Zum Inhalt springen

Weßling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Weßling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Weßling hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 5′ N, 11° 15′ OKoordinaten: 48° 5′ N, 11° 15′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Höhe: 592 m ü. NHN
Fläche: 22,6 km²
Einwohner: 5585 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 247 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82234
Vorwahl: 08153
Kfz-Kennzeichen: STA, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 144
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gautinger Straße 17
82234 Weßling
Website: www.gemeinde-wessling.de
Erster Bürgermeister: Michael Sturm (FW)
Lage der Gemeinde Weßling im Landkreis Starnberg
KarteAmmerseeStarnberger See
Karte

Weßling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg.

Weßlinger See und Weßling

Die Gemeinde liegt ca. 25 km südwestlich von München, etwas nördlich zwischen Ammersee und Starnberger See. Der Altort von Weßling lag am westlichen Ufer des Weßlinger Sees, des kleinsten Sees im Fünfseenland, mittlerweile wird der See von dem Ort komplett umschlossen.

Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile[2] (in Klammern ist der Siedlungstyp[3] angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Hochstadt, Oberpfaffenhofen und Weßling.[4]

Bis zum 19. Jahrhundert

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Weßling reicht bis zur bajuwarischen Landnahme zurück. Nach dem Abzug der Römer, die seit 15 v. Chr. als Legionen über die Alpen gezogen waren und ihre Kultur mitgebracht hatten, versank das nun herrenlose, aber keineswegs entvölkerte Land für fast ein Jahrhundert im Dunkel der Geschichte. Erst in der Mitte des 6. Jahrhunderts nahmen die Bajuwaren das Land zwischen Enns und einem dem Lechrain vorgelagerten Bereich in Besitz. Mindestens seit dieser Zeit kann also von einer kontinuierlichen Besiedlung gesprochen werden.

Der Ortsname ist 1217/1218 als Wezzilingen ersturkundlich genannt. Es liegt der bajuwarische Personenname Wezil zugrunde.

Weßling ist ein alter Pfarrort. Im Mittelalter gehörte Weßling zunächst zur andechsischen Vogtei Neufahrn; diese hatte ihren Sitz in Mamhofen. Nach dem Ende der Andechser im Jahre 1248 gelangte das Dorf Weßling in den Besitz der Herrschaft Seefeld. Die alte Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt wurde 1453 erstmals urkundlich erwähnt.[5]

Eingemeindungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Hochstadt eingegliedert.[6] Am 1. Januar 1976 kam Oberpfaffenhofen hinzu.[7]

Einwohnerentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 25. Mai 1987 und 15. Mai 2022 wuchs die Bevölkerung der Gemeinde von 4118[8] auf 5474 Einwohner,[9] stieg also um rund 33 Prozent an.

Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2020 Michael Sturm (FW). Er wurde zum Nachfolger von Michael Muther (FW) gewählt, der das Amt seit 2008 innehatte.

Gemeinderatswahl 2020
Wahlbeteiligung: 73,3 %
 %
40
30
20
10
0
30,1
29,9
26,9
13,1
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−3,0
+11,3
−1,0
−7,3
Sitzverteilung im Gemeinderat Weßling 2020
    
Insgesamt 20 Sitze
Sitzverteilung im Gemeinderat
JahrCSUSPDGrüneFWgesamtWahlbeteiligung
2020 53662073,30 %
2014 54472067,09 %
Blasonierung: „In Blau zwei schräg gekreuzte goldene Abtstäbe, darüber ein silbernes Schildchen mit einem schwarzen Pfaffenhut, darunter ein silberner Waller.“[10]
Bahnhof Weßling

Die Länge aller Straßen der Gemeinde beträgt 99,5 Kilometer, davon sind 57 km Feld- und Waldwege (Stand 2019).

Weßling ist durch die Autobahn A 96 mit den Ausfahrten Wörthsee und Oberpfaffenhofen erschlossen. Die verkehrlich gut angebundene Gemeinde ist noch immer stark vom Durchgangsverkehr belastet, vor allem von der A 96 zum Ammersee. Die Ortsumfahrung, Baubeginn Januar 2015, Fertigstellung am 28. November 2016, brachte nur einen Teilerfolg. Mit Freigabe des Verkehrs auf der Umgehungsstraße wurde die Hauptstraße bis zur Einmündung in die Gautinger Straße zur Gemeindestraße zurückgestuft.[11] Zudem wurde die Attraktivität der Durchfahrt, insbesondere für Lkw im reinen Durchgangsverkehr, zunächst durch Hindernisse, nachfolgende durch eine verkehrsrechtliche Maßnahmen (Beschluss im Feb. 2018, finale Umsetzung im Okt. 2018) gemindert.[12]

1903 nahmen die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen die Bahnstrecke Pasing–Herrsching mit dem Bahnhof Weßling in Betrieb.[13] Seit 1972 ist der Bahnhof an das Netz der S-Bahn München angeschlossen. Die Linie S8 verkehrt von Herrsching zum Flughafen München.

