Vissel Kōbe (jap.ヴィッセル神戸, rōm.Visseru Kōbe) ist ein japanischerFußballverein und seit 1997 Mitglied der J. League, Japans höchster Profiliga. Der Verein aus der Millionenstadt Kōbe in der Präfektur Hyōgo hat seine Ursprünge wie die meisten japanischen Profivereine in der Werksmannschaft eines Industriekonzerns. Heute ist er eine eigenständige Aktiengesellschaft, die K.K. Crimson Football Club (株式会社クリムゾンフットボールクラブ, kabushiki-gaisha kurimson futtobōru kurabu; engl.Crimson Football Club, Inc.).[1]
1966 wurde der Club, der heute als Vissel bekannt ist, als Kawasaki Seitetsu Mizushima Soccer-bu in Kurashiki in der Präfektur Okayama gegründet. 1987 wurde der Name zu Kawasaki Seitetsu Soccer-bu (Kawasaki Steel Soccer Club) verkürzt. Der Eigentümer, der große StahlkonzernKawasaki Steel, forcierte den Aufstieg seiner Mannschaft in die nationale Spitzenklasse jedoch weniger engagiert als viele andere Konkurrenten. So war sie bis 1993, als die J. League gegründet wurde, noch nie in der obersten Amateurliga, der Japan Soccer League, aufgetaucht.
Als dann die J. League und unter ihr die neue Japan Football League (JFL) eingeführt wurden, verpasste Kawasaki nur knapp den Aufstieg in die JFL. Er gelang dann im darauffolgenden Jahr, da die Liga von 10 auf 16 Mannschaften aufgestockt wurde. Im Sommer 1994 erfolgte die Umfirmierung in Vissel Kōbe. Das Kunstwortvissel ist zusammengesetzt aus den englischen Begriffen victory (Sieg) und vessel (Schiff) und sollte den Erfolgsanspruch der Klubführung mit der maritimen Tradition des Seehafens Kōbe verbinden. Als Maskottchen wurde eine Kuh (ein Verweis auf den Fleischereikonzern Ito Ham, einen der wichtigsten Unterstützer des Vereins) mit Kapitänsmütze gewählt und das erste Vereinswappen zierte ein Segelschiff.
Das Glück, das Kawasaki 1993 gefehlt hatte, ereilte Vissel 1996, nur ein Jahr nachdem das große Hanshin-Erdbeben die Stadt in großen Teilen verwüstet und die ganze Region in die Krise gestürzt hatte. Obwohl der Aufstieg in die erste Liga am Konkurrenten Honda FC gescheitert war, wurde diesem jedoch die Aufnahme in die J. League verweigert (offiziell aus wirtschaftlichen Gründen, aber es hält sich das Gerücht, dass die in der J. League engagierten Motorenbauer Toyota (Nagoya Grampus Eight), Yamaha (Júbilo Iwata) und Nissan (Yokohama Marinos) den Aufstieg Hondas hintertrieben hatten), und so rückte Vissel nach.
Früheres Vereinslogo von Vissel Kōbe
Seit 1997 hat Vissel das Oberhaus zweimal verlassen. Der Verein, der 2002 vom Kobe Universiade Memorial Stadium (erbaut 1985) in die neue WM-ArenaKobe Wing Stadium (gegenwärtig Noevir Stadium Kōbe) umzog, konnte sich zunächst nicht richtig etablieren und hat bis 2015 keine Saison in der oberen Tabellenhälfte abgeschlossen. Trotz vieler hochkarätiger Spieler (in erster Linie seien hier Kazu Miura, der KamerunerPatrick M’Boma oder der DäneMichael Laudrup genannt) eroberte die Mannschaft bis 2019 keinen nationalen Titel und rangierte zumeist am Rande des Abstiegs, wie auch wieder 2005, als man als abgeschlagener Tabellenletzter zum ersten Mal den Gang in die 1999 gegründete zweite Division antreten musste. 2006 kehrte man jedoch gleich wieder zurück ins Oberhaus.
Anfang 2017 bekam der Verein internationale Aufmerksamkeit, als der Wechsel des ehemaligen deutschen Nationalspielers und WeltmeistersLukas Podolski (zu diesem Zeitpunkt 32 Jahre alt) zur Jahresmitte bekannt gegeben wurde.[2] Ebenfalls ist der deutsche Gert Engels seit dem 10. Januar 2018 für den Verein als Co-Trainer tätig. Im Juli 2018 schloss sich mit dem Spanier Andrés Iniesta (34) ein weiterer Weltmeister dem Klub an. Zur Saison 2019 wurde mit dem Spanier David Villa (37) der dritte Weltmeister verpflichtet.[3] Unter dem deutschen Trainer Thorsten Fink gewann Vissel Kobe schließlich 2020 erstmals mit dem Kaiserpokal 2019 einen nationalen Wettbewerb. In der Saison 2023 wurde Kōbe erstmals Japanischer Meister.[4] Gleich in der darauffolgenden Saison gelang die erfolgreiche Titelverteidigung.
Der Verein trägt seine Heimspiele im Noevir Stadium in Kōbe in der Präfektur Hyōgo aus. Die Sportstätte, deren Eigentümer die Stadt Kōbe ist, hat ein Fassungsvermögen von 31.132 Zuschauern. Betrieben wird das Stadion von der Kobe Wing Stadium Co.,Ltd.