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Wikipedia:Kurier

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Schon gewusst? Hochschullehre kann Wikipedia

Hochschulkurse über, mittels und in der Wikipedia sind nichts Neues. Im zurückliegenden Wintersemester waren wir an einem solchen Kurs in der Fakultät Informatik der Ostfalia Hochschule beteiligt, einer von uns als Student, der andere als Dozent. Wir schildern hier unsere Erfahrungen aus der jeweiligen Perspektive.

Doch zunächst zum Kurs und den diesbezüglichen nackten Daten: Knapp über 40 Informatik-Studierende haben Artikel überarbeitet, neue verfasst und Materialien zu Wikicommons beigesteuert. Details sind im Outreachdashboard dokumentiert, das als Kursplattform verwendet wurde. Wesentliches Lernziel für Studierende war zu erkennen und zu erleben, dass der Erfolg eines Wikis v.a. von sozialen im Gegensatz zu technologischen Faktoren bestimmt ist. Hinzu kamen Wikipedia-bezogene Lernziele, die im Wesentlichen von der Kurs-Vorlage der Wiki Education Foundation übernommen wurden. Der Kurs folgte zumeist dieser Vorlage. Hinzugefügt waren mehrere halbtägige Edit-a-thons nach der Hälfte der Kurszeit.

Student: Als ich im vorherigen Semester einen Aushang für den Wikipedia-Kurs sah, war ich direkt interessiert. Gerade als eine Person, die vor den Zeiten der KI die Schule besucht und das Studium begonnen hatte, ist die Wikipedia für mich stets eine wertvolle Anlaufstelle gewesen, um mir einen soliden Überblick über die verschiedensten Themen zu verschaffen oder auch einfach mal von Link zu Link zu springen und die Tiefen unterschiedlichster Themenbereiche auszuloten. Dieser Aspekt, zusammen mit der sozialen Komponente, eine so große Menge an Wissen produktiv und qualitativ hochwertig zu halten, um gemeinsam etwas Gutes zu schaffen, haben mich sehr fasziniert.

Als zuvor ausschließlich passiver und konsumierender Nutzer der Plattform sah ich in dem Kurs eine Möglichkeit, in einem bekannten Rahmen einer Lehrveranstaltung erste Erfahrungen mit eigenen Beiträgen zu machen und mich dabei mit anderen Neulingen auszutauschen, um Erfahrungen und Wissen zu Tools und Informationsseiten zu teilen. Die Gemeinschaft und der geführte Einstieg machte es einigen Kursteilnehmern deutlich leichter, mutig zu sein und ihre ersten Verbesserungen an Artikeln zu wagen.

Die Kursplattform der Wiki Education Foundation bot dabei einen gut strukturierten und übersichtlichen Einstieg in die wichtigsten Aspekte der Mitarbeit in der Wikipedia. Dabei standen die Relevanzkriterien, das enzyklopädische Schreiben, die Qualität und Angabe von Einzelnachweisen, aber eben auch eine oft von außen unterschätzte Seite, nämlich die Kommunikation mit anderen Wikipedianern, im Vordergrund.

Im Laufe des Kurses kam es immer wieder zu Kontakten mit anderen Benutzern, die meist positiv verliefen, in wenigen Fällen jedoch auch etwas forsch wurden. Dabei wurde uns vor allem klar, dass es wichtig ist, an der aktiven Diskussionskultur innerhalb der Wikipedia teilzunehmen, da wir so schnell Missverständnisse oder Probleme aus der Welt schaffen konnten, sodass beide Seiten letztendlich zufrieden sein konnten.

Die Arbeit im Kurs hat mir vor allem gezeigt, dass hinter der Wikipedia wirkliche Menschen stehen und dass das System sowie das freie Wissen nur erhalten und erweitert werden können, wenn sich weitere Freiwillige finden, die sich für ein Mitwirken begeistern können. Veranstaltungen wie die WikiCon, diverse Stammtische oder das Projekt „Mit Wikipedia unterwegs“, bei denen sich unterschiedliche Persönlichkeiten mit einem gemeinsamen Interesse für die Arbeit an der Wikipedia begegnen können, waren mir zuvor gänzlich unbekannt. Nun hat der Kurs jedoch mein Interesse geweckt, sodass ich mich gerne weiter beteiligen und auch tiefer in die Wikipedia eintauchen möchte.

Dozent: Der Gedanke und das Bedürfnis, den Kurs anzubieten, entstand und reifte durch meine Mitarbeit im Wikiprojekt:Hochschullehre. Ich erkannte eine Möglichkeit einen Kurs im Service-Learning-Format anzubieten und hoffte auf einen „Ownership-Effekt“ bei Studierenden: Interesse und Engagement, weil die eigene Arbeit nicht in irgendeiner Schublade verschwindet, sondern sichtbar wird und einen Beitrag für andere darstellt.

Aus verschiedenen Gründen hatte ich wenig Zeit, den Kurs vorzubereiten. Daher gab ich es schnell auf, ein informatikspezifisches Thema für die zu erstellenden bzw. zu überarbeiteten Inhalte zu identifizieren. Sehr hilfreich für Vorbereitung und Durchführung waren die fertigen Kursmaterialen der Wiki Education Foundation, die ich mit geringen Aufwand anpassen konnte.

Unsicher war ich mir, ob ich es ohne die Hilfe einer kundigen Person schaffe, schnell genug zu reagieren, falls Studierende in irgendeiner Form Unerwünschtes in der Wikipedia tun. Als Hochschuldozent verfüge ich nicht über den „Zeitreichtum“, der Wikipedianern stereotypisch nachgesagt wird. Trotz Warnungen beschloss ich ins kalte Wasser zu springen und es zu probieren.

Unsicher war ich mir auch, ob der Kurs als Wahlpflichtfach überhaupt auf das Interesse von Studierenden treffen wird. Eine Interessensabfrage am Ende des vorausgehenden Semesters hatte genau einen Rücklauf. Die Unsicherheit wich einer Mischung aus Freude und Schock, als in der ersten Veranstaltung knapp 50 Studierende anwesend waren. Plötzlich war ich tatsächlich im kalten Wasser. Es wurde rasch etwas wärmer, weil sich mein Mitautor bereit erklärte, werktags ein wachsames Auge auf die Wikipedia-Aktivitäten des Kurses zu werfen und dies in Folge hervorragend geleistet hat.

Die hohe Nachfrage empfand ich durchaus als bestärkend, auch dann noch, als ich gelernt hatte, dass das Interesse einiger eher im Desinteresse an anderen Wahlpflichtangeboten begründet war. Dennoch war bei der Mehrheit der Studierenden das Interesse und die Wirkung des Ownership-Effekts spürbar. Sie haben einen Beitrag zur Wikipedia geleistet. Einige haben zu Themen geschrieben, die sie bewegen, andere haben Artikel ausgebaut, die ihnen vorgeschlagen wurden. Zwei Artikel wurden auf der Hauptseite unter „Schon gewusst?“ vorgestellt.

Ich selbst durfte im Laufe des Kurses viel lernen. Derzeit für mich am wichtigsten ist die Erkenntnis, dass Hochschulen mit dieser Art von Kursen einen ihrer eher weniger erfüllten gesetzlichen Aufträge erfüllen können: Demokratiebildung. In der Wikipedia tätig kann man (er-)lernen und erleben, was nicht-neutrale Standpunkte sind, in Diskussionen seinen eigenen Standpunkt zu vertreten, die Standpunkte anderer zu hören und versuchen, zu einem gemeinsam tragbaren Ergebnis zu kommen. In der Wikipedia tätig kann man (er-)lernen und erleben, wie lohnend und zäh das Austarieren von Interessen und Meinungen sein kann. In der Wikipedia tätig kann man (er-)lernen und erleben, dass soziale Prozesse schwer und anstrengend sein können und auch mal unschöne Reaktionen auszuhalten.

Von uns beiden: Herzlichen Dank an die uns bekannten und unbekannten Wikipedianer, die im Hintergrund mitgeholfen haben.

JM und PR, 20.05.

Ruhrgebietsgeschichten

Nachdem die langjährigen Ruhrgebietstreffen mit vielfältigem kulturellen Programm immer sehr rege im zweistelligen Bereich besucht sind, und wir im Ruhrgebiet gute dauerhafte Kontakte zu hiesigen Institutionen und Museen knüpfen konnten, existiert nun seit Anfang Mai auch ein von vielen begrüsster stationärer Treffpunkt zum Editieren. Mit dem RuhrRevier im denkmalgeschützten Haus des Bochumer Geschichtsvereins, der Kortum-Gesellschaft, in der Bochumer Bergstraße haben die Wikipedianer und Wikipedianerinnen aus dem Ruhrgebiet und Umland nun einen traditionsreichen und schönen Stützpunkt zur Verfügung, der zudem bestens mit Literatur zur Stadtgeschichte ausgestattet ist.

Das Gebäude liegt direkt am Eingang des Bochumer Stadtparks gegenüber des Kunstmuseums Bochum, nah zum Bergbaumuseum und ist durch den ÖPNV gut an die Nachbarstädte angebunden. Jeweils am ersten Dienstag im Monat öffnet das RuhrRevier seine Türen zum Offenen Editieren und am dritten Dienstag im Monat zum WomenEdit.

Das erste Treffen am 5. Mai fand bei Brötchen, Snacks, Warm- und Kaltgetränken in interessierter Runde statt, mit bekannten und neuen Gesichtern aus dem Ruhrpott und dem Umland, vertreten durch Düsseldorf und Münster. Das setzte sich beim Initialtreffen zum WomenEdit RuhrRevier am 19. Mai fort, mit interessierten Wikipedianerinnen, wiederum aus dem Nahbereich und Umkreis, bei Käsesandwich und Fleischbällchen.

Neben dem freien Editieren und dem Austausch zu aktuellen Fragen freuen wir uns auf das gemeinsame Organisieren künftiger Projekte und die Planung einer 25-Jahre-Wikipedia-Feier in „unserem Revier“. Alr + It, 19.5.

Beispielscreenshot für Luis Giraldo

Beim Verbinden von neuen Artikeln mit einem Wikidata-Objekt kann das AutosuggestSitelink-Helferlein unterstützen. Bei mir ist das Werkzeug seit Anfang 2023 in Verwendung (siehe dazu auch den Kurierbeitrag vom Dezember 2024).

Zuletzt wurden im Rahmen des Wikimedia Hackathon 2026 zwei Verbesserungen vorgenommen:

  • Der Suchbegriff kann selbst verändert werden, beispielsweise können Klammerzusätze entfernt werden oder alternative Schreibweisen oder andersprachige Begriffe eingegeben werden.
  • Bei Begriffsklärungsseiten wird nur nach Begriffsklärungs-Wikidata-Objekten gesucht.

Nicht verbundene Artikel sind unter

zu finden. Häufig sind darunter auch Artikel noch ohne Kategorien, Normdaten, Personendaten, Infobox, Koordinaten, usw. (siehe Checklist).

