Das Gemeindegebiet von Wendtorf liegt am östlichen Ufer der Kieler Außenförde im nordwestlichen Teilbereich des Naturraums Ostholsteinisches Hügel- und Seenland (Haupteinheit Nr.702).[2][3]Siedlungsgeographisch werden die beiden Ortsteile Wendtorf (nahe der geografischen Mitte der Gemarkung gelegen) und WendtorferStrand (gelegen direkt an der Ostsee binnenseits der Lagune hinter dem NehrungshakenBottsand) als Wohnplätze unterschieden. Beide Wohnplätze sind als Dorf kategorisiert.[4][5]
Ein erster Ort an dieser Stelle wurde 1240 erstmals erwähnt. 1440 erhielt der Ort den Namen Wendtorf. 1796 wurden die ersten Häuser in Strandnähe gebaut.
Zu den vor Kiel-Schilksee veranstalten Segelveranstaltungen im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 1972 in München wurde der ehemalige Fischerhafen am Rande des Ortsteils WendtorferStrand zu einem Sportboothafen umgestaltet und um eine Ferienwohnanlage mit fünf Hochhäusern in Großtafelbauweise erweitert. Ergänzt wurden sie durch eine Ladenzeile aus Beton-Pavillons und verschiedene Freizeiteinrichtungen, wie z.B. einen Minigolfplatz, oder die seit Längerem wieder stillgelegte Anlagen einer Badminton-Halle und eines Freibads. Seinerzeit wurde hier auch ein Gemeindekindergarten errichtet, der bis zu seiner Auflösung und Integration in den Kindergarten im Ortskern von Wendtorf von der Gemeinde Wendtorf und den umliegenden Gemeinden genutzt wurde.
Betrieben wurde die Anlage mit über 500 Apartments[7] von der Marina Wendtorf KG. Die einzelnen Apartments wurden seit Gründung der Anlage größtenteils an Privatpersonen oder kleinere Immobilienunternehmen verkauft, die sie wiederum als Ferienwohnungen weiter vermieten. Durch diese Vorgehensweise bei Fehlen eines Dauernutzungskonzepts gilt die Anlage als Abschreibungsobjekt, bei dem nur ausdrücklich vorgeschriebene Instandsetzungsarbeiten durchgeführt wurden. Dadurch begünstigt ist die Bausubstanz der Gebäude teilweise angegriffen. Die Umgebungsflächen sind nur in wenigen Bereichen gepflegt. Zwischen den Wohngebäuden stehen mehrere Gebäude und Freizeiteinrichtungen seit Jahrzehnten leer und sind teilweise verfallen oder von Vandalismus beschädigt.
Im Jahre 2007 musste die Marina Wendtorf KG Insolvenz anmelden. Die Gesellschaft wurde 2008 schließlich aufgelöst.[8]
Mit Otto Steffen hatte die Gemeinde den dienstältesten Bürgermeister Schleswig-Holsteins; er war bis zu seinem Tod 2016 über 50Jahre im Dienst.[9][10]
Blasonierung: „Schräglinks geteilt durch einen golden-rot geteilten Balken. Oben in Blau vier silberne Wellenfäden, überdeckt mit einem linksgewendeten, springenden goldenen Fisch, unten in Silber vier blaue Wellenfäden, überdeckt mit einem roten Spatenblatt.“[13]
Das ehemalige Fischerdorf lebt heute vom Tourismus. Nach der Insolvenz der "Marina"-Betriebsgesellschaft revitalisiert ein auf Tourismusprojekte spezialisiertes Investmentunternehmen die Marina für 50 Millionen Euro.[14][15]