Tim Bogert

Tim Bogert (* 27. August 1944 in New York City; † 13. Januar 2021 in Simi Valley, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Bassist und Sänger. Bekannt wurde er als Mitglied der Rockbands Vanilla Fudge, Cactus und Beck, Bogert & Appice.
Biografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Alter von acht Jahren bekam Bogert Klavierunterricht. In der siebten Klasse begann er Klarinette zu lernen, in der neunten wechselte er zum Saxophon.[1] In New Jersey gründete er mit Freunden die Band The Belltones, in der er Saxophon spielte. Aus den Belltones wurden The Chessmen, die auch in New York auftraten. Bogert wechselte vom Saxophon zum Bass. Den Anstoß gab das Stück Pipeline von The Ventures, das für drei Gitarren und Bass angelegt war. Er spielte zunächst einen Bass von Danelectro, dann einen Fender Jazz Bass. Als wichtigsten Einfluss nannte er James Jamerson, daneben den Saxophonisten King Curtis, dessen Platten er aus der Sicht eines Bassisten neu hörte. 1965 wurde er Berufsmusiker.[1]
Nach der Schulzeit ging Bogert mit Rick Martin & the Showmen auf Tournee. Dabei lernte er Mark Stein kennen, mit dem er The Pigeons gründete. Sie nahmen ein Album auf, danach nannten sie sich Vanilla Fudge. Ihr erster Schlagzeuger Joey Brennan wollte lieber Blues spielen. Nachdem Bogert und Stein im Club Choo Choo in Garfield die Band von Carmine Appice gehört hatten, holten sie Appice in die Gruppe.[2]
Vanilla Fudge bestand aus Mark Stein (Keyboard), Vince Martell (Gitarre), Carmine Appice (Schlagzeug) und Tim Bogert (Bass). Gleich ihre erste Single You Keep Me Hangin’ On wurde ein weltweiter Erfolg. Von 1967 bis 1969 nahmen Vanilla Fudge fünf Alben auf, dann verließen Bogert und Appice die Gruppe und gründeten mit dem Gitarristen Jim McCarty und dem Sänger Rusty Day die Band Cactus.[3]
1972 brach Cactus auseinander, doch Bogert und Appice blieben zusammen. Mit Jeff Beck gründeten sie das vielbeachtete Trio Beck, Bogert & Appice (BBA). Die Gruppe veröffentlichte nur ein Studioalbum und ein zunächst nur in Japan erschienenes Livealbum und trennte sich nach weniger als zwei Jahren.[3] Als Gründe nannte Bogert 1979 die starken Persönlichkeiten der drei Musiker, Geld und das Management. Zudem habe Beck den Keyboarder Max Middleton vermisst, weil ihm im Trio der Raum fehlte, auch einmal auszusetzen. Für ein zweites Album lagen bereits mehrere halbfertige Stücke vor.[4]
In den Jahren nach BBA lebte und spielte Bogert in Kalifornien, England und Italien. In Kalifornien gründete er mit dem späteren Journey-Sänger Steve Perry die Band Pieces, die jedoch keinen Plattenvertrag erhielt. Danach lebte er etwa ein Jahr in Europa und spielte bei der Band Boxer, mit der er das Album Absolutely aufnahm. Eine geplante Amerikatournee kam nicht zustande, weil Sänger Mike Patto an Krebs erkrankte. Zurück in den USA gründete Bogert die Band Pipedream, die ein Album bei ABC Records veröffentlichte und sich im Frühjahr 1979 auflöste. Anschließend nahm er in Mailand mit der italienischen Gruppe Giants fünf Fernsehsendungen auf.[5] Er spielte u. a. bei Rod Stewart, Bo Diddley und Rick Derringer. 1983 gab es eine Wiedervereinigung von Vanilla Fudge.
1993 erschien das Debütalbum des X-Japan-Gitarristen Pata, bei dem Bogert als Bassist neben Sänger James Christian, Drummer Tommy Aldridge (Thin Lizzy, ehemals Whitesnake) und Keyboarder Daisuke Hinata tätig war. Er nahm ebenfalls an der dazugehörigen Tour durch Japan teil.
Tim Bogert arbeitete achtzehn Jahre lang als Bass-Lehrer am Musicians Institute in Hollywood. 1999 wurde er in den Hollywood Rock Walk of Fame aufgenommen. Ende des gleichen Jahres gab es ein neues Powertrio, Char, Bogert & Appice (CBA) mit dem japanischen Gitarristen Char. Es folgte 2001 das Trio Derringer, Bogert & Appice mit Rick Derringer. 2005 hatte Bogert einen Motorradunfall und beendete aufgrund von Spätfolgen 2010 seine Karriere.[6][7]
Im Januar 2021 starb Tim Bogert im Alter von 76 Jahren.[8]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Steve Rosen: Tim Bogert. In: Fachblatt Musikmagazin. Band 7, Nr. 81, Dezember 1979, S. 107–108 (Interview, Nachdruck aus Guitar Player).
- ↑ Steve Rosen: Tim Bogert. In: Fachblatt Musikmagazin. Band 7, Nr. 81, Dezember 1979, S. 111 (Interview, Nachdruck aus Guitar Player).
- 1 2 Steve Rosen: Tim Bogert. In: Fachblatt Musikmagazin. Band 7, Nr. 81, Dezember 1979, S. 106 (Interview, Nachdruck aus Guitar Player).
- ↑ Steve Rosen: Tim Bogert. In: Fachblatt Musikmagazin. Band 7, Nr. 81, Dezember 1979, S. 113–114 (Interview, Nachdruck aus Guitar Player).
- ↑ Steve Rosen: Tim Bogert. In: Fachblatt Musikmagazin. Band 7, Nr. 81, Dezember 1979, S. 106, 115, 119 (Interview, Nachdruck aus Guitar Player).
- ↑ https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/tim-bogert-1944-2021-basslegende-tim-bogert-stirbt-mit-76-jahren.html
- ↑ https://www.notreble.com/buzz/2021/01/14/in-memoriam-tim-bogert/
- ↑ Tim Bogert (Beck, Bogert & Appice, Vanilla Fudge, Cactus) has died. In: nextmosh.com. 13. Januar 2021, abgerufen am 14. Januar 2021 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bogert, Tim |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Rockmusiker (Bass) |
| GEBURTSDATUM | 27. August 1944 |
| GEBURTSORT | New York City |
| STERBEDATUM | 13. Januar 2021 |
| STERBEORT | Simi Valley |