Weyhers liegt in der Vorder- und Kuppenrhön, einem westlichen Teil der Rhön. Es befindet sich am Westrand des Naturparks Hessische Rhön im Westen des Biosphärenreservats Rhön. Knapp 12km (Luftlinie) südöstlich der Stadt Fulda liegt das Dorf direkt südsüdöstlich vom Motzküppel (452,9m) und etwas südlich vom Lebersberg (472,7m). Durchflossen wird es von einem an den Flanken beider Berge entspringenden Bach, der unterhalb der Ortschaft in den ostnordöstlichen Fulda-Zufluss Lütter mündet. In Richtung Südosten leitet die Landschaft, jenseits der Lütter, zum von Weyhers aus sichtbaren Ebersberg (689m) mit der Burgruine Ebersburg über, dem Namensgeber der Gemeinde Ebersburg. Der zusammenhängend bebaute Bereich des Dorfs liegt zwischen etwa 350 und 405m Höhe.[3]
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
Innerhalb der Gemarkung existieren zahlreiche historische Siedlungsplätze, Höfe und Gehöftgruppen[1]: Altenweiher (Hof),[4] Eichhof (Hof; früherer Name: Ziegenbock),[5] Gerlachshof (Hof),[6] Halsbach (Gehöftgruppe),[7]Hermannsthal (Wüstung),[8] Mittelreppich (Gehöftgruppe),[9] Motzhauck (Hof),[10]Motzküppel (Hof),[11]Neuscheuer (Wüstung),[12] Oberreppich (Hof),[13] Reidelmes (Gehöftgruppe),[14] Rudolfshof (Hof),[15]Sanzenrode (Wüstung),[16] Schneckenberg (Hof),[17]Seeshof (Hof),[18] Steinhof,[19] Straßenhaus (Hof),[20] Unterreppich (Hof),[21] Wachshaus (Hof)[22] und Weikardshof (Hof)[23] sowie das ehemalige Kloster der „Armen Schwestern vom heiligen. Franziskus“.[24]
Die ältest bekannte urkundliche Erwähnungen von Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Ortsteils sind 1011 belegt. Diese betreffen Sanzenrode und Hacholdesbach. Es wird vermutet, dass diese Ortschaften im Gebiet der heutigen Weyherser Einzelhöfe Seeshof und Halsbach lagen.
Die Ersterwähnung von Weyhers war 1270,[1] anderen Angaben zufolge findet sie sich in einer Verkaufsurkunde aus dem Jahr 1372. Darin verfügte die Ortschaft über ein Schloss, einen Hof und ein Vorwerk (siehe Burgstall Weyhers). Schloss und Adelsfamilie sind allerdings sicher älter. Ein Petrus von Weyhers ist in einem Würzburger Lehensbuch von 1317 und ein Berthold von Weyhers in einer Urkunde der Propstei Johannesberg von 1336 erwähnt. Nennungen vor 1170 lassen sich nicht belegen. Im Mittelalter wird die heutige Wüstung Ebermanns erwähnt.
In der bayerischen Zeit war Weyhers durch das seit 1817 bestehende Landgericht Weyhers und das 1842 erteilte Marktrecht zu einem Mittelpunkt im Grenzgebiet zu Preußen geworden.
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: bis 1970:[1]; Nach 1970 Gemeinde Eberburg:[2]; Zensus 2011[30]
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Weyhers 1131 Einwohner. Darunter waren 18 (1,6%) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 207 Einwohner unter 18 Jahren, 433 zwischen 18 und 49, 246 zwischen 50 und 64 und 255 Einwohner waren älter.[31] Die Einwohner lebten in 450 Haushalten. Davon waren 117 Singlehaushalte, 129 Paare ohne Kinder und 159 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 90 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 297 Haushaltungen lebten keine Senioren.[31]
Weyhers verfügt über die kath. PfarrkircheSt. Bonifatius. Sie wurde 1848 von Würzburger Bischof Georg Anton von Stahl eingeweiht.
Die Kirche erhielt im Jahr 1929 von der renommierten Glockengießerei Otto aus Hemelingen/Bremen vier Bronzeglocken. Drei der vier Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. An ihrer Stelle liefert Otto nach im Krieg im Jahr 1950 drei neue Glocken mit der Schlagtonreihe g – a – c.[32][33]
Für Weyhers besteht ein Ortsbezirk (Gebiete des Ortsteils Weyhers) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern.[28] Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 64,65%. Dabei wurden gewählt: drei Mitglieder der „Ofenen Wählergemeinschaft Weyhers“ (OBW) und zwei Mitglieder der „Freien Wählergemeinschaft Ebersburg“ (FWG).[34] Der Ortsbeirat wählte Thorsten Link (OBW) zum Ortsvorsteher.[35]
Ab 1911 gibt es im Dorf eine öffentliche Stromversorgung und 1913 wurde eine öffentliche Wasserversorgung gebaut. Seit 1989 werden die Abwässer in einer Kläranlage gereinigt.
↑Erwin Sturm: Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes. Erster Band: Der Altkreis Fulda. 2. Auflage. 1989, ISBN 3-7900-0189-9, S.932ff.
↑Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21.Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr.3, S.84, Punkt 93 Abs. 53 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 6,0MB]).
↑Gerhard Reinhold:Otto-Glocken. Firmen- und Familiengeschichte der Glockengießerdynastie Otto. Selbstverlag, Essen 2019, ISBN 978-3-00-063109-2, S.588,hierinsbesondereS533,548.
↑Gerhard Reinhold:Kirchenglocken – christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen/NL 2019, S.493,505, urn:nbn:nl:ui:22-2066/204770 (Dissertation an der Radboud Universiteit Nijmegen).