Ist dieses Helferlein aktiviert, so erscheint nach dem Abspeichern von unverbundenen Artikeln ein Fenster mit möglicherweise passenden Wikidata-Objekten, sodass man nur mehr die Auswahl treffen und auf Abschicken (=Speichern) klicken muss. Wenn kein passendes Objekt gefunden wird (was nicht zwingend heißen muss, dass es nicht in einer der 300 Projektsprachen doch existiert), kann über den Button Neues Objekt anlegen ein neues Wikidata-Objekt erstellt werden.

Alternativ kann vor Anlage eines Artikels das Wikidata-Objekt vorbereitet, d.h. angelegt werden, sofern noch keines vorhanden ist bzw. um die deutschsprachige Bezeichnung und Beschreibung und weitere fehlende Informationen ergänzt werden, sodass nach dem Anlegen nur mehr mit dem bereits bestehenden Objekt mit dem AutosuggestSitelink-Helferlein verbunden werden muss.

Über Werkzeuge -> AutosuggestSitelink lässt sich das Helferlein bei jedem Artikel aufrufen, im Normalfall wird dann bei länger bestehenden Artikeln angezeigt, dass dieser bereits verbunden ist. Aktiviert werden kann es wie in diesem Beispiel. M2k~dewiki 19.05.

So muss ein Treffen aussehen! Oder?

Warum reisen wir eigentlich zu internationalen Wikimedia-Konferenzen?

Das gute alte Kongresszentrum. Alles unter einem Dach, wie diese Teilnehmer der Wikimania 2014 in London. Alle Probleme gelöst?

Im Zusammenhang mit der Wikimania und anderen Treffen kommen immer wieder Fragen auf, die ein paar Dinge offenbaren. Denn: Wo und wie wir uns treffen wollen, das verrät auch, wie wir eigentlich unsere Gemeinschaft sehen.

Was erwarten Teilnehmer von einer Wikimania? Was wollen sie dort erleben? Was wollen sie über das Gastland erfahren? Schließlich macht man teils eine sehr weite Reise. Da will man doch nicht einfach in ein steriles Kongresszentrum mit künstlicher Beleuchtung und "internationalem" Büffet? Was die einzelnen sich aber konkret wünschen, das kann letzten Endes sehr persönlich sein.

Nach meinen Erfahrungen in den Niederlanden und auf internationaler Ebene kann ich rasch eine Liste von Faktoren machen, wie sie in den Köpfen vieler Organisatoren herumgehen:

  • Können überhaupt Menschen aus verschiedenen, auch armen Ländern ein Visum für das Land erhalten? Und unter welchen Umständen (Preis, Dauer der Anfrage)? Wer sich immer in Europa oder Nordamerika treffen will, schließt viele Menschen systematisch aus.
  • Sind die Teilnehmer sicher? Wird abgeraten, sich außerhalb des Stadtzentrums oder bewachte Plätze wie Flughäfen zu begeben?
  • Wie hoch sind die Kosten für ein Treffen in diesem Land?
  • Ist das Land global gesehen gut erreichbar? Und wie sieht es mit der Infrastruktur im Lande aus?
  • Flughafen, Hotel, Unterkünfte: Wie viel Zeit würde man mit Fahrerei verschwenden?

Ob es am Ort in rezenter Vergangenheit schon ein ähnliches Wikimedia-Treffen gegeben hat... das kann sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden. Einerseits spricht es für ein Land und einen Ort bzw. die Wikimedia-Bewegung, wenn dort ein Treffen glatt abgelaufen ist. Andererseits will die globale Bewegung ihre Ressourcen auch nicht immer in dieselben Länder fließen lassen.

„Persönliche Gründe“

Und was das Persönliche betrifft: Es gibt Wikimedianer, für die es wichtig ist, dass sie rasch und ohne großen Aufwand in ihr Hotelzimmer können. Das mögen manche unnötig und übertrieben finden, aber die Betroffenen haben dafür vielleicht gesundheitliche Gründe oder brauchen manchmal eine Auszeit.

Manche finden es toll, wenn die Konferenz eine Feier in einem urigen Gasthof einplant, oder eine Tour zu Kneipen. Andere sorgen sich, ob sie mit ihrem Rollstuhl überall hinkommen, oder ob es rauchfrei ist, oder mit welchen sensorischen Reizen sie rechnen müssen.

Schließlich sind viele Länder touristisch ausgerichtet und gastfreundlich - aber nicht zu allen Menschen. Manche Länder haben Hassgesetze gegen Homosexuelle oder machen Schwierigkeiten bei Menschen, deren Geschlecht auf dem Reisedokument nicht "gut" wiedergegeben wird. Heutzutage kann auch alles Mögliche aus Sozialen Medien oder zwielichtigen Nachrichtenquellen gegen jemanden verwendet werden.

Abermals sieht man, dass das Private oftmals ziemlich politisch ist.

Warum bist du überhaupt da?

GLAMsterdam, 2011: Ausflüge und ungewöhnliche Treffpunkte sind eine willkommene Abrundung. Aber werden vielleicht Menschen ausgeschlossen, die nicht gut zu Fuß sind?

Die WMF ist übrigens der Meinung (zumindest nach meinem letzten Kenntnisstand): Teilnehmer sollen wirklich nur zum Wikimedia-Treffen, sonst nichts. Darum zahlt sie strikt nur die An- und Abreise für das Treffen. Sie will also nicht, dass jemand ein paar Tage früher kommt und auf eigene Kosten etwas länger im Land verbleibt. Durch diese strikte Politik sollen fragwürdige Teilnehmer abgeschreckt werden, die sich gar nicht für das Treffen, sondern nur für einen günstigen Urlaub interessieren.

Das halte ich persönlich für nicht ganz unbegründet, aber doch für das falsche Mittel. Heutzutage kennen die Menschen in der Wikimedia-Bewegung einander recht gut, und man kann eher als früher abschätzen, ob jemand wirklich vor allem aus touristischen Gründen zum Treffen will. Außerdem wird man solches nie völlig verhindern können.

Unter dem Fehlverhalten einzelner sollen aber nicht alle anderen leiden, die viele Freizeitstunden für die Wikipedia- und Wikimedia-Arbeit aufbringen. Wer noch dazu einen oder mehrere Tage Reisezeit auf sich nehmen muss, der findet es befremdlich, warum er sich nicht ein paar Urlaubstage gönnen darf. Muss man gerade die Ehrenamtlichen, die den ganzen Bums durch ihre Artikel finanzieren, zum frugalen Leben anhalten?

Reise in "unser" Land

Eduwiki-Konferenz 2025 in Bogotá: Worum ging es noch mal?

Touristische, kulturelle und andere Erfahrungen sollen also durchaus möglich sein, das werden viele unterschreiben. Ich denke aber auch: Wer zu einem Wikimedia-Treffen fährt, der reist doch auch ein bisschen in das "eigene" Land. Der kommt an einen Konferenzort, wo man vor allem Gleichgesinnte und "Anverwandte" trifft. Das sind nicht nur Wikimedianer, sondern auch Gäste, die in Museen arbeiten oder als Studenten einen Kontakt mit der Wikipedia hatten.

Das Konferenzgebäude wird für die begrenzte Zeit zu einem "eigenen" Ort, an dem man sich die Welt ein wenig so gestalten kann, wie sie sein soll. Wo alle willkommen sein können, wo eine Safe Space Policy durchgesetzt werden kann. Das nämlich ist erst die Grundlage für den Austausch zwischen Menschen aus den verschiedensten Ländern. Ziko, 17.5.

Wir brauchen weniger Autoren ...

Ständig liest man, das Wiki habe zuwenig aktive Autoren. Ich finde, es besteht kein grundsätzliches Autorenproblem, man hat vielleicht gar zuviel davon. Jeden Tag entstehen dutzende neue Artikel und bestehende Artikel werden erweitert. In vielen Themenbereichen gibt es sehr engagierte Fachleute. Das eigentliche Defizit liegt an anderer Stelle: bei der langfristigen Pflege des Bestands und dem sinnvollen Verknüpfen untereinander. Wie oft lese ich nach meinen Ergänzungen in den verlinkten Artikeln andere Inhalte/Daten. Zwar oft nur in Details, aber Vereinfachungen und Differenzen tauchen oft genug auf, zu oft für meinen Geschmack.

Die meisten Wikipedianer wohnen abseits großer Bibliotheken, das ist für die Arbeit natürlich ein Hindernis. (Abbildung: Slub Dresden)

Über die Jahre hat Wiki einen gewaltigen Artikelbestand bekommen. Über vier Millionen Artikel müssen beobachtet, aktualisiert und gegen Vandalismus geschützt werden. Diese Aufgaben sind wenig sichtbar und bringen kaum Anerkennung. Einen neuen Artikel anzulegen gilt oft als „produktiver“ oder prestigeträchtiger als das (stille) Nacharbeiten. Veraltete Quellenangaben, versteckten Vandalismus oder inkonsistente Daten zu korrigieren ist mühsam, erst recht, wenn man als TK agiert. "Stabile Versionen" vielleicht gar ohne Beleg als TK zu korrigieren, ist manchmal unmöglich. Für die Kontrollarbeit braucht man Geduld, gute Recherchefähigkeiten und je nach Thema auch Zugriff auf eine große Bibliothek. Dabei entscheidet gerade diese Pflegearbeit über die Qualität der Enzyklopädie. Ein Artikel, der 2016 gut war, ist 2026 nicht automatisch noch aktuell. Unternehmen verschwinden, politische Ämter wechseln, wissenschaftliche Erkenntnisse verändern sich, Weblinks sind nicht mehr erreichbar, neue Informationen, Bücher und Zeitschriftenartikel kommen dazu. Ohne kontinuierliche Wartung verliert selbst ein ehemals exzellenter Artikel seine Zuverlässigkeit.

Besonders sichtbar wird das in Bereichen mit hohem Aktualitätsbedarf. Artikel zu Sport, Technik, Politik oder Musik veralten schnell. Gleichzeitig gibt es tausende kaum beobachtete Seiten, auf denen kleinere Fehler jahrelang unbemerkt bleiben. Oft fehlt nicht das Wissen, sondern schlicht jemand, der regelmäßig hinsieht, nachprüft und ergänzt. Ein vermeintlich recht aktueller Artikel zum Zeitgeschehen im Iran hat es sogar bis zum Löschantrag gebracht (Krise von Hormus 2026). Das Problem verschärft sich durch die Struktur der Mitarbeit. Dauerhafte „Hausmeistertätigkeiten“ wie Quellenkontrolle oder das Aktualisieren von Wartungsbausteinen finden dagegen weniger Freiwillige. Pflegearbeit ist der Bereich, in dem zusätzliche Mitarbeit den größten Nutzen hätte. Schon kleine Korrekturen verbessern die Verlässlichkeit der Wikipedia unmittelbar.

