Zum Inhalt springen

Welkers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Welkers
Gemeinde Eichenzell
Koordinaten: 50° 29′ N,  43′ OKoordinaten: 50° 28′ 45″ N,  43′ 15″ O
Höhe: 293 m ü. NHN
Fläche: 3,21 km²[1]
Einwohner: 1053 (2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 328 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36124
Vorwahl: 06659

Welkers ist ein Ortsteil der Gemeinde Eichenzell im osthessischen Landkreis Fulda. Der in der Gemarkung gelegene Industriepark Rhön gehört zum Ort.

Welkers liegt im oberen Fuldatal in den westlichen Ausläufern der Rhön südöstlich von Eichenzell. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3307. Im Westen führt die Bundesautobahn 7 an Welkers vorbei. Der Ort hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Fulda–Gersfeld.

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Welkers erfolgte unter dem Namen Welgeres im Jahr 1166 in einer Urkunde des Reichsklosters Fulda,[1] als ein Bernger von Welkers („Welgeres“ = Hof des Waltgar) als Zeuge auftritt.

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Welkers im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Ortsteil in die Gemeinde Eichenzell eingemeindet.[3][4] Für Welkers wurde, wie für die übrigen Ortsteile von Eichenzell, ein Ortsbezirk eingerichtet.[5]

Im Jahr 2016 beging der Ort sein 850-jähriges Jubiläum.[6]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Welkers angehört(e):[1][7]

Einwohnerentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
 1812:32 Feuerstellen, 274 Seelen[1]

Einwohnerstruktur 2011

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Welkers 966 Einwohner. Darunter waren 18 (1,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 198 Einwohner unter 18 Jahren, 420 zwischen 18 und 49, 171 zwischen 50 und 64 und 177 Einwohner waren älter.[11] Die Einwohner lebten in 393 Haushalten. Davon waren 105 Singlehaushalte, 102 Paare ohne Kinder und 153 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 12 Wohngemeinschaften. In 81 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 264 Haushaltungen lebten keine Senioren.[11]

Historische Religionszugehörigkeit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Welkers: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2023
Jahr  Einwohner
1812
 
274
1834
 
389
1840
 
374
1846
 
391
1852
 
402
1858
 
403
1864
 
377
1871
 
332
1875
 
328
1885
 
304
1895
 
313
1905
 
327
1910
 
333
1925
 
383
1939
 
440
1946
 
580
1950
 
610
1956
 
585
1961
 
582
1967
 
812
1970
 
599
1980
 
?
1990
 
?
1996
 
940
2000
 
1.006
2005
 
1.077
2011
 
966
2016
 
984
2020
 
968
2023
 
1.053
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Gemeinde Eichenzell[10]; Zensus 2011[11]
 1885:ein evangelischer (= 0,33 %), 302 katholische (= 99,34 %), ein jüdischer (= 0,33 %) Einwohner[1]
 1961:41 evangelische (= 7,04 %), 539 katholische (= 92,61 %) Einwohner[1]
Die katholische Heilig-Kreuz-Kirche von Welkers (1968/70)

Die katholische Heilig Kreuz Kirche ist ein moderner Zeltbau mit frei stehendem nach oben spitz auslaufendem Glockenturm (Campanile) von 1968 bis 1970. Das Kirchengebäude steht (in den Brückenwiesen) in der Rothemanner Straße in der Ortsmitte.

Für den Ortsteil Welkers besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Welkers) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[5] Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 58,42 %. Dabei wurden gewählt: sechs Mitglieder der CDU und ein Mitglied der „Bürgerliste Echenzell“.[12] Der Ortsbeirat wählte Andreas Klimesch (CDU) zum Ortsvorsteher.[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist der prachtvolle gotische Schnitzaltar aus dem Jahre 1509 in der neuen Kirche. Die Heilig-Kreuz-Kirche wurde 1968–1970 erbaut.

Im Ort gibt es ein Bürgerhaus und einen Kindergarten.

  • Michael Mott: Alter Steinsteg nicht mehr zeitgemäß? / Ein Stück Dorfgeschichte ist in Gefahr: Der alte steinerne Kirchsteg in Welkers / Bald Holzbrücken über den Mühlgraben, in: Fuldaer Zeitung, 9. Aug. 1990, S. 16 (Serie: DENK-mal!).
  • Literatur über Eichenzell-Welkers nach GND In: Hessische Bibliographie
Commons: Welkers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen

  1. Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.
  2. Trennung zwischen Justiz (Landgericht Fulda) und Verwaltung.
  3. Infolge des Deutschen Krieges.
  4. Infolge des Zweiten Weltkriegs.
  5. Am 1. April 1972 als Ortsbezirk zur Gemeinde Eichenzell.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Welkers, Landkreis Fulda. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen, Daten & Fakten. Gemeinde Eichenzell, Kreis Fulda, abgerufen im November 2024.
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 53 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,0 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 394 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  5. 1 2 Hauptsatzung. (PDF; 151 kB) § 2. In: Webauftritt. Gemeinde Eichenzell, abgerufen im Januar 2022.
  6. Ein ganzes Dorf feiert ein ganzes Jahr - Festwochenende in Welkers in Osthessen-News vom 28. Juni 2016.
  7. Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
  8. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 157 f. (online bei Google Books).
  9. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.
  10. Einwohner Welkers: 2016 (HW), 1996–2020 (HW+NW) Abkürzungen für die Art des Wohnsitzes
  11. 1 2 3 Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 6 und 62, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020.
  12. Ortsbeiratswahl Welkers. In: Votemanager. Gemeinde Eichenzell, abgerufen im November 2024.
  13. Ortsbeiräte Eichenzell. In: Webauftritt. Gemeinde Eichenzell, abgerufen im Oktober 2024.