Transactive Memory System
Transactive Memory System ist ein System, das ein Team entwickelt, um das Wissen zu aktualisieren, zu speichern und abzurufen. Das Kernprinzip basiert auf dem Metawissen, dem Wissen darüber, wer was weiß.[1][2]
Ursprung der Theorie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1985 entwickelte Daniel M. Wegner das Konzept, um das kollektive Gedächtnissystem in engen Beziehungen zu erklären. Individuelles Gedächtnis bezieht sich auf das eigene Wissen und auch auf das Wissen der anderen. Spezifisch wird das Wissen der anderen mit einem „Label“ verbunden. Das heißt, man muss nicht wissen, was die anderen wissen, sondern wo man das Wissen finden kann. Das ist sozusagen das „Metawissen“. Durch einen transaktiven Prozess, in dem die Teilnehmer des Systems interagieren, wird das Wissen aktualisiert. So entsteht das transaktive Gedächtnissystem.[1][3]
Erweiterung des Konzepts auf Teamebenen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1995 haben Wegner das Konzept auf Teamebenen durch eine Analogie eines Computersystems erweitert. Gleichzeitig haben Liang et al. das Konzept empirisch untersucht. In der Studie haben sie gezeigt, dass das Zusammenarbeitstraining dabei unterstützt, das TMS in Teams aufzubauen. Teams, in denen die Mitglieder das Training gemeinsam machten, wiesen weniger Zeichen eines TMS aus. Durch die Studie haben die Autoren die drei Merkmale eines TMS etabliert: Spezialisierung, Verlässlichkeit/Vertrauen und Koordination.[4][5][6]
Messung eines TMSs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Daniel M. Wegner, Toni Giuliano und Paula T. Hertel: „Cognitive Interdependence in Close Relationships“. In: Compatible and Incompatible Relationships. 1985, S. 253–276. doi:10.1007/978-1-4612-5044-9_12.
- ↑ Vesa Peltokorpi: „Transactive Memory Systems“. In: Review of General Psychology. Band 12, Nr. 4, 2008, S. 378–394. doi:10.1037/1089-2680.12.4.378.
- ↑ Daniel M. Wegner, Ralph Erber und Paula Raymond: „Transactive Memory in Close Relationships“. In: Journal of Personality and Social Psychology. Band 61, Nr. 6, 1991, S. 923–929. doi:10.1037/0022-3514.61.6.923.
- ↑ Diane Wei Liang, Richard Moreland und Linda Argote: „Group Versus Individual Training and Group Performance: The Mediating Role of Transactive Memory“. In: Personality and Social Psychology Bulletin. Band 21, Nr. 4, 1995, S. 384–393. doi:10.1177/0146167295214009.
- ↑ Daniel G. Bachrach, Kyle Lewis, Youngsang Kim, Pankaj C. Patel, Michael C. Campion und Sherry M. B. Thatcher: „Transactive memory systems in context: A meta-analytic examination of contextual factors in transactive memory systems development and team performance“. In: Journal of Applied Psychology. Band 104, Nr. 3, 2019, S. 464–493. doi:10.1037/apl0000329.
- ↑ „Empirical perspectives of transactive memory systems: a meta-analysis“. In: Team Performance Management: An International Journal. Band 26, Nr. 7/8, 2020, S. 409–427. doi:10.1108/TPM-05-2020-0036.
- ↑ Kyle Lewis: „Measuring Transactive Memory Systems in the Field: Scale Development and Validation“. In: Journal of Applied Psychology. Band 88, Nr. 4, 2003, S. 587–604. doi:10.1037/0021-9010.88.4.587.
- ↑ Bei Yan, Andrea B. Hollingshead, Kristen S. Alexander, Ignacio Cruz und Sonia Jawaid Shaikh: „Communication in Transactive Memory Systems: A Review and Multidimensional Network Perspective“. In: Small Group Research. Band 52, Nr. 1, 2021, S. 3–32. doi:10.1177/1046496420967764.