Tonspion
Tonspion ist ein Internetmagazin, das legal und kostenlos verfügbare Musikdateien im MP3-Format redaktionell vorstellt und verlinkt. Die Schwerpunkte liegen bei aktueller Popmusik, Elektronik und Independent. Tonspion verweist, geordnet nach unterschiedlichen Stilrichtungen, ausschließlich auf MP3-Dateien, die von Künstlern oder Musiklabels zum kostenlosen Download freigegeben worden sind.
Tonspion wurde 1999[1] in Köln von dem Musikjournalisten Udo Raaf gegründet und war somit nach eigenen Angaben der erste MP3-Blog in Deutschland. Seit 2001 ist der Sitz in Berlin.[2] Neben dem Gründer waren 2001 neun weitere Mitarbeiter für Tonspion tätig,[2] zu den freien Autoren zählte unter anderen Janko Röttgers.
Das Konzept, Stücke bereits erfolgreicher Künstler als Werbemaßnahme kostenlos und vollständig zum Download zur Verfügung zu stellen, war anfangs gerade in Deutschland noch nicht weit verbreitet, da die Musikindustrie (zu Zeiten der Napster-Kontroverse) den nicht DRM-geschützten MP3-Standard als „Piratenformat“ ablehnte.[3] Tonspion vermochte nach eigenen Angaben jedoch viele bekannte Labels zur Freigabe von Songs zu bewegen. Inzwischen werden auch einige ausgewählte nichtkommerzielle Netlabels sowie aktuelle Veröffentlichungen aus den Sparten Hörbuch und Klassische Musik vorgestellt. Das Angebot ist kostenlos und wird über Werbung finanziert.
2001 wurde ein englischsprachiger Ableger namens Tonespy in London gegründet;[2] das Projekt wurde aber später wieder eingestellt. Die deutsche Website hatte 2004 nach eigenen Angaben 140.000 Besucher pro Monat,[3] 2026 waren es über 150.000.[4]
Die deutsche Website wurde in den Jahren 2005 und 2006 für den Grimme Online Award nominiert.
Im April 2009 wurde das Angebot komplett neu gestaltet und um eine Video-Rubrik und eine Musikblog-Übersicht erweitert. Darüber hinaus bietet Tonspion nun eine Datenbank für Konzerte und Tourneen der von Tonspion empfohlenen Künstler.
Zahlreiche Webangebote verweisen regelmäßig auf die kostenlosen Downloadtipps von Tonspion, darunter Laut.de, Intro.de, Computerbild, Netzwelt oder Prinz Online.
Tonspion gehörte kurzzeitig zum Verlag Piranha Media (der in den 2000er Jahren auch die Musikzeitschriften Spex, Groove, Juice und Riddim übernahm), kehrte jedoch (laut Redaktion "aufgrund fehlenden Interesses auf Seiten des Verlags am Thema Online") bald wieder in die Unabhängigkeit zurück.[5]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Impressum. In: TONSPION. Abgerufen am 7. April 2026.
- 1 2 3 "Tonspion" gibt Tipps zu legalen MP3-Stücken und führt auf die entsprechenden Internet-Seiten: Erfolgreiche Agenten. In: Berliner Zeitung. 20. Mai 2001, abgerufen am 7. April 2026.
- 1 2 Matthias Spielkamp, Peter Lau: Guten Tag, auf Wiedersehen. In: brand eins. 2004, archiviert vom ; abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ TONSPION MEDIADATEN 2026. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ Piranha Media löscht Spex, Rap.de und Juice. In: Tonspion. 18. September 2022, abgerufen am 7. April 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tonspion – MP3 Downloads und News
- Erfolgreiche Agenten Berliner Zeitung 21. Mai 2001
- Surftipp: Frischzellenkur für den Musik-Spion Spiegel Online 28. April 2009