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Tolomeo

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Werkdaten
Originaltitel: Tolomeo, Re di Egitto

Titelblatt des Librettos, London 1728

Form: Opera seria
Originalsprache: Italienisch
Musik: Georg Friedrich Händel
Libretto: Nicola Francesco Haym
Literarische Vorlage: Carlo Sigismondo Capece: Tolomeo et Alessandro, ovvero La corona disprezzata (1711)
Uraufführung: 30. April 1728
Ort der Uraufführung: King’s Theatre, Haymarket, London
Spieldauer: 2 ¾ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Zypern, 107–101 v. Chr.
Personen
  • Tolomeo, früherer König von Ägypten, von seiner Mutter Kleopatra III. zugunsten seines Bruders Alessandro verjagt, unter dem Namen „Osmino“ als Hirte verkleidet (Alt)
  • Seleuce, seine Verlobte, unter dem Namen „Delia“ als Hirtin verkleidet (Sopran)
  • Elisa, Schwester von Araspe (Sopran)
  • Alessandro, Tolomeos Bruder, von Kleopatra als Thronfolger bevorzugt (Alt)
  • Araspe, König von Zypern (Bass)
  • Hofstaat, Wachen, Diener, Krieger, Volk

Tolomeo, Re di Egitto[1] (HWV 25) ist eine Oper (Dramma per musica) in drei Akten von Georg Friedrich Händel, die ihre Uraufführung am 30. April 1728 im King’s Theatre am Haymarket in London erlebte.

Es war Händels letzte Oper für die erste Opernakademie, die Royal Academy of Music, und zugleich die letzte von fünf Opern, die er für das Sänger-Dreigestirn Faustina Bordoni, Francesca Cuzzoni und Senesino komponierte.

Für die Saison 1727–1728 hatte Händel zuvor bereits die „Krönungsoper“ Riccardo Primo sowie Siroe beigesteuert. Entstehung und Aufführungen des Tolomeo fallen in die Zeit der berüchtigten Bettler-Oper (The Beggar’s Opera), einer dreisten Satire auf die italienische Opera seria und Persiflage auf die (angebliche) Feindschaft der Primadonnen Cuzzoni und Faustina, welche am 29. Januar des Jahres von John Gay und Johann Christoph Pepusch im Lincoln’s Inn Fields Theatre auf die Bühne gebracht worden war.[2]

Doch der eigentliche Grund für das kurz bevorstehende Ende der Opern-Academy war weniger der sensationelle Erfolg der Bettleroper als Misswirtschaft: Insbesondere konnten die hohen Gagen für die seit 1726 gleichzeitig angestellten beiden Primadonnen und den Starkastraten Senesino durch den Opernbetrieb allein nicht eingespielt werden.[3] Bereits am 25. November 1727 (also zwei Monate vor der Premiere der Bettleroper) hatte Mary Pendarves, eine Nachbarin und Vertraute Händels, an ihre Schwester berichtet:[4]

“I doubt operas will not survive longer than this winter, they are now at their last gasp. […] the subscription is expired and nobody will renew it. The directors are all squabbling, and they have so many divisions among themselves that I wonder they have not broke up before. Senesino goes away next winter, and I believe Faustina, so you see harmony is almost out of fashion.”

„Ich bezweifle, dass die Oper diesen Winter überdauern wird, sie liegt in den letzten Zügen. […] die Subskription ist abgelaufen, und niemand wird sie erneuern. Zwischen den Direktoren kommt es ständig zu Streitereien; so untereinander gespalten, wie sie sind, ist es verwunderlich, dass sie sich nicht schon lange getrennt haben; Senesino wird die Oper im nächsten Winter verlassen, und Faustina meines Wissens ebenfalls; du siehst, Harmonie ist fast aus der Mode gekommen.“

Mary Pendarves: Brief an Ann Granville. London 1727.[5][2][6]

Im gedruckten Libretto zu Tolomeo beklagte auch der Textdichter Nicola Francesco Haym in seiner Widmung an den Earl of Albemarle, einen der Direktoren der Academy, die verzweifelte Lage der italienischen Oper in London und den dringenden Bedarf nach neuen Sponsoren.[7][8][2]

Tolomeo entstand möglicherweise in einer gewissen Eile.[9] Es ist jedoch nicht bekannt, wann Händel mit der Komposition begann, er beendete sie am 19. April, wie am Ende der Originalhandschrift vermerkt ist: „Fine | dell' Opera | G.F. Handel | April 19. 1728.“[10] Die Uraufführung erfolgte am 30. April 1728 am King’s Theatre,[11] mit folgenden Sängern:

Die Oper erlebte sieben Vorstellungen bis zum 21. Mai.[12] Bereits eine Woche später, am 1. Juni, wurde die Saison mit einer Vorstellung von Admeto beendet.[13] Die italienischen Sänger verließen England und die Royal Academy beschloss, in den kommenden Monaten das Geld säumiger Subskribenten einzuklagen. Schließlich wurde Händel und Johann Jacob Heidegger die Weiterführung des Unternehmens für fünf Jahre mit etwas geringerem Budget anvertraut. Doch dafür musste Händel zuerst nach Italien reisen und neue Sänger rekrutieren.[14]

