Theodor Friedrich Trendelenburg

Theodor Friedrich Trendelenburg (* 1755 in Lübeck; † 1827 ebenda) war ein deutscher Mediziner.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Er entstammte der norddeutschen Gelehrtenfamilie Trendelenburg und war ein Sohn des Lübecker Stadtphysicus Karl Ludwig Friedrich Trendelenburg. Johann Georg Trendelenburg und Friedrich Schack Adolf Trendelenburg waren seine jüngeren Brüder. Er studierte ab 1777 Medizin an der Universität Göttingen und promovierte dort 1779 zum Dr. med. Aus dieser Zeit hat sich sein Schattenriss in der Silhouetten-Sammlung Schubert in der Handschriften Abteilung der SUB Göttingen erhalten. Am 16. Mai 1777 wurde er in den Studentenorden Concordia aufgenommen.[1]
Trendelenburg kehrte nach Lübeck zurück, wo er als Arzt praktizierte und wie schon sein Vater zuvor zum Stadtphysicus bestellt wurde. 1799 führte er gemeinsam mit dem Lübecker Arzt Georg Heinrich Behn die erste Pockenimpfung mit Kuhpockenlymphe durch.[2] Die dafür erforderliche Pockenlymphe beschaffte Behn von Jean de Carro aus Wien. Mit der Schlacht bei Lübeck 1806 und dem Beginn der Lübecker Franzosenzeit wurde die Lübecker Ärzteschaft vor kaum lösbare Probleme auf dem Gebiet der Hygiene und der Versorgung der Verwundeten gestellt. Dies ließ sie zunächst informell zusammenrücken, um dem Lübecker Rat die erforderlichen Ratschläge mit einer Stimme zu geben. 1809 war Trendelenburg im Zusammenwirken mit Behn maßgeblich an der formellen Gründung des Ärztlichen Vereins zu Lübeck beteiligt, dem ältesten berufsrechtlichen Zusammenschluss von Medizinern in Deutschland, der auch heute noch besteht. Das Motto der Gründung war:
„Ein Einzelner hilft nicht, sondern wer sich mit Vielen zur rechten Stunde vereinigt!“
1813 trat Trendelenburg als Stadtphysicus in den Ruhestand; zu seinem Nachfolger berief der Rat Heinrich Wilhelm Danzmann.
Trendelenburg vermachte seine 8000 Bände umfassende Bibliothek dem Ärztlichen Verein. Sie wurde zum wesentlichen Grundstock der Vereinsbibliothek. Seit 1993 wird die Bibliothek zusammen mit dem vor 1971 erworbenen medizinischen Altbestand der Stadtbibliothek als Dauerleihgabe in der Bibliothek des Instituts für Medizin- und Wissenschaftsgeschichte der Universität Lübeck in der Königstraße verwahrt.[3]
Schriften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- De sterni costarumque in respiratione vera genuinaque motus ratione, Göttingen 1779 (Digitalisat)
- Briefwechsel mit Christoph Friedrich Hellwag im Ostholstein-Museum in Eutin.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Theodor Eschenburg (1853–1921): Der Ärzteverein zu Lübeck während der ersten 100 Jahre seines Bestehens 1809-1909, Wiesbaden 1909
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Götz von Selle: Ein akademischer Orden in Göttingen um 1770. In: Göttingische Nebenstunden 4, 1927 (Digitalisat), S. 50 Nr. 141
- ↑ Die erste Pockenimpfung überhaupt in Lübeck hatte Hans Bernhard Ludwig Lembke schon 1756 an seiner Tochter vorgenommen, damals aber noch durch Variolation.
- ↑ Bestand und Sammlungen ( des vom 16. November 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Bibliothek des Instituts für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung, abgerufen am 1. Juli 2013.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Trendelenburg, Theodor Friedrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner |
| GEBURTSDATUM | 1755 |
| GEBURTSORT | Lübeck |
| STERBEDATUM | 1827 |
| STERBEORT | Lübeck |