Zum Inhalt springen

Thomas Cup

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Thomas Cup auf einer indonesischen Briefmarke

Der Thomas Cup ist die Mannschaftsweltmeisterschaft im Badminton für Männer. Der offizielle Name ist „The International Badminton Championship Challenge Cup“. Der Thomas Cup gehört zu den weltweit fünf Turnieren der 7* Kategorie.

Das Turnier wurde nach dem ersten IBF-Präsidenten Sir George Alan Thomas, der den Wettbewerb angeregt und den Pokal gestiftet hat, benannt. Der Pokal wurde 1939 gestiftet, der erste Thomas Cup fand 1948/49 statt. Bis heute wurde diese Veranstaltung von der ersten Austragung an bis 2024 immer von Nationen aus Asien gewonnen. Einzige Ausnahme war 2016 Dänemark. Das Pendant für die Damen ist der Uber Cup. Seit 1984 werden diese beiden Veranstaltungen gemeinsam ausgetragen.

Gefertigt wurde dieser dreiteilige Pokal 1939 in London von Atkin Bros of London. Er ist 71,12 cm hoch und ist, einschließlich der Handgriffe, 40,64 cm breit. Auf dem Deckel ist die Figur eines Spielers befestigt. Auf der Vorderseite von dem Kelch befindet sich folgende Inschrift: „The International Badminton Championship Cup presented to the International Badminton Federation by Sir George Thomas, Bart., 1939“. Auf der Rückseite des Kelches und auf dem Sockel werden die Namen der Siegerteams gedruckt.

Bis 1982 wurde der Thomas Cup alle drei Jahre ausgetragen. Seitdem findet er alle zwei Jahre statt.

Bis 1984 wurden im Thomas Cup je Begegnung neun Spiele gespielt. Seit 1984 werden nur noch fünf Partien, und zwar drei Einzel und zwei Doppel, gespielt. Die Reihenfolge ist erstes Einzel, erstes Doppel, zweites Einzel, zweites Doppel und drittes Einzel.

Bis 2012 gab es regionale Qualifikationsturniere. Seitdem 12 Teams die Endrunde erreichen konnten, galt folgende Einteilung: Asien stellt vier Teilnehmer, Europa drei, und Ozeanien, Amerika und Afrika je einen Teilnehmer. Die beiden noch fehlenden Plätze wurden automatisch dem Titelverteidiger und dem Gastgeber gegeben.

Für die Austragung 2014 wurde der Modus abermals geändert. Die Anzahl der teilnehmenden Teams wurde von 12 auf 16 erhöht und die Teilnehmer wurden über die Weltrangliste ermittelt. Zudem wurde eine Kontinentalquote eingeführt, sodass mindestens ein Team pro Kontinent entweder am Thomas Cup oder am Uber Cup teilnimmt. Für Asien und Europa galt eine Mindestanzahl von drei Nationen pro Wettbewerb. Bis in das Jahr 1998 wurden alle Spiele gespielt. Seit 2000 wird in der K.-o.-Runde nur noch gespielt, bis der Sieger feststeht.

Aktueller Modus

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das aktuell gültige Format sieht 16 Teams vor. Titelverteidiger und Gastgeber sind automatisch qualifiziert. Dazu kommen die fünf Gewinner der kontinentalen Meisterschaften. Der Rest der Teilnehmer orientiert sich an der Weltrangliste der einzelnen Nationen, die sich aus den drei besten Einzelspielern und den zwei besten Doppelpaarungen zusammensetzt. Die Quotenplätze für Europa und Asien wurden auf jeweils vier erhöht.