Wiederaufnahmen

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Händel nahm Tolomeo während der zweiten Opernakademie im Mai und Juni 1730 für sieben und ab 2. Januar 1733 für vier Vorstellungen mit einer Reihe von Änderungen wieder auf, zuletzt wieder mit Senesino in der Titelrolle. Die Rezitative wurden dabei noch stärker gekürzt. Die größte Veränderung betraf die Partien der Elisa, die 1730 von der Altistin Antonia Merighi gesungen wurde, sowie den Araspe, der in derselben Aufführungsserie vom Tenor Annibale Pio Fabri übernommen wurde.[15] Für die neuen Sänger fügte Händel zahlreiche Alternativ-Arien ein – in den Akten II und III blieben nur vier von 19 Nummern unverändert –, die er zum Teil den Opern Rodelinda, Riccardo Primo, Siroe, Radamisto und Tamerlano entnahm.[16][15]

Weitere Aufführungsgeschichte

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Auf dem Kontinent wurde die Oper im 18. Jahrhundert nicht übernommen, weder in Hamburg noch in Braunschweig, im Gegensatz zu den meisten der Händel’schen Opern. Die erste Aufführung „nach Händel“ war am 19. Juni 1938 bei den Göttinger Händel-Festspielen in deutscher Sprache (Textfassung: Emilie Dahnk-Baroffio), durch das Orchester der Händel-Festspiele unter der Leitung von Fritz Lehmann. In Originalsprache und historischer Aufführungspraxis wurde Tolomeo erstmals wieder am 6. Juni 1996 bei den Händel-Festspielen in Halle (Saale) mit dem Händelfestspielorchester Halle unter der Leitung von Howard Arman gespielt.

Die Vorlage für Händels Oper ist Carlo Sigismondo Capeces Libretto Tolomeo et Alessandro, ovvero La corona disprezzata, das Domenico Scarlatti für die polnische Exilkönigin Maria Casimira vertont und 1711 in Rom in deren Palast zur Erstaufführung gebracht hatte.[16]

Händels Bearbeiter war Nicola Haym, und nach Ansicht von Winton Dean ist Tolomeo „das schwächste Libretto“, das aus ihrer Zusammenarbeit hervorging. Capeces Vorlage wurde von 1705 Zeilen auf 653 gekürzt, unter anderem durch die Eliminierung der Figur der Dorisbe (Tochter des Prinzen von Tyros, in Araspe verliebt). Von Capeces ursprünglich 46 Arien- und Duett-Texten behielten Händel und Haym nur 14, vier davon mit Änderungen.[17] Dafür wurden zwölf neue Arientexte, zwei Duette und der Schlusschor hinzugefügt.[16] Das Libretto wurde also offenbar stark an Händels Vorstellungen und Bedürfnisse angepasst.

Die Oper spielt auf Zypern, fast durchgehend in der freien Natur, in einem idyllischen, fast pastoralen Kontext, was in den als Hirte und Hirtin verkleideten beiden Hauptfiguren Tolomeo und Seleuce seinen Ausdruck findet. Der naturnahe Hintergrund liefert auch den Vorwand für ungewöhnlich viele Gleichnisarien mit Naturbildern.[18]
Reinhard Strohm deutete darauf hin, dass die relative Einfachheit der Ausstattung und der Personenkonstellation mit nur fünf Figuren eine stärkere Orientierung am klassischen Drama aufweise als die meisten anderen Händelopern, u. a. in Hinsicht auf die Einheit des Ortes.[19]

Ptolemaios IX., in einem Reinigungsritual mit Thot und Horus, Kom Ombo Tempel

Historischer und literarischer Hintergrund

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Die Handlung ist zum großen Teil frei erfunden, spielt jedoch um 106 v. Chr. Die Titelfigur Tolomeo ist identisch mit dem ägyptischen Pharao Ptolemäus IX. Soter II., der von seiner Mutter und Mitherrscherin Kleopatra III. etwa im Oktober 107 v. Chr. zugunsten seines jüngeren Bruders Ptolemäus X. Alexander I. (Alessandro im Libretto) abgesetzt worden war. Ptolemäus IX. regierte in der Folge als König in Zypern und unterstützte bisweilen andere Herrscher in ihrem Kampf gegen seinen jüngeren Bruder und seine Mutter. 88 v. Chr. kam er wieder in Alexandria an und bestieg zum zweiten Mal den ägyptischen Thron. Da sein Bruder im gleichen Jahr beim Angriff auf Zypern während eines Seegefechts fiel, blieb seine Herrschaft in Ägypten nun unangefochten. Ptolemäus IX. war der Vater von Berenike III., der Titelfigur von Händels späterer Oper Berenice (1737). Die übrigen Personen des Librettos sind frei erfunden.[20] Die Musikwissenschaftlerin Silke Leopold verwies darauf, dass Haym im Argomento des Librettos zwar das 33. Kapitel von Marcus Iunianus IustinusHistoriarum Philippicarum T. Pompeii Trogi Libri XLIV in epitomen redacti (“Thus Justin relates this Matter, in his 33d Book.”) als Quelle anführte, es sich tatsächlich aber um das 39. Kapitel handelt.[20]