Vielleicht sollte man stärker betonen, dass Pflege keine Nebensache ist, sondern eine Kernarbeit der Enzyklopädie. Wikipedia ist längst kein junges Projekt mehr, das vor allem wachsen muss. Sie ist auch ein bestehendes Projekt, das erhalten werden will. Neue Autoren bleiben wichtig. Aber noch wichtiger sind diejenigen, die pflegen. Nur wie gewinnt man dafür Mitarbeiter? Kny, 15.5.

Ich kann es mir an der Stelle nicht verkneifen, auf den Wartungsbausteinwettbewerb hinzuweisen, da betröpfeln wir regelmäßig heiße Steine. HvW, 16.5.

Wikimania:Expressions of Interest/Current call

Eine Wikimania in einem UNESCO-Weltkulturerbe? Was von oben wie eine alte Industriegroßanlage aussieht, präsentiert sich heute als modernes Kultur- und Veranstaltungszentrum

Zu jeder Wikimania ergeht ein Aufruf, sich um die Ausrichtung zukünftiger Veranstaltungen zu bewerben.

Seit dem Ricola-Moment 2005 scheint dieser Aufruf in unserer deutschsprachigen „Community“ ungehört zu verhallen. Aus der Community heraus, vielleicht wegen der Einstellung, das sei doch sowieso etwas, was von „Denen da Oben“ organisiert wird, und dass es da Quoten und Absprachen gibt, dass DACH und insbesonders Deutschland ja eh keine Chance haben. Und das Quasi-Abo auf den Wikimedia Summit, der zwischen 2009 und 2024 insgesamt 12 mal in Berlin stattfand, untermauerte dies ja auch in gewissem Sinne.

Aber dieser Summit war ja auch keine Community-Veranstaltung, sondern eine Versammlung auf Meta-Ebene.

Die Wikimania ist aber, zumindest von ihrem Eigenanspruch her, eine Community-Veranstaltung, also eine Veranstaltung, wo all diese Ehrenamtlichen, Freiwilligen, Volunteers und als was wir uns sonst so alle verstehen, sich treffen und austauschen. So eine Art WikiCon auf global.

Auch diese hat sich seit der Skillshare 2010 stark verändert – professionalisiert. Aber bei aller Unterstützung durch die DACH-Vereine/Chapter bleibt sie eine von uns Freiwilligen organisierte Veranstaltung. Auch hier mit einer fortschreitenden Professionalisierung. Und in Potsdam konnten wir die Vorteile einer Konferenzzentrumsumgebung genießen.

Und deshalb hier mein Appell an Euch, sich die Wikimania auch für Uns zurückzuholen. Der Call für eine Interessensbekundung richtet sich expressiv an „Regionale Teams“, also zunächst einmal Ehrenamtliche, die dann mit der logistischen und finanziellen Unterstützung der Foundation (und in unserem Fall mit der bewährten Zusammenarbeit mit WMDE) ihre Wikimania gestalten.

Seit 2014 habe ich, Paris bereits eingeschlossen, an sechs Wikimanias teilgenommen. Außer von der Veranstaltung in Esino Lario 2016 war ich in einer speziellen Hinsicht von allen anderen (für Paris gilt noch AGF) enttäuscht. Alle fanden in austauschbaren Konferenzzentrumsumgebungen statt. Die Kultur der ausrichtenden Stadt, geschweige denn des Landes, wurde gerade mal in in kurzen sporadischen Folkloreeinlagen in der Eröffnungszeremonie und der Wahl des Ortes der Schlussveranstaltung angerissen. Aber sollten wir als Wikimedia Movement nicht einen höheren Bildungsvermittlungsanspruch haben, wenn wir Menschen aus 5 Kontinenten anreisen lassen, als sie für weniger als eine Woche in eine Arbeits- und Hotelumgebung zu bringen, die in unserer globalisierten Welt praktisch austauschbar und kaum unterscheidbar ist? Bei einer WikiCon brauchen wir keine „Scheinfolklore“, da wir aus einem gemeinsamen Kulturkreis kommen. Und dennoch bemühen wir uns, den Teilnehmern und Teilnehmerinnen so viel wie möglich der Gastgeberstadt näherzubringen.

Das ist bei einer Wikimania, bei der Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen nur für eine sehr kurze Zeit in einen anderen Kulturkreis reisen, schwieriger. Ich halte den persönlichen Austausch auf solchen Konferenzen immer noch für unverzichtbar und nicht durch virtuelle/digitale Onlineformate ersetzbar. Aber wir sollten uns auch darum bemühen, die Gäste aus den jeweiligen Kulturen wirklich an der Kultur des Gastgeberlandes und des Austragungsortes teilhaben zu lassen.

Eine meiner Einreichungen bei der diesjährigen Wikimania ist der Vorschlag der Wikimedians Grand Tour, des Aufbaus eines Netzwerkes von Wikipediafreiwilligen weltweit, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten durchreisenden Wikipedianern als Tourguides ihrer Heimatregion dienen, oder sogar so weit gehen, auch ein Gästebett zur Verfügung zu stellen. Oder eben irgendetwas zwischen diesen beiden Extremen. Das sollte insbesondere rund um Veranstaltungen wie den Wikimanias passieren, aber natürlich auch bei individuellen Reisen. Mehr als das Erstellen einer Projektseite ist hierfür eigentlich nicht nötig. Eventuell müssten die Förderrichtlinien von Reisestipendien nur so ausgelegt werden, dass Reisedaten, bezüglich Reisedauer und Ankunfts- und Abreiseorten, so angepasst werden, dass individuelle und dann natürlich selbstfinanzierte Reiseanteile in das Korsett solcher Förderrichtlinien passen.

Aber was die Wikimania selbst angeht, habe ich im letzten Jahr, gemäß unserem Motto „Sei mutig!“, folgenden Vorschlag für eine Wikimania in Deutschland eingereicht: Wikimania auf Zeche Zollverein. Auf dem Gelände der Zeche Zollverein und der benachbarten Kokerei Zollverein gibt es zahlreiche Räumlichkeiten, die sowohl Großveranstaltungen, wie Eröffnungs- und Schlusszeremonien, als auch die entsprechenden Workshops ermöglichen. Auch die Catering-Infrastruktur ist vorhanden. Entsprechende Großveranstaltungen werden dort regelmäßig abgehalten. Das museale Umfeld auf dem Gelände selbst und das sonstige kulturelle Angebot in Essen selbst und in der näheren Umgebung haben Metropolenniveau. Und es ist ein UNESCO-Welterbe, begehbar und bespielbar und eben nicht nur ein austauschbares Kongresszentrum.

Die Wikimania wäre an einem wirklichen Ort, auch mit möglichen Berührungspunkten zu den Menschen außerhalb unserer Bubble und trotzdem mit abgeschlossenen, privaten, geschützten Räumen für unser konzentriertes Arbeiten.

Meine „Expression of Interest“ im vergangenen Jahr war ein Versuchsballon – ein Entwurf, und da ich mir über die Chancen selbst nicht hundert Prozent sicher war, habe ich das auch nicht ernsthaft weiterverfolgt. Die „Bewerbung“ momentan wäre auch nur für 2028 und 2029. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Jahr Europa und nächstes Jahr Südamerika die Austragungskontinente sein werden, sprechen wir 2028/29 von Afrika, Asien und Nordamerika. Da ein solches Event aber auch langfristig geplant sein will und auch die Location Zollverein nicht mal einfach so auf Zuruf buchbar wäre, ist eine langfristige Planung auch nicht von Nachteil.

Wichtig ist aber zu wissen, ob es überhaupt eine Gruppe von Menschen gibt, die bereit wären, sich hinter so ein Projekt zu stellen, oder gar mit eigenen, anderen Ideen um die Ecke kommen. Die Diskussion ist eröffnet. W 15.05.

Von Sternzeichen, Scrapern und Scheinbelegen

Manchmal beginnt ein größeres Problem mit einem eher kleinen Anlass. Gestern Abend wurde ich durch eine VM zu Vicky Leandros (siehe Wikipedia:Vandalismusmeldung/Archiv/2026/05/13#Vicky_Leandros (erl.)) auf die Seite myastro.gr aufmerksam, die da als Quelle für das Geburtsdatum dienen sollte. Die Quelle, eine recht offensichtlich als Beleg ungeeignete Astrologie-Hokuspokus-Seite, gab es auch in einigen weiteren Artikeln in verschiedenen Sprachversionen als Quelle, daher habe ich sie dort rausgeschmissen/ersetzt und auf Meta beantragt, die Domain auf die globale Spam-Blacklist zu setzen. Damit war die Sache scheinbar erledigt.

Oder eben nicht.

Bei der weiteren Suche bin ich auf eine ganze Reihe ähnlicher Seiten gestoßen: Astrologieportale, Biografie-Aggregatoren, automatisch befüllte Personenprofile, Scraper, teils KI-generierte Inhalte, kurz gesagt jedenfalls Seiten, die auf den ersten Blick manchmal wie biografische Datenbanken wirken, bei näherem Hinsehen aber keine belastbaren Quellen darstellen. Einige davon sind nur in überschaubarer Zahl eingebunden, andere deutlich häufiger. Beispiele sind ask-oracle.com oder astrologify.com, die auch inzwischen auf meine Initiative hin global geblacklisted sind. Schon bei diesen Domains bewegt sich die globale Zahl der Einbindungen in einem niedrigen dreistelligen Bereich, selbst das ist bereits mühsam vollständig zu bereinigen, ich konnte da bisher nur einen kleinen Anfang bei den Aufräumarbeiten machen.

Noch schwieriger wird es bei anderen Seiten, die massenhaft ungeprüfte oder aggregierte Inhalte bereitstellen. Dazu gehören etwa alchetron.com, prabook.com, wisdomlib.org und viele weitere. Einige solcher Seiten sind global teils tausendfach eingebunden. Damit geht es nicht mehr um ein paar einzelne schlechte Belege, sondern um ein strukturelles Problem: Inhalte aus Wikipedia und anderen Quellen werden abgeschöpft, neu zusammengesetzt, mit scheinbar zusätzlichen Daten angereichert und anschließend wieder als vermeintliche externe Quelle in Wikipedia verwendet.

Besonders verlockend sind solche Seiten offenbar bei biografischen Angaben, vor allem bei Geburtsdaten. Genau dort entsteht ein Dilemma. Für viele weniger bekannte Personen sind Geburtsdaten in seriösen, nachvollziehbaren Quellen schwer oder gar nicht auffindbar. Aggregatorseiten liefern sie dagegen oft bequem schnell auf einen Blick und scheinbar gesichert. Bei solchen Angaben stellt sich vor allem die Frage, woher sie eigentlich stammen. Ich frage mich teils, ob insbesondere Geburtsdaten aus SEO-Gründen teils erfunden oder automatisiert erzeugt werden, warum das Geburtsdatum von Personen ausschließlich bei irgendwelchen dubiosen Aggregatoren auffindbar ist, ist mir noch unklar, vielleicht wird da auch auf Daten zugegriffen, die eigentlich gar nicht öffentlich sein sollen. Als Quelle brauchbar ist das Zeug jedenfalls nicht.

