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Wehrmaterial

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Wehrmaterial ist ein Sammelbegriff für die Ausrüstung und Bewaffnung von Streitkräften.[1] Rüstungsgüter werden hergestellt, um die Landesverteidigung und nationale Sicherheit zu gewährleisten.

Produkte, Systeme und Prozesse

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Wehrmaterial umfasst Geräte und Systeme in den Domänen Land, See, Luft, Cyberspace und Weltraum. Dazu zählen Waffensysteme und Trägersysteme, auch bekannt als Großgerät, wie z. B. Kampfpanzer, Artillerie, Kampfflugzeuge oder Mehrzweckkampfflugzeuge, Raketenwaffen, Kriegsschiffe, Abwehrsysteme uvm. sowie Geräte und Ausstattung der Soldaten durch Handfeuerwaffen, Maschinengewehre, Munition, Nachtsichtgeräte, Funkgeräte, Bekleidung (Uniformen, Kampfanzug, CBRN-Schutzkleidung) und sonstige Ausrüstungsgegenstände zur militärischen Nutzung. Außerdem ist es wichtig, militärische Anlagen und Einrichtungen (Gebäude, Strukturen, Flugplätze, Erprobungsstellen uvm.) aufzubauen und zu betreiben.

Die Entwicklung von Wehrmaterial findet innerhalb der Wehrtechnik statt und die Produkte werden von der Rüstungsindustrie hergestellt. Dazu zählen auch eigene Institutionen des Militärs, z. B. ist das Watervliet Arsenal, in Watervliet, New York, die einzige Produktionsstätte in den USA für Geschützrohre.[2]

Alle Abläufe unterliegen umfangreichen Entwicklungs-, Herstellungs-, Qualitäts- und Betriebs-Prozessen, mit übergeordneten Produktlebenszyklen (PLC). Die Bundeswehr verwendet den Customer Product Management (CPM) als offizielles Verfahren zur Bedarfsermittlung und -deckung.

Entwicklungsgeschichte

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Die Ausrüstung befindet sich aufgrund technologischer und sicherheitspolitischer Entwicklungen ständig im Wandel. Es wurden zahlreiche Geräte in Betrieb bzw. außer Betrieb gestellt. Schlachtschiffe werden beispielsweise im 21. Jahrhundert von keiner modernen Marine mehr eingesetzt. Atom-U-Boote als Trägersysteme (ursprünglich aus dem 20. Jahrhundert) gehören jedoch weiterhin zur atomaren Ausrüstung einiger Atommächte. Zu den modernen Geräten zählen unbemannte Systeme (darunter Drohnen) und andere autonome Waffen; oder Konzepte wie die Software-definierte Verteidigung (SdV); zur modernen Infrastruktur gehören auch digitale Systeme, sowohl Kommunikationssysteme, als auch Informationstechnologie (IT).

Beschaffung und Finanzierung

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In Deutschland besteht seit der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und dem Erlangen ihrer Souveränität im Jahr 1955 ein partnerschaftliches Modell zwischen Staat und Industrie, da die Beschaffung der Ausrüstung durch eine entsprechende Politik erfolgt.[3]

Die Beschaffung ist die Grundlage des Rüstungswesen und der Auftrag zur Rüstung ergibt sich aus dem Grundgesetz (GG) im Kapitel VIII. Die Ausführung der Bundesgesetze und die Bundesverwaltung, dort:[4]

„Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf. Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.“

(1) Artikel 87a

und weiter:[5]

„Die Bundeswehrverwaltung wird mit eigenem Verwaltungsunterbau geführt und dient der unmittelbaren Deckung des Sachbedarfs der Streitkräfte und der Personalverwaltung.

(1) Art. 87b

Die Finanzierung der Streitkräfte erfolgt über den Bundeshaushalt, vgl. auch Einzelplan 14, auch bekannt als Verteidigungshaushalt.[6] Die Einnahmen spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Der Verteidigungsetat wird hingegen fast vollständig aus Steuermitteln finanziert.[7] Einzelne Rüstungsunternehmen sind allerdings auch börsennotiert.

Die verteilten Zuständigkeiten für die Beschaffung liegen bei den folgenden Bundesoberbehörden:

Weitere Länder

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In den USA ist das United States Army Materiel Command (AMC) für die Beschaffung zuständig.

  • Hubert Reinfried, Hubert F. Walitschek (Hrsg.): Rüstung in der Bundesrepublik Deutschland (= Die Bundeswehr. Eine Gesamtdarstellung. 10 v. 14). Walhalla u. Praetoria, Regensburg 1978, ISBN 978-3-8029-6430-5.
  • Joachim Anspach, Hubert F. Walitschek: Die Bundeswehr als Auftraggeber: Ein Wegweiser für Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe. 2. Auflage. Bernard und Graefe, Koblenz 1986, ISBN 978-3-7637-5459-5.
  • Werner Oswald: Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr. 15. Auflage. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-87943-850-1.
  • Dieter Hanel: Die Bundeswehr und die deutsche Rüstungsindustrie. Bernard & Graefe, Bonn 2003, ISBN 978-3-7637-6238-5.
  • Gerhard Hubatschek (Hrsg.): Bundeswehr: 50 Jahre Wehrtechnik und Ausrüstung. Report Verlag, Bonn 2005, ISBN 978-3-932385-20-9.
  • BMVg: Waffensysteme und Großgerät der Bundeswehr. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Berlin 2021 (publikationen-bundesregierung.de).

Einzelnachweise

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  1. Wehrmaterial. In: Duden. Abgerufen am 29. Mai 2026.
  2. Miguel Ortiz: A 210-year-old factory is making guns for Ukraine. In: We Are The Mighty. 20. Juli 2023, abgerufen am 29. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. Theodor Benecke, Günther Schöner (Hrsg.): Wehrtechnik für die Verteidigung: Bundeswehr u. Industrie - 25 Jahre Partner für d. Frieden (1956–1981). Bernard und Graefe, Koblenz 1984, ISBN 3-7637-5266-8, 1. Politische, militärische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und ihr Einfluß auf die Rüstung der Bundesrepublik Deutschland.
  4. Art 87a GG - Einzelnorm. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  5. Art 87b GG - Einzelnorm. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  6. Verteidigungshaushalt. BMVg, 26. November 2025, abgerufen am 30. November 2025.
  7. Theodor Benecke, Günther Schöner (Hrsg.): Wehrtechnik für die Verteidigung: Bundeswehr u. Industrie - 25 Jahre Partner für d. Frieden (1956–1981). Bernard und Graefe, Koblenz 1984, ISBN 3-7637-5266-8, 1. Politische, militärische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und ihr Einfluß auf die Rüstung der Bundesrepublik Deutschland.