Am Strand Zyperns zieht Tolomeo seinen schiffbrüchigen Bruder Alessandro aus dem Wasser. Letzterer hat von ihrer gemeinsamen Mutter Kleopatra den Befehl erhalten, seinen Bruder zu töten. Tolomeo erfährt von Alessandros Identität und ist versucht, ihn zu ermorden, kann sich aber nicht dazu durchringen. Tolomeo (unter dem Namen „Osmino“, um sich vor dem Zorn von König Araspe, einem Verbündeten Kleopatras, zu schützen) versteckt sich, und Elisa, die Schwester des Königs, erscheint. Alessandro erwacht, hält sie für eine Göttin und gesteht ihr seine Liebe. Sie jedoch liebt „Osmino“. Doch als sie und „Osmino“ sich unterhalten, wird klar, dass ihre Gefühle nicht erwidert werden, sondern dass Tolomeo eine andere liebt, nämlich Seleuce, seine Frau, die er für verschollen hält. Allein erwägt er, sich das Leben zu nehmen. Dann erscheint Seleuce, die ebenfalls unter einem Decknamen, „Delia“, auftritt. Sie sieht Tolomeo am Ufer, doch sie flieht, als Araspe eintrifft. Araspe ist wütend auf Seleuce, der er mit amourösen Absichten nachstellt. Der erste Akt endet damit, dass Tolomeo sich seine Frau vorstellt und sich wünscht, sie möge vor ihm erscheinen und seinen Schmerz lindern.

Tolomeo verliert die Fassung und erklärt Elisa, er sei nicht „Osmino“, sondern der abgesetzte Mitherrscher Ägyptens. Elisa fordert den verärgerten Araspe auf, „Delia“ herbeizurufen. Dies geschieht, und Tolomeo erklärt Seleuce begeistert seine Liebe. Um Tolomeo zu schützen, tut sie so, als wüsste sie nicht, wovon er spricht, während sie in typisch opernhafter Manier ihre inneren Gedanken in Klammern ausdrückt: wie sehr sie diese Täuschung schmerzt und sie sich nach ihrem Mann sehnt. Tolomeo wiederholt, dass er Elisa nicht lieben kann, und sie gerät darüber in Rage. Er geht, und Alessandro tritt ein und beteuert erneut seine Liebe zu Elisa. Diese behauptet, sie könne seine Liebe nur erwidern, wenn er seinen Bruder ermordet. Seleuce singt ein weiteres Klagelied, und Tolomeo wiederholt ihre Worte im Hintergrund. Araspe stürmt auf die Bühne und versucht, Seleuce zu vergewaltigen. Tolomeo kann den Anblick nicht ertragen und eilt seiner Frau zur Hilfe. Er enthüllt ihre wahre Identität, und Araspe singt wütend davon, wie er die Liebenden zu bestrafen gedenkt. Am Ende des zweiten Aktes ist das Paar allein und singt zum ersten Mal gemeinsam und berührend davon, wie ihre Liebe zueinander sie beide ins Verderben führen wird.

Alessandro erfährt in einem Brief vom Tod seiner Mutter Kleopatra. Er sagt, sie habe den Preis für ihre Grausamkeit bezahlt. Araspe interpretiert Alessandros Aussage, er wolle mit Tolomeo nach Ägypten zurückkehren, so, dass er seinen Bruder töten lassen wolle, aber jemand anderen dazu auffordere. Araspe hält sich natürlich für den richtigen Mann dafür und genießt es, seine Eifersucht zu rächen. Elisa zwingt Seleuce, ihr Tolomeo zu überlassen, andernfalls werde er sterben. Tolomeo weist Elisa erneut zurück. Sie sagt, wenn er so mutig sei und sie unbedingt zurückweisen wolle, solle er Gift trinken. Das tut er. Er beschreibt die Wirkung des Giftes und stirbt dann scheinbar. Alessandro sucht die verzweifelte Seleuce im entlegensten Teil des Waldes auf und verspricht, sie mit Tolomeo wieder zu vereinen. Triumphierend präsentiert Araspe Tolomeos Leiche. Er ist sich sicher, dass Seleuce ihm gehört, doch Elisa enthüllt, dass der Trank in Wirklichkeit ein Schlafmittel war und sie Seleuce foltern und töten wird. In diesem Moment erwacht Tolomeo, und Alessandro bringt Seleuce herbei. Mann und Frau sind wieder vereint und Alessandro erklärt Tolomeo zum rechtmäßigen Herrscher Ägyptens. Die Oper endet mit einem freudigen Quartett, das darlegt, dass alles vergeben werden kann, wenn sich Leid in Freude verwandelt.

