Der Transhimalaya, auch Gangdisê-Nyainqêntanglha-Gebirge (冈底斯-念青唐古拉山脉, Gāngdǐsī-Niànqīngtánggǔlā Shānmài), veraltet Hedingebirge, ist eine Gebirgskette im südlichen Tibet, die sich weitgehend parallel zum Himalaya in Ost-West-Richtung erstreckt. Mitunter wird sie als Teil des erweiterten Himalaya-Gebirgssystems verstanden und gehört dann zur HKH-Kette. Überdies ist der Transhimalaya Teil der Hindukusch-Himalaya-Region und des innerasiatischen Gebirgssystems Hochasien.
Die Bezeichnung Transhimalaya zeigt die westliche Perspektive der Betrachtung von Indien aus, da sich das Gebirge „jenseits“ (trans-) des Himalayas erstreckt. In der Region selbst ist der Name „Transhimalaya“ weitgehend unbekannt, der westliche Teil des Gebirges wird dort als Gangdisê und der östliche Teil als Nyainqêntanglha bezeichnet. Der Name Hedingebirge wurde im ausgehenden 19.Jahrhundert nach seinem Erforscher Sven Hedin vergeben.
Der Gebirgszug erreicht eine durchschnittliche Höhe von etwa 5800–6000m, mit Anstiegen am östlichen und westlichen Ende. Nur wenige Gipfel ragen über diese Höhenzone hinaus und erreichen Höhen von 6500m, vereinzelt über 7000m. Nach Süden fällt das Gebirge jäh in die Talungen ab, die in einer Höhe von 3000 bis 4300m verlaufen, und erreicht Flanken um die 2000m. Nach Norden geht es relativ flach in die steppen- und vielfach auch wüstenartige Landschaft des zentralen tibetischen Hochlandes (Changthang) mit einer durchschnittlichen Höhe von etwa 5000m über, so dass sich das Gebirge dort nur um die 1000m aus dem Relief hebt.
Die Dauerschneegrenze liegt bei ungefähr 6000m. Das Klima ist von sehr kalten Wintern und relativ warmen Sommern geprägt. Da das Gebirge im Monsunschatten des Himalaya liegt, ist die Niederschlagsmenge mit etwa 400mm im Jahr sehr gering.[1]
Die größte Stadt im Transhimalaya ist Lhasa. Die tibetische Hauptstadt liegt in einem Hochgebirgstal im Osten der Gebirgskette.
Der westliche, niedrigere Teil der Gebirgskette wird als Gangdisê bezeichnet. Der bekannteste und markanteste Gipfel dieses Gebirges ist der für mehrere Religionen heilige Berg Kailash (Kangrinboqê) mit 6738m. Der höchste Berg ist der Loinbo Kangri (7095m).
Der Nyainqêntanglha bildet den östlichen Teil des Transhimalayas, der seine höchste Erhebung im gleichnamigen Berg Nyainqêntanglha (7162m) zwischen Lhasa und dem See Nam Co (Tengrinor) erreicht.
Geologisch kann der Transhimalaya aufgrund seiner tektonischen Entwicklung als erweiterter und nördlichster Teil des Himalayas angesehen werden. Diese Tektonik resultiert aus der Kollision der Indischen Platte mit der Eurasischen Platte.
↑Hubert und Berit Kaier:Tibet. Geographie.In:dokhyi-tibet-hunde.de.Abgerufen am 17.Februar 2009(Weitere Informationen zu Geografie, Klima, Fauna und Flora).