Vermutlich hat fast jeder dieses Bild schon mal gesehen, ich verwende es aber trotzdem mal.

Ein besonders anschauliches Beispiel war für mich ein mutmaßlicher Fakeartikel, auf den ich in der spanischsprachigen Wikipedia gestoßen bin: es:Camila García Echeverría (es ist stark davon auszugehen, dass dieser Artikel komplett gefaked ist, Mannschaftskader der Vereine, bei denen sie gespielt haben soll, führen sie in diesen Saisons nicht, die einzigen Spuren zu diesem Artikel stammen von mutmaßlich vandalistischen IP-Edits wie ). Selbst zu diesem höchst dubiosen Artikel gab es auf einer dieser Seiten ein Geburtsdatum (siehe den aktuell noch bestehenden Artikel in eswiki).

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, einzelnen Autorinnen und Autoren Vorwürfe zu machen (sowas wird wirklich von ganz verschiedenen Usern eingefügt). Wer in guter Absicht ein Geburtsdatum sucht und über Google eine scheinbar passende biografische Seite findet, kann leicht annehmen, eine brauchbare Quelle gefunden zu haben. Aber abgesehen davon, dass da erstmal noch diverse weitere Seiten geblacklisted werden müssten: Was machen wir eigentlich mit den tausenden bereits vorhandenen Junkbelegen im Artikelnamensraum? Ico, 14.5.

Eine Geschichte von Wikinews, Teil 1: Der erste Tag

Wikinews (Logo) ging am 3. Dezember 2004 live.

Nun hat die Foundation die Schließung der 33 Sprachversionen des Projektes Wikinews tatsächlich durchgesetzt. Aus diesem Anlaß habe ich begonnen, eine Geschichte des Projektes zu schreiben, soweit sie von mir aus schreibbar war. Ich werde sie in unregelmäßigen Abständen fortsetzen. Selbst bin ich 2008 hinzugekommen, kann also über die ersten vier Jahre nichts oder nur das sagen, was sich unmittelbar aus Versionsgeschichten ergeben hat.

Die ersten Bearbeitungen sind nicht einsehbar. Sie sind offenbar auch nicht mehr vorhanden, denn es war mir auch als Admin nicht möglich, diese einzusehen. Inzwischen sind die Adminknöpfe funktionslos. Der Perma-Link mit der niedrigsten Nummer ist Nummer 18 und die erste Bearbeitung der Hauptseite lautet "Hier entstehen die Wikinews!", so geschehen am 3. Dezember 2004. Eine knappe halbe Stunde später hat Benutzer:Eloquence dem Ganzen eine ungeduldig wirkende Ellipse nachgestellt, und Minute später ersetzte Benutzer:Mbimmler die Ellipse durch die Worte das freie News-Portal. Leicht verändert blieb dies der Claim der deutschsprachigen Wikinews bis zur Schließung. Der nächste Edit brachte dann die ersten Regeln. Von da an war vorbei mit lustig. Schreib im Präsens! – das macht gar keinen Sinn, oder hat jemals jemand einen Nachrichtenartikel gelesen, der im Präsens geschrieben war? Nur Ereignisse mit größerer RELEVANZ eintragen! und Achtet auf SCHLAGZEILENSTIL (ein Satz und jegliche Details weglassen) wurde da vorgeschrieben und noch einiges anderes. Vermutlich war das damals alles aus dem Kasten In den Nachrichten der Wikipedia abgekupfert – es paßt jedenfalls zur wikipedianischen Regelhuberei. Doch nur fünf Minuten später entfernte Benutzer:Mathias Schindler diese Regeln wieder von der Hauptseite. Wahrscheinlich wäre andernfalls Wikinews schon an diesem ersten Tag gescheitert. Überhaupt ging es da Schlag auf Schlag. Fünfzig Bearbeitungen der Hauptseite in den weiteren etwa zehn Stunden. Fast 7000 Bearbeitungen binnen des ersten Tages. Der Laden brummte. Auch, weil damals neue Artikel direkt auf der Hauptseite eingetragen wurden. Doch zunächst wurden die ersten Meldungen als Schlagzeilen eingetragen. Das waren noch keine Artikel, und die Links gingen zunächst nach Wikipedia, und das sah dann so aus:

(Die obigen Links habe ich zur Verdeutlichung umgebogen.) In diesem Stadium war Wikinews nicht viel mehr als eine andere Instanz der Wikipedia-Box In den Nachrichten. Zu jeder dieser Meldungen gab es auskommentierte URLs zu der Quelle, die dem einstellenden Benutzer vorgelegen hatte. Doch die Wikilinks zur Wikipedia und die auskommentierten Belege verschwanden gleichzeitig mit den Regeln. Vorerst, denn irgendwann wurde die Belegpflicht wieder eingeführt.

Auch das Konzept, auf der Hauptseite nur ein paar aktuelle Schlagzeilen zu nennen, wurde schon bald aufgegeben. Erst viel, viel später, 2024 sollte es von Benutzer:Ankermast wieder aufgenommen werden. Und auch das Konzept Wikinews Pulse verfolgt eine ähnliche Funktionsweise, allerdings internationalisiert. Die oben genannten Schlagzeilen vom 3. Dezember 2004 materialisierten sich allerdings nicht in vollwertigen Artikeln, da andere Wikinews-Aktivisten der ersten Stunde zeitgleich an einem anderen Konzept arbeiteten. Und um 18:10 Uhr des 3. Dezembers verlinkt Mathias Schindler den ersten Artikel auf der Hauptseite:

Der Link war zu dem Zeitpunkt noch rot, denn laut Versionssgeschichte enstand dessen erste Version erst acht Minuten später. Kategorien gab es zu dem Zeitpunkt in der Wikipedia schon einige Zeit, und so verwundert es nicht, daß Kategorie:Medien schon eine Minute später hinzugefügt wurde. Ob und wo die Anlage von Kategorien diskutiert wurde, liegt im Dunkeln. Die Seite n:Wikinews:Kategorien wurde erst angelegt, als das Projekt schon einen Tag hinter sich hatte; die Erstversion hat es gerade so noch unter die ersten 7000 Bearbeitungen gebracht. Und der erste Diskussionsbeitrag da erfolgte erst knapp vier Wochen später. Vieles wurde scheinbar auf der Hauptseitendiskussion diskutiert. Vielleicht erfahren wir das ja durch Zeitzeugen.

Nach rund 24 Stunden, am 4. Dezember um 18:42 hatte der Artikel einen stabilen Zustand erreicht. Das Prozedere mit dem Veröffentlichen und der Halbsperre veröffentlichter Artikel sollte erst 2005 bzw. 2007 eingeführt werden.

Die Zahl der Schlagzeilen wuchs auch rasch an, doch nicht jede davon entwickelte sich zu einem Artikel, wie folgende Übersicht vom 3. Dezember 2004 zeigt (zur Verdeutlichung habe ich die roten Links auf Wikipedia lokalisiert):

Der kollaborative Charakter des Projektes stand eigentlich im Vordergrund, auch dahingehend, daß manche Schlagzeilen sammelten und andere hätten recherchieren sollen und vielleicht wieder andere den jeweiligen Artikel schreiben sollen.

Laut Zeitstempel entstand der zweite Artikel am 3. Dezember und 19:20 Uhr. Die Erstversion von Benutzer:MichaelDiederich hat dann auch schon das spätere Quellenformat – die Inlinereferenzierung wurde aber später aufgegeben. Drei Minuten später legte Benutzer:DaB. nach. Mit dieser Erstversion erfand er dann die Artikelgattung, die später als Kurzartikel bezeichnet werden würde.

Und noch etwas passierte an jenem ersten Tag: Benutzer:akl verfaßte ein Editorial, nachts um halb drei ging es live. Ich erlaube mir, daraus zu zitieren: Erinnert sich noch jemand an die deutschsprachige Wikipedia, als sie ein paar Monate alt war? (…) Die mutigen Enzyklopädisten waren relativ frei von Beobachtung und niemand kam daher und hat sie dafür ausgelacht, dass unter dem Lemma Literatur einfach nur eine pseudo-leere Seite zu finden war. Diesen Luxus hat Wikinews offenbar nicht. (…) Denn Wikinews ist derzeit nicht mehr als es die Wikipedia zumindest in ihren ersten Tagen, Wochen und Monaten war – ein Experiment. (…)

Und akl wagte es, das Schicksal des Scheiterns auszusprechen: Zur Kontinuität gehört in einem Wiki auch das Scheitern. Wir haben das Recht und die Möglichkeit, krude Ideen einfach auszuprobieren. Wenn sie schiefgehen, tut es in der Regel nicht weh. In einem Jahr werden wir hoffentlich eine lange Liste von gescheiterten Ansätzen, idealerweise samt Analyse ihres Scheiterns und alternativen Handlungsoptionen, vorweisen können. Andernfalls ist das Projekt eingeschlafen – zumindest vorläufig: It's still a wiki.

Im nächsten Teil: Der erste Vandalismus, der erste Troll, erste Adminwahlen, die erste Benutzersperre und der erste, der beim Abschied nicht leise Servus sagte. Und dann war da noch der Artikel, der jeglichen Rahmen sprengte und gegen alle Regeln verstieß. MaB 10.05.

Münchner Archivgeschichten

Herumstöbern in Archiven, das mögen wir gern in München. Sechsmal waren wir heuer schon in von den Münchner Wikipedia-Stammtischen ausgehenden Exkursionen unterwegs in Archiven, dokumentiert in unserem Münchner Stammtisch-Archiv. Unsere erste Tour führte uns ins Bayerische Hauptstaatsarchiv in die Urzeiten von Druck, Papier und Pergament. Wir erlebten wie junge angehende Archivarinnen die Materie, genauer die Hardware, die ihren Beruf bestimmt, erforschen und mit ihr umgehen. Mit „Zweites Leben im Buch- oder Aktendeckel, Zeitreise durch Pergament und Papiermakulaturen“ überschrieben die Studentinnen des Archiv- und Bibliothekswesens die Ausstellung und den von der Archivschülerin Amelie Knittel erstellten Katalog, der auch online abrufbar ist. Gezeigt wurden Beispiele der Wiederverwendung von bereits benutztem Papier und Pergament, und wie sich Menschen schon in früheren Zeiten durch „Up- oder Recycling“ zu helfen wussten.

Richtig spannend wird es, wenn Archivare sich ungeklärter Morde annehmen. Unsere Freitags-Exkursion in Münchner Archive führte uns zu einem Kriminalfall, „Der sechsfache Mord in Hinterkaifeck“, eine Ausstellung des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern im Bayerischen Staatsarchiv. Wir waren zur Eröffnung der Ausstellung eingeladen.
Die Story: Am 4. April 1922 wurden auf dem einsam gelegenen Hof im oberbayerischen Hinterkaifeck sechs Leichen gefunden. Die Familie Gruber/Gabriel, darunter zwei Kinder, und ihre Magd starben an schweren Kopfverletzungen. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Die Ausstellung dokumentiert die Untersuchungen zu den Morden aus Akten der Polizeidirektion München, die heute im Staatsarchiv München verwahrt werden und im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Jeder Teilnehmer an der Wikipedia-Freitags-Exkursion erhielt einen Katalog zu der Ausstellung. Den recht umfangreichen Wikipedia-Artikel dazu frischten wir mit den Fotos von der Ausstellung im Staatsarchiv auf.

