Das Unternehmen wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2011 als Westwing Home & Living GmbH von Delia Lachance (geborene Fischer),[4] Georg Biersack, Matthias Siepe, Stefan Smalla und Tim Schäfer[5] gegründet und ging im August 2011 online.[6] In mehreren Finanzierungsrunden sammelten die Gründer Wagniskapital ein, bis Mitte 2014 waren es rund 150 Millionen Euro.[7] Zu den Investoren zählten unter anderem Tengelmann, Rocket Internet, Holtzbrinck Ventures, Kinnevik und Access Industries.[8][9]
Im August 2018[10] wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaftumgewandelt[9] und am 9. Oktober 2018 notierte Westwing erstmals an der Frankfurter Börse.[11] Vor dem Börsengang wurden die Geschäfte in Brasilien, Russland und Kasachstan verkauft, das Unternehmen konzentrierte sich auf europäische Märkte.[12] Aufgrund eines durch die Corona-Pandemie getriebenen Booms stieg die Unternehmensaktie im Dezember 2020 in den SDAX auf.[13] Nach Ende dieser Sonderkonjunktur verließ die Aktie diesen Index Ende 2021.[14] Anfang 2022 war der Rechtsformwechsel in eine Europäische Aktiengesellschaft mit Eintrag ins Handelsregister abgeschlossen; der Umwandlungsbeschluss war im Juni 2021 erfolgt.[15] Im Sommer 2022 wurde der bisherige Chief Commercial Officer Andreas Hoerning zum CEO, er löste Stefan Smalla ab.[16]
Westwing ist eine E-Commerce-Plattform für Home & Living mit den folgenden zentralen Elementen:
Shop: Der Westwing Shop bietet schnelle Lieferung von Produkten renommierter Drittmarken sowie der hauseigenen Westwing Collection.
Westwing Collection: Die Eigenmarke umfasst Produkte, die durch eigenständiges Design, hohe Qualität und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis gekennzeichnet sind. Sie gilt als markenstart und ist im Premiumbereich positioniert.[17]
Retail Campaigns: Wechselnde Themenwelten verbinden Inspiration und Einkaufserlebnis. Diese werden über die Website, die App und den Newsletter vorgestellt.
Offline Stores: Neben dem Onlinegeschäft betreibt Westwing eigene stationäre Stores, die Kundinnen und Kunden ein ganzheitliches Markenerlebnis ermöglichen. Die Stores befinden sich in Hamburg, Berlin, München, Köln, Düsseldorf, Leipzig, Stuttgart, Paris und Kopenhagen.[18]
Durch diesen multitouch-fähigen Ansatz entlang der gesamten Customer Journey schafft Westwing eine ganzheitliche Einkaufserfahrung, die sowohl digitale als auch physische Berührungspunkte umfasst.[18]
Das Unternehmen ist vor allem im B2C-Bereich tätig, richtet sich aber auch an Geschäftskunden (B2B).[17]
Nach Unternehmensangaben entfallen rund 80% der Bestellungen auf wiederkehrende Kundinnen und Kunden. Westwing ist auf sozialen Plattformen aktiv und gibt die Zahl der Follower mit über 13 Millionen weltweit an. Das Angebot umfasst neben dem Sortiment auch Designberatung, Lieferdienstleistungen und Kundenservice.[18]
Westwing benennt als Unternehmensziel, eine führende europäische Plattform für den Bereich „Beautiful Living“ zu sein und Kundinnen und Kunden mit kuratierten Wohninhalten sowie Produkten anzusprechen.[18]
Das Sortiment setzt sich aus der Eigenmarke Westwing Collection und Produkten externer Premiumpartner zusammen. Ergänzend veröffentlicht das Unternehmen regelmäßig thematische Inhalte (u. a. Homestories) und betreibt Social-Media-Kanäle, die zur Reichweite beitragen.[18]
↑Helmut Kipp: Pandemie beschert Westwing einen Boom. In: Börsen-Zeitung, 5. Januar 2021.
↑Walther Becker: Schöner wohnen im Internet. Westwing wächst rasant und unprofitabel – Neue Finanzierungsrunde für den „Proven Winner“ von Rocket Internet – Börse lockt künftig. In: Börsen-Zeitung, 23. April 2015.