Varkaus
| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Landschaft: | Nordsavo | |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Varkaus | |
| Geographische Lage | 62° 19′ N, 27° 55′ O | |
| Fläche: | 524,55 km²[1] | |
| davon Landfläche: | 386,08 km² | |
| davon Binnengewässerfläche: | 138,47 km² | |
| Einwohner: | 19.669 (31. Dez. 2024)[2] | |
| Bevölkerungsdichte: | 50,9 Ew./km² | |
| Gemeindenummer: | 915 | |
| Postleitzahlen: | 78200 – 79520 | |
| Sprache(n): | Finnisch | |
| Website: | varkaus.fi | |
| Partei | Wahlergebnis 2012[6] | Sitze |
|---|---|---|
| Sozialdemokraten | 36,3 % (+6,7) | 16 (+3) |
| Nationale Sammlungspartei | 18,0 % (−1,9) | 8 (−1) |
| Christdemokraten | 15,7 % (−8,6) | 7 (−4) |
| Linksbündnis | 11,9 % (−0,1) | 5 (±0) |
| Wahre Finnen | 9,5 % (+6,4) | 4 (+3) |
| Zentrumspartei | 8,0 % (+2,0) | 3 (−1) |
| Andere | 0,6 % (−4,5) | 0 (±0) |
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Varkaus unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Städten:[7]
- Sandviken (Schweden), seit 1945
- Rjukan (Norwegen), seit 1945
- Nakskov (Dänemark), seit 1945
- Pirna (Deutschland), seit 1961
- Petrosawodsk (Russland), seit 1965
- Rüsselsheim am Main (Deutschland), seit 1977
- Zalaegerszeg (Ungarn), seit 1977
- Jinotepe (Nicaragua), seit 1988
- Lu’an (Volksrepublik China), seit 2004
Stadtwappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das von Olof Eriksson entworfene Stadtwappen ist seit 1954 in Gebrauch und zeigt im schwarzen Feld aus dem linken unteren Schildrand wachsend einen gebeugten Arm, einen Anker quer emporhaltend, beide gold. Das Wappen symbolisiert die historische Bedeutung der Werftindustrie und der Schifffahrt für Varkaus.
Wirtschaft
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Varkaus lebt vor allem von der holzverarbeitenden Industrie. In der Stadt finden sich sämtliche Produktionsstufen von der primären Forstwirtschaft über Sägewerke, Zellstoff-, Kartonagen- und Papierfabriken bis hin zu nachgeschalteten Druckerei und Zulieferbetrieben der Chemie- und Maschinenbaubranche.
Der größte private Arbeitgeber ist mit rund 1400 Beschäftigten der Konzern Stora Enso. Er unterhält in Varkaus ein Sägewerk, das vor allem Fichtenschnittholz für die Möbel- und Bauindustrie herstellt, ein Zellstoffwerk sowie eine Kartonagen-, eine Feinpapier- und eine Druckpapierfabrik. Die in dänischem Besitz befindliche Hartmann-Varkaus Oy betreibt eine Recyclinganlage, die aus Holz- und Papierabfällen vor allem Eierkartons herstellt.
Der Ahlström-Konzern, der die Industriegeschichte von Varkaus seit ihren Anfängen prägte, verkaufte um 1990 die meisten seiner Liegenschaften und Geschäftsbereiche an ausländische Investoren. Der amerikanische Konzern Honeywell erwarb 1992 die Ahlström-Tochter Altim Control Oy, die Labor- und Sensortechnologie vor allem für die Papierindustrie entwickelte. Honeywell beschäftigt an seinem Standort in Varkaus heute rund 400 Personen. Die Boilerproduktion des Ahlströmkonzerns wurde 1995 vom ebenfalls amerikanischen Konzern Foster Wheeler aufgekauft. Das Werk beliefert ebenfalls vor allem die finnische Papierindustrie.
Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Varkaus stellt dank seiner zentralen Lage einen wichtigen Stützpunkt der finnischen Binnenschifffahrt dar. Die Stadt verfügt über drei Häfen, von denen zwei, Akonniemi und Taipale, in Besitz der Stadt sind. Der dritte Hafen auf dem Gelände des Stora Enso Werks ist in Firmenbesitz. Insgesamt wurden im Jahr 2005 417.265 Tonnen umgeschlagen, der ganz überwiegende Teil davon Rohholz und Holzprodukte. Über den Saimaa-Kanal können Schiffe von Varkaus in die Ostsee gelangen. So sind direkte Schiffsverbindungen bis nach Westeuropa möglich.
Varkaus ist auch ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt für den Straßenverkehr. Die Staatsstraße 5, eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Finnlands, durchquert auf ihrem Abschnitt zwischen von Mikkeli (88 Kilometer südlich) und Kuopio (76 Kilometer nördlich) Varkaus und kreuzt sich hier mit der Staatsstraße 23 von Jyväskylä nach Joensuu. Auch die Eisenbahnstrecke von Pieksämäki nach Joensuu führt durch Varkaus. Im Stadtgebiet befinden sich zwei Bahnhöfe, der Hauptbahnhof und der Bahnhof von Kommila.