Georg Friedrich Händel Porträt von Philippe Mercier, um 1730

Tolomeo gehört nach wie vor zu Händels „unbekannteren“ Bühnenwerken, obwohl gerade diese Partitur eine Fülle exquisiter Musik zu bieten hat – darunter die Arie „Stille amare“ (Nr. 29), die heute als eine der berühmtesten Alt-Arien des Komponisten gelten kann (Stand 2025).[21] Dorothea Schröder wies darauf hin, dass „gerade diese Oper … uns in der stringenten Handlung und den von allem Überflüssigen freien Arien gewissermaßen die Essenz von Händels Musikdramatik“ zeige.[22]

Einen bedeutenden Einfluss auf den allgemeinen Charakter der Partitur hat die bereits erwähnte Verortung des Geschehens in einem idyllischen, halb-pastoralen Natur-Ambiente. Musikalisch betrifft dies vor allem die beiden Partien des als Hirten verkleideten Liebespaares Tolomeo und Seleuce, die Händel besonders in den ersten beiden Akten mit zahlreichen Gesängen bedachte, die bezüglich poetischer Schönheit und Lyrismus zum Besten gehören, was er geschrieben hat. Musikalisch ist der dritte Akt zu Beginn etwas schwächer als die beiden ersten, die Qualitätskurve steigt aber wieder an, um kurz vor Schluss in Tolomeos erwähnter Arie „Stille amare“ zu gipfeln.[23]

Die Oper beginnt mit einer zweisätzigen französischen Ouverture in F-Dur,[24] die Händel von seinem abgebrochenen Genserico-Fragment übernahm. Das Fugato hat ein ungewöhnlich langes Thema, dessen Intervall-Sprünge ihm einen fröhlich-festlichen und ausgesprochen konzertanten Charakter verleihen.[25] Es fällt auf, dass nur im Allegro der Ouverture und im ebenfalls aus Genserico stammenden Schlusschor Hörner verwendet werden.[26] Die tonartliche Anlage der Oper ist sehr ausgeglichen: 17 Nummern in Moll stehen 15 in Dur gegenüber (einschließlich Ouverture und ohne Secco-Rezitative).

Formal ist die Partitur einfallsreich gestaltet: Es gibt drei Scenas aus Accompagnato-Rezitativ und nachfolgender Arie, jeweils zu Beginn des ersten (Nr. 1–2) und dritten Aktes (Nr. 20–21) für Tolomeo bzw. Alessandro, sowie gegen Ende des dritten Aktes für Tolomeo (Nr. 28–29). Der Zweite Akt beginnt mit einem recht langen Arioso für Elisa, dem nach Secco-Rezitativen eine Dacapo-Arie folgt. Außerdem werden zwei von Tolomeos Arien vorzeitig „abgebrochen“ (Nr. 7 und 29) und in der als „Aria a 2“ bezeichneten, poetisch mit sordinierten Violinen und Pizzicato-Bässen instrumentierten Nummer 17 „Dite, che fa“ im zweiten Akt verschwimmen alle Gattungsgrenzen: Sie beginnt als Arie für Seleuce, wird aber im Dacapo phrasenweise und zunächst hinter der Bühne von Tolomeo als Echo beantwortet, später von ihm weitergeführt und geht schließlich nahtlos in Rezitative über. Dorothea Schröder fand, dass Händel „selten ein so zauberhaftes musikalisches Naturbild … geschaffen“ habe „wie in dieser Wald-Szene“.[27] Nachdem Tolomeo von dem eifersüchtigen, wütenden Araspe gefangen genommen wurde, folgt als Abschluss des zweiten Aktes das wundervolle Fis-moll-Duett „Se il cor ti perde“ (Nr. 19), in dem die beiden ihre Liebe und ihr gemeinsames Leid besingen.[28]

Der Part des Titelhelden Tolomeo entstand als wahre Glanzrolle für Senesino, von dessen sechs Arien, 2 Accompagnato-Rezitativen und 3 Duetten mit Seleuce fast alle von höchster Qualität sind.[29] Trotz einer Betonung melancholischer und tragischer Stimmungen – bis auf drei Nummern stehen alle in Moll – ist auch das Ausdrucksspektrum abwechslungsreich. Das F-moll-Siciliano „Tiranni miei pensieri“ in Akt I (Nr. 7) ist ein Schlummer-Arioso, das vorzeitig abbricht, weil der Held einschläft. Eine absolute Glanznummer der Partitur – für Dean „vielleicht die schönste Arie der Oper“ („perhaps the most beautiful aria in the opera“)[30] – ist „Torna sol per un momento“ am Ende des ersten Aktes (Nr. 10), eine Es-Dur-Larghetta (sic!), in der Tolomeo den „geliebten Schatten“ der von ihm totgeglaubten Seleuce herbeisehnt.
Als er Elisas Avancen im zweiten Akt ablehnt, tut er dies mit dem H-moll-Menuett „Se un solo è quel core“ (Nr. 14) zwar mit klaren Worten – aber musikalisch könnte er höflicher und aristokratischer kaum sein. Heldenhaft-kämpferisch und sehr maskulin zeigt er sich dagegen im dritten Akt in „Son qual rocca“ (Nr. 26) als Reaktion auf Elisas Rachsucht und die von ihr befohlene Gefangennahme.[31]

Beginn von Tolomeos „Stille amare, già vi sento“ im dritten Akt. Druck von John Walsh, 1737

