Unteriberg
| Unteriberg | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Schwyz |
| BFS-Nr.: | 1375 |
| Postleitzahl: | 8842 Unteriberg 8845 Studen SZ |
| UN/LOCODE: | CH UTB |
| Koordinaten: | 703690 / 213287 |
| Höhe: | 925 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 888–2215 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 46,43 km²[2] |
| Einwohner: | 2476 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 53 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 11,3 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Website: | www.unteriberg.ch |
Unteriberg | |
| Lage der Gemeinde | |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1884 | 1389 |
| 2003 | 2287 |
| 2009 | 2339 |
Von 1988 bis 1998 erlebte Unteriberg den grössten Zuwachs mit etwa 600 Personen. Neun Zehntel der Einwohner sind römisch-katholischer, ein Zehntel evangelisch-reformierter Konfession und etwa 1 % sind Angehörige anderer Glaubensrichtungen oder konfessionslos.
Über die Einwohner schrieb Meinrad Lienert: «Und wie die Alpen, wie die Täler Unter-Ibergs, so sind die Bewohner: heimelig, zutunlich und unverfälscht. Sie nehmen halt das Leben noch von der Sonnenseite … Es ist ein witziges, gewecktes Völklein.»
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die stärkste Partei – die SVP – hat 74 %, die SP 7 %, die CVP 13 %, und die FDP 6 % der Wählerstimmen.
Im Atlas der politischen Landschaften gilt die Gemeinde als konservativste der Schweiz.[5] Im September 2021 stimmten 70 Prozent der Abstimmungsberechtigten in Unteriberg gegen die Einführung der «Ehe für alle». Während der COVID-19-Pandemie war das Dorf eine Hochburg der Impfgegner.[6]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Bauerngemeinde Unteriberg haben sich holzverarbeitende Betriebe etabliert, mehrere Schreiner- und Zimmereien sowie Sägereibetriebe. Der Bau der Luftseilbahn Hesisbohl, heute Hoch-Ybrig genannt, brachte einen Aufschwung in das Tal. Der Tourismus ist vor allem im Winter ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Im Ochsenboden (Gemeindeteil Studen) befinden sich das Erprobungszentrum Ochsenboden der Rheinmetall Defence und der im Jahr 2000 eröffnete Golf Club Ybrig. Der 1953 gegründete Werkschiessplatz der Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon-Bührle AG wurde 1990 von der Firma RWM Schweiz AG (vormals Oerlikon Contraves Pyrotec AG) übernommen. Zu den Hauptaufgaben des Erprobungszentrums gehören umfassende Versuche an Waffen, Munition und anderen militärischen Systemen. In den sechziger Jahren wurden im Ochsenboden Schiessversuche mit Uranmunition[7] durchgeführt.
In den rund 190 Betrieben finden 55 % der Erwerbstätigen Arbeit, 45 % pendeln nach Einsiedeln oder die Agglomeration Zürich.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für den Privatverkehr sind die nächsten Autobahnanschlüsse (A3) in Richterswil oder über die ganzjährig geöffnete Ibergereggstrasse in Seewen. Postautokurse verkehren nach Einsiedeln zum Bahnhof der Schweizerischen Südostbahn und im Sommer auch nach Schwyz.
Geschichte
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Im Jahr 1350 wird der Iberg zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Von der Eibe, einem häufigen Nadelbaum in Unteriberg, wurde der Name abgeleitet. Das zähe Holz des Baumes wurde damals zur Herstellung von Werkzeugen und Waffen verwendet.
Nach langen Zwistigkeiten wurde die frühere Gemeinde Iberg 1884 durch eine kantonale Volksabstimmung in Ober- und Unteriberg aufgeteilt. Damit wurde Unteriberg die jüngste Gemeinde im Kanton Schwyz. Obwohl von Schwyz her nur über die Ibergeregg erreichbar, war die Gegend bis zum Bau moderner Strassen im Jahr 1855 mehr mit Schwyz als mit Einsiedeln verbunden.
Der wirtschaftliche Anschluss an Einsiedeln erfolgte erst 1877, mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Einsiedeln–Wädenswil (–Zürich). Im selben Jahr wurde eine Linie der Pferdepost mit Einsiedeln eingerichtet, welche 1923 auf Autobusbetrieb umgestellt wurde.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pfarrkirche St. Josef
- Schulhäuser
- Schulhaus
- Mehrzweckhaus
- Altersheim und Minster
- Raiffeisen, Brunnen und Post
- Studen: Pfarrkirche, Friedhofskapelle, Schulhaus
- Studen: Schulhaus
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Unteriberg ist für diverse Motorsportveranstaltungen bekannt. Diese finden in der Talstation Weglosen statt. So gibt es jährlich ein Rennen des Drei-Nationen-Cups im Autocross, ein zur IKSM zählender Automobilslalom sowie ein Supermotorennen der Schweizermeisterschaft. Vergangener Tage stand noch ein Motocrossrennen auf dem Programm.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Franz Fassbind, Schriftsteller, Dramatiker und Journalist
- Marcel Fässler, Automobilrennfahrer
- Patricia Fässler, Miss Schweiz 1993
- Josef «Sepp» Fuchs, Radrennfahrer
- Wendy Holdener, Skirennfahrerin
- Urs Kryenbühl, Skirennfahrer
- Jost Marty, Komponist der Volksmusik
- Roman Schaad, Skilangläufer
- Hanspeter Trütsch, Fernsehberichterstatter
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Band II: Die Bezirke Gersau, Küssnacht und Schwyz. Kunsthistorischer Überblick. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 2). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1930.
- Patrick Schönbächler: Unter-Iberg und sein «Stöckmärcht». In: Mitteilungen des historischen Vereins des Kantons Schwyz. Band 113. 2021, S. 115–146 (Digitalisat PDF).
- Ibaum. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 10: H, I, J – (IV, 2. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1877, Sp. 2016 (woerterbuchnetz.de).
- Erwin Horat: Unteriberg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Hermann M., Leuthold H.: Atlas der politischen Landschaften. vdf, Zürich 2003.
- ↑ Impfgegner in der Schweiz Das Dorf der Neinsager, von Kathrin Hondl, ARD-Studio Genf, Tagesschau 27. November 2021 (Archiv).
- ↑ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )


