Tilsiter
| Herkunft | Nord- und Mitteleuropa |
| Milch | Kuh/Vollmilch oder teilentrahmt |
| Behandlung | Rohmilch oder pasteurisiert |
| Käsegruppe | Schnittkäse |
| Fett i. Tr. | 30–60 % |
| Energie (bei 45 % F. i. Tr.) | 1485 kJ (358 kcal) |
| Iod | 30 µg |
| Calcium | 840 mg |
| Eiweiß | 26,30 g |
| Vitamin B2 | 0,36 mg |
| Maß/Gewicht | Rad- oder Blockform |
| Reifezeit | ca. 6 Monate |
| Zertifizierung | Tilsiter Switzerland/Tilsiter aus k. b. A. |
Tilsiter ist ein Schnittkäse aus Kuhmilch mit Rotschmiere-Rinde mit 30 bis 60 % Fett in der Trockenmasse. Er ist nach der ostpreußischen Stadt Tilsit, dem heutigen Sowetsk, benannt.
Herstellung und Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Tilsiter wird sowohl aus Rohmilch als auch aus pasteurisierter Milch gekäst, wobei die Rohmilchvariante meist um einige Nuancen geschmacksreicher ist.
Außer in der klassischen Radform wird der Käse zunehmend auch in Blockform hergestellt. Er hat eine dünne, bräunliche Rinde, die während der etwa sechs Monate dauernden Reifung mit Salzwasser und Rotschmierekulturen abgerieben wird. Der hellgelbe Teig ist geschmeidig, sehr elastisch und recht feucht, er bildet gerstenkorngroße Löcher und Schlitze. Die Geschmacksskala reicht von mild und leicht würzig bis kräftig pikant.
Tilsiter historisch
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Käsereien gab es bereits unter der Herrschaft des Deutschen Ordens, denn 17 Ortschaften führten gleichzeitig den Namen Milchbude. Der Tilsiter Käse ist ein Ergebnis verbesserter Rezepturen durch holländische Mennoniten, Salzburger und Einwanderer aus der Schweiz. Diese waren nach der Großen Pest in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Religionsflüchtlinge ins entvölkerte nördliche Ostpreußen zugewandert oder folgten den Aufrufen der preußischen Herrscher. Die runden rotbraunen Käselaibe waren 10 cm hoch und hatten einen Durchmesser von ca. 25 cm. Sie wurden in Pergament (später in Stanniol) verpackt und wurden zu je zehn in Holzrollen versandt.
Tilsiter heute
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anders als der „Schweizer Tilsiter“ ist der „Holsteiner Tilsiter“ ein Produkt mit geschützter geografischer Angabe.[1] Neben dem deutschsprachigen Raum ist der Käse unter anderem in Russland und Polen unter der Bezeichnung Tilsiter verbreitet (russisch Тильзитер, polnisch Tylżycki).
Zunehmend werden auch in Deutschland mildere bis geschmacklich fast schon an Edamer erinnernde Käse unter dem Namen Tilsiter vertrieben. Ebenso werden für Varianten andere Bezeichnungen wie „Altmecklenburger“, „Müritzer“ oder „Nordsee-Käse“ verwendet. Dabei sind einige Varianten eher pikant und andere eher mild.
Schweizer Tilsiter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Ostschweiz wird seit 1893 Tilsiter hergestellt, nachdem zwei örtliche Käsehersteller das Rezept 1890 von einer Ostpreußenreise mitgebracht hatten. Im Jahre 1950 entstand in Bern die Schweizerische Geschäftsstelle für Tilsiter-Käse. Seit 1999 erfolgt der Vertrieb unter dem geschützten Markennamen „Tilsiter Switzerland“.[2] Die Produktion findet in 20 Käsereien[3] vorwiegend in den Kantonen Thurgau, St. Gallen und im Zürcher Oberland statt. Der Schweizer Tilsiter hat nicht die in Deutschland oder Dänemark gewöhnliche stark löchrige Form und ist im Geschmack nicht so herb ausgeprägt bzw. nicht vergleichbar. Die flachen runden Laibe haben eine Höhe von ca. 8 cm, einen Durchmesser von 25–30 cm und ein Gewicht von ca. 4,0–4,5 kg.[4]
| Produktionsmenge von Tilsiter (2024) Zum Vergleich andere Schweizer Käse | ||||
|---|---|---|---|---|
| Käsesorte | Tonnen | |||
| Tilsiter Switzerland ® | 2 272 | |||
| Emmentaler AOP | 12 395 | |||
| Appenzeller ® | 8 090 | |||
| Reifung miteinberechnet; in Tonnen Käse[3] | ||||