Die bereits erwähnte Scena „Inumano fratel … Stille amare“ (Akt III, Nr. 28–29), in der er Elisas vermeintlich tödliches Gift (in Wahrheit ein Schlafmittel) trinkt, beginnt und endet in finsterem b-moll. Nachdem er im Accompagnato zuerst dramatisch all seine (wirklichen und vermeintlichen) Widersacher verflucht hat, schwenkt die Musik überraschend beim Gedanken an seine geliebte Seleuce in weiche E-Dur-Gefilde um, bevor das Streichorchester im Vorspiel zur Arie ein Bild des Schreckens mithilfe kurz abgerissener und mit Mordenten versehener Akkorde über einer chromatisch absteigenden Linie in den wiegenden Bässen malt – Tonart und Chromatik sind typische musikalische Stilmittel für Todes- oder Sterbeszenen. Zugleich hört man dabei die „bitteren Tropfen“ („stille amare“) des „Giftes“. Der Gesang bricht mitten in der Wiederholung des Dacapo auf einem „unpassenden“ Ton ab, als Tolomeo „stirbt“, und die Arie wird vom Orchester allein zu Ende geführt.[32][33] Dass die Auflösung der Spannungen in den folgenden Rezitativen und das lieto fine danach ein bisschen schnell kommt, kann man als allgemeines Problem der Barockoper, nicht nur dieser Oper, ansehen. Dabei muss jedoch betont werden, dass sowohl das Duett „Tutto contento“ (Nr. 30) als auch der Schlusschor nicht nur sehr schön, sondern auch völlig angemessen sind.

Anders als im vorhergehenden Siroe, wo Händel seine „Pflicht“, die beiden Frauenrollen für Francesca Cuzzoni und Faustina Bordoni möglichst gleichwertig zu gestalten, extrem ernst nahm und sich dadurch offenbar auch etwas einengen ließ, ist das Ergebnis in Tolomeo bei Berücksichtigung der speziellen Fähigkeiten jeder Sängerin weniger schablonenhaft und sehr überzeugend.[34]
Dabei wird im Grunde kaum verhehlt, dass Seleuce/Cuzzoni schon inhaltlich die eigentliche Primadonna ist. Zwar hat sie nur fünf und damit eine Dacapo-Arie weniger als Elisa, hinzu kommen jedoch drei Duette mit Tolomeo, wenn man die schon beschriebene „Aria a due“ Nr. 17 als Duett wertet. Händel rückte in Tolomeo Cuzzonis Stärke in „pathetischen, rührenden“ Gesängen ins beste Licht.[27] Abgesehen von den schon besprochenen exquisiten Duetten mit Tolomeo gehören zu ihren Glanznummern die liebliche, pastorale Auftrittsarie „Mi volgo ad ogni fronda“ (Nr. 5) im wiegenden 12/8-Takt und in G-Dur, sowie das „delikat instrumentierte“, melancholische „Fonti amiche“ (Nr. 8) in g-moll mit solistischen Blockflöten im Orchester.[35] Bezeichnend für Cuzzonis Stärke in tief empfundenen lyrischen Gesängen (die sie wahrscheinlich mit Trillern ausschmückte) dürfte auch die C-moll-Arie „Senza il suo bene la tortorella“ (Akt III, Nr. 24) sein, wo Händel sie im Stil eines Menuetts sehr lange Melodie-Bögen singen lässt, die beinahe schon an die quasi „unendlichen“ Melodien von Bellini erinnern.[36]

Einen gelungenen Kontrast dazu bildet der Charakter der Elisa/Bordoni, die bis zum Beginn des zweiten Aktes (Nr. 4, 6, 11, 12) von Händel als kapriziös, stolz und etwas biestig, später rachsüchtig gezeichnet wird, weil sie es nicht verwinden kann, dass ihre Liebe zu Tolomeo unerwidert bleibt. Sie hat kein einziges Duett, aber 6 Arien und ein Arioso, in denen vor allem Bordonis spritziger Charakter und gesangstechnische Qualitäten mithilfe von rhythmisch komplexen Koloraturen und Trillern demonstriert werden[37] – nicht ganz zu Unrecht sprach Dean von „Konzertstücken“.[38] Auch tonartlich setzt sie sich von Seleuce/Cuzzoni ab, die drei Solonummern und ein Duett in Moll-Tonarten hat (Nr. 8, 13, 19, 24), während von Elisas Arien nur zwei in Moll stehen – „Il mio core“ (15) und „Voglio amare“ (23). Diese sind jedoch beide nicht melancholisch, sondern Rache-Arien, ebenso wie „Ti pentirai, crudel“ (Akt III, Nr. 25), ein Allegro in kämpferischem D-Dur.[39]

Dass die beiden Nebenrollen Alessandro und Araspe mit ihren jeweils drei Arien musikalisch etwas blasser herüberkommen[40] ist kein Wunder und liegt im Grunde schon im hierarchischen Rollensystem der italienischen Opera seria begründet. Trotzdem hat beispielsweise Araspe mit „Piangi pur“ (Akt II, Nr. 18) eine ausgesprochen wirkungsvolle Rachearie, und Alessandros liedhaft schlichte erste Arie „Non lo dirò col labbro“ (Nr. 3) wurde später durch die Adaption von Arthur Somervell mit dem englischen Text „Did You Not Hear My Lady“ unter dem Titel Silent Worship („Stille Verehrung“, 1928) bekannt.[41] In dem Film Jane Austens Emma (1996) singt Gwyneth Paltrow dieses Lied mit Ewan McGregor.

