray. Ich denke, dass sich weitere Engagements daraus (und aus ihren sportlichen Erfolgen) ergeben haben, das wird aber nach meinem Dafürhalten in keinem der Texte über sie ausdrücklich aufgegriffen. --Gabas (Diskussion) 23:59, 27. Mai 2026 (CEST)
- Hallo Gabas, wie bei Apolo Anton Ohno und Eric Heiden würden auch hier Bewegtbilder den Artikel abrunden. --Püppen (Diskussion) 04:32, 29. Mai 2026 (CEST)
- Ich habe ein Video vom Olympics-YouTube-Kanal verlinkt, auf dem zumindest ihre drei Olympiasiege von 1960 gezeigt werden. --Gabas (Diskussion) 18:44, 30. Mai 2026 (CEST)
- Hallo Gabas, danke für beide Video-Links! Was war das für ein Katastropen-Start über 100 Meter in Rom! --Püppen (Diskussion) 10:47, 1. Jun. 2026 (CEST)
- Ich habe ein Video vom Olympics-YouTube-Kanal verlinkt, auf dem zumindest ihre drei Olympiasiege von 1960 gezeigt werden. --Gabas (Diskussion) 18:44, 30. Mai 2026 (CEST)
- Hallo Gabas, wie bei Apolo Anton Ohno und Eric Heiden würden auch hier Bewegtbilder den Artikel abrunden. --Püppen (Diskussion) 04:32, 29. Mai 2026 (CEST)
- Das mit dem falschen Vornamen stimmt natürlich, danke für den Hinweis! Bezüglich ihrer Qualifikation: In die Rolle als Trainerin/Sportlehrerin an ihrer alten High School rückte sie nach dem Unfalltod ihres alten Trainers Clinton Gray. Ich denke, dass sich weitere Engagements daraus (und aus ihren sportlichen Erfolgen) ergeben haben, das wird aber nach meinem Dafürhalten in keinem der Texte über sie ausdrücklich aufgegriffen. --Gabas (Diskussion) 23:59, 27. Mai 2026 (CEST)
- Ist nicht "Angela" Lansbury tatsächlich "Jennifer" Lansbury? Welche Qualifikation hatte sie, um Leichtathletik-Trainerin zu sein? --Püppen (Diskussion) 02:33, 27. Mai 2026 (CEST)
- Lieben Dank für die schnelle Rückmeldung und Umsetzung. Damit sind alle sechs Punkte erledigt. Ich freue mich schon darauf, wenn der Artikel kandidiert. Toll zu sehen, was Wikipedianer in der Artikelarbeit alles leisten. --Gezeitengarten (Diskussion) 15:53, 24. Mai 2026 (CEST)