Linie Linienverlauf
S8 Herrsching Seefeld-Hechendorf Steinebach Weßling Neugilching Gilching-Argelsried Geisenbrunn Germering-Unterpfaffenhofen Harthaus Freiham Neuaubing Westkreuz Pasing Laim Hirschgarten Donnersbergerbrücke Hackerbrücke Hauptbahnhof Karlsplatz (Stachus) Marienplatz Isartor Rosenheimer Platz Ostbahnhof Leuchtenbergring Daglfing Englschalking – Johanneskirchen Unterföhring Ismaning – Hallbergmoos Flughafen Besucherpark Flughafen München

Weßling ist in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund integriert. Regionalbuslinien verbinden den Ort mit Stegen, Herrsching, Seefeld, Gilching, Starnberg und München.[14]

Linie Linienverlauf Verkehrsunternehmen
X910Weßling – Gauting – Klinikum GroßhadernBusservice Watzinger
921Herrsching – Inning – WeßlingGeldhauser
923GP Inning/Wörthsee – Steinebach – Weßling – ESPE/3M – SteinebachGeldhauser
947Gilching-Argelsried – Neugilching – DLR – WeßlingDemmelmair
955Weßling – Starnberg NordDemmelmair

Die Gemeinde vermarktet sich als „Künstlerdorf“ und verweist dabei auf eine lange Liste von Malern (u. a. Pierre-Auguste Renoir), die den See besucht haben. Die am Seeufer stehenden Skulpturen stammen von einem Bildhauer-Wettbewerb. Weßling liegt in der Tourismusregion Starnberg-Ammersee.

Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Hans Porkert: Am Weßlinger See – Ein Heimatbuch in Wort und Bild. Gemeinde Weßling, Weßling 1986.
  • Hans Porkert, Maria Wolleschak, Ludwig Ostermayer, Walter Follner, Franz Hasler: Weßling Oberpfaffenhofen Hochstadt – Alte Bilder erzählen aus unserer Heimat. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1999, ISBN 3-89570-590-X,
  • Willibald Karl: Kirchen der Pfarrei Weßling (= Peda-Kunstführer. Nummer 473). Kunstverlag Peda, Passau 1999, ISBN 3-89643-131-5,
  • Helmut Bender: Die römische Siedlung von Weßling-Frauenwiese. Untersuchungen zum ländlichen Siedlungswesen während der Spätantike in Rätien (= Passauer Universitätsschriften zur Archäologie. Band 7). Verlag Marie Leidorf, Rahden 2002, ISBN 3-89646-175-3.
  • Helmut Bender: Die nicht stratifizierten Funde aus den Grabungen 1973–1975 und 1978–1982 in Weßling-Frauenwiese. Ein Katalog (= Passauer Universitätsschriften zur Archäologie. Band 15). Verlag Marie Leidorf, Rahden 2023, ISBN 978-3-86757-084-8.
Commons: Weßling – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Weßling – Reiseführer

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Weßling, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 13. Dezember 2021.
  3. Gemeinde Weßling in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 8. September 2019.
  4. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  5. Tag des Offenen Denkmals: Von der Schmiede bis zum römischen Gutshof. Abgerufen am 25. April 2022.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 576.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 591 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 143 (Digitalisat).
  9. Statistkik kommunal 2024, Weßling: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik, Seite 6
  10. Wappen von Weßling in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. Gemeinde-Website: Umfahrung Weßling - Informationen. 28. November 2016
  12. Gemeinde-Website: Verkehrsrechtliche Anordnung Hauptstraße. 26. April 2018
  13. Robert Bopp: 100 Jahre Bahnstrecke Pasing – Herrsching. Von der Königlich Bayerischen Lokalbahn zur S-Bahn-Linie 5. Germering 2003, ISBN 3-00-011372-X, S. 68.
  14. Münchner Verkehrs- und Tarifverbund: Verkehrslinienplan Landkreis Starnberg (PDF; 1,5 MB) auf mvv-muenchen.de, Dezember 2018, abgerufen am 1. Februar 2019
  15. Gemeindegalerie. Abgerufen am 2. Februar 2021.
  16. Bürgermeister eröffnet Gemeindegalerie. Abgerufen am 2. Februar 2021.
  17. Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 611.