In fünf bis sieben Arien von Tolomeo wurden laut John H. Roberts kleinere Motiv-Anleihen aus Telemanns Harmonischer Gottes-Dienst gefunden.[42]

Zwei Blockflöten, Traversflöte, zwei Oboen, Fagott, zwei Hörner, Streicher, Basso continuo (Violoncello, Erzlaute oder Theorbe, zwei Cembali[43]).

Laut Pierre Jacques Fougeroux, der 1728 in London Aufführungen von Tolomeo, Siroe und Admeto besuchte, bestand Händels Orchester zu dieser Zeit aus:

« … vingt-quatre violons conduits par les deux Castrucci frères, deux clavessins, dont Indel (sic !) allemand grand joueur et grand compositeur en touchoit un, un archilut, trois violoncelles, deux contrebasses, trois bassons et quelquefois des flûtes et des clairons. Cet orchestre fait un grand fracas. Comme il n’y a point de partie du milieu les vingt-quatre violons ne jouent ordinairement que le premier et le second dessus, ce qui est extrêmement brillant et d’une belle exécution. Les deux clavessins [et] l’archilut font les accords et les parties de milieu. Il n’y a qu'un violoncelle, les deux clavessins et l’archilut pour le récitatif. »

„… 24 Violinen, geführt von den beiden Brüdern Castrucci, zwei Cembali, von denen der Deutsche Händel, ein großartiger Cembalist und großer Komponist, eines spielte, einer Erzlaute (wahrscheinlich Theorbe (?), Anm. d. V.), drei Violoncelli, zwei Kontrabässen, drei Fagotten, und manchmal Flöten und Hörner. Dieses Orchester macht einen großen Lärm. Da es gar keine Mittelstimmen gibt (sic!), spielen die 24 Violinen gewöhnlich die erste und zweite Stimme, was extrem brillant ist und sehr schön in der Ausführung. Die beiden Cembali (und) die Erzlaute spielen die Akkorde und die Mittelstimmen. Es gibt nur ein Violoncello, die beiden Cembali und die Erzlaute für das Rezitativ.“

Pierre Jacques Fougeroux: Voiage d’Angleterre d’Hollande et de Flandre fait en l'année 1728[44]

Es erscheint angebracht darauf hinzuweisen, dass Fougeroux’ Bezugspunkt natürlich französische Opernorchester waren, die in der Tradition von Jean-Baptiste Lully einen fünfstimmigen Satz mit zwei Violen da braccio in Alt- und Tenorlage pflegten, während in der italienischen und deutschen Musik ein vierstimmiges Orchester verwendet wurde. In Händels Opern werden außerdem manche Arien nur von den Violinen im Unisono und Bässen begleitet, was Fougeroux offenbar dazu veranlasste, zu schreiben, dass es „gar keine Mittelstimmen“ gäbe, bzw. dass diese nur von den Cembali gespielt würden.

Struktur der Oper

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Ouverture. (2 Ob, Str, BC)

