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Südindien mit Travancore im Südwesten auf einer Karte von 1909
Travancore, Kleinmünze mit Staatswappen; 1 ChuckramBrief der Travancore-Post (1913)
Travancore (Tiruvitamkur; Malayalam: തിരുവിതാംകൂര്; in älterer eindeutschender Schreibung aus dem Englischen auch Trawankur/Travankur) war ein Fürstenstaat an der Malabarküste im äußersten Südwesten Indiens im heutigen Bundesstaat Kerala. In Travancore galt der Malayalam-Kalender (Jahr 1 nach Malayalam-Zeitrechnung = Jahr 826 n. Chr.)
Das Hindufürstentum Travancore entstand etwa 1100 in der Nachfolge des alten Cheralam-Reiches. Die Herrscherdynastie von Travancore entstammte ursprünglich dem kleinen Ort Tiruvithancode (der Name Travancore ist eine Verballhornung von Tiruvithancode). Die Rajas verehrten Padmanabha („er mit dem Lotusnabel“), eine Erscheinungsform des Hindu-Gottes Vishnu, als Familiengottheit und regierten nominell als „Diener Padmanabhas“ (Padmanabhadasa). Von 1550 bis 1750 war Padmanabhapuram die Hauptstadt Travancores.
Unter König Marthanda Varma (1729 bis 1758), dem Erben der Herrscher von Venad, wurde Trivandrum (Thiruvananthapuram) Hauptstadt seines Reiches. Es folgte eine Blütezeit, in der sich die Stadt zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum entwickelte. Zwischen 1741 und 1777 war der gefangene Flame Eustachius de Lannoy Oberbefehlshaber der Armee von Travancore. Die territorielle Konsolidierung und Expansion des Staates in jener Epoche ist wesentlich auf ihn zurückzuführen.[1]
Im Jahr 1795 unterzeichnete Dharma Raja (1758–1798) von Travancore nach Angriffen Tipu Sultans von Mysore ein Subsidiary Alliance Treaty mit der Britische Ostindien-Kompanie. Der Travancore-Aufstand 1808–09 gegen die Britische Ostindien-Kompanie wurde von den Premierministern der indischen Staaten Travancore und Cochin mit angeblicher Unterstützung der Sikhs, die den Punjab regierten, angeführt. Er endete mit der Niederlage Travancores. In der Folge war Travancore britisches Protektorat (siehe Geschichte Indiens und Britisch-Indien).[2] Rama Varma IV. (1866–1880) wurde zum Maharadscha erhoben.
Am 1. Juli 1949 bildete Travancore mit Cochin die FöderationTravancore-Cochin und vollzog den Anschluss an Indien. Am 1. November 1956 wurden die Fürstentümer aufgehoben und der Staat mit dem Distrikt Malabar des Staates Madras zum neuen Bundesstaat Kerala zusammengeschlossen. Der äußerste Süden wurde als Distrikt Kanyakumari dem Bundesstaat Madras (seit 1969 Tamil Nadu) eingegliedert.
Der Staat hatte 1941 eine Fläche von 19.748km² und 5,9 Millionen Einwohner. Das Fürstentum hatte eine eigene Staatspost, die ab 1888 Briefmarken herausgab.
Imperial Gazetteer of India. 2. Auflage, 26 Bände. Oxford 1908–1931.
George Bruce Malleson: An historical sketch of the native states of India in subsidiary alliance with the British government, with a notice of the mediatized and minor States. Longmans, Green and Co., London 1875, OCLC457956343. Nachdruck: Academic Press, Gurugram, 1984, OCLC630281474.
N. S. Mooss: The Travancore Anchal. Kottayam, 1973, OCLC784921472.
Joseph E. Schwartzberg (Hrsg.): A historical atlas of South Asia (= Reference series; 2). 2. Auflage. Oxford University Press, New York/Oxford 1992, ISBN 0-19-506869-6.
↑Travancore and the friendship alliance with the British and its consequences. In: International Journal of Humanities and Social Science Research. Band8, Nr.2, 28.März 2022, ISSN2455-2070, S.90–91 (englisch).