Trasadingen
| Trasadingen | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Unterklettgau |
| BFS-Nr.: | 2973 |
| Postleitzahl: | 8219 |
| UN/LOCODE: | CH TSD |
| Koordinaten: | 673461 / 280016 |
| Höhe: | 403 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 399–571 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 4,14 km²[2] |
| Einwohner: | 626 (1. Januar 2026)[3] |
| Einwohnerdichte: | 151 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 26,5 % (1. Januar 2026)[4] |
| Website: | www.trasadingen.ch |
Dorfzentrum Trasadingen | |
| Lage der Gemeinde | |
Trasadingen (im örtlichen Ostschweizer Dialekt Traadinge [][5]) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Schaffhausen.

Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trasadingen liegt im Klettgau ganz im Westen des Kantons und direkt an der Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Der Gemeindename ist durch das gleichnamige ehemalige Funkfeuer, auf Hallauer Boden gelegen, international bekannt.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trasadingen findet sich erstmals 878 als in Trasmundingen bezeugt (Abschrift von 1150). Im Ortsnamen steckt der althochdeutsche Personenname Tras(a)munt, ergänzt um das Zugehörigkeitssuffix -ingen, womit er ursprünglich «bei den Angehörigen des Tras(a)munt» bedeutete.[5]
Im 14. Jahrhundert ist die Vogtei Trasadingen im Besitze derer von Randegg. Seit dem neunten Jahrhundert besass es das Kloster Rheinau als Grundbesitz; das Niedergericht wurde jedoch 1371 an den Spital von Schaffhausen veräussert.[6]
Die Kirchengemeinde Erzingen, zu der Trasadingen gehörte, zerfiel nach dem Schwabenkrieg.[6]
Im Dreissigjährigen Krieg stellte Trasadingen 1619 als Kriegskontribution an die Städtische Herrschaft 33 Wehrpflichtige.[7]

Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Trasadingen wird Wein angebaut. Das Klima und der Boden eignen sich insbesondere für die Rebsorte Pinot noir. 22 Tafeln informieren auf einem 2001 eingerichteten Weinlehrpfad zu Themen des Weinbaus in der Region.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trasadingen liegt an der Europastrasse E 54 von Basel nach Schaffhausen. Trasadingen hat einen Bahnhof der Deutschen Bahn an der Hochrheinbahn von Basel nach Schaffhausen und Singen. Dieser wird halbstündlich von Zügen bedient, die von den SBB betrieben werden.
Töchter und Söhne der Gemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Florian Egli (* 1982), Jazzmusiker
- Markus Hauser (1849–1900), Prediger und Seelsorger
- Werner Walter (1910–1938), Bahnradsportler
- Karl Zimmermann (1894–1984/1986), errang in 27 Jahren als Sportschütze 14 Weltmeistertitel und 8 Weltrekorde
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche St. Jakob stammt aus dem Jahr 1840.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- In weiss stilisierter grüner Rebstock mit je drei stilisierten blauen Trauben, oben in grünes Blatt, unten in Tatzenkreuz endigend, beseitet oben rechts von schwarzem Tatzenkreuz und links von weissem Rebmesser mit brauenem Griff und gelber Zwinge.
Das Trasadinger Wappen findet sich zum ersten Mal 1693. Es ist bis auf das Rebmesser im rechten (heraldisch: linken) Obereck, welches damals fehlte, identisch mit dem heute gebräuchlichen. In den kommenden Jahrhunderten änderte sich der Rebstock zu einer Tanne. Dies ist auf die ungenaue Arbeit der Siegelstecher in dieser Zeit zurückzuführen. Bei der Bereinigung 1949 griff man wieder auf die ursprüngliche Form zurück. Die Farben sind für den Rebstock die natürlichen, für Schild und Kreuz diejenigen des Heiliggeistspitals, für die das Kreuz steht, nämlich weiss-schwarz.[8]
- Trasadingen, Dorfstrasse
- Kirche St. Jakob
- Abzweigung von der Hauptstrasse 13 ins Dorfzentrum
- Davidbrunnen (mit Skulptur von Alexander Zschokke: Saul, David und Hund)
- Platz im Dorfzentrum
- Primarschule
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Matthias Wipf: Trasadingen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
- ↑ Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
- 1 2 Trasadingen. In: Schaffhauser Namenbuch. Online auf ortsnamen.ch, dem Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung. Abgerufen am 14. Oktober 2026.
- 1 2 Karl Schib: Geschichte der Stadt und Landschaft Schaffhausen. Hrsg.: Historischer Verein des Kantons Schaffhausen. P. Meier, Schaffhausen 1972.
- ↑ Karl Schmuki: "Ein Zierd des Friedens und ein Hilff in Kriegszeiten". Sondersteuern für Stadt und Landschaft Schaffhausen im Dreissigjährigen Krieg (1618-1648). In: Schaffhauser Beiträge zur Geschichte. Band 93, S. 104.
- ↑ Bruckner-Herbstreit, Berty: Die Hoheitszeichen des Standes Schaffhausen und seiner Gemeinden, Reinach-Basel 1951, S. 313–317