Scena I 1. Recitativo accompagnato. Tolomeo (Str, BC) Orgoglioso elemento
Recitativo. Alessandro, Tolomeo Numi, pieta! Qual mesta voce ascolto?
2. Aria. Tolomeo (2 Vl, BC) Cielo ingiusto, potrai fulminarmi
Scena II Recitativo. Elisa, Alessandro Ahi! Elisa infelice
3. Aria. Alessandro (Str, BC) Non lo dirò col labbro
Recitativo. Elisa Veggio che m’ama il Prence
4. Aria. Elisa (2 Vl, BC) Quell’ onda, che si frange
Scena III Recitativo. Seleuce, Araspe Quest’e pur Cipro, e queste
5. Aria. Seleuce (Fl, Str, BC) Mi volgo ad ogni fronda
Scena IV Recitativo. Elisa, Tolomeo O cari a gli occhi miei rustici alberghi
6. Aria. Elisa (2 Ob, Str, BC) Se talor miri un fior
Recitativo. Tolomeo Conosco ben
7. Arioso. Tolomeo (Str, BC) Tiranni miei pensieri
Scena V Recitativo. Seleuce E dove, e dove mai
8. Aria. Seleuce (2 BlFl, Str, BC) Fonti amiche, aure leggiere
Recitativo. Seleuce Ma! quel pastor che dorme chi sara?
Scena VI Recitativo. Araspe, Seleuce, Tolomeo Delia ad un pastor che dorme s’avvicina?
9. Aria. Araspe (2 Vl, BC) Respira almen un poco
Recitativo. Tolomeo V’e ancor qualche martire
10. Aria. Tolomeo (2 Ob, Str, BC) Torna sol per un momento
Scena I 11. Arioso. Elisa (2 Ob, Str, BC) Voi dolci aurette al cor
Recitativo. Tolomeo, Elisa Dov’e chi la mia morte richiede?
Scena II Recitativo. Araspe, Tolomeo, Elisa Osmin, Osmino! e come ha i tanto ardire
12. Aria. Elisa (2 Vl, BC) Quanto è felice quell’augelletto
Scena III Recitativo. Seleuce S’io potessi sperare
13. Aria. Seleuce (2 Vl, BC) Aure, portate al caro bene
Scena IV Recitativo. Elisa, Tolomeo, Seleuce Delia, attendi un momento
14. Aria. Tolomeo (Str, BC) Se un solo è quel core ch’io chiudo nel petto
Recitativo. Elisa Disperato e schernito
Scena V Recitativo. Alessandro, Elisa Signora, la mia sorte
15. Aria. Elisa (2 Ob, Str, BC) Il mio core non apprezza
Recitativo. Alessandro Affetto che ragione
16. Aria. Alessandro (2 Ob, 2 Vl, BC) Pur sento, oh Dio, che l’alma ancor non sta
Scena VI 17. Aria (à 2). Seleuce, Tolomeo (2 Ob, Fg, Str, BC) Dite, che fa dov’ è l’idolo mio? / Rendetelo al mio cor
(Recitativo.) Seleuce, Tolomeo Dove sei, caro sposo?
(Arioso.) Tolomeo (Str) Dite, che fa, dov’e l’idolo mio?
(Recitativo.) Seleuce Io ti cerco per tutto
Scena VII Recitativo. Araspe, Seleuce, Tolomeo Delia, per queste si remote selve
18. Aria. Araspe (2 Ob, Str, BC) Piangi pur, ma non sperare
Scena VIII Recitativo. Tolomeo, Seleuce Seleuce! Tolomeo! Tu vivi
19. Duetto. Seleuce, Tolomeo (Str, BC) Se il cor ti perde, oh cara
Scena I 20. Recitativo accompagnato. Alessandro (Str, BC) Madre, pagasti al fine
Recitativo. Araspe, Alessandro Signor, se non t’e noto
21. Aria. Alessandro (2 Ob, 2 Vl, BC) Se l’interno pur vedono i Numi
Recitativo. Araspe Se non era il pensiero
22. Aria. Araspe (2 Ob, Str, BC) Sarò giusto e non tiranno
Scena II Recitativo. Seleuce, Elisa Elisa, che ricerchi
23. Aria. Elisa (2 Vl, BC) Voglio amore o pur vendetta da chi l’alma accesso m’ha
Recitativo. Seleuce Eccolo appunto!
Scena III Recitativo. Tolomeo, Seleuce Bella, già men severe
24. Aria. Seleuce (2 Ob, Str, BC) Senza il suo bene la tortorella
Scena IV Recitativo. Elisa, Tolomeo Al fin che si risolve
25. Aria. Elisa (2 Ob, Str, BC) Ti pentirai, crudel, d’aver offeso
Recitativo. Tolomeo Ola! che piu si tarda
26. Aria. Tolomeo (2 Ob, Str, BC) Son qual rocca percossa dall’onde
Scena V Recitativo. Alessandro, Seleuce In questa piu remota parte del bosco imposi
27. Aria. Seleuce (2 Ob, 2 Vl, BC) Torni omai, la pace all’alma
Scena VI Recitativo. Tolomeo Che piu si tarda omai
28. Recitativo accompagnato. Tolomeo (Str, BC) Inumano fratel
29. Arioso. Tolomeo (Str, BC) Stille amare, già vi sento
Scena VII Recitativo. Araspe, Alessandro, Elisa, Tolomeo, Seleuce Eccoti, oh Prence, il tuo germano!
30. Duetto. Seleuce, Tolomeo (Str, BC) Tutto contento or gode quest’alma innamorata
Recitativo. Alessandro, Tolomeo Lascia, oh fratel, che nel mio sen t’abbraccio!
31. Coro. (2 Ob, 2 Hr, Str, BC) Applauda ogn’uno il nostro fato!
  • Vox 7530 (1986): Jennifer Lane (Tolomeo), Brenda Harris (Seleuce), Andrea Matthews (Elisa), Mary Ann Hart (Alessandro), Peter Castaldi (Araspe)
Manhattan Chamber Orchestra; Dir. Richard Auldon Clark (160 min)
  • Mondo Musica MMH 80080 (1996): Axel Köhler (Tolomeo), Linda Perillo (Seleuce), Romelia Lichtenstein (Elisa), Jennifer Lane (Alessandro), Brian Bannatyne-Scott (Araspe)
Händelfestspielorchester Halle; Dir. Howard Arman
Il complesso barocco; Dir. Alan Curtis (148 min)
Commons: Tolomeo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006; Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-268-3, S. 108: Originaltitel „Re di Egitto“, nicht „Re d’Egitto“.
  2. a b c Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar 1992, S. 107–108.
  3. Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar 1992, S. 108.
  4. Dorothea Schröder: Die Essenz von Händels Musikdramatik. In: Handel. Tolomeo. DG 477 7106, Hamburg 2008, S. 20
  5. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 156.
  6. Dorothea Schröder: Die Essenz von Händels Musikdramatik. In: Handel. Tolomeo. DG 477 7106, Hamburg 2008, S. 20–21
  7. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, S. 161–162.
  8. Stefanie Rauch: Tolomeo, Re d’Egitto (HWV 25), in: Arnold Jacobshagen, Panja Mücke (Hrsg.): Händels Opern – Das Handbuch. Teilband II. Laaber, (o. O.) 2009, S. 201
  9. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006; Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 117.
  10. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, S. 161.
  11. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006; Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 117.
  12. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 161–162.
