Triftwasser
| Triftwasser | ||
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Triftwasser im Graaggiboden nach der Passage durch den Felsriegel vor der imposanten Felswand der Graaggilamm | ||
| Daten | ||
| Gewässerkennzahl | CH: 1891 | |
| Lage | Urner Alpen
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| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Gadmerwasser → Aare → Rhein → Nordsee | |
| Quelle | oberhalb des Triftsees 46° 40′ 58″ N, 8° 21′ 39″ O | |
| Quellhöhe | im Jahr 2023 ca. 2300 m ü. M.[1] Quellhöhe verändert sich durch Gletscherrückzug | |
| Mündung | vor Nessental ins GadmerwasserKoordinaten: 46° 43′ 13″ N, 8° 18′ 16″ O; CH1903: 666202 / 174719 46° 43′ 13″ N, 8° 18′ 16″ O | |
| Mündungshöhe | 925 m ü. M.[1] | |
| Höhenunterschied | 1375 m | |
| Sohlgefälle | 13 % | |
| Länge | 10,2 km[1] | |
| Einzugsgebiet | 45,96 km²[1] | |
| Abfluss[2] AEo: 45,96 km² an der Mündung |
MQ Mq |
3,59 m³/s 78,1 l/(s km²) |
| Durchflossene Seen | Triftsee | |
Das Einzugsgebiet des Triftwassers (Innertkirchen) | ||
Das Triftwasser ist ein rund 10 Kilometer langer, südöstlicher und linker Nebenfluss des Gadmerwassers im Oberhasli im Schweizer Kanton Bern.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verlauf
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Der Wildbach entspringt unterhalb des Triftgletschers an der Westseite des Winterbergmassivs in den Urner Alpen. Der Gletscherbach stürzt in einem rund 150 m hohen Wasserfall über eine Felsstufe und in vielen Kaskaden hinunter zu einer grossen, flachen Schwemmebene, wo er sich in viele Bacharme verzweigt. Der Wasserfall ist erst in jüngster Zeit wegen des starken Abschmelzens der Gletscherzunge entstanden. Am Südufer des im jungen Gletschervorfeld entstandenen natürlichen Triftsees auf 1652 m schüttet das Triftwasser ein Delta auf, das durch die intensive Ablagerung von Feinmaterial seit 2012 um jährlich rund 10 m angewachsen ist. Am nördlichen Ausgang des Triftsees durchbricht das Triftwasser den Felsriegel zwischen Windegg und Drosiegg in einer engen, 100 m tiefen Schlucht. An dieser Stelle ist seit 2018 der Bau eines Wasserkraftwerks geplant.
Kurz nach der Schlucht durchfliesst das Triftwasser im flachen Talabschnitt In Lammen eine weitere kleine Schwemmebene, bevor der Gletscherbach in einer unzugänglichen, fast einen Kilometer langen, über 100 m tiefen und engen Schlucht, der Graaggilamm, verschwindet, welche Gletschereis und Wasser in den letzten Eiszeiten in den Gneis gruben.[3] Noch um 1900 bedeckte die Zunge des Triftgletschers diesen Teil des Tales.[4] An einigen Stellen ist die Graaggilamm-Schlucht so eng und hat überhängende Felsflanken, dass von einer Klamm gesprochen werden kann.
Unterhalb der Schlucht erreicht das Triftwasser im mittleren Talabschnitt das Gebiet der traditionell von Meiringen aus bestossenen Triftalp mit dem Weidegebiet Schattige Trift auf der linken und der Sunnigen Trift auf der rechten Seite.[5] Das Trifttal mit der durch Rodung im Bergwald geschaffenen Alpfläche und den hoch gelegenen Schafweiden ist ein seit Jahrhunderten begangenes alpines Weidegebiet.[6] Die Nutzung der Triftalp ist in Lehenbriefen seit dem frühen 14. Jahrhundert erwähnt.[7] Von Südwesten fliesst der Tobigerbach vom Mährenhorn am Rand der Alpweiden als einer der grössten Zuflüsse zum Triftwasser herunter. Er entspringt dem Tobigergletscher, einem kleinen Hanggletscher, der im Eiszeitalter ein Zustrom des Triftgletschers war.