Unsere letzte Münchner Archivgeschichte begann in der Wittelsbacher Fürstengruft in der Theatinerkirche, wo wir eingeladen waren zu den Feierlichkeiten zum 300. Todestag des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel. Danach ging es zum Empfang in die Münchner Residenz. Und siehe da, es wurde nicht der Großtaten des Kurfürsten gedacht, stattdessen stand die langjährige Beziehung Max Emanuels zu seiner Geliebten Agnès Lelouchier im Mittelpunkt. Er hatte sie einst am Brüsseler Hof getroffen, wo er als Statthalter der Spanischen Niederlande fungierte.
Vorgestellt wurde das Buch „Zwischen Leidenschaft und Staatsraison – Briefe von Kurfürst Max Emanuel von Bayern an Agnès Lelouchier 1701–1716“. Die Autorin des Buches, Regine Mainka-Tersteegen, war vor längerer Zeit von unserer Münchner Wikipedia-Kollegin Doris Fuchsberger auf die im Bayerischen Staatsarchiv schlummernden Briefe aufmerksam gemacht worden. 15 Jahre lang, von 1701 bis 1716, schrieben sich Agnès Lelouchier und Max Emanuel Briefe, die Regine Mainka-Tersteegen in ihrem Buch in aller Ausführlichkeit in das damalige Zeitgeschehen einordnet. Die vertraulichen privaten Briefe sind von großer Lebendigkeit und Spontaneität, sie gewähren unmittelbar Einblick in die fürstlichen Lebenswelten in der damaligen turbulenten Zeit des großen europäischen Kriegs um die spanische Erbfolge.

Bedauerlicherweise war die Medienresonanz zu dem Buch recht spärlich. Doris und ich wandten uns an Sebastian Beck von der Süddeutschen Zeitung, der gerne mit Wikipedia kooperiert und uns beim Tode von Hubert Weinzierl ein Foto für den Weinzierl-Artikel überließ, das er beim letzten Interview mit Weinzierl gemacht hatte. Der SZ-Kollege fand die Briefe und deren Aufarbeitung durch Mainka-Tersteegen so spannend, dass er daraus eine ganze Seite in der Wochenend-Ausgabe der SZ fabrizierte. Wer mehr wissen will über diese Archivgeschichte, die Fotos von dem ganzen Drumrum sind hier in Commons hochgeladen. Pi • 09.05.2026

Arbeitstreffen Wikipedia: Le donne di Villa Massimo

Vom 10. April bis 12. April 2026 fand mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland, Österreich und der Schweiz ein dreitägiges Arbeitstreffen in Rom statt. Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo ist eine Kultureinrichtung der Bundesrepublik Deutschland zur Förderung deutscher Künstler und Künstlerinnen, deren Vorgeschichte in das Jahr 1910 zurückreicht. Im Rahmen mehrmonatiger Studienaufenthalte in Rom und Olevano Romano können die mit dem Rompreis Villa Massimo ausgezeichneten Stipendiatinnen und Stipendiaten künstlerische Projekte entwickeln und durchführen.

Gruppenbild des Treffens „Le donne di Villa Massimo“ 2026
Gruppenbild des Treffens „Le donne di Villa Massimo“ 2026

Ziel der Wiki-Veranstaltung Le donne di Villa Massimo war es, vor Ort über die lange in der Literatur vernachlässigten und unterrepräsentierten Frauen der Villa Massimo, also die vielen früheren und heutigen Stipendiatinnen, die Stifterin Johanna Arnhold und die langjährige Direktorin Elisabeth Wolken zu recherchieren, sowie Zeitzeuginnen zu befragen.

Vorausgegangen waren umfassende Vorarbeiten der Wikipedianerin in Residence, Kathrin Herwig, deren Initiative das Projekt zu verdanken ist. In einem ersten Schritt erstellte sie im Herbst 2024 eine vollständige Liste aller Stipendiatinnen und Stipendiaten in der Wikipedia und verknüpfte diese mit Wikidata-IDs. Im Dezember 2024 präsentierte sie die Ergebnisse im Rahmen der GLAM-Jahresplanung in Berlin. Die fehlende Forschung über die ohnehin nur geringfügig vertretenen Frauen stach nun noch deutlicher ins Auge. Deshalb erfolgte im Juli 2025, anlässlich der Feierlichkeiten zum 100. Todestages des Stifters Eduard Arnhold in Berlin ein sehr inspirierender und erfolgreicher Editathon im Kulturforum Berlin zum gleichen Thema. Für die Recherchen wie die Bereitstellung von Literatur öffnete die Kunstbibliothek Berlin ihre Türen. In wiederholten Zoom-Veranstaltungen begleiteten Mitarbeiterinnen der Villa Massimo auch weiterhin mit Rat und Tat die Nachbearbeitung der Artikel.

Im April 2026 lud die deutsche Auslandsinstitution nun Vertreterinnen und Vertreter der deutschsprachigen Wikipedia-Community und insbesondere Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker mit Interesse an Wikipedia/Wikidata nach Rom ein. Auch Mitglieder der kuwiki. AG Kunstwissenschaft+Wikipedia waren zum Arbeitstreffen angereist. Die Schreibwerkstatt fand sowohl vor Ort als auch online statt; die Betreuung übernahm kuwiki. AG Kunstwissenschaft+Wikipedia.

Nach Ankunft am späten Freitagnachmittag wurden die Teilnehmer mit einem Rundgang durch Haus und Park in die Geschichte des Hauses eingeführt, anschließend gab es ein Treffen mit der Direktorin und Mitarbeiterinnen der Bibliotheca Hertziana, dem deutschen kunsthistorischen Institut in Rom. Am Samstag morgen begann der Editathon im Mosaiksaal, mit hybrider Anfangs- und Schlussrunde. Die Kolleginnen der Villa Massimo hatten Texte und Bücher zu einzelnen Künstlerinnen vorbereitet sowie Zeitzeugen und aktuelle Stipendiatinnen und Stipendiaten eingeladen. Es folgte ein Besuch des Istituto Svizzero di Roma in der Villa Maraini mit Besichtigung der aktuellen Ausstellung und Erläuterungen zur Geschichte der Einrichtung.

Am Sonntag wurde die Schreibwerkstatt fortgesetzt; für die Recherche stand auch die Bibliothek der Villa Massimo zur Verfügung. Zum Abschluss führte die Kunsthistorikerin Dr. Philine Helas durch die Bibliotheca Hertziana mit ihren prächtigen Freskenzyklen und erläuterte die neue Ausstellung („Female Travellers“).

Die Ergebnisse des äußerst ertragreichen Workshops sind auf der Projektseite nachzulesen. Damit die Resultate nachhaltig und nützlich für die Wikiwelt sind, werden sich die Teilnehmer weiter zu Online-Follow-Ups treffen; der erste Termin hat bereits am 4. Mai 2026 stattgefunden.BAK, 7.5.

Treffen der JWP in Dresden

Gruppenfoto des Treffens
Gruppenfoto des Treffens

Nu gugge ma da, die JWP haben es zum ersten Mal (von Berlin natürlich abgesehen) in den Osten Deutschlands geschafft. Und nicht irgendwohin, sondern in die scheene Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Nach dem Treffen haben wir uns gefragt, warum das nicht schon viel früher geschehen ist. Aber zunächst von vorn.

Der Freitagabend begann wie immer mit dem Eintrudeln der Teilnehmenden sowie dem anschließenden beziehungsweise gleichzeitigen Abendessen. Zu Ehren unseres Mitglieds aus der Alpenrepublik wurde sogar österreichischer Nachtisch serviert. Darauf folgten eine Kennenlernrunde, die diesmal aufgrund der erstmalig Anwesenden zum Glück auch nötig war, und ein Austausch mit der brandneuen italienischen Jugendgruppe, deren Ursprünge wir schon bei unserem Treffen vor anderthalb Jahren miterleben durften. Umso mehr hat es uns gefreut, dass wir mit WikiGiovani ein weiteres Schwesterprojekt verzeichnen dürfen.

Am Samstagmorgen wurden wir von unserem späteren Stadtführer Rote4132 abgeholt und zum Residenzschloss begleitet, in dem uns eine beeindruckende Führung durch Neues Grünes Gewölbe, Rüstkammer und Paraderäume erwartete. Besonders eindrucksvoll waren dabei die filigranen Kunstwerke von Johann Melchior Dinglinger sowie das Unvermögen der Kurfürsten, auf ihr Budget zu achten. Anschließend folgte noch ein Stadtrundgang mit unserem äußerst kompetenten Guide, der einige wirklich verblüffende Fakten und viele Insider-Infos zu bieten hatte. Nach dem ausführlichen Kulturprogramm ging es dann, bis zum Rand mit Eindrücken und Informationen gefüllt, weiter mit Projektorganisation. Zurück im Tagungsraum stand die Evaluierung der ersten Veranstaltung von Jugend editiert online an, die am vorigen Tag stattgefunden hatte. Diese wurde grundsätzlich positiv bewertet, Verbesserungspotenzial gab es natürlich trotzdem. Beim darauffolgenden Programmpunkt Social Media wurde nicht nur über Videoideen philosophiert, sondern auch direkt Hand angelegt. Zu viel verraten wollen wir an dieser Stelle noch nicht dazu. Wer mehr erfahren will, sei an dieser Stelle auf unseren Instagram-Account hingewiesen. Beendet wurde der Tag – ebenso wie der Vortag – mit einer Runde Hitster, wie es sich mittlerweile für eine gute Wikipedia-Veranstaltung gehört.

Unser Besuch im Elbflorenz war also in jeglicher Hinsicht erfolgreich. Es wurde viel gelernt, debattiert, geplant, überdacht und gelacht. Ein herzliches Dankeschön geht an unseren Stadtexperten Rote4132 sowie das Team von Wikimedia Deutschland. Auch wenn wir am liebsten direkt wieder nach Dresden kommen würden, wurde für das nächste Treffen die Landeshauptstadt eines anderen Freistaats ins Auge genommen. Bis dahin dauert es zwar noch ein bisschen, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. MrB, 7.5.

WikiCon 2026: Sei dabei – vor Ort in Regensburg oder online!

Gruppenfoto der Teilnehmenden der WikiCon 2024 vor dem Alten Gericht in Wiesbaden, die meisten lächeln und winken in die Kamera.
Gruppenfoto der WikiCon 2024 in Wiesbaden

Vom 18. September bis 20. September öffnet das marinaforum in Regensburg seine Türen für die WikiCon 2026. Nachdem vor kurzem der Call for Papers gestartet ist, wartet nun die nächste Aufgabe auf euch: Die Anmeldung zur WikiCon!