Der Flughafen Varkaus liegt 16 Kilometer südlich der Stadt in der Nachbargemeinde Joroinen. Nach über einjähriger Pause fliegt die Fluggesellschaft Finncomm Airlines den Flughafen Varkaus ab dem 28. April 2008 wieder von Helsinki aus an.
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Varkaus gibt es zwölf Grundschulen, darunter auch eine schwedischsprachige, und ein Gymnasium (Lukio). Weiterhin gibt es eine Berufsschule mit einem angeschlossenen Institut zur Erwachsenenbildung (Savon ammatti- ja aikuisopisto) mit rund 1500 Schülern. In Varkaus befindet sich auch einer der drei Standorte der Fachhochschule Savonia, die vor allem technische und wirtschaftlich orientierte Studiengänge anbietet. Auf dem Campus in Varkaus studieren rund 700 der insgesamt über 5000 Studenten der Fachhochschule.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Das Stadtzentrum von Varkaus ist recht gesichtslos und von Industriearchitektur und Arbeitersiedlungen der Vorkriegszeit und ebenso schmucklosen Neubauten geprägt. Die Kirche von Varkaus wurde 1939 nach Plänen von Martti Paalanen in Ziegelbauweise errichtet, nachdem die ältere Holzkirche des Ortes aus dem Jahr 1863 ausgebrannt war. Der funktionalistische Neubau stellt sich nach außen als schmuckloser Quader dar, im Innenraum ist das mehr als 242 Quadratmeter große Altarfresko Dein Reich komme (Tulkoon Sinun valtakuntasi) von Lennart Segerstråhl sehenswert.
Varkaus unterhält seit 1913 ein professionelles Stadttheater. Im Jahr 2004 wurden die 162 Aufführungen des Theaters von 23.564 Zuschauern gesehen.[8] Die Halle Warkaus-Sali dient als Mehrzweckgebäude für Kulturveranstaltungen und Kongresse.
Zum Kulturangebot von Varkaus zählen ferner sechs Museen. Das städtische Museum von Varkaus ist in einem ehemaligen werkseigenen Hotelgebäude der Fabrik aus dem Jahr 1914 untergebracht. Die Dauerausstellung hat die Stadtgeschichte von Varkaus zum Thema, daneben gibt es wechselnde Sonderausstellungen. Das Kunstmuseum von Varkaus wurde 1956 gegründet und verfügt über eine Sammlung moderner finnischer Kunst vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1960er Jahre. Am Taipale-Kanal liegt das Kanalmuseum von Taipale. Es zeigt die Geschichte des Kanalbaus und der Binnenschifffahrt in Varkaus und Umgebung. Das Arbeiterwohnungsmuseum erinnert an die Industriegeschichte der Stadt. Durch seine Originalität sticht das Museum für mechanische Musikinstrumente hervor. Das private Museum wird seit 1981 von der deutsch-finnischen Familie Kempf geführt und nennt 170 mechanische Instrumente sein Eigen. Ebenfalls privat ist die Kunstgalerie Väinölä.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In sportlicher Hinsicht ist Varkaus vor allem für den Bandy-Verein Warkauden Pallo -35 bekannt, der mit 16 Meistertiteln erfolgreichsten Mannschaft der Bandyliiga.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eeva Ahtisaari (* 1936), Historikerin
- Paula-Irmeli Halonen (* 1945), Eisschnellläuferin
- Petri Manninen (* 1965), Schauspieler
- Petri Varis (* 1969), Eishockeyspieler
- Jarkko Pajunen (* 1970), Schauspieler
- Jukka Keskisalo (* 1981), Leichtathlet
- Riikka Manner (* 1981), Politikerin
In Varkaus gestorben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Onni Hiltunen (1895–1971), sozialdemokratischer Politiker
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Maanmittauslaitos (finnisches Vermessungsamt): Suomen pinta-alat kunnittain 1. Januar 2010 (PDF; 199 kB)
- ↑ Statistisches Amt Finnland: 11ra -- Key figures on population by region
- ↑ Itkonen, S. 23.
- ↑ Anthony F. Upton: Vallankumous Suomessa 1917-1918, II osa. Kirjayhtymä, Helsinki 1981, ISBN 951-26-2022-7, S. 286 f.
- ↑ Itkonen, S. 73–80.
- ↑ Finnisches Justizministerium: Ergebnis der Kommunalwahlen 2012
- ↑ Suomen ystävyyskuntasuhteet. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 20. Juni 2007. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- ↑ Tasku Varkaus (deutsch). Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 26. Juni 2007. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ), S. 11.