Das Turnier selbst wird in einem kombinierten System aus Gruppenphase und K.-o.-System ausgetragen. Die 16 Mannschaften werden in 4 Gruppen in je 4 Teams aufgeteilt. Die Gruppenersten- und zweiten bestreiten das Viertelfinale. Es gibt kein Spiel um Platz 3. Die Verlierer der Halbfinale erhlaten automatisch eine Bronzemedaille. Ein Match zwischen zwei Nationen besteht immer aus drei Einzeln und zwei Doppeln, also aus insgesamt fünf Spielen pro Begegnung. Die Spielreihenfolge ist standardmäßig 1. Einzel, 1. Doppel, 2. Einzel, 2. Doppel, 3. Einzel. Diese kann unter Beachtung bestimmter Regulairen des Weltverbands geändert werden.[1] Laut Regularien gibt es acht verschiendene Möglichkeit der Spielreihenfolge, wobei beachtet werden muss, dass kein Spieler zwei Spiele direkt hintereinander spielen darf und ein Einzel immer vor dem Doppel zu spielen ist. Zudem muss dem Spieler eine mindestens 30-minütige Pause zwischen zwei Spielen eingeräumt werden, sofern er bei zwei Spielen eingesetzt wird.[1] In der Gruppenphase werden alle fünf Spiele gespielt, auch wenn der Gewinner bereits feststehen sollte. Ab dem Viertelfinale werden nur die Partien ausgetragen die zur Ermittlung des Gewinners notwendig sind. Sollte es einer Nation gelingen die ersten drei Spiele für sich zu entscheiden, gilt damit die Begegnung als gewonnen.

Austragungsorte und -jahre, Finalteilnehmer

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Jahr Ort Gewinner Finalist
1949 Preston,  England Föderation Malaya  Dänemark
1952 Singapur,  Singapur Föderation Malaya  Vereinigte Staaten
1955 Singapur,  Singapur Föderation Malaya  Dänemark
1958 Singapur,  Singapur  Indonesien Föderation Malaya
1961 Jakarta,  Indonesien  Indonesien  Thailand
1964 Tokio,  Japan  Indonesien  Dänemark
1967 Jakarta,  Indonesien  Malaysia  Indonesien
1970 Kuala Lumpur,  Malaysia  Indonesien  Malaysia
1973 Jakarta,  Indonesien  Indonesien  Dänemark
1976 Bangkok,  Thailand  Indonesien  Malaysia
1979 Jakarta,  Indonesien  Indonesien  Dänemark
1982 London,  England  Volksrepublik China  Indonesien
1984 Kuala Lumpur,  Malaysia  Indonesien  Volksrepublik China
1986 Jakarta,  Indonesien  Volksrepublik China  Indonesien
1988 Kuala Lumpur,  Malaysia  Volksrepublik China  Malaysia
1990 Tokio,  Japan  Volksrepublik China  Malaysia
1992 Kuala Lumpur,  Malaysia  Malaysia  Indonesien
1994 Jakarta,  Indonesien  Indonesien  Malaysia
1996 Hongkong, Hongkong  Indonesien  Dänemark
1998 Hongkong,  Hongkong  Indonesien  Malaysia
2000 Kuala Lumpur,  Malaysia  Indonesien  Volksrepublik China
2002 Guangzhou,  Volksrepublik China  Indonesien  Malaysia
2004 Jakarta,  Indonesien  Volksrepublik China  Dänemark
2006 Sendai und Tokio,  Japan  Volksrepublik China  Dänemark
2008 Jakarta,  Indonesien  Volksrepublik China  Südkorea
2010 Kuala Lumpur,  Malaysia  Volksrepublik China  Indonesien
2012 Wuhan,  Volksrepublik China  Volksrepublik China  Südkorea
2014 Neu-Delhi,  Indien  Japan  Malaysia
2016 Kunshan,  Volksrepublik China  Dänemark  Indonesien
2018 Bangkok,  Thailand  Volksrepublik China  Japan
2020 Aarhus,  Dänemark  Indonesien  Volksrepublik China
2022 Bangkok,  Thailand  Indien  Indonesien
2024 Chengdu,  Volksrepublik China  Volksrepublik China  Indonesien
2026 Horsens,  Dänemark  Volksrepublik China  Frankreich

Rekordtitelträger:  Indonesien (16)

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 France’s Thomas Cup order of play sparks debate – SPOTV NOW. In: spotvnow.com. 4. Mai 2026, abgerufen am 10. Mai 2026 (australisches Englisch).