Zum Inhalt springen

Tria Technologies

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Tria Technologies
Rechtsform GmbH
Gründung 1979 (als MSC Gleichmann Group)
Sitz Stutensee, Deutschland
Leitung Thomas Staudinger (President)
Branche Eingebettete Systeme
Website tria-technologies.com

Die Tria Technologies ist ein in Stutensee bei Karlsruhe ansässiger Entwickler und Hersteller von eingebetteten Computerlösungen. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Computer-on-Module, Carrier-Boards und Systeme für industrielle OEM-Kunden in Branchen wie Medizintechnik, industrielle Automatisierung, Transportwesen und Landwirtschaft. Tria Technologies ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Avnet, Inc. (NYSE: AVT).[1]

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis 1979 zurück, als der Firmenverbund MSC und Gleichmann Electronics als Distributor für elektronische Bauelemente in Deutschland gegründet wurde.[2] Die MSC Gleichmann Group entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der führenden Anbieter von Embedded-Computing- und Display-Lösungen in Europa mit Schwerpunkten in den Bereichen Automobil, industrielle Automatisierung, Telekommunikation und Medizintechnik. Im Kalenderjahr 2012 erzielte MSC einen Umsatz von über 450 Millionen US-Dollar, wobei Embedded-Computing-Technologien fast 50 Prozent des Umsatzes ausmachten.[2]

Im Oktober 2013 erwarb Avnet, Inc. die Mehrheitsbeteiligung an der MSC Investoren GmbH; die vollständige Übernahme folgte am 30. Dezember 2013.[2][3] Die Gesellschaften MSC Vertriebs GmbH und Gleichmann & Co. Electronics GmbH wurden zum 1. Juli 2014 zur MSC Technologies GmbH mit Sitz in Stutensee zusammengeführt.[4]

Im März 2018 wurden die Geschäftsbereiche von Avnet Integrated und MSC Technologies in der Region EMEA zusammengelegt, um ein einheitliches Angebot für Embedded-Boards, Display-Lösungen und Systeme zu schaffen.[5]

Im Juli 2024 gründete Avnet das Tochterunternehmen Tria Technologies und die zugehörige Produktmarke Tria, um alle Aktivitäten in den Bereichen Embedded-Computerentwicklung und -fertigung unter einer globalen Marke zu bündeln. Phil Gallagher, CEO von Avnet, erklärte, dass immer mehr OEMs komplexe Fertigungsprozesse auslagern und zu einem modularen Ansatz übergehen.[1]

In einem Interview mit der Fachzeitschrift Elektroniknet im September 2024 erläuterte Thomas Staudinger, President von Avnet Embedded Solutions, dass der Fertigungsstandort Stutensee von sechs auf neun Produktionslinien ausgebaut wurde. Hinzu kommen drei Linien am Standort Malta sowie eine Systemfertigung im 2023 eröffneten Standort Eschbach.

Tria Technologies entwickelt und fertigt standardisierte und kundenspezifische Embedded-Computermodule in den Formfaktoren COM Express, SMARC und OSM (Open Standard Module). Die Module basieren auf Prozessoren von Herstellern wie Intel, NXP, Qualcomm, AMD und Renesas. Das Produktportfolio umfasst darüber hinaus Carrier-Boards und komplette Systeme einschließlich HMI-Lösungen (Displays, Touch, Compute-Modul).[6][1]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 Lukas Steiglechner: Avnet gründet Tria Technologies für Embedded-Lösungen. In: Elektroniknet. 22. Juli 2024, abgerufen am 25. Mai 2026.
  2. 1 2 3 Avnet Acquires Remainder of MSC. In: EE Times. 30. Dezember 2013, abgerufen am 25. Mai 2026.
  3. Avnet Electronics completes acquisition of MSC Technologies. In: CIE (Components in Electronics). 2. Februar 2014, abgerufen am 25. Mai 2026.
  4. MSC Technologies Establishes New Company Structure. In: PresseBox. 15. Juli 2014, abgerufen am 25. Mai 2026.
  5. Andy Pratt: Avnet Integrated and MSC Technologies Join Forces in EMEA. In: Softei. 5. März 2018, abgerufen am 25. Mai 2026.
  6. Ingo Kuss, Lukas Steiglechner: »Wir wollen den Umsatz über die nächsten 6 Jahre verdreifachen«. In: Elektroniknet (Markt&Technik). 30. September 2024, abgerufen am 25. Mai 2026.