  13. Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar 1992, S. 360.
  14. Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar 1992, S. 108–113.
  15. a b Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006; Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 117.
  16. a b c Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch: Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8 (Unveränderter Nachdruck, Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-0610-4), S. 319–320
  17. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006; Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 110–111.
  18. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006; Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 111.
  19. Dorothea Schröder: Die Essenz von Händels Musikdramatik. In: Handel. Tolomeo. DG 477 7106, Hamburg 2008, S. 22
  20. a b Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-7618-1991-3, S. 298 ff.
  21. Abgesehen von den Gesamtaufnahmen mit Ann Hallenberg und Jennifer Lane wurde die Arie seit dem späten 20. Jahrhundert häufig von Altistinnen und Countertenören auf CD aufgenommen, z. B. von Nathalie Stutzmann, Eva Zaïcik, Gloria Banditelli, Jakub Józef Orliński, Bejun Mehta, Philippe Jaroussky. Auf Youtube sind außerdem Live-Mitschnitte mit Romina Basso, Lidia Vines-Curtis, Aryeh Nussbaum Cohen, Meili Li u. a. zu hören.
  22. Dorothea Schröder: Die Essenz von Händels Musikdramatik. In: Handel. Tolomeo. DG 477 7106, Hamburg 2008, S. 24
  23. Dass Dean den gesamten dritten Akt außer Tolomeos Szene und Araspes Arie als schwächer ansieht, erscheint stark übertrieben; er selbst widerspricht sich an anderer Stelle, wenn er Elisas „Ti pentirai“ (zu Unrecht) als ihre beste Arie bezeichnet. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 112 (Akt III außer Arien von Araspe und Tolomeo) und 115 (Elisa)
  24. Alle im Folgenden erwähnten Tonarten, Taktarten und Vortragsbezeichnungen, wenn nicht in anderen Quellen erwähnt, siehe: Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8 (unveränderter Nachdruck, Kassel 2008, ISBN 3-7618-0610-8), S. 312–318.
  25. Dean hört eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Orgelkonzert op. 4,4. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 116
  26. Zur Herkunft von Ouverture und Schlusschor aus Genserico, siehe auch: Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8 (unveränderter Nachdruck: Kassel 2008, ISBN 3-7618-0610-8), S. 319 f.
  27. a b Dorothea Schröder: Die Essenz von Händels Musikdramatik. In: Handel. Tolomeo. DG 477 7106, Hamburg 2008, S. 23
  28. Dean verglich das Duett mit bekannteren Stücken aus Rodelinda und Giulio Cesare. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 112–113
  29. Tolomeos Part und fast alle seine Arien werden auch und ausführlicher besprochen in: Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, S. 170–174.
  30. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 112
  31. Dass Dean die beiden letztgenannten Arien anscheinend dramaturgisch (und musikalisch ?) nicht überzeugend genug findet, ist seine sehr persönliche Meinung, die hier nicht übernommen werden kann oder muss. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 112 und 113
  32. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 113
  33. Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, S. 171–174.
  34. Hier muss Dean klar widersprochen werden, der meinte, auch in Tolomeo scheine Händel „Schwierigkeiten“ gehabt zu haben „die Parts der Damen auszubalancieren“ und man habe manchmal den Eindruck, er habe „mehr an seine Verpflichtungen den Sängerinnen gegenüber gedacht als an die Handlung“ („Handel seems to have had difficulty in balancing the parts of the two ladies ...Several arias in both parts not only lapse into the conventional but leave an impression that Handel was thinking more of his obligations to the singer than to the plot“). Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 113
  35. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 113–114
  36. Dean erkannte das Potential der Arie nicht und bezeichnete sie ziemlich ungerecht als „schlaffe Gleichnis-Arie“ („a limp simile aria“). Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 115
  37. Schröder schrieb: „...Ihr ‚feuriges Allegro‘ wurde ebenso bewundert wie ihre brillanten Verzierungen ... Die Rolle der temperamentvollen, aber auch aggressiven und bösartigen Elisa muss daher ideal für ihren Stimmtyp gewesen sein.“ Dorothea Schröder: Die Essenz von Händels Musikdramatik. In: Handel. Tolomeo. DG 477 7106, Hamburg 2008, S. 24
  38. Dabei bezog er sich wegen der Naturgleichnisse vor allem auf die ersten vier Arien Elisas, aber die anderen haben ebenfalls einen Konzertcharakter, wenn auch dramatischer mit Rache gepaart. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 115
  39. Dass Dean „Ti pentirai“ für Elisas beste Arie hielt, ist sein persönlicher Geschmack und so nicht nachvollziehbar. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 115
  40. Dorothea Schröder: Die Essenz von Händels Musikdramatik. In: Handel. Tolomeo. DG 477 7106, Hamburg 2008, S. 24
  41. Dean erwähnt Silent Worship, aber nicht den Text und Arrangeur. Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 115–116
  42. Hier nach: Winton Dean: Handel’s Operas, 1726–1741. Boydell & Brewer, London 2006, Reprint: The Boydell Press, Woodbridge 2009, S. 116 und Fußnote 5
  43. Es ist bekannt, dass in Händels (wie in italienischen) Opernaufführungen zwei Cembali verwendet wurden. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 34–35.
  44. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 978-3-7618-0717-0, S. 166–167.