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Vazul

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Vazul oder Vászoly (manchmal auch Wacilo, deu.: Vasul, griech.: Basilios) war ein ungarischer Fürst im 11. Jahrhundert. Er war Sohn von Fürst Mihail und Enkelsohn des Großfürsten Taksony.

Über sein Leben weiß man sehr wenig. Er war ein Vetter von Stephan I. Als solcher hatte er nach dem Tod von Prinz Emmerich Anspruch auf den ungarischen Thron. Um zu verhindern, dass Vazul, der nach der Überlieferung ein wüstes Leben führte und Heide war, tatsächlich König von Ungarn würde, ließ Stephan I. ihn festnehmen und blenden. Jedoch beschuldigte man später die ungarische Königin Gisela, Stephans Ehefrau, dieser Tat. Vazuls Söhne wurden aus dem Land getrieben.

Vazul heiratete eine Frau aus der Familie Tátony. Sie hatte drei Söhne: Andreas, Béla und Levente, von denen nach Sámuel Aba und Peter Orseolo zwei Könige von Ungarn wurden. Dann saßen bis zum Aussterben der Arpaden im Jahre 1301 nur noch ihre Nachkommen auf dem ungarischen Thron.[1] Anonymus, Simon Kézai und die Chronikkomposition aus dem 14. Jahrhundert behaupten fälschlicherweise und tendenziös, dass Vazuls Söhne die Söhne seines Bruders László Szár waren.

Einzelnachweise

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  1. Gyula Kristó, Pál Engel, Ferenc Makk (Hrsg.): Korai magyar történeti lexikon (9-14- század). Akadémiai Kiadó, Budapest, 1994, ISBN 963-05-6722-9, S. 662.