Toussaint von Charpentier
Toussaint von Charpentier (* 22. November 1779 in Freiberg; † 4. März 1847 in Brieg) war ein bedeutender Geologe und Insektenkundler.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Charpentier war ein Sohn des Geologen und sächsischen Berghauptmanns Johann Friedrich Wilhelm von Charpentier und der Bruder von Johann von Charpentier. Er studierte an der Universität Leipzig[1] Rechtswissenschaft.[2]
Im Jahr 1802 ging Charpentier nach Preußen, wo er eine Stelle beim schlesischen Oberbergamt in Breslau annahm. 1806 übernahm Charpentier die Leitung des Bergamtes Schweidnitz, bis er 1811 nach Breslau an das Oberbergamt zurückkehrte. Im November 1826 wurde er mit dem Beinamen „Frischius II.“ zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[3] 1828 wurde er Vizeberghauptmann von Schlesien. 1830 wurde er zum Berghauptmann und Direktor des westfälischen Oberbergamtes Dortmund ernannt. Im Jahr 1835 übernahm er in gleicher Funktion die Leitung des schlesischen Oberbergamtes, das seit 1819 nach Brieg verlegt war, und blieb dort bis zu seinem Tode im Amt.
Charpentier publizierte zahlreiche Schriften zu bergbaulichen und geognostischen Themen, aber auch zu seinem Hobby, der Entomologie. Hier war er der Herausgeber der zwischen 1829 und 1830 in Erlangen erschienenen Neuauflage der Publikationen Eugenius Johann Christoph Espers Die europäischen Schmetterlinge sowie Die ausländischen Schmetterlinge.
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kurze Beschreibung sämmtlicher, bey dem Churfürstl. Sächsischen Amalgamirwerke auf der Halsbrücke bey Freyberg vorkommenden Arbeiten. Leipzig 1802. Digitalisat.
- Darstellung der Höhen verschiedener Berge, Flüsse und Orte Schlesiens. Breslau 1812, auch 1813. Digitalisat 1812; Digitalisat 1813.
- Ueber die Gletscher. In: Annalen der Physik, Jg. 1819, S. 388–411.
- Bemerkungen auf einer Reise von Breslau über Salzburg, durch Tyrol, die südliche Schweiz nach Rom, Neapel und Paestum im Jahre 1818. Leipzig 1820, 1. Theil, 2. Theil.
- Horae entomologicae, adjectis tabulis novem coloratis. Wratislawa 1825. Digitalisat.
- Libellulinae europaeae. 1840 Digitalisat.
- Orthoptera. Heft 1–10, 1841–1843
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Eingeschrieben als „Toußaint de Charpentier“ am 6. Oktober 1797 (Die iüngere Matrikel der Universität Leipzig 1559–1809. III. Band, Leipzig 1909, S. 52).
- ↑ Es heißt, dass er vorher in Freiberg studiert hat; unter den eingeschriebenen Studenten der Bergakademie ist er jedoch nicht aufgeführt (Festschrift zum hundertjährigen Jubiläum der Königl. Sächs. Bergakademie zu Freiberg am 30. Juli 1866, S. 221–295).
- ↑ Geschichte der Kaiserlichen Leopoldino-Carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher während des zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens. Friedrich Frommann, Jena 1860, S. 258, Nr. 1304.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Charpentier, Toussaint von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Geologe und Entomologe |
| GEBURTSDATUM | 22. November 1779 |
| GEBURTSORT | Freiberg |
| STERBEDATUM | 4. März 1847 |
| STERBEORT | Brieg |