Über den Ursprung des Namens Umoljani gibt es zwei Legenden. In der ersten Variante zogen Hirten aus einem Ort namens Humljani im Sommer mit ihrem Vieh auf eine Weide und ließen sich dort dauerhaft nieder. Der Ort, an dem sie sich niedergelassen haben, wurde Umoljani genannt.[1]
Der Legende zufolge erkennt man den versteinerten Drachen in der Felswand oberhalb des Ortes
In der zweiten Version versetzte ein Drache aus dem Rakitnica-Canyon die mittelalterliche Hochlandsiedlung in Angst und Schrecken. Eines Tages stieg der Drache aus dem Canyon hervor und bahnte sich durch das Studeno Polje den Weg zum Dorf, mit der Absicht, die Bevölkerung zu verschlingen. Um sich von diesem Feind zu befreien, beteten die Bewohner (bosnisch moliti zu Deutsch „beten“). Als der Drache versuchte, den Gebeten zu entkommen, versteinerte er in der Felswand oberhalb des Dorfes. In dieser Variante war das Wort moliti prägend für den Siedlungsnamen.[1][2][3][4]
Das Dorf liegt auf einem Südhang des Bjelašnica-Gebirges, auf einer Höhe von 1333 Metern.[5] Aufgrund der topographischen Lage des Ortes und der landwirtschaftlichen Nutzung sind die Häuser verstreut gebaut und liegen teilweise weit auseinander.[6]
Unweit von Umoljani gibt es neun ehemals genutzte hölzerne Wassermühlen, die von der perennierenden Sedrenik-Quelle angetrieben werden.[5]
Blick in das Studeno Polje
Westlich des Dorfs befindet sich das Tal des mäandrierenden Baches Studeni Potok, das Studeno Polje. Das Flussbett fällt in südlicher Richtung 400 Meter in den Rakitnica-Canyon ab.[7]
In Umoljani sind mehrere historische Denkmäler erhalten, die in der Liste der Nationaldenkmäler Bosnien-Herzegowinas geführt sind.[10][11][12]
Am Eingang von Umoljani, von der Straße R960 aus kommend, befindet sich auf dem Gebiet von Dolovi die Nekropole Umoljani mit 47 Stećci-Grabsteinen. Diese zeugen von der Existenz der Bogomilen in jener Zeit. Sechs von ihnen sind plattenförmig und 32 truhenförmig, es gibt fünf hohe Truhen und vier Giebeltruhen.[10][5]
In Crkvina gibt es Überreste eines mittelalterlichen Sakralbaus.
Westlich von Dolovi befindet sich ein einzeln stehender Stećak und eine Nekropole mit fünf Stećci als Truhen-Grabsteine.
Gelistet ist auch die Moschee mit Innenhof aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.[11][5] Sie gilt als eine der ältesten Moscheen in Bosnien und Herzegowina.[5]
Während des Bosnienkrieges zwischen 1992 und 1995 wurde Umoljani niedergebrannt und die Bewohner vertrieben. Nach dem Krieg wurden im Ort neue Häuser gebaut, die das moderne Leben widerspiegeln. Am Ortsrand von Umoljani befinden sich wieder aufgebaute Schäferhütten, die sogenannten Katuni.[5]
Die Nähe zum Rakitnica-Canyon, das Studeno Polje mit dem mäandrierenden Bach Studeni Potok und die Sehenswürdigkeiten sowie Infrastruktur in Umoljani machen das Dorf zu einem touristischen Ausgangspunkt für Wanderungen.[6] Neben der Möglichkeit für Tageswanderungen bietet Umoljani auch für Fernwanderer, die auf der Via Dinarica (Hauptwanderweg White Trail) unterwegs sind, eine Möglichkeit für einen Zwischenstopp. Es gibt mehrere Pensionen und Restaurants, die lokale Küche anbieten.[5]
1234567Ahmet Hadrovic:Umoljani Village on Bjelasnica: Life in the Way of Sustainability. In: South East European Journal of Architecture and Design. Band2020, 11.Mai 2020, ISSN1857-9353, S.1–9, doi:10.3889/seejad.2020.10047 (seejad.eu[abgerufen am 22.Mai 2024]).
12Aida Bidţan-Gekić, Haris Gekić:Ethnographic Tourist Potentials of Bosnia and Herzegovina. In: Geografski pregled. Nr.38, 2017, S.161–184.
↑Tim Clancy, Slobodan Vulešević, Gorčin Dizdar, Alex Crevar:Umoljani.In:DontMissBiH.com.Abgerufen am 23.Mai 2024(englisch).
12Zoran E. Bibanović:Kulturno i Prirodno Naslijeđe Sarajeva. Priručnik za turističko vođenje. Hrsg.: Markentinško informativni biro d.o.o. - MiB Sarajevo. Sarajevo 2015 (bosnisch, 209S., [PDF; abgerufen am 22.Mai 2024]).