Wir freuen uns, wenn auch in diesem Jahr wieder etwa 300 Teilnehmende vor Ort und weitere online zusammentreffen und gemeinsam über Ideen, Herausforderungen und Weiterentwicklungen der Wikimedia-Projekte diskutieren oder wir gemeinsam in Workshops voneinander lernen.

Wenn du an der WikiCon 2026 teilnehmen möchtest, dann kannst du dich über das Anmeldeformular anmelden. Egal ob du vor Ort in Regensburg dabei bist oder gemütlich von zu Hause aus die WikiCon verfolgst: Eine Anmeldung ist in jedem Fall erforderlich. Eine frühzeitige Anmeldung hilft uns zudem sehr bei der Planung von Unterkünften, Hybridplattform, Catering und weiteren Angeboten. Für die Vor-Ort-Teilnahme ist eine Anmeldung bis zum 30. August erforderlich, für die Online-Teilnahme ist die Anmeldung bis zum Vortag der Veranstaltung möglich.

Wir möchten allen Teilnehmenden einen barrierefreien und offenen Zugang zur Konferenz ermöglichen. Unsere Location ist barrierefrei gestaltet, so sind alle Räume stufenlos erreichbar, Türen und Aufzüge groß genug für Rollstühle. Das Gebäude verfügt über eine Toilette für Rollstuhlfahrer*innen, es gibt eine induktive Höranlage für Schwerhörige und CI-Träger*innen in den Räumen im Erdgeschoss sowie Informationen in Blindenschrift bzw. für Sehbeeinträchtigte an den Räumen und Treppen. – Weitere Informationen zu diesem Thema findest du auch in unseren FAQ, für weitere Bedarfe ist in unserem Anmeldeformular Platz vorhanden.

Auch in diesem Jahr unterstützen die Wikimedia-Vereine aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Teilnahme an der WikiCon, unter anderem mit der Reisekostenübernahme. Die hierfür notwendigen Informationen fragen wir in Zusammenarbeit mit den Wikimedia-Vereinen bereits im Anmeldeformular ab. Für die Möglichkeit zum Erhalt der Förderung ist aus Gründen der Hotelplanung eine Anmeldung bis zum 9. August erforderlich.

Weitere Informationen zur Anmeldung findest du auch auf der Anmeldeseite und in unseren Wikipedia:WikiCon 2026/FAQ – sollten dort noch Fragen offenbleiben, frage gern auf der Diskussionsseite nach oder schreibe uns eine E-Mail an info( @ – at-Zeichen für E-Mail )wikicon.org. – Wir freuen uns auf deine Teilnahme! Das Orga-Team, 6.5.

POTY 2025: Keine Menschen in den Top 5

Jedes Jahr wird auf den Wikimedia Commons, dem zentralen Medienspeicher für alle Wikimedia-Projekte, das „Bild des Jahres“ (Picture of the year, POTY) gewählt. Grundlage für die Wahl waren die 1.829 ausgezeichneten Medien-Dateien des Jahres 2024. Weil dies nach den 1.601 im vergangenen Jahr erneut ein Rekord war, wurde die Technik angepasst: Das erste Mal gab es keine Abstimmungsseite mit allen Fotos mehr, das hätte der Server im vermutlich größten Fotowettbewerb der Welt nicht gepackt.
In der ersten Runde schickten 2.622 Abstimmende mit 161.472 Stimmen die 30 bestplatzierten und von jeder der 22 Kategorien die besten 5% in die zweite Runde. Aus den 94 Finalisten wurden in der zweiten Phase durch 13.979 Stimmen von 3.509 Wählerinnen und Wählern die besten Bilder 2025 ermittelt – auch hier eine Neuerung: aufgrund der großen Anzahl konnte man erstmals fünf statt bisher drei Stimmen abgeben.
Der Gewinner mit 454 Stimmen ist dieses Jahr keinE Wikimedia-BenutzerIn, sondern die Wafa, die Nachrichtenagentur der Palästinensischen Autonomiebehörde mit einem Foto des zerstörten Gaza-Streifens – klar ein weltpolitisches Bild, das im Rahmen der Wiki Palästina-Aktivitäten hochgeladen wurde. Platz zwei mit 334 Stimmen zeigt einen schlafenden jungen südafrikanischen Seebären von Giles Laurent, einem der ehrenamtlichen POTY-Organisatoren auf den Commons. Der dritte Platz (320 Stimmen) ist eine Aufnahme aus der ISS im Juli 2025.

Nachdem letztes Jahr die Menschen die TOP 5 dominierten, kam der erste Humanoide 2026 erst auf Platz sieben. Die in den Vorjahren so beliebten Tierpaare in Interaktion erschienen dieses Jahr erst auf Platz 19 mit einem jagenden Bienenfresser.

Erneut zeigen die Gewinnerbilder das ganze Spektrum von Menschen und Tieren, Architektur und Landschaft. Hier das Gewinnerbild und die weiteren vier Besten:

Neu war 2026 auch der Zeitpunkt: 2025 fand die Wahl erst im Oktober statt, der frühe Zeitpunkt in diesem Jahr überraschte manche. Glückwunsch an alle GewinnerInnen und Danke an alle, die mitgemacht haben! mh, 6.5.

Animation zum Standbild

Körper aus 48 dreieckigen Flächen, der sich animiert um seine Hochachse dreht
Hexakisoktaeder

Etwa 500–1000 unserer Artikel enthalten Animationsgrafiken, die sich permanent bewegen.

  • Das kann enzyklopädisch hilfreich sein, um Vorgänge zu illustrieren, etwa das Ablaufschema beim Viertaktmotor.

Es ist jedoch ein Problem, wenn dies ungewollt und unaufhörlich für Unruhe sorgt. Viele Internetnutzer werden dadurch irritiert, können sich kaum noch auf den zugehörigen Artikel konzentrieren.

  • Maximal 5 Sekunden darf es von selbst zu Bewegungen kommen, ohne dass dies durch eine gezielte Interaktion ausgelöst wurde.
  • Andernfalls müsste es Schalter zum Stoppen geben, was wir grundsätzlich nicht haben.
  • Es ist sogar als Verstoß gegen die Barrierefreiheit zu werten, weil einige Menschen dadurch völlig am Lesen des Textes gehindert werden.
  • So kürzlich auch eine Beschwerde auf FZW.

Abhilfe: Es müssten sich einige Leute finden, vielleicht koordiniert in einem kleinen WikiProjekt, und Artikel für Artikel nacharbeiten. Schafft jemand fünf Bilder in der Woche, und mehrere beteiligen sich, wäre das nach einem Jahr gelöst. Was ist zu tun?

  • GIF herunterladen und in einem geeigneten Werkzeug als Galerie öffnen.
  • Passendes Einzelbild aussuchen und dieses etwa als PNG speichern, bei gleichem Basis-Namen.
  • Das Einzelbild (meist nach Commons) hochladen, und die Bildrechte usw. vom Animationsbild übernehmen.
  • Beide Bildbeschreibungsseiten sollten wechselseitig aufeinander verlinken.
  • Mit Vorlage:Animationsgrafik im Artikel ein Standbild darstellen; die Animation kann auf Wunsch gestartet werden.

PC 6.5.

Ein Leben ohne Milz ist möglich, aber nicht ratsam

Milzwurst mit Kartoffelsalat

Vierundvierzig Wikipedia-Schreibwettbewerbe haben bereits stattgefunden, und noch nie gewann ein Lemma mit nur vier Buchstaben. Dies änderte sich dieses Jahr: Der Milz von Uwe G. gelang ein überzeugender Sieg sowohl in der Sektions- wie auch in der Gesamtwertung.

Am Wochenende zum 1. Mai verbrachten die Juror*innen bei teils strahlendem Sonnenschein über ihren Rechnern im Kölner Lokal K, redeten über Artikel, diskutierten Inhalte und fragten sich beispielsweise, ob die Stratosphärischen Aerosole „noch Luft nach oben“ haben – die Antwort war nein.

Wie immer war es nicht nur ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, sondern von Organen mit Orgelkompositionen, von Aerosolen mit Völkerschauen und von raubgegrabenen Heiligtümern mit japanischen Messern.

Es ist gar nicht anders möglich, als hier eine höchst subjektive Auswahl zu treffen, die einer gewissen Willkür nicht entbehrt, aber dennoch grundsätzliche Fragen aufwirft: Ist ein verständlicher Artikel mit nicht ganz perfekter Quellenlage „besser“ als ein fachlich untadeliger, der aber primär ein Fachpublikum adressiert? Wann geht es zu sehr ins Detail? Wann ist eine Aussage zu mutig, wann zu vorsichtig?

Bei allem Unterschied der Meinungen blieb die Diskussion so, wie ich sie mir seit 22 Jahren in Wikipedia wünsche: engagiert, nah am Text, mit ein wenig spleen und menschlich erfreulich. Danach dann Bier.

Deshalb möchte ich mich explizit bei den Co-Juror*innen bedanken und genauso bei den Autor*innen. Ich habe viele Artikel gelesen, jeden einzelnen mit großen Gewinn für mich selber, und ich denke auch mit großen Gewinn für die Community. Deshalb sollen die Top 3 noch einmal erwähnt werden:

sp (05.05.)

Sieger Wiki Loves Folklore

Heute ist der Erste Mai oder Tag der Arbeit. Menschen stecken sich die Mainelke an und singen Arbeiterlieder (Immaterielles Kulturerbe). Fotos und Videos davon sind tatsächlich potentielle Beiträge und Sieger von Wiki Loves Folklore (WLF) im Jahr 2027. Doch da dieser Link noch rot ist, sollten wir die Sieger von WLF 2026 in Deutschland feiern.

Am vergangenen Wochenende tagte die Jury wie so oft in Fulda und war von den Beiträgen, die durch die Vorjury ausgewählt wurden, begeistert. Jury und Orga freuen sich, euch das tolle Ergebnis, das sich in den Top 50 widerspiegelt, zu präsentieren.


Zu den Ergebnissen

Nachdem der Kurier Ende Januar dazu aufgerufen hatte, den Bayern die Lederhosen auszuziehen und die bayrische Dominanz in den Top 10 des Wettbewerbs zu brechen, folgten zahlreiche Fotografen und Fotografinnen diesem Ruf.

Der erste Platz ging an einen alten Fotografierhaudegen aus dem Rheinland. Fotograf Superbass gewann mit einer beeindruckenden Nachtaufnahme des Blankenheimer Geisterzugs. Seit 2024 können auch Frauen den Zug anführen. Superbass stellt die Obergeistin hoch zu Ross bei diesem schaurig-schönen Event dar. Platz 2 ging an Geolina163, die mit einer wunderschönen Nahaufnahme die Details des Klöppelns zeigt. Ursula Jaeger hielt die bayrischen Fahnen hoch und landete mit ihrer Aufnahme der Dinkelsbühler Kinderzeche auf dem dritten Platz. Ein Foto von Jasnaah bringt uns die sorbische Tradition des Ostereierverzierens in Sachsen nah und kam auf Platz 4. Der fünfte Platz von Fyrtaarn fängt mit einem künstlerisch gelungenen Foto den Moment ein, in dem ein Schmied ein Pferd beschlägt.

Was bei den bekannten Teilnehmern des Wettbewerbs auffällt, ist, dass im Vergleich zu den Schwesternwettbewerben Wiki Loves Earth und Wiki Loves Monuments sehr viele Frauen unter den Preisträgern und Teilnehmern sind. Darüber hinaus zeigen sehr viele Motive Frauen, sei es bei den Bildern in den Top 10 oder auf weiteren hochwertigen Aufnahmen auf den nachfolgenden Plätzen – Hebammen, Frauen als Teilnehmer beim Preisschnalzen oder Handwerkerinnen auf der Walz. Ergänzend dazu lobt die Jury ausdrücklich die Serie der Fotografin Elke Wetzig (Elya), die die Arbeit der Mitglieder der Kölner Dombauhütte auf fantastische Weise festgehalten hat. Ein Foto einer Bildhauerin erreichte ebenfalls die Top 10.

Zusätzlich wurden drei Sonderpreise für Videoaufnahmen vergeben; die Preise gingen an Reinhold Möller und Jan Czeczotka. Reinhold Möller zeigte die harte Arbeit in einer Schmiede, Jan Czeczotka stellt das Alphornblasen und die Lebendigkeit des Preisschnalzens dar.

Ich muss wie im vergangenen Jahr sagen, dass es Spaß gemacht hat, die Sieger auszuwählen.

Wir hoffen, dass ihr Freude beim Betrachten der Fotos habt und dass ihr Lust bekommt, Traditionen darzustellen. Besonders Handwerkstraditionen, Essen und Spiele sind Motive, die überall und gut zu dokumentieren sind. Die Themen der WLX-Sonderpreise sind für die Jahre 2026 und 2027 veröffentlicht. Bei WLF 2027 wird der Sonderpreis „Tiere“ sein.

Nicht vergessen: Am 1. Mai startet Wiki Loves Earth 2026 mit dem Sonderpreis Stadtnatur.

Die Orga von WLF dankt den Fotografen und Fotografinnen, die wieder tolle Beiträge geliefert haben, den fleißigen Vorjuroren, die die zahlreichen Einreichungen bewertet haben, der Jury und dem technischen Helfer (Wiegels) und WMDE, das den Wettbewerb unterstützt hat. Z t (01.05.)

Ganz nebenbei wurde bei der Jurysitzung die Marke der 100.000 vergebenen Bestätigungen der Persönlichen Bekanntschaften geknackt. Z t (01.05.)
KURZMELDUNGEN (zu Langmeldungen)

Weitere Nachrichten


Gesundheit! Internationaler Wettbewerb

Es gibt einen internationalen Schreibwettbewerb zu Gesundheitsthemen in der Wikipedia. Es gibt Preise zu gewinnen. Näheres erklärt diese Seite (Englisch). Z. 02.06.

WMF-Spendenkampagne in Österreich – Banner starten am Donnerstag (2025/26) und im September (2026/27)

Hallo zusammen, ich möchte die Gelegenheit nutzen, euch alle über die bevorstehende Banner-Spendenkampagne der Wikimedia Foundation in Österreich zu informieren. Vom 2. bis zum 30. September 2026 werden wir Banner für nicht angemeldete Nutzer schalten. Wir legen unsere Termine für die Spendenkampagne um, daher werden nicht eingeloggte Benutzer dieses Jahr sowohl im Juni (aktuelle Community Collaboration) als auch im September Banners sehen. Ab 2027 wird es wieder nur einmal im Jahr sein. Generell könnt ihr uns vor und während der Kampagne auf der Diskussionsseite des Fundraising-Teams kontaktieren. Vielen Dank und beste Grüße, JBrungs (WMF) (Diskussion) 07:40, 2. Jun. 2026 (CEST)[Beantworten]

Wahlen bei Wikimedia Deutschland

Nächste Woche findet die 31. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland statt. Dieses Jahr wird neben den Kassenprüfer*innen auch ein neues Präsidium gewählt. Fürs Präsidium kandidieren Larissa Borck, Friederike von Borries, Wolfgang Jamann, Markus Keller, Burkhard Mücke, Jens Ohlig, Kamran Salimi, Raimond Spekking und Alice Wiegand. Als Kassenprüfer*innen kandidieren Rolf Bielefeld, Andreas Ettwig, Dr. Elisabeth Ida Faulstich-Schilling, Markus Keller und Axel Zehrfeld. Da auch Menschen aus der hiesigen Community kandidieren und einige von euch ja auch Mitglied im Verein sind, möchten wir euch darauf aufmerksam machen: Als Mitglied könnt ihr euch im Mitgliederbereich informieren und austauschen. Aktive Mitglieder können zur Zeit schon per Fernwahl oder am 6.6. vor Ort in Berlin wählen. NE (WMDE) 29.05.

Workshop Einzelnachweise

Workshop Einzelnachweise

Einzelnachweise gehören zu den wichtigsten Grundlagen der Wikipedia – doch wie erstellt man sie korrekt und übersichtlich? Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte der Einzelnachweise in der Wikipedia lernen wir in einem praxisorientierten Workshop die verschiedenen Möglichkeiten kennen, Quellen wikipediakonform einzubinden.

Dabei beschäftigen wir uns mit der richtigen Formatierung von Quellen und den Unterschieden zwischen Literaturquellen und reinen Internetquellen. Vorgestellt werden außerdem die Vorlagen „Literatur“ und „Internetquelle“ sowie deren jeweilige Vor- und Nachteile.

Darüber hinaus zeigen wir, wie Einzelnachweise sowohl im VisualEditor als auch im Quelltexteditor eingefügt und bearbeitet werden können. Weitere Themen sind die Mehrfachverwendung von Quellen, die relativ neue Subreferenzierung sowie der Umgang mit nicht mehr verfügbaren Internetquellen und die Nutzung von Webarchiven.

Der Workshop findet am 4. Juni um 19 Uhr im Rahmen des Digitalen Themenabends statt und richtet sich besonders an Anfängerinnen und Anfänger, bietet aber auch erfahrenen Wikipedianerinnen und Wikipedianern interessante Einblicke und praktische Tipps. Besonders freue ich mich auch Johannes Richter (WMDE) von den Technischen Wünschen begrüßen zu dürfen, der sich mit um die Gestaltung der Einzelnachweise gekümmert hat.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme! Anmeldung erfolgt wie immer unter WP:DTA. Salino01 28.5.

Russen bauen deutschsprachigen Wikipedia-Klon

Laut geleakten Dokumenten soll die für Putin arbeitende Social Design Agency (SDA) dabei sein, einen deutschsprachigen Wikipedia-Klon aufzubauen. Ziel soll es sein „Desinformation aus Russland in KI-Systeme einzuschleusen“, also KI-Systeme wie ChatGPT damit zu trainieren. Die Wissensdatenbank soll sich selbst aktualisieren und bereits 200.000 Seiten umfassen (Stand Januar 2026). Vom Prinzip her erinnert es an Ruwiki, einem Klon der russischsprachigen Wikipedia, der vor drei Jahren erstellt wurde und ebenfalls mit regierungsfreundlichen Artikeln gespeist wird. S20, 26.05.

Die WikiEule bittet euch um eure Nominierungen 2026

WikiEulen

Heuer wird die Verleihung der WikiEule in Regensburg auf der WikiCon 2026 am 19. September stattfinden. Auch in diesem Jahr sollen all die geehrt werden, die sich für die Wikipedia und ihre Schwesterprojekte in vielfältiger Weise einsetzen. Das Marinaforum in Regensburg, unmittelbar an der Donau gelegen, mit seinen großzügigen Räumlichkeiten wird den Rahmen bilden. Damit Wikipedianer/innen, Fotograf/innen oder Supportmitarbeiter/innen, Artikel oder auch Projekte aus den verschiedensten Tätigkeitsbereichen der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte in diesem Jahr eine WikiEule erhalten können, hängt es von deiner Nominierung ab. Wie in jedem Jahr benötigt es deinen Vorschlag, deine Einreichung, deinen Wunsch jemandem eine Freude zu machen und darum bittet herzlich deine WikiEulenAcademy.

Bitte sende deine Vorschläge bis zum 10. Juni mit einer Begründung per

Wir freuen uns auf eure Nominierungen. Eure WEA 

Community Tech wird aufgelöst – um Gewerkschaft zu verhindern?

Logo der Initiative Wiki Workes United
Logo der Initiative Wiki Workes United

Am 20. Mai wurde bekannt gegeben, dass das Community-Tech-Team aufgelöst wird, das in der Vergangenheit für die globale Community Wishlist zuständig war. Durch eine „Restrukturierung“ soll die Bearbeitung von Community-Wünschen künftig dezentral auf mehrere Teams aufgeteilt werden, um „Bottlenecks“ zu reduzieren.

In diesem Zuge wurden sechs Mitarbeiter entlassen, unter anderem MusikAnimal, Samwilson und TheresNoTime, die stark in der freiwilligen Entwickler-Community eingebunden sind. Wer künftig die sonstigen Aufgaben übernimmt, für die bisher das Team zuständig war, bleibt unbeantwortet. Das Vorgehen wird ausführlich in der englischen Wikipedia sowie auf Meta-Wiki diskutiert und dort durchweg verurteilt.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt dabei die Beobachtung, dass mehrere der entlassenen Mitglieder im Begriff waren, eine Gewerkschaft zu gründen. Nachdem vor 2 Wochen auch die ebenfalls beteiligte Brooke Vibber – eine der Hauptentwicklerinnen von MediaWiki – entlassen wurde, fällt es schwer, an einen Zufall zu glauben. Eine Petition zur Unterstützung der Gewerkschaftsbemühungen läuft bereits. MGC, 21.05.

Humor, LLM, Innovation, Klub

Das sind die Themen des nächsten Eduwiki Knowledge Showcase. Dieses Online-Treffen findet am Freitagnachmittag statt, also am 22. Mai. Z. 19.05.

demzufolge vs. dem zufolge

Es gibt einen Rechtschreibfehler, aktuell in Hunderten von Wikipedia-Artikeln vorhanden, der generell unter dem Radar fliegt. Es sind Sätze wie der folgende, aus dem zufällig gewählten Artikel Stephan Weil:

  • Weil zitierte Egon Bahr, demzufolge es in der internationalen Politik nur um die Interessen von Staaten gehe, „nie um Demokratie und Menschenrechte“.

Dieser Fehler lässt sich vermeiden, wenn man bedenkt:

  • Das Wort demzufolge ist ein Adverb, kein Relativpronomen.