Im Bereich der Alp wird der Fluss etwa 2400 Meter nach dem Seeabfluss in einem kleinen Staubecken gefasst und seit 1955 zur Herstellung von elektrischem Strom genutzt. In das auf 1328 m liegende Becken Underi Trift mündet durch einen Stollen auch die Ableitung aus dem Steinwasser, und von der Trift aus erreicht das Wasser das Kraftwerk Innertkirchen und seit 1967 auch das Kraftwerk Hopflauenen östlich von Innertkirchen.[8][9] Der Betreiber des Kraftwerksystems ist das in der Region ansässige Unternehmen Kraftwerke Oberhasli (KWO).[10] Unterhalb der Wasserfassung führt der Wildbach nur noch eine geringe Restwassermenge, die ausschliesslich von seitlich zufliessenden Bächen, vorwiegend vom Tobigerbach, kommt. Da diese Seitenbäche zeitweise trockenfallen können, ist in der fast 2 km langen, imposanten Schlucht unterhalb der Fassung nur wenig Wasser vorhanden.
Am Ausgang der unzugänglichen Schlucht, die Triftlamm heisst, erreicht das Triftwasser bei den Siedlungen Bidmi und Schwendeli, wo die Talstation der Triftbahn steht, das Kulturland im Gamdertal. Auf dem letzten Abschnitt von etwas mehr als einem Kilometer Länge fliesst es gegen Westen in einem etwas offeneren Tal mit Weidegebiet und einigen Bauernhöfen. Südlich von Zwischenstägen mündet das Triftwasser auf 925 m in das Gadmerwasser, das nach rund sieben Kilometern bei Innertkirchen die Aare erreicht.
Einzugsgebiet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das 45,96 km² grosse, etwa zur Hälfte vergletscherte Einzugsgebiet des Triftwassers wird durch die über 3000 m hohen Gipfel von Giglistock im Norden über Tieralplistock im Süden und Gwächtenhorn im Westen begrenzt. Die Wasserscheide zum angrenzenden Rhonegletscher, welcher ins Mittelmeer entwässert, verläuft vom Tieralplistock über die Untere und Obere Triftlimmi zum Wysse Nollen. Das Triftwasser entwässert über das Gadmerwasser, die Aare und den Rhein zur Nordsee.
Das Einzugsgebiet besteht zu 7,3 % aus bestockter Fläche, zu 2,4 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 0,2 % aus Siedlungsfläche und zu 90,1 % aus unproduktiven Flächen.
Die Flächenverteilung

Die mittlere Höhe des Einzugsgebietes beträgt 2436,4 m ü. M., die minimale Höhe liegt bei 930 m ü. M. und die maximale Höhe bei 3473 m ü. M.[11]
Zuflüsse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von der Quelle zur Mündung. Namen nach dem Geoportal Bern, Längenangaben in Kilometern (km) und die Grösse der Einzugsgebiete in Quadratkilometern (km²) nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung
- Tierbergwasser[12] (Triftwasser[13]) (rechts), ca. 1,8 km
- Tällibach (links), 3,4 km, 4,24 km²
- Drosibach (rechts), 2,6 km, 3,52 km²
- Graaggi-Graben (rechts), 1,6 km, 1,54 km²
- Trosligwan-Graben (links), 0,6 km
- Radlefsgraben (rechts), 0,8 km
- Triftgräbli (rechts), 0,4 km
- Tobiger (links), 2,1 km, 1,26 km²
- Lenggraben (links), 1,2 km
- Tannelengraben (links), 1,1 km
- Bees Gräbli (links), 0,9 km
- Bees Graben (rechts), 0,9 km
- Horigraben (rechts), 0,8 km
- Horiwang (rechts), 0,4 km
- Indre Erggeligraben (links). 0,8 km, 0,86 km²
- Üssere Erggeligraben (links). 0,5 km
- Bidmibächli (links), 0,2 km
- Blattengraben (links), 1,9 km
Triftgletscher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der Triftgletscher (Sommer 2007)
- Der Triftsee
Der Triftgletscher ist ein Talgletscher. Er war um 1900 etwa 8 km und um 2013 noch etwa 5 km lang, im oberen Teil bis zu 3 km, im Zungenbereich aber kaum mehr als 500 m breit. Er bedeckte 2016 mit seinen Seitengletschern eine Fläche von ungefähr 14,5 km².
Triftsee
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Triftsee ist ein See auf 1652 m ü. M. Er entstand im Jahr 2002 durch das Abschmelzen des unteren Teils des Triftgletscher hinter einem Felsriegel und wuchs allmählich.
Hydrologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Mündung des Triftwassers in das Gadmerwasser beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 3,59 m³/s. Sein Abflussregimetyp ist a-glaciaire[14] und seine Abflussvariabilität[15] beträgt 13.[2]
| Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Triftwassers in m³/s[2] |
|---|
12,5 10 7,5 5 2,5 0 3,59 0,38 Jan. 0,30 Feb. 0,32 März 0,79 Apr. 3,38 Mai 8,33 Juni 11,55 Juli 10,05 Aug. 5,40 Sep. 2,37 Okt. 1,09 Nov. 0,57 Dez. |
| Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 3,59 m³/s |


