Südliche Waldfledermaus
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Vespadelus regulus | ||||||||||||
| (Thomas, 1906) |
Die Südliche Waldfledermaus (Vespadelus regulus) ist ein im südlichen Australien verbreitetes Fledertier in der Familie der Eigentlichen Blattnasen. Sie zählt innerhalb ihrer Gattung zu einer Artengruppe, die nach der Östlichen Waldfledermaus (Vespadelus pumilus) benannt ist.[1]
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erwachsene Tiere sind ohne Schwanz 36 bis 46,5 mm lang, die Schwanzlänge liegt bei 26 bis 39 mm und das Gewicht variiert zwischen 3 und 7 g. Die Art hat 28 bis 34,5 mm lange Unterarme und Ohren von 9 bis 13 mm Länge. Auf der Oberseite kann rotbraunes, braunes oder graues Fell vorhanden sein und die Unterseite ist grau bis hellgrau. Dabei sind die Haare an der Wurzel deutlich dunkler. Nackte Bereiche im Gesicht sind fleischfarben und die Ohren sowie die Flughäute sind dunkelgrau gefärbt. Der schmale Tragus im Ohr kann gerade oder gebogen sein. Der Schwanz ist vollständig in die Schwanzflughaut integriert. Verschiedene Abweichende Detail der männlichen Geschlechtsorgane, des Schädels und der Zähne unterscheiden die Südliche Waldfledermaus von anderen Gattungsmitgliedern.[2]
Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die größte zusammenhängende Population ist im Südosten von Queensland, im südlichen New South Wales, in Victoria und im Süden von South Australia verbreitet. Weitere Populationen sind im südlichen Western Australia und auf Tasmanien verbreitet. Diese Fledermaus lebt im Flachland und in Gebirgen bis 1900 Meter Höhe. Sie hält sich in feuchten und trockenen Wäldern mit Hartlaubgewächsen, in Buschflächen sowie in Galeriewäldern auf und besucht Ackerland sowie städtische Gebiete.[3]
Lebensweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die nachtaktive Südliche Waldfledermaus ruht am Tage in Baumhöhlen und Gebäuden, wo sie Kolonien mit bis zu 100 Mitgliedern bildet. Im Flug werden Nachtfalter und andere Insekten gejagt. Diese sehr wendige Fledermaus fliegt in der Nähe des Bewuchses und erreicht Geschwindigkeiten zwischen 5 und 25 km/h. Meist wird die Beute in einem Gebiet von 10 Hektar um das Versteck gefangen. Im Winter nimmt die Fledermaus einen torpiden Zustand ein, was unter ungünstigen Bedingungen auch im Sommer erfolgen kann. Die Rufe zur Echoortung haben, je nach Region eine Frequenz von 40 bis 55 kHz. Dabei sind die Rufe im Umfeld von Wasserläufen höher als in trockenen Landschaften. Außer in der Paarungszeit haben Männchen und Weibchen getrennte Ruheplätze. Die Zugehörigkeit zu einer Kolonie ändert sich häufig.[3][2]
Die Paarung findet vor der Ruhezeit im Südwinter statt. Danach verhindert eine Art Stöpsel weitere Kopulationen. Die Befruchtung der Eier wird bis zum Frühjahr verzögert und die eigentliche Trächtigkeit ist drei Monate lang. Im November oder Dezember wird ein Nachkomme pro Jahr geboren. Das Junge erhält etwa sechs Wochen Muttermilch. Im Süden von Tasmanien ist die Paarungszeit etwa einen Monat nach hinten verschoben. Die meisten Exemplare leben zwei bis drei Jahre.[2]
Gefährdung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Fällung von alten Bäumen, in denen sich die Verstecke befinden, wirkt sich negativ aus. Gelegentlich fällt eine Südliche Waldfledermaus einer streunenden Katze zum Opfer. Die Art hat ein weites Verbreitungsgebiet in dem mehrere Schutzzonen vorhanden sind. Die IUCN listet die Fledermaus als nicht gefährdet (least concern), wünscht jedoch eine genauere Forschung bezüglich der Populationsgröße.[3]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Farbtafel mit Fledermäusen, unter Figures, Südliche Waldfledermaus mit Nr. 70
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Vespadelus regulus).
- ↑ a b c Wilson, Lacher Jr. & Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. 9 - Bats. Lynx Edicions, 2019, ISBN 978-84-16728-19-0, S. 794–795 (englisch, Vespadelus regulus).
- ↑ a b c Vespadelus regulus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2021. Eingestellt von: Lumsden, L.F., Reardon, T.B. & Armstrong, K.N., 2019. Abgerufen am 15. Oktober 2025.