Der Duden gibt die folgenden Beispiele:

  • demzufolge ist die Angelegenheit geklärt, aber das Vertragswerk, dem zufolge die Staaten sich verpflichten …

Eselsbrücke: Man würde bei einer Passage wie „Verträge, denen zufolge beide Parteien Pflichten haben, ...“ nicht auf den Gedanken kommen, „denen zufolge“ als ein Wort zu schreiben. Entsprechendes gilt für demnach, demgemäß. AK 18.05.

Bildbeschreibungen von Museumsobjekten

Engobierte römische Keramik, sog. Trierer Spruchbecher
(Ende 3. Jh.)
FO: Gelduba, Grab 5555
AO: Museumszentrum Burg Linn, Krefeld

Es ist zum verzweifeln...! Immer wieder die gleiche oder eine ähnliche Situation. Man schreibt oder bearbeitet einen Artikel über ein Bodendenkmal und sucht auf Commons nach passendem Bildmaterial. Zu den aus dem Bodendenkmal stammenden Artefakten findet man die Unterkategorie eines Museums mit Dutzenden von tollen passenden Bildern.

Alles bestens? — Denkste!

Die Ernüchterung kommt schlagartig, wenn man die Bildbeschreibungen liest. Dort steht dann sinngemäß, dass das abgebildete Objekt aus dem Museum XY stammt. Schluss, aus, Sense! Ein paar Dutzend mal: „Aus dem Museum XY“. Punkt! Es steht dort nicht, was abgebildet ist, nicht, aus welchem Material es besteht, nicht, wo genau es gefunden wurde, geschweige denn, auf welche Zeit es datiert wird. Angaben, die aber zwingend für eine vernünftige Beschreibung solcher Objekte erforderlich sind, und die in der Regel auch auf den Infotafeln und Infoschildchen der Museen vermerkt werden.

Natürlich kann man bei einem Museumsbesuch, bei dem man Dutzende von Photographien anfertigt, nicht alle diese Details im Kopf behalten oder mühselig notieren. Aber was spricht denn in den Zeiten der digitalen Photographie dagegen, die Infoschildchen einfach zusätzlich zu fotografieren? Beim Hochladen kann man dann in aller Ruhe die darauf enthaltenen Informationen in die Bildbeschreibung übernehmen. Also statt „Aus dem Museum XY“ beispielsweise „Büste eines römischen Legionärs im Museum XY. Kalkstein, Mitte des 2. Jahrhunderts. Fundort: zwischen Amphitheater und Forum“. Das Ergebnis im Artikel könnte dann wie abgebildet aussehen...

Für Artikelautoren und -bearbeiter wäre dies eine wirklich sehr große Hilfe und eine Ersparnis von Frustration. Ich habe leider bei der Artikelarbeit schon unzählige, wirklich gute Bilder nicht verwenden können, einfach weil mir konkrete Objektbeschreibungen fehlten. Denkt bitte mal drüber nach, die beschriebene Vorgehensweise macht nur wenig Mühe! Hartmann Linge 18.05.

„Offline“-Kampagne für inhaftierten saudischen Wikipedianer Osama Khalid

Der inhaftierte saudische Wikipedianer Osama Khalid

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat eine neue „Offline“-Kampagne für den inhaftierten saudischen Wikipedianer Osama Khalid gestartet. Osama wurde im Juli 2020 im Zuge einer Welle willkürlicher Verhaftungen durch die saudischen Behörden und zunächst zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Diese wurde später im Berufungsverfahren auf 32 Jahre erhöht, dann im Jahr 2023 auf 25 Jahre herabgesetzt und im vergangenen September erneut auf nun 14 Jahre verringert. Er hatte während seines Medizinstudiums an verschiedenen Wikimedia-Konferenzen teilgenommen und Wikipedia-Artikel über Menschenrechtsthemen geschrieben. Eine im April von der saudischen Menschenrechtsorganisation ALQST veröffentlichte und von mehreren anderen Organisationen unterzeichnete Erklärung wies auf „die enorme Diskrepanz zwischen den in verschiedenen Phasen des Verfahrens verhängten Strafen“ hin; diese unterstreiche „die Willkür, mit der im saudischen Justizsystem Urteile gefällt werden.“ Das „Offline“-Projekt der EFF präsentiert Fälle von Menschen, die für ihre Online-Aktivitäten inhaftiert wurden, aber nicht unbedingt eine breite Medienberichterstattung erhalten haben. Ein weiterer inhaftierter Wikipedianer, Ziyad al-Sufyani, war 2025 freigelassen worden. AK 14.05.

Honig raus aus der Wikipedia! (Eine Glosse)

Vor zwei Tagen wurde im Kurier der Vorschlag unterbreitet, Neulinge von Honigtöpfen auszuschließen. Die zugehörige Kurier-Diskussion zeigt, dass auch altgedienten Wikipedianer*innen Honigtöpfe nicht zugemutet werden sollten. Deswegen fordere ich hiermit: Honig raus aus der Wikipedia! Jeder Artikel, dessen Diskussionsseite innerhalb eines in einem Meinungsbild zu ermittelnden Zeitraums eine in einem weiteren Meinungsbild zu ermittelnde Anzahl an Beiträgen altgedienter Wikipedianer*innen überschreitet, wird gelöscht und für Leser mit dem Hinweis versehen, dass das Thema in der deutschsprachigen Wikipedia-Gemeinschaft zu umstritten ist, und deshalb keinen Artikel bekommen hat. Zusätzlich wird auf einen zufälligen Artikel verwiesen, dessen Diskussionsseite leer ist, damit die Leser sich an einem der vielen unumstrittenen Themen erfreuen können, die unsere schöne Enzyklopädie bereithält. Rr 11.05.

Tech-Support-Treffen

Vom 28. bis 30. August 2026 findet in FFM ein Treffen für Techsupporter der deutschen Wikipedia statt. Mehr zum Treffen auf der Projektseite. Merle WMDE 11.5.

Finger weg vom Honigtopf

Neulinge kommen mit der Erwartung in die Wikipedia, dass sie hier jeden Artikel bearbeiten dürfen. Das ist zunächst auch so, aber eben nur auf den ersten Blick. Neukonten (manche sind echte Neulinge, manche sind Einzweckkonten, auch Sockenpuppen sind dabei) versuchen häufig, ihre Sichtweise in sogenannte Honigtopf-Artikel einzubringen, was dann zu einer Vandalismusmeldung, anschließender Sperre und evtl. noch zu einer CU und einer Sperrprüfung führt. Bei jedem Schritt beteiligen sich oft andere Benutzer am Verfahren bzw. an der Diskussion, es werden also personelle Ressourcen gebunden. Zudem kommt es in der Folge zu weiteren Konflikten zwischen sich zu Wort meldenden Benutzern, Administratoren laufen Gefahr, für ihre Entscheidungen und Wortmeldungen Wiederwahlstimmen zu erhalten, was das Arbeitsklima weiter verschlechtert. Echte Neulinge reagieren enttäuscht und gehen uns als Mitarbeiter verloren.
Es wäre einfacher, die entsprechenden Artikel für Neulinge zu sperren und ihnen von vornherein den Zugang zu sogenannten Honigtöpfen zu verbieten. Das würde die Seiten WP:VM und WP:SPP entlasten.
Es heißt immer, dass Artikel nicht vorsorglich gesperrt werden. Aber warum eigentlich nicht? Die englische Wikipedia hat bereits einen Honigtopfbaustein in Benutzung. Eine Sperrung von Artikeln statt von Neukonten wäre transparenter und ressourcenschonender als die jetzige Vorgehensweise. BW 09.05.

Irgendjemand möchte nicht, dass du diesen Trick kennst...

...ich verrate ihn dir trotzdem. Aktuell laufen viele Wettbewerbe, mit geschickten Agieren kann man an allen gleichzeitig teilnehmen und im Bestfall sogar Preise (z. B. Schokolade) abstauben.

  • Überführe fehlende Naturdenkmale und Geotope nach Wikidata. Nimm damit in Wikidata an Coordinate Me (bis Ende Mai) und gleichzeitig in der Wikidata-Disziplin des Wiki-Loves-Earth-Cup (WLE-Cup) (bis Ende Juni 2026) teil.
  • Mach Fotos von Naturdenkmalen, Geotopen und Schutzgebieten für den Fotowettbewerb Wiki Loves Earth (bis Ende Juni 2026).
  • Schreib Artikel zu diesen Objekten und nimm damit in der Disziplin Artikel WLE-Cup teil.
  • Bau die fehlenden Bilder in die entsprechenden Listen ein und nimm damit an der Disziplin Listen des WLE-Cup und am Wartungsbausteinwettbewerb (bis 23. Mai) teil.

Z t 08.05.

Workshop: Recherche mit PetScan

Du möchtest gezielter in Wikipedia recherchieren, Listen erstellen oder Lücken in Themengebieten finden? Dann ist unser nächster Digitaler Themenabend am 18. Mai (19 Uhr) genau das Richtige für dich! PetScan gehört zu den vielseitigsten Werkzeugen im Wikimedia-Universum. Mit ihm kannst du komplexe Abfragen über Kategorien, Seiteneigenschaften, Vorlagen und Wikidata kombinieren. So findest du gezielt Artikel, entdeckst fehlende Inhalte oder identifizierst Verbesserungsbedarf.

Das erwartet dich im Workshop:

  • Einführung in die Grundfunktionen von PetScan
  • Suchen in Kategorien und Unterkategorien
  • Arbeiten mit Seiteneigenschaften (z. B. kleine Artikel oder fehlende Bilder)
  • Suche nach Artikeln mit oder ohne bestimmte Vorlagen in einem Themengebiet
  • Tipps zur Ausgabeformatierung

Praxisbeispiele:

  • Wartungsbausteine in einem Themengebiet finden
  • Bauwerke ohne Koordinaten aufspüren
  • Fehlende Artikel entdecken, die in anderen Sprachversionen existieren
  • und vieles mehr

Im Anschluss hast du Zeit für Fragen und Austausch. Der Workshop richtet sich an alle, die in Wikipedia oder anderen Wikimedia-Projekten aktiv sind – egal ob du gerade erst anfängst oder schon lange dabei bist. Besonders hilfreich ist er für dich, wenn du Listen erstellst, Themenbereiche pflegst oder gezielt nach Artikeln suchst. Sei dabei und entdecke, was mit PetScan alles möglich ist! Anmeldung wie immer unter WP:DTA. Ich freue mich über eine zahlreiche Teilnahme.Salino01 07.05.

Bannerkampagne: Neulingsgewinnung

Eine zehntägige Bannerkampagne im Mai soll verschiedene Newsletter-Angebote zur Neulingsgewinnung bzw. zum Onboarding neuer oder wenig erfahrener Wikipedianer*innen bewerben. Es wird mit drei unterschiedlichen Bannern gearbeitet, um unerfahrene Autor*innen möglichst zielgerichtet zu erreichen. Mehr Infos auf der Projektseite. MW (WMDE), 05.5.