Veli Brijun
| Veli Brijun
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| Gewässer | Adriatisches Meer | |
| Geographische Lage | 44° 55′ N, 13° 46′ O | |
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| Fläche | 5,723 km²[1] | |
| Höchste Erhebung | 55 m | |
| Einwohner | unbewohnt | |
Veli Brijun, auch Veliki Brijun, (ital. Brioni Maggiore) ist eine 5,723 km² große kroatische Insel in Dalmatien, die zur Inselgruppe Brijuni gehört, deren Hauptinsel sie darstellt. Die Insel gehört zum Nationalpark Brijuni-Inseln, die westlich von Fažana liegen, von dem sie durch den 2 km breiten Fažana-Kanal getrennt sind. Sie sind etwa 6 km von Pula entfernt. Ein 150 m breiter Kanal trennt Mali Brijun und Veli Brijun.
Der höchste Punkt der Insel ist mit 55 m von der Tegethoff-Festung bekrönt, die in österreichischer Zeit den Hafen von Pula decken sollte. Die Festung entstand von 1864 bis 1868.
Eine der Sehenswürdigkeiten der Inseln ist der Safaripark im Norden; seit 1979 werden dort Elefanten, Lamas, Zebras, Nilgauantilopen, somalische Schafe, indische Kühe, Esel und Straußen präsentiert. Bei vielen der Tiere handelt es sich um Geschenke an Tito bzw. um deren Nachkommen, die hier frei leben.
Am Hafen im Osten der Insel erhebt sich die Kirche Sv. German, eine gotische Kirche, in der die berühmtesten Fresken Istriens und der Kvarner-Bucht als Kopien aufbewahrt werden.
Geschichte
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Die erste Besiedlung dürfte im Neolithikum im frühen 6. Jahrtausend v. Chr. stattgefunden haben, wahrscheinlich noch deutlich früher, während der letzten Eiszeit, als der Meeresspiegel über 100 m tiefer lag und so die Insel leichter zu erreichen war. Die Insel ist eine der wichtigsten kupferzeitlichen Fundstätten Kroatiens.
Im Jahr 177 v. Chr. kam die Insel unter römische Herrschaft. Im 1. Jahrhundert entstanden mehrere Siedlungen auf der Insel – an der Stelle des heutigen Dorfes Brijuni, in der Bucht von Dobrika und auf dem Hügel Kolci. An der Ostküste entstand im 1. Jahrhundert eine römische Villa in der Verige-Bucht. Allerdings liegt die dortige Kaimauer inzwischen etwa einen Meter unter dem Meeresspiegel. Im 1. Jahrhundert, so wird angenommen, gehörte die Insel der römischen Familie der Laecanii mit der größten Villa im Val Catena.[2]
Im 6. Jahrhundert entstand ein byzantinisches Castrum an der Westküste; dort bestand auch ab dem 5./6. Jahrhundert die Basilika Sv. Marija. Daneben entstand im 10. Jahrhundert ein Benediktinerkloster.
1893 wurde die Insel vom österreichischen Industriellen Paul Kupelwieser (1843–1919) gekauft, der dort einen Ferienort mit Hotels, Badeeinrichtungen, einer Pferderennbahn sowie einem Golf- und Tennisplatz errichten ließ. Außerdem ließ er einen Park und ein Wildreservat anlegen. Die etwa 80 Gebäude wurden mittels einer Wasserleitung aus Fažana versorgt. Im Jahr 1900 bot er dem Bakteriologen Robert Koch die Insel zu Forschungszwecken an, da dort die Malaria grassierte; unter seiner Leitung wurden nicht die entsprechenden Mückenbestände dezimiert, sondern die Einwohner immunisiert.
Von 1947 bis zu seinem Tod im Jahr 1980 war die Insel Regierungssitz Josip Broz Titos, der hier mit Gamal Abdel Nasser und Jawaharlal Nehru die Brioni-Deklaration aushandelte, die die blockfreien Staaten stärker verbinden sollte. 1983 wurde das von zahlreichen Politikern aufgesuchte Domizil unter Schutz gestellt, die Gästevillen werden touristisch genutzt.
Die Insel Veli Brijun wird von der kroatischen Regierung für Staatsempfänge und als Sommerresidenz des Präsidenten genutzt. Dort wurde mit der Brioni-Erklärung im Jahr 1991 der 10-Tage-Krieg in Slowenien mit Serbien beendet.
Landschaft, Flora und Fauna
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Süden der Insel erstrecken sich die Sumpfgebiete in der Salinebucht. Dort sollen über 250 Vogelarten brüten. Auch leben dort Mufflons, Damhirsche, Rehe, Feldhasen und Pfauen.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Detlef Gaastra: Ein Schloss im Meer. Gästebuch der Familie von Hütterott, Engelsdorfer, Leipzig 2017.
- Mario Mirabella Roberti: La basilica di Santa Maria in Val Madonna a Brioni, in: Archeografo triestino 49 (1989) 47–58 (Kirche des 6. Jhs. im Val Madonna, im 9. und 15. Jh. wiederaufgebaut).
- Marina De Franceschini: Le ville romane della X regio (Venetia et Histria). Catalogo e carta archeologica dell'insediamento romano nel territorio, dall'età repubblicana al tardo impero, Rom 1998, S. 498–503, 774 u. a.
- Vesna Girardi Jurkiċ: Il centro di culto romano sulle isole Brioni, in: Atti XXXVIII (2008) 19–36. (online)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Tea Duplančić Leder, Tin Ujević, Mendi Čala: Coastline lengths and areas of islands in the Croatian part of the Adriatic Sea determined from the topographic maps at the scale of 1 : 25 000, in: Geoadria 9 (2004), Nr. 1, S. 5–32. Nach anderen Angaben hat die Insel eine Fläche von 6,9 km² (Actes Du Quatrième Congrès International Des Terres de Parcours, Montpellier, France 22–26 Avril 1991, Montpellier 1991, Bd. 4, S. 156).
- ↑ Vlasta Begovič, Ivančica Schrunk: Le ville marittime nell’adriatico settentrionale (Croazia), in: Studia universitatis hereditati, Letnik 3 (2015), S. 9–20, hier: S. 14